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Antipädagogik

Die Rolle der Eltern - Freundschaft mit Kindern

Title: Antipädagogik

Term Paper , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Busch (Author)

Pedagogy - General
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In den Medien, welche Sendungen wie die „Super Nanny“ ausstrahlen oder Reportagen über Boot Camps zeigen, in denen aus schwer erziehbaren Kindern und Jugendlichen „bessere Menschen“ werden, wird deutlich, dass „die Vorstellung der Steigerung des Guten durch richtige Erziehung […] bis heute kaum erschüttert ist“ (Thiel 1996, S. 35). Thiel spricht in diesem Zusammenhang von der Pädagogisierung gesellschaftlicher Krisen. Unter Pädagogisierung versteht er die Herauslösung des Erziehungshandelns aus der vormodernen Einbettung in den Lebens- und Arbeitsvollzug und die daraus resultierende zunehmende Verselbständigung (vgl. ebd., S. 39). In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben Pädagogisierungsprozesse einen ungeheuren Schub erhalten, dem Vertrauen in die pädagogische Verbesserungskompetenz scheinen keine Grenzen gesetzt (vgl. ebd., S. 38). Die Pädagogisierung ist abhängig von den gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Interessen und die gesellschaftliche Antwort auf eine gesellschaftliche Krise, welche eine zeitliche Streckung der (politischen) Bearbeitung ermöglicht (vgl. ebd. S. 42). Durch die Pädagogisierung wird eine Krise mittels Erziehung, Bildung und Lernen bearbeitet, mit dem Ziel die Krise durch die Veränderung individueller Dispositionen und individuellen Verhaltens zu bewältigen (vgl. ebd., S. 43).
Als Gegentheorie zur Pädagogik hat sich Ende des 20. Jahrhunderts die Antipädagogik entwickelt, die sich radikal gegen jede Form von Erziehung äußert und als einzige Konsequenz deren Abschaffung fordert. Um diese Strömung der Erziehungskritik soll es in der folgenden Arbeit gehen. Dabei wird zunächst darauf eingegangen, was Antipädagogik ist, wie sich diese Antipädagogik entwickelt hat und auf welchen theoretischen Annahmen die Antipädagogik beruht.
Im Anschluss daran wird die neue Eltern-Kind-Beziehung, die „Freundschaft mit Kindern“, vorgestellt, die die praktische Umsetzung der theoretischen Annahmen der Antipädagogik darstellt. Abschließend werden die Aussagen der Antipädagogik unter besonderen Bezug auf Michael Winkler kritisch reflektiert um die Frage zu klären, ob die Theorie der Antipädagogik eine Alternative zur Pädagogik darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Antipädagogik

2.1 Was ist Erziehung bzw. Pädagogik?

2.2 Was ist Antipädagogik?

2.3 Die Entwicklungsphasen der Antipädagogik

2.4 Theoretischer Hintergrund

2.4.1 Margaret Mead: zivilisationskritische Begründung

2.4.2 Alice Miller: therapeutische Begründung

2.4.3 Der „labeling approach“

2.4.4 Die Bedeutung unmittelbarer Gefühle

3 Die neue Beziehung – Die Freundschaft mit Kindern

3.1 Voraussetzung der neuen Eltern-Kind-Beziehung

3.2 Die neue Lebensphilosophie der Eltern

3.3 Die neue Beziehung – Freundschaft mit Kindern

4 Kritische Auseinandersetzung

4.1 Erkenntnisinteresse

4.2 Gründe für den Erziehungsversuch

4.3 Die Kinderrechtsbewegung

4.4 Das Pädagogische an der Antipädagogik

4.5 Die Dimension der Zeit

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Antipädagogik als Gegentheorie zur klassischen Erziehung auseinander. Das zentrale Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen der Antipädagogik zu analysieren, ihr Praxiskonzept der "Freundschaft mit Kindern" vorzustellen und auf Basis der Kritik von Michael Winkler zu prüfen, ob sie eine tragfähige Alternative zur Pädagogik darstellen kann.

  • Grundlagen und Definitionen von Erziehung und Antipädagogik
  • Theoretische Begründungslinien (Mead, Miller, Labeling Approach)
  • Das Praxiskonzept der "Freundschaft mit Kindern"
  • Kritische Reflexion der antipädagogischen Postulate
  • Die pädagogische Bedeutung von Zeit und Geschichte

Auszug aus dem Buch

2.4.4 Die Bedeutung unmittelbarer Gefühle

Auf der vierten argumentativen Linie wird die „Bedeutung unmittelbarer und unverstellter Gefühle hervorgehoben und die Emotion gegenüber der Rationalität geltend gemacht: Das gemeinsame Erleben, die Spontaneität des mit sich selbst zufriedenen einzelnen sollen gegenüber den Zerstörungsprozessen, hervorgerufen durch die pädagogische Zivilisation, wieder belebt und zum Maßstab allen Handelns erhoben werden“, (Winkler 1983, S. 534) denn wissenschaftliche Methoden versagen dort wo Menschen miteinander umgehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit der Abkehr von Erziehung und definiert den Begriff der Pädagogisierung gesellschaftlicher Krisen.

2 Antipädagogik: Dieses Kapitel erläutert die Grundbegriffe der Antipädagogik und ihre zentralen theoretischen Begründungslinien, darunter zivilisationskritische und tiefenpsychologische Ansätze.

3 Die neue Beziehung – Die Freundschaft mit Kindern: Hier wird das erziehungsfreie Praxiskonzept von Hubertus von Schoenebeck vorgestellt, das auf Vertrauen und der Abkehr vom Herrschaftsanspruch basiert.

4 Kritische Auseinandersetzung: In diesem Kapitel werden die Thesen der Antipädagogik, insbesondere anhand der Argumentation von Michael Winkler, einer fundierten Prüfung unterzogen.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass die Antipädagogik zwar wichtige Grenzpunkte der Erziehung aufzeigt, jedoch theoretisch an der Komplexität menschlicher Entwicklung scheitert.

Schlüsselwörter

Antipädagogik, Erziehungskritik, Freundschaft mit Kindern, Pädagogisierung, Eltern-Kind-Beziehung, Selbstbestimmung, Alice Miller, Margaret Mead, Labeling Approach, Machtausübung, Subjektivität, Michael Winkler, Kindheit, Nicht-Erziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die antipädagogische Strömung, die sich radikal gegen jegliche Form von Erziehung wendet und deren Abschaffung fordert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themen umfassen die theoretischen Fundamente der Antipädagogik, die praktische Umsetzung in der "Freundschaft mit Kindern" sowie eine kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Konzepten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit stellt die Frage, ob die Theorie der Antipädagogik eine valide und praktikable Alternative zur traditionellen Pädagogik darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die primär auf der Literaturrecherche und der kritischen Reflexion bestehender fachwissenschaftlicher Texte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der antipädagogischen Ansätze, eine Erläuterung des Modells "Freundschaft mit Kindern" und eine abschließende kritische Gegenüberstellung durch Argumente bekannter Erziehungswissenschaftler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Antipädagogik, Erziehung, Selbstbestimmung, Machtverhältnisse und die kritische Distanz zum pädagogischen Handeln geprägt.

Was unterscheidet "Freundschaft mit Kindern" von klassischer Erziehung?

Das Konzept lehnt erzieherische Autorität und Vorgaben ab und setzt stattdessen auf eine unterstützende Beziehung auf Augenhöhe, bei der das Kind als autonomes Subjekt agiert.

Warum hält die Antipädagogik einer kritischen Überprüfung laut Autorin nur schwer stand?

Die Autorin argumentiert, dass die Antipädagogik bei der praktischen Anwendung zwangsläufig wieder erzieherische Elemente nutzt und theoretisch nicht in der Lage ist, die notwendige menschliche Sozialisation vollständig abzubilden.

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Details

Title
Antipädagogik
Subtitle
Die Rolle der Eltern - Freundschaft mit Kindern
College
University of Lüneburg
Course
Varianten von Erziehungskritik / Bildungssystem und Erziehung im Nationalsozialismus
Grade
1,0
Author
Franziska Busch (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V81436
ISBN (eBook)
9783638862059
ISBN (Book)
9783638863582
Language
German
Tags
Antipädagogik Varianten Erziehungskritik Bildungssystem Erziehung Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Busch (Author), 2006, Antipädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81436
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