Die Diplomarbeit soll in erster Linie zum besseren Verständnis der Borderline-Persönlichkeitsstörung beitragen. Insbesondere soll der Fragestellung nachgegangen werden, wie Berührungsängste im Umgang mit Borderlinern abgebaut werden können und welche Anforderungen dabei an den Helfer gestellt werden. Im Vordergrund der Betrachtungen soll die Haltung des sognannten Helfers stehen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Zu dem Begriff Borderline
2. Anmerkungen zur Diagnose
3. Grundsätzliches zu den DSM – IV Kriterien
3.1 Angst - ein Leitsymptom der Borderline-Symptomatik
3.2 Die Neigung, sehr intensive, jedoch instabile Beziehungen herzustellen
3.3 Identitätsstörungen
3.4 Potentiell selbstschädigende und impulsive Handlungen
3.5 Wiederholte Suizidversuche und selbstverletzende Verhaltensweisen
3.5.1 Häufige Erscheinungsformen bei der Selbstverletzung
3.5.2 Die bevorzugten Körperteile ( In dieser Reihenfolge )
3.6 Eine ausgeprägte Sensibilität der Stimmung
3.7 Immerwährendes Gefühl von Leere
3.7 Intensive Wut oder Schwierigkeiten, Wut und Ärger zu kontrollieren
3.8 Entfernungs- oder Entfremdungsgefühl
4. Verlauf
5. Aspekte der frühen Entwicklung
6. Näheres zur Entstehung
7. Die Auswirkungen der Symptomatik auf sich selbst und die Umwelt
8. Die Stärken von Menschen mit Borderline
9. Therapie
9.1 Ein Entstehungsmodell von Borderline im Rahmen der Dialektisch-Behaviorale Therapie
9.2 Die Dialektisch-Behaviorale Therapie
9.2.1 Einzeltherapie
9.2.2 Fertigkeitentraining in der Gruppe
9.2.3 Telefonkontakt
9.2.4 Intervision
10. Praktische Fragen im Umgang mit Borderline- Verhalten
10.1 Die Anfänge einer Beziehungsaufnahme
10.1.1 Beistand und Beruhigung
10.1.2 Das emotionale Angebot
10.1.3 Empathie
11. Grundsätzliches zur Haltung eines Helfers
11.1 Diskrepanz zwischen persönlichem Eindruck und Vorinformationen
11.2 Loyalitätskonflikte
11.3 Der Betroffene wirkt bedrohlich und unsympathisch
11.4 Die Beschäftigung mit der Traumatisierung
11.5 Unrealistische Forderungen
11.6 Tabuisierung bestimmter Themen
11.7 Mit Ressourcen haushalten
12. Der Umgang mit Lebenspartnern und der Familie der Betroffenen
13. Empfehlungen des Helfers beim Drang zu destruktivem Verhalten
14. Die Prognose
15. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit hat zum Ziel, das Verständnis für die Borderline-Persönlichkeitsstörung in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern zu fördern. Im Zentrum der Forschungsfragen steht dabei, wie Berührungsängste gegenüber Betroffenen abgebaut werden können und welche Anforderungen der Umgang mit dieser Erkrankung an professionelle Helfer stellt, wobei insbesondere die Haltung des Helfers und die Beziehungsgestaltung analysiert werden.
- Psychodynamik und Entstehungsmodelle der Borderline-Störung
- Symptomatische Ausprägungen und deren Auswirkungen
- Methoden der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT)
- Strategien zur Beziehungsaufnahme und Haltung des Helfers
- Umgang mit Angehörigen und destruktivem Verhalten
Auszug aus dem Buch
3.1 Angst - ein Leitsymptom der Borderline-Symptomatik
Chronische, diffuse, frei-flottierende Ängste wurden von der Mehrzahl der Autoren beschrieben, die im Feld der Borderline-Störungen meinungsbildend sind. Solche generalisierten Ängste, sowie verschiedene phobische Ängste stellt etwa Kernberg an den Beginn seiner Beschreibung der Borderline-Symptomatik. Die Autoren Hoch und Polatin hatten das Störungsbild als eigentlich psychotisch und uneigentlich neurotisch verstanden und eine Symptomtrias von Pan-Angst, Pan-Neurose und Pan-Sexualität beschrieben. Die Patienten konnten nach ihrem Verständnis ein breites Spektrum von Ängsten, neurotischen Symptomen und sexuellen Störungen bieten. Kernberg und mit ihm viele andere, hatten die Beschreibung der Phänomene offensichtlich stark an der Studie von Hoch und Polatin angelehnt, von der man heute annimmt, dass es sich um eine eher psychotische Gruppe handelte, wovon auch die Autoren ausgegangen sind. Die Inhalte der Ängste von Borderline-Patienten können sich auf jeden Inhalt beziehen. Dennoch fällt in der Literatur auf, dass eine Reihe von Ängsten verstärkt bearbeitet und ihnen auch eine mehr oder minder ausgeprägte Spezifität für die Borderline-Störungen zugeschrieben wurde. Ganz offensichtlich gibt es eine bestimmte beschreibbare Gruppe von Ängsten, die sich häufen. Aus der Literatur lassen sich etwa fünf abgrenzbare Inhalte solcher Ängste herausarbeiten:
• Angst vor Überwältigung durch konflikthafte Impulse und Vorstellungen
• Angst vor struktureller Regression
• Angst vor dem Alleinsein und chronische Angst vor Trennungen
• Angst vor Selbstverlust
• Angst vor dem phantasierten Verschlungenwerden
Das erste Kriterium des DSM - IV beschreibt ein verzweifeltes Bemühen, reales oder imaginäres Alleinsein zu verhindern. Ein permanentes Gefühl vor Trennungen. Wenn Borderliner allein sind, verlieren sie aufgrund ihrer gestörten Ich-Identität häufig das Gefühl für die Realität ihrer Existenz.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation, durch die Arbeit zum besseren Verständnis der Borderline-Störung beizutragen und Berührungsängste in der sozialen Arbeit abzubauen.
1. Zu dem Begriff Borderline: Dieses Kapitel definiert Borderline als eine Persönlichkeitsstörung, die meist im frühen Erwachsenenalter beginnt und durch komplexe, hinderliche Verhaltensmuster gekennzeichnet ist.
2. Anmerkungen zur Diagnose: Hier wird die Borderline-Persönlichkeitsstörung als positive Diagnose beschrieben, deren Symptome Kernberg und Rhode-Dachser klinisch fundiert haben, wobei auf die fachliche Diskussion der häufigen Diagnosestellung eingegangen wird.
3. Grundsätzliches zu den DSM – IV Kriterien: Das Kapitel erläutert die neun diagnostischen Kriterien des DSM-IV, betont jedoch deren Grenzen bei der Therapieplanung und weist auf die wechselseitige Verwandtschaft der Symptome hin.
4. Verlauf: Es wird die Prognose der Störung diskutiert, wobei darauf hingewiesen wird, dass eine völlige Heilung selten ist, aber ein relativ stabiles Leben durch therapeutische Unterstützung möglich ist.
5. Aspekte der frühen Entwicklung: Dieses Kapitel betrachtet psychoanalytische und medizinische Erklärungsansätze für die Störung, wobei biologische Faktoren und frühe traumatische Lernerfahrungen als prägende Elemente angeführt werden.
6. Näheres zur Entstehung: Basierend auf dem Modell von Mahler wird die Entwicklung des Kindes in autistischer und symbiotischer Phase beschrieben, wobei die Störung der Mutter-Kind-Bindung als kritischer Faktor für die spätere Borderline-Symptomatik dargestellt wird.
7. Die Auswirkungen der Symptomatik auf sich selbst und die Umwelt: Hier werden destruktive Verhaltensmuster als fehlangepasste Versuche zur Gefühlsregulation bei emotionaler Instabilität analysiert.
8. Die Stärken von Menschen mit Borderline: Das Kapitel beleuchtet positive Aspekte, wie die hohe Intelligenz, Kreativität und die Fähigkeit, trotz massiver innerer Spannungen berufliche und private Verpflichtungen zu bewältigen.
9. Therapie: Neben der psychoanalytischen Langzeittherapie wird die Dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) als stark strukturiertes und erfolgversprechendes Programm vorgestellt.
10. Praktische Fragen im Umgang mit Borderline- Verhalten: Dieses Kapitel bietet Orientierung für die sozialpädagogische Praxis, wobei der Schwerpunkt auf der Beziehungsgestaltung durch Empathie und klientenzentriertes Handeln liegt.
11. Grundsätzliches zur Haltung eines Helfers: Der Autor beschreibt die professionelle Haltung, die zwischen Unterstützung und dem Setzen notwendiger Grenzen balancieren muss, um Manipulation zu vermeiden.
12. Der Umgang mit Lebenspartnern und der Familie der Betroffenen: Hier wird die schwierige Situation der Angehörigen thematisiert und betont, wie wichtig die Einbeziehung des sozialen Netzwerks in die psychiatrische Hilfe ist.
13. Empfehlungen des Helfers beim Drang zu destruktivem Verhalten: Das Kapitel listet konkrete, praxisnahe Empfehlungen und Techniken auf, die Betroffenen helfen können, akute Krisen ohne selbstschädigendes Verhalten zu überstehen.
14. Die Prognose: Das Kapitel schließt mit der Feststellung, dass trotz der Komplexität der Symptomatik durch gezielte, strukturierte Behandlung therapeutische Fortschritte erkennbar und erreichbar sind.
15. Schlusswort: Der Autor resümiert, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema die Komplexität der Störung verdeutlicht hat und bekräftigt sein Interesse an der weiteren beruflichen Beschäftigung mit diesem Fachgebiet.
Schlüsselwörter
Borderline, Persönlichkeitsstörung, Dialektisch-Behaviorale Therapie, DBT, Selbstverletzung, Beziehungsgestaltung, Gefühlsregulation, Sozialpädagogik, Trauma, Symptomatik, Suizidalität, Therapie, Fallbeispiele, Ressourcen, Angehörigenarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit widmet sich dem besseren Verständnis der Borderline-Persönlichkeitsstörung, insbesondere aus der Perspektive der Sozialpädagogik und der täglichen Beziehungsarbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Symptomatik, Entstehungsmodelle, therapeutische Interventionsmöglichkeiten sowie praktische Strategien im Umgang mit Betroffenen und deren Angehörigen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Helfern Handlungssicherheit im Umgang mit Borderline-Patienten zu vermitteln und Ängste durch fundiertes Wissen über die Psychodynamik der Störung abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse klinischer Modelle, insbesondere der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT), ergänzt durch eigene Erfahrungen aus der sozialpädagogischen Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Störungsbild, die Darstellung therapeutischer Konzepte sowie einen umfassenden Praxisteil mit konkreten Handlungsempfehlungen für den Berufsalltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Borderline-Störung, Beziehungsarbeit, emotionale Regulation, Selbstverletzung und therapeutische Haltung geprägt.
Warum ist die Arbeit für Sozialpädagogen besonders relevant?
Sozialpädagogen sind in verschiedensten Arbeitsfeldern mit Borderline-Betroffenen konfrontiert und benötigen spezifische Kenntnisse, um den therapeutischen Prozess flankierend unterstützen zu können.
Wie geht die Arbeit mit destruktivem Verhalten um?
Das Werk liefert konkrete, alternative Handlungsmöglichkeiten, um den Drang zur Selbstverletzung zu mindern und Spannungszustände kontrollierter abzubauen.
- Quote paper
- Robert Radloff (Author), 2005, Praktische Fragen und Antworten zum besseren Verständnis der Borderline-Erkrankung in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81492