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Zur Frühförderung in der Montessori-Pädagogik unter besonderer Berücksichtigung der Wahrnehmungsschulung

Title: Zur Frühförderung in der Montessori-Pädagogik unter besonderer Berücksichtigung der Wahrnehmungsschulung

Intermediate Diploma Thesis , 2002 , 58 Pages , Grade: 2,1

Autor:in: Diplom-Pädagogin Melanie Schöpcke (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Die Idee einen Bericht über die Pädagogik Maria Montessoris zu verfassen rührt aus einem mehrwöchigem Praktikum in einem Montessori- Kinderhaus. Dabei kam ich zum ersten Mal mit diesem Erziehungskonzept in Berührung, es faszinierte mich sehr. Die Gelegenheit zu einer tiefen Auseinandersetzung mit der Montessori- Pädagogik ergab sich während Suche nach einem geeigneten Thema zum Vordiplom.
Dieser Bericht beinhaltet die Bedingungen und Prinzipien einer Erziehung des Kleinkindes in der dafür vorgesehenen Einrichtung, dem Kinderhaus. Der erste Teil der Abhandlung erfolgt auf theoretischen Grundlagen. Der Begriff Früherziehung wird näher erklärt, daraufhin eine kurze Biographie Maria Montessoris erstellt und anschließend ein Überblick über grundlegende Inhalte und Positionen der Pädagogik gegeben. Spricht man von Montessori- Pädagogik, dann fällt häufig der Begriff: Entwicklungsmaterial. Tatsächlich nimmt dieses in der Methodik eine wichtige Stellung ein. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit kommt speziell der Wahrnehmungsschulung mit dem entsprechenden Sinnesmaterial besondere Bedeutung zu. Maria Montessori hat zusammen mit Friedrich Fröbel schon lange vor der modernen Kleinkindpädagogik, die pädagogische Bedeutung der Früherziehung, die Phase des Unbewußten für die Persönlichkeitsentwicklung und die nicht zu unterschätzende Rolle der Eltern/ Erzieher, insbesondere der Liebe und Zärtlichkeit für die Entwicklung von Selbst- und Wertvertrauen -Urvertrauen- erkannt. Ebenfalls bedeutsam war die Erkenntnis über die Bedeutung der frühen sensomotorischen Förderung, was bei Montessori aber eher theoretisch blieb. Sie selbst führte ihre pädagogischen Erfolge auf die Entdeckung der Polarisation der Aufmerksamkeit zurück, welches sie bei einem dreijährigen Kind entdeckt hatte. Durch intensives Beobachten entwickelte sie dann Bedingungen und Materialien, die Konzentration- und Bildungsfähigkeit ermöglichen und erleichtern. In jahrzehntelanger Arbeit entstand schließlich eine neue Pädagogik, eine neue Sicht des Kindes als konzentrationsfähiges, aktives Wesen, das seine Persönlichkeit selbst aufbaut, wenn es eine pädagogisch vorbereitete Umgebung und neuen Erzieher hat, der dem Kind hilft bei der Unabhängigkeit und der Entwicklung erforderlicher Kompetenzen (= Prozeß der "Normalisation").
Der zweite Teil dieser Arbeit geht auf die heutige Bedeutung der Montessori- Pädagogik ein - allgemeine Aussagen und Kritik sowie meine praktischen Erfahrungen fliessen hier ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Früherziehung der Montessori- Pädagogik

1. Antropologische und pädagogische Grundlagen

1.1 Was ist Frühförderung bzw. Früherziehung?

1.2 Kurzbiographie Maria Montessoris

1.3 "Normalisation" und "Deviation"

1.3.1 Maria Montessoris Grundpositionen

1.3.2 Der einheitliche Typus des Kindes

1.4 Prinzipien der Pädagogik

1.4.1 Vorbereitete Umgebung

1.4.2 Arbeit und Freie Wahl

1.4.3 Polarisation der Aufmerksamkeit

1.5 Sensible Perioden

1.5.1 Herkunft und Theorie

1.5.2 Pädagogische Bedeutung

1.5.3 Die Phase von 0- 6 Jahren

1.5.4 0- 3 Jahre

1.5.5 3- 6 Jahre

2. Wahrnehmungsschulung durch das Sinnesmaterial

2.1 pädagogisch- didaktische Funktion

2.1.1 Ästhetik

2.1.2 Aktivität

2.1.3 Begrenzung

2.1.4 Fehlerkontrolle

2.2 Lehrmittel zur Schulung der Wahrnehmung

2.2.1 Entdecken von Kontrasten, Identitäten und Abstufungen

2.2.2 Material visueller und auditiver Unterscheidungsmöglichkeiten

2.3 Konkrete Sinnesübungen mit entsprechenden Materialien

2.3.1 Tastsinn

2.3.2 Sensibilität für Farben

2.3.3 Unterscheidung von Dimensionen

2.3.4 Der Sinn für Geräusche

2.3.5 Barischer Sinn

2.3.6 Temperatursinn

2.3.7 Geruchssinn

2.3.8 Geschmackssinn

3. Die Rolle des Erziehers

3.1 Aufgaben des Erziehers

3.2 Durchführung der Lektionen

III Die heutige Bedeutung der Montessori- Pädagogik

1. Allgemeine Aussagen und Kritik

2. Das Katholische Kinderhaus in Bautzen

3. Der Alltag im Kinderhaus

4. Das Sinnesmaterial

IV Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die theoretischen Bedingungen und Prinzipien der frühkindlichen Erziehung in einem Montessori-Kinderhaus zu erläutern, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Wahrnehmungsschulung durch das spezifische Montessori-Sinnesmaterial liegt. Ergänzend reflektiert die Autorin auf Basis ihrer praktischen Erfahrungen die heutige Bedeutung und Kritik an diesem Erziehungskonzept.

  • Grundlagen der Montessori-Pädagogik und das Konzept des "absorbierenden Geistes"
  • Die Bedeutung der vorbereiteten Umgebung und der freien Wahl für die kindliche Entwicklung
  • Die Funktion des Sinnesmaterials zur Differenzierung der Wahrnehmung und zur Vorbereitung auf abstraktes Lernen
  • Die Rolle des Erziehers als begleitender Beobachter ("Hilf mir, es selbst zu tun")
  • Aktuelle Einordnung der Montessori-Pädagogik in der modernen Kleinkindpädagogik

Auszug aus dem Buch

1.4.3 Polarisation der Aufmerksamkeit

Dieses Phänomen entdeckte Montessori zum ersten Mal an einem Kind im Römer Kinderhaus, weil es intensiv beschäftigt war, die Übung 44 Mal wiederholte und nicht müde wurde, sondern freudig und ausgeruht die Arbeit beendete. "Damit dieses Phänomen eintritt, muß man der spontanen Entwicklung des Kindes Freiheit lassen, d.h. ohne unzeitiges Eingreifen oder Stören der ruhigen und friedlichen Entfaltung, so wie der Körper des Säuglings Ruhe braucht, damit es seine Nahrung assimilieren und wachsen kann." (9. Zitat: Oswald, Paul/ Schulz- Benesch, Günter: Herder- Verlag, 1990, S. 20) "Die innere Konzentration ist ein Phänomen, dass man bei allen unseren Kindern erlebt, dass von größter Wichtigkeit für das innere Wachstum ist und dass bis jetzt noch niemals als notwendiger Faktor in die Pädagogik einbezogen wurde. Im Gegenteil sogar wird die erste Konzentration des Kindes überall gestört." (10. Zitat: Montessori, Maria: Quelle und Meyer Verlag, 1988, S. 275)

Dieses Phänomen, dass allein auftreten kann, wenn eine vorbereitete Umgebung mit verschiedenen, angemessenen Reizen (Material und Übung) und freier Wahl, damit das Kind in eigener Initiative tätig werden kann, vorhanden ist, war für Montessori so bedeutend, dass sie es zur grundlegenden Tatsache ihrer Pädagogik macht. Im Kinderhaus ist deshalb alles auf das Zustandekommen von Konzentration zentriert. Leises Sprechen begleitet die Stille im Kinderhaus (vgl. Montessori, Maria, Quelle und Meyer Verlag, 1988).

Zusammenfassung der Kapitel

Antropologische und pädagogische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Früherziehung, die Biographie Maria Montessoris sowie die zentralen Konzepte der "Normalisation" und "Deviation" und die Bedeutung sensibler Phasen.

Wahrnehmungsschulung durch das Sinnesmaterial: Hier werden die didaktische Funktion und die Anwendung des Sinnesmaterials beschrieben, um die Sinne des Kindes durch Isolation und Fehlerkontrolle zu schulen.

Die Rolle des Erziehers: Dieser Abschnitt thematisiert die neue Beziehungsstruktur zwischen Kind und Erzieher sowie die spezifischen Aufgaben der Beobachtung und der Durchführung von Lektionen.

Die heutige Bedeutung der Montessori- Pädagogik: Das abschließende Hauptkapitel beleuchtet allgemeine Kritikpunkte, reflektiert den Alltag im Katholischen Kinderhaus Bautzen und diskutiert den Stellenwert des Sinnesmaterials in der heutigen Zeit.

Schlüsselwörter

Montessori-Pädagogik, Frühförderung, Sinnesmaterial, Polarisation der Aufmerksamkeit, vorbereitete Umgebung, freie Arbeit, Erzieherrolle, Wahrnehmungsschulung, sensible Perioden, Normalisation, Selbständigkeit, Kleinkindpädagogik, Fehlerkontrolle, Entwicklung, Individualität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen und praktischen Aspekten der Montessori-Pädagogik in der Frühförderung, insbesondere unter dem Aspekt der Wahrnehmungsentwicklung.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die anthropologischen Grundlagen, das Prinzip der vorbereiteten Umgebung, der Einsatz von Sinnesmaterial sowie die Rolle des Erziehers.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Montessori-Methoden zur kognitiven und sozialen Entwicklung des Kindes beitragen und welche Bedeutung die Umgebung für diesen Prozess hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und den praktischen Beobachtungen der Autorin während eines Praktikums im Kinderhaus basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die pädagogischen Prinzipien (Umgebung, Freiheit, sensible Phasen) und die konkrete Wahrnehmungsschulung durch spezifische Lehrmaterialien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Normalisation, Polarisation der Aufmerksamkeit, Sinnesmaterial und die Selbsttätigkeit des Kindes.

Was unterscheidet das Montessori-Kinderhaus von herkömmlichen Kindergärten?

Die Montessori-Einrichtung legt den Fokus auf eine strukturierte, vorbereitete Umgebung, die freie Wahl des Kindes bei der Arbeit und eine spezielle Rolle des Erziehers als Beobachter statt als Anleiter.

Warum spielt die Fehlerkontrolle im Sinnesmaterial eine so zentrale Rolle?

Die eingebaute Fehlerkontrolle ermöglicht es dem Kind, selbstständig zu erkennen, ob eine Übung korrekt ausgeführt wurde, was die Unabhängigkeit vom Erwachsenen fördert.

Wie gehen Montessori-Einrichtungen mit der Kritik der "Weltentfremdung" um?

Das Kinderhaus wird nicht als isolierter Ort verstanden, sondern als geschützter Entwicklungsraum, der zusätzliche Chancen bietet, um das Kind für die Anforderungen der realen Welt zu stärken.

Welche Bedeutung hat das "neue Kind" für die Montessori-Pädagogik?

Das "neue Kind" bezeichnet eine Sichtweise, in der das Kind nicht als passives Gefäß, sondern als aktives, konzentrationsfähiges Wesen wahrgenommen wird, das seine Persönlichkeit durch freie Tätigkeit selbst aufbaut.

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Details

Title
Zur Frühförderung in der Montessori-Pädagogik unter besonderer Berücksichtigung der Wahrnehmungsschulung
College
Martin Luther University  (Institut für Pädagogik)
Grade
2,1
Author
Diplom-Pädagogin Melanie Schöpcke (Author)
Publication Year
2002
Pages
58
Catalog Number
V81501
ISBN (eBook)
9783638858496
ISBN (Book)
9783638854580
Language
German
Tags
Frühförderung Montessori-Pädagogik Berücksichtigung Wahrnehmungsschulung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Pädagogin Melanie Schöpcke (Author), 2002, Zur Frühförderung in der Montessori-Pädagogik unter besonderer Berücksichtigung der Wahrnehmungsschulung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81501
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