Die Gedächtnisentwicklung ist in der Entwicklungspsychologie ein zentrales Thema.
Mit meiner Arbeit möchte ich herausarbeiten, was sich im Gehirn verändert und welche Auswirkungen diese Veränderungen auf die Umwelt haben. Was sich verändert, werden Studien von Entwicklungspsychologen belegen, die ich auch selbst mit einigen Kindern am Ende meiner Arbeit durchführen möchte. In dieser Arbeit befasse ich mich mit den unterschiedlichen Defiziten der Kinder und mit den Phänomenen strategischer Gedächtnisprozesse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklung
2.1. Kognitive Entwicklung
2.2. Wissensentwicklung
2.3. Entwicklungsstand
3. Gedächtnis in der Kindheit
3.1. „Ort“ des Gedächtnis
3.2. Stufeneinteilung
4. Determinanten der Gedächtnisentwicklung
4.1. Gedächtniskapazität
4.2. Phänomene strategischer Gedächtnisprozesse
4.2.1 Kategoriales Organisieren
4.2.2. Elaboration
4.2.3. Rehearsal
4.2.4. Defizite
4.2.5 Motivationale Aspekte
4.3. Vorwissen
4.4. Metagedächtnis
5. Empirische Untersuchung
5.1. Motivationaler Anreiz
5.2. Elaboration / Rehearsal
5.3. Analogien
5.4. Transitives Schlussfolgern
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Gedächtnisentwicklung bei Kindern im Vorschulalter, analysiert die zugrunde liegenden neurologischen und psychologischen Veränderungen sowie den Einfluss verschiedener Gedächtnisstrategien auf die Lernleistung.
- Grundlagen der kognitiven Entwicklung und Wissenskonstruktion.
- Stufeneinteilung des Gedächtnisses in der Kindheit.
- Relevanz von Gedächtniskapazität, Vorwissen und Metagedächtnis.
- Analyse strategischer Prozesse wie Organisation, Elaboration und Rehearsal.
- Empirische Prüfung der Strategieanwendung bei Vorschulkindern.
Auszug aus dem Buch
4.2.3. Rehearsal
„Unter dem Begriff Rehearsal werden in der Gedächtnisforschung eine Reihe unterschiedlicher Gedächtnisstrategien zusammengefasst. Erste Anzeichen für inneres Wiederholen sind einfache Objektbenennungen (Labeling), gefolgt von Ein-Wort Wiederholungen (passive rehearsal) und aktiven, größere Informationsmengenumfassenden Memorierprozessen (cumulative rehearsal). Im Verlauf der Entwicklung kann dabei ein Wechsel von relativ passiven zu aktiveren Rehearsal-Prozessen beobachtet werden, der mit einer Verbesserung der Behaltensleistung verbunden ist.“47
Nach Lingen konnte Garrity (1975) unter Verwendung elektromyographischer Methoden belegen, dass bereits vier- und fünfjährige Kinder subvokale Sprachprozesse bei verbalen Gedächtnisaufgaben zeigen.48
„Der Umfang von Subvokalisation ist dabei alterskorreliert und steht in einem signifikanten Zusammenhang zur Lernleistung. Die von Kindergartenkindern und Erstklässlern gezeigten basalen Sprachprozesse in Lernaufgaben beschränken sich jedoch meist auf das einmalige Benennen (Labeling oder Naming) des jeweils neu präsentierten Wortes oder Objektes.“49
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin legt dar, dass sie den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule und die dabei stattfindende Veränderung des strategischen Gedächtnisses erforschen möchte.
2. Entwicklung: Dieses Kapitel erläutert kognitive Prozesse und den Wissenserwerb im frühen Kindesalter unter Berücksichtigung von Piagets Stufentheorie.
3. Gedächtnis in der Kindheit: Es werden die neurologischen Grundlagen des Gedächtnisses sowie eine fünfstufige Einteilung der Gedächtnisentwicklung nach Judith Rauch vorgestellt.
4. Determinanten der Gedächtnisentwicklung: Das Kapitel befasst sich mit den Faktoren Gedächtniskapazität, strategischen Prozessen, Vorwissen und Metagedächtnis als Einflussgrößen auf die Leistung.
5. Empirische Untersuchung: Die Autorin führt eigene Tests mit Kindergartenkindern durch, um Rehearsal, Elaboration, Analogien und transitives Schlussfolgern praktisch zu erproben.
6. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass Kinder im Vorschulalter bereits erste Strategien nutzen, deren Erfolg jedoch stark von Kontextfaktoren und Motivation abhängt.
Schlüsselwörter
Gedächtnisentwicklung, Vorschulalter, Kognitive Entwicklung, Lernstrategien, Rehearsal, Elaboration, Metagedächtnis, Arbeitsgedächtnis, Wissensentwicklung, Strategieerwerb, Mediationsdefizit, Produktionsdefizit, Motivationsanreiz, Analogiebildung, Semantische Organisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung des menschlichen Gedächtnisses bei Kindern im Vorschulalter und untersucht, wie sich kognitive Fähigkeiten und Lernstrategien in dieser Lebensphase verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die neurologischen Grundlagen, die Gedächtnisstrategien (wie Rehearsal und Elaboration), die Bedeutung von Vorwissen und die Rolle des Metagedächtnisses.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Gedächtnisveränderungen und der Anwendung von Lernstrategien herauszuarbeiten sowie diese Erkenntnisse durch eine eigene empirische Untersuchung an Kindern zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse entwicklungspsychologischer Theorien und ergänzt diese durch eine kleine empirische Versuchsreihe mit drei Kindern im Alter von 5 bis 6 Jahren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Gedächtnisentwicklung die spezifischen Einflussfaktoren wie Kapazität, Wissen und Strategien detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gedächtnisentwicklung, Vorschulalter, Lernstrategien, Metagedächtnis und strategische Gedächtnisprozesse definiert.
Wie unterscheidet die Autorin das prozedurale und deklarative Metagedächtnis?
Deklaratives Metagedächtnis umfasst das faktische Wissen über Gedächtnisvorgänge, während prozeduales Metagedächtnis die Fähigkeit bezeichnet, gedächtnisbezogene Aktivitäten aktiv zu regulieren und zu kontrollieren.
Welche Defizite bei der Strategienutzung werden bei Kindern beobachtet?
Die Arbeit unterscheidet zwischen dem Mediationsdefizit, dem Produktionsdefizit und dem Nutzungsdefizit, die beschreiben, warum Kinder Strategien nicht spontan oder nicht effizient anwenden.
Zu welchem Ergebnis kommt die empirische Untersuchung bei der Elaboration?
Es zeigt sich, dass Kinder im Alter von 5 Jahren bereits in der Lage sind, mit Unterstützung (z.B. durch Geschichtenbildung) Gedächtnisstrategien erfolgreich einzusetzen, während 6-Jährige diese teilweise schon spontan anwenden.
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- Anne Klein (Author), 2004, Gedächtnisveränderungen im Vorschulalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81439