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Gewalt in Ehe und Partnerschaft. Ursachen und Interventionsmöglichkeiten

Title: Gewalt in Ehe und Partnerschaft. Ursachen und Interventionsmöglichkeiten

Seminar Paper , 2004 , 42 Pages , Grade: 2

Autor:in: Diplom-Pädagogin Melanie Schöpcke (Author)

Social Work
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"Das Thema 'Gewalt in der Familie' ist wahrscheinlich so alt wie das Leben in Familie überhaupt." (Büttner, Christian/ Nicklas, Hans, 1984, S.10) Wird von Gewalt in Ehe und Partnerschaft gesprochen, muß man festhalten, dass dabei in der Regel Männergewalt gemeint, die immer gegen Frauen allgemein gerichtet ist und kein neues soziales Problem darstellt. Züchtigungsrecht und Prügelstrafe waren bis in die jüngere Vergangenheit ein unangefochtenes Privileg des Mannes/ Vaters in der Familie.

1902 entfiel das Züchtigungsrecht des Mannes gegen die Frau durch das BGB, aber auch heute noch mißhandeln (Ehe-)Partner aller sozialen Schichten ihre Frauen mit dem Glauben, dass sie dazu berechtigt seien. Das Ausmaß bzw. die "Normalität" dieses Gewalthandelns stellt ein großes Problemfeld dar. Dass Gewalthandlungen im häuslichen Bereich keine Einzelfälle, sondern alltäglich sind, zeigen diese Zahlen: Mehr als ein Drittel aller Morde und Totschläge werden innerhalb der Familie verübt. Über 80% aller aufgeklärten Gewaltdelikte werden von Tätern begangen, die mit dem Opfer unmittelbar verwandt, verschwägert oder befreundet sind. Der allgemeinen Einschätzung nach ist die Dunkelziffer der Mißhandlungen in Ehe und Partnerschaft außerordentlich hoch.

Warum das so ist, wird im Verlauf dieser Arbeit aufgezeigt. Zu Beginn soll 'Gewalt' im Allgemeinen und 'Gewalt gegen Frauen' im Besonderen genauer definiert sowie Formen und das Ausmaß der Gewalt beleuchtet werden. Zusammen mit den Folgen für mißhandelte Frauen, kann dann zu der Frage übergeleitet werden: Wie und warum dulden Frauen Gewalt ? Arthur Schopenhauer hat sich dazu geäußert: "Der Quäler und der Gequälte sind Eines. Jener irrt, indem er sich der Qual, dieser, indem er sich der Schuld nicht teilhaft macht."

Im Anschluß daran, wird es notwendig die Ursachen der Gewalt aufzudecken und unter anderem genauer auf gesellschaftliche Bedingungen sowie auslösende Faktoren einzugehen. Die intensive, seit Jahren aktuelle Diskussion und Auseinandersetzung mit der Problematik Gewalt in Ehe und Partnerschaft geht auf die Anstrengungen der Frauenbewegung in den 70iger Jahren zurück. In dieser Zeit wurden auch erste Interventionsmöglichkeiten eingerichtet, die sich vorrangig an den mißhandelte Frauen orientierten. Frauenhäuser wurden gegründet und Beratungsstellen spezialisierten sich auf diese Problematik. Erst im Laufe der letzten Jahre entwickelte man Angebote für gewalttätige Männer und Gesetze zur Sanktionierung wurden erlassen.

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Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II "Gewalt in Ehe und Partnerschaft" - grundlegende Aussagen

1 Definitionsansätze von Gewalt gegen Frauen

2 Formen der Gewalt

2.1 Physische Gewalthandlungen

2.2 Psychische Gewalthandlungen

2.3 Sexuelle Gewalthandlungen

3 Merkmale und Ausmaß der Gewalt

4 Folgen der Gewalt

5 Duldung und Widerstand der Frauen

III Ursachen der Gewalt

1 Gesellschaftliche und strukturelle Ursachen von Gewalt

1.1 Geschlechtsspezifische Sozialisation

1.2 Das Geschlechterverhältnis

1.3 Gesellschaftliche Begünstigungen von Gewalt

2 Persönlichkeitsstruktur gewalttätiger Männer

3 Auslösende bzw. situative Faktoren von Gewalt

3.1 Stress

3.2 Schwangerschaft und Sexualität

3.3 Alkohol, Trennung, Eifersucht, Provokation u.a.

IV Interventionsmöglichkeiten bei Gewalt gegen Frauen

1 Das neue Gewaltschutzgesetz

2 Beratungsangebote für mißhandelte Frauen

2.1 Einzelberatung

2.2 Gruppentherapeutische Arbeit

2.3 Das Frauenhaus

3 Beratungsangebote für gewalttätige Männer

3.1 Gruppentherapeutisches Programm nach KOVAL, PONZETTI & CATE

3.2 Geschlechtsrollen- Seminar nach PERN & HEILEMANN

V Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Gewalt in Ehe und Partnerschaft als ein gesamtgesellschaftliches Problem. Sie analysiert Definitionen, Formen und Ursachen von Gewalt gegen Frauen sowie bestehende Interventionsmöglichkeiten, um ein Verständnis für die Dynamik dieser Gewaltbeziehungen zu schaffen und Wege zur Unterstützung der Betroffenen aufzuzeigen.

  • Phänomenologie und Formen der Gewalt in Partnerschaften
  • Strukturelle und gesellschaftliche Ursachen von Männergewalt
  • Psychologische Aspekte des Gewaltzyklus und Duldungsmuster
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Schutzmöglichkeiten (Gewaltschutzgesetz)
  • Interventionsansätze für mißhandelte Frauen und gewalttätige Männer

Auszug aus dem Buch

2.2 Psychische Gewalthandlungen

Männer setzten in Beziehungen auch eine breite Palette von Kontroll-, Beherrschungs- und Einschüchterungsmethoden ein um Frauen für ihre Zwecke gefügig zu machen.

Psychische Gewalt beinhaltet oft verbale Angriffe gegen Frauen. Männer sprechen ihre Vorwürfe, ihre Verachtung und Drohung häufig offen mit einer massiven Lautstärke aus. Sie setzten ihre Stimme als Waffe ein: schreien, regen sich auf, brüllen, werden böse und aggressiv, sind außer sich, übertönen ihre Frauen um sie am sprechen zu hindern und schreien so alles nieder. Diese verbalen Attacken können auch durch Schweigen ersetzt oder abgelöst werden. Die Männer sprechen gar nicht mehr, antworten nicht auf Fragen der Frauen, hören nicht zu, brechen Diskussionen einfach ab und verweigern jedes Gespräch. Die meisten Frauen können damit am wenigsten umgehen, sie wissen nicht, was in ihm vorgeht und was sie erwartet. (vgl. Schweizerische Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten, 1997)

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein und verdeutlicht, dass Gewalt in Ehe und Partnerschaft ein weit verbreitetes, alltägliches Problem darstellt, das primär als Männergewalt gegen Frauen zu verstehen ist.

II "Gewalt in Ehe und Partnerschaft" - grundlegende Aussagen: Dieses Kapitel definiert Gewalt gegen Frauen als physische, psychische und sexuelle Misshandlung und beleuchtet die Dynamik des Gewaltzyklus sowie die gravierenden Folgen für die betroffenen Frauen.

III Ursachen der Gewalt: Es werden die gesellschaftlichen Strukturen, geschlechtsspezifische Sozialisationsprozesse und situative Faktoren analysiert, die Gewalt als Instrument der Macht und Unterdrückung begünstigen.

IV Interventionsmöglichkeiten bei Gewalt gegen Frauen: Das Kapitel erläutert aktuelle Schutzmöglichkeiten wie das Gewaltschutzgesetz, Beratungsangebote für Frauen und Therapiekonzepte für gewalttätige Männer.

V Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass neben Krisenintervention auch eine tiefergehende gesellschaftliche Veränderung und Enttabuisierung notwendig sind, um Gewalt in Partnerschaften nachhaltig zu bekämpfen.

Schlüsselwörter

Gewalt gegen Frauen, Männergewalt, Gewaltzyklus, Partnerschaftsgewalt, häusliche Gewalt, Gewaltschutzgesetz, Frauenhaus, Geschlechterverhältnis, Sozialisation, Interventionsmöglichkeiten, psychische Gewalt, physische Gewalt, sexuelle Gewalt, Machtgefälle, Täterarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Jahreshausarbeit setzt sich mit der Thematik Gewalt in Ehe und Partnerschaft auseinander, wobei sie den Fokus auf die Definitionen, Ursachen und Interventionsformen legt.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Gewaltformen, den soziokulturellen Ursachen für Männergewalt, dem Gewaltzyklus sowie den Unterstützungsangeboten für Frauen und der Arbeit mit Tätern.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den Ursachen von Gewalt gegen Frauen in der Partnerschaft und untersucht, wie Beratungsarbeit und gesetzliche Maßnahmen dazu beitragen können, diesen Gewaltzyklus zu durchbrechen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung verschiedener wissenschaftlicher Studien sowie offizieller Berichte und gesetzlicher Grundlagen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Gewaltformen, die Ursachenforschung hinsichtlich gesellschaftlicher und persönlicher Faktoren sowie die kritische Betrachtung von Interventions- und Beratungsangeboten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Kernbegriffe umfassen Gewalt gegen Frauen, Männergewalt, Machtgefälle, Gewaltschutz, Beratung und Prävention.

Warum wird Gewalt in der Familie oft als Privatsache angesehen?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass gesellschaftliche Mythen das Familienleben als unantastbare Privatsphäre definieren, was dazu führt, dass Gewalt häufig tabuisiert und nicht öffentlich sanktioniert wird.

Was ist das Ziel des "Gewaltschutzgesetzes"?

Das Ziel ist es, durch eine klare Rechtsgrundlage (nach dem Prinzip "Der Täter geht, das Opfer bleibt") den Schutz der betroffenen Frauen in der gemeinsamen Wohnung zu gewährleisten und gerichtliche Schutzanordnungen zu ermöglichen.

Warum fällt es Frauen oft schwer, die gewalttätige Partnerschaft zu verlassen?

Die Autorin nennt Gründe wie emotionale Bindungen, ökonomische Abhängigkeit, soziale Isolierung, Angst vor weiteren Drohungen und das gesellschaftliche Bild von der Frau als "Harmoniestifterin".

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Details

Title
Gewalt in Ehe und Partnerschaft. Ursachen und Interventionsmöglichkeiten
College
Martin Luther University  (Institut für Pädagogik)
Grade
2
Author
Diplom-Pädagogin Melanie Schöpcke (Author)
Publication Year
2004
Pages
42
Catalog Number
V81500
ISBN (eBook)
9783638865616
ISBN (Book)
9783638865760
Language
German
Tags
Gewalt Partnerschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Pädagogin Melanie Schöpcke (Author), 2004, Gewalt in Ehe und Partnerschaft. Ursachen und Interventionsmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81500
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