Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Edmund Husserls früher Aufmerksamkeitsbegriff (1904/05): Aufmerksamkeit als theoretisches Interesse und Aufmerksamkeit als Meinen

Husserliana XXXVIII: Wahrnehmung und Aufmerksamkeit

Titel: Edmund Husserls früher Aufmerksamkeitsbegriff (1904/05): Aufmerksamkeit als theoretisches Interesse und Aufmerksamkeit als Meinen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 20 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Magdalena Dienst (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Nicht nur in der schnelllebigen Medien-, Werbe- und Wirtschaftswelt oder in Zusammenhang mit dem heute vermehrt auftretenden Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, sondern auch in unserer alltäglichen Lebenspraxis ist Aufmerksamkeit eines der gefragtesten „Güter“, wenn nicht das Gut unserer Zeit. Doch was ist das überhaupt, Aufmerksamkeit?
Edmund Husserls früher Begriff von Aufmerksamkeit steht im Zentrum dieser Arbeit. Diese Bestimmung von Aufmerksamkeit dozierte Husserl seinen Studenten in seiner Göttinger Zeit im Wintersemester 1904/1905. In Teilen beruhen diese Göttinger Vorlesungsmanuskripte auf Abhandlungen aus dem Jahr 1898, die während Husserls Forschungs- und Dozententätigkeit in Halle entstanden. So hat Husserl vor allem auf seine „Abhandlung über Aufmerksamkeit als Interesse“ von 1898 zurückgegriffen.
Nicht nur, aber auch in Hinblick auf seine Definition von Aufmerksamkeit ist für Husserl die Analyse von Wahrnehmungen sehr wichtig, deshalb wird die Aufmerksamkeit auch zunächst vor allem in dieser Sphäre untersucht. Zudem spielt, neben anderen zeitgenössischen Psychologen, besonders die Auseinandersetzung mit Carl Stumpf eine Rolle. In Abgrenzung von Stumpf gelangt Husserl schließlich zu folgender Bestimmung von Aufmerksamkeit:
Zum einen definiert er diese als theoretisches Interesse , zum anderen als Meinen .

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Worauf kann man innerhalb der Wahrnehmung überhaupt aufmerksam werden und auf was wird man aufmerksam? (§§ 20 – 23)

2.1 § 20. Inhalt und Gegenstand der Aufmerksamkeit

2.2 § 21. Sonderung der Sphäre des Bemerkten von der des Unbemerkten. Das Blickfeld der Wahrnehmung.

2.3 § 22. Gradunterschiede der Klarheit und Merklichkeit

2.4 § 23. Unterschiede des primären und sekundären Bemerkens. Die „Enge des Bewusstseins“

3. Aufmerksamkeit als „theoretisches Interesse“ (§§ 24 – 28)

3.1 § 24. Psychisches Bemerken und dispositioneller Habitus. Aufmerksamkeit und die „Lust am Bemerken“

3.2 §25. Das Interesse gehört zur Klasse der meinenden Erlebnisse. Unterscheidung zwischen Interesse und Intention.

3.3 § 27. Der volle Begriff des „theoretischen Interesses“ in Erweiterung über das Gebiet der Wahrnehmung

3.4 § 28. Resümee: Aufmerksamkeit als Interesse und Aufmerksamkeit als Meinen.

4. Aufmerksamkeit als „Meinen“ (§ 28)

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit rekonstruiert Edmund Husserls frühen Aufmerksamkeitsbegriff aus dem Wintersemester 1904/1905, indem sie seine phänomenologische Bestimmung der Aufmerksamkeit als "theoretisches Interesse" und als "Meinen" anhand der Vorlesungsmanuskripte systematisch herleitet und analysiert.

  • Analyse der Grundlagen der Aufmerksamkeit innerhalb der Wahrnehmung.
  • Unterscheidung zwischen dem Inhalt und dem Gegenstand der Aufmerksamkeit.
  • Klärung der Begriffe "theoretisches Interesse" und "Meinen" bei Husserl.
  • Auseinandersetzung mit der Stumpfschen Definition von Aufmerksamkeit als "Lust am Bemerken".
  • Untersuchung des Zusammenhangs von primärem und sekundärem Bemerken sowie der "Enge des Bewusstseins".

Auszug aus dem Buch

2.1 § 20. Inhalt und Gegenstand der Aufmerksamkeit

Zu Beginn von § 20 betont Husserl den wichtigen Unterschied zwischen dem Inhalt und dem Gegenstand der Aufmerksamkeit. Dabei ist Inhalt eine „Abkürzung für präsentierender Inhalt“ - damit sind die „bezüglichen präsentierenden Empfindungen“ oder inneren Erlebnisse gemeint, die ich hege, während ich auf etwas aufmerksam bin. Das etwas wiederum, auf das ich normalerweise aufmerksam bin (zum Beispiel die rote Ampel), ist der „präsentierte Gegenstand“ der Aufmerksamkeit. Aber eben auch die Empfindungen oder inneren Erlebnisse während meiner Aufmerksamkeit auf etwas können selbst zum Gegenstand meiner Aufmerksamkeit werden, zu „bemerkten Gegenständen“ oder „bemerkten Erlebnissen.“ Unter phänomenologischer Betrachtung sind gerade diese inneren Erlebnisse entscheidend, um die Aufmerksamkeit bestimmen zu können.

Indem die Aufmerksamkeit unter der Vielzahl von Objekten ganz Bestimmte heraushebt und Wahrnehmbares in für sich Wahrgenommenes verwandelt, werden nicht nur die Gegenstände, sondern auch deren Inhalte ausgezeichnet. Dabei müssen die Gegenstände gar nicht notwenig existieren, sondern könnten auch bloße Attrappen sein: Die Aufmerksamkeit bezieht sich auf sie nur „intentional“, ohne dass sich die Gegenstände „rückrichten“ würden. Das Erlebnis der Aufmerksamkeit verbindet sich dagegen tatsächlich mit dem erlebten Inhalt der Wahrnehmung. Beides muss sich wirklich aufeinander beziehen. Ansonsten wäre es nicht möglich, etwas besonders aufmerksam wahrzunehmen. Somit ist dieses Verhältnis real und nicht bloß intentional.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Husserls Begriff der Aufmerksamkeit ein, verortet ihn in seinen Vorlesungsmanuskripten von 1904/1905 und umreißt das Ziel der Rekonstruktion seiner Bestimmungen als theoretisches Interesse und Meinen.

2. Worauf kann man innerhalb der Wahrnehmung überhaupt aufmerksam werden und auf was wird man aufmerksam? (§§ 20 – 23): Das Kapitel untersucht die Grundlagen der Aufmerksamkeit, unterscheidet zwischen Inhalt und Gegenstand sowie zwischen bemerkten und unbemerkten Sphären innerhalb der Wahrnehmung.

3. Aufmerksamkeit als „theoretisches Interesse“ (§§ 24 – 28): Hier wird die Aufmerksamkeit als ein "theoretisches Interesse" definiert, das auf Erkenntnis abzielt und ein dynamisches Wechselspiel von Spannung und Erfüllung innerhalb des Bewusstseins darstellt.

4. Aufmerksamkeit als „Meinen“ (§ 28): Dieses Kapitel spezifiziert den zweiten Aufmerksamkeitsbegriff, das "Meinen", welches den Gegenstand abgrenzt und ihm Selbstständigkeit verleiht, jedoch im Gegensatz zum Interesse keinen direkten Gemütsakt darstellt.

5. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der zweigliedrigen Definition von Aufmerksamkeit bei Husserl und ordnet diese historisch-theoretisch in sein späteres Werk ein.

Schlüsselwörter

Edmund Husserl, Phänomenologie, Aufmerksamkeit, theoretisches Interesse, Meinen, Wahrnehmung, intentionales Erlebnis, Bewusstsein, Erkenntnis, Bemerken, Aktcharakter, psychische Arbeit, Intentionalität, Noesis, Noema.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der phänomenologischen Analyse des Aufmerksamkeitsbegriffs, wie Edmund Husserl ihn in seinen Göttinger Vorlesungen 1904/1905 entwickelt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Begriffe der Aufmerksamkeit als "theoretisches Interesse" und als "Meinen" sowie deren Verankerung in der Wahrnehmungssphäre.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Husserls Denkschritte zu rekonstruieren, die ihn zur Bestimmung der Aufmerksamkeit als ein Zusammenspiel von Interesse und Meinen führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die phänomenologische Rekonstruktion von Husserls Vorlesungsmanuskripten, um seine Definitionen präzise nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Wahrnehmungsgrundlagen, die Definition des theoretischen Interesses und die Abgrenzung sowie Ergänzung durch den Begriff des Meinens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Phänomenologie, Aufmerksamkeit, theoretisches Interesse, Meinen, Intentionalität und Wahrnehmung.

Warum grenzt sich Husserl von Carl Stumpf ab?

Husserl lehnt Stumpfs Definition der Aufmerksamkeit als bloße "Lust am Bemerken" ab, da Aufmerksamkeit für ihn ein strukturiertes Interesse ist und Lust allenfalls ein Nebenprodukt darstellt.

In welchem Verhältnis stehen "Interesse" und "Meinen" zueinander?

Beide sind für Husserl Aspekte der Aufmerksamkeit: Während das Interesse die Richtung und Dynamik der Erkenntnis vorgibt, sorgt das Meinen für die Abgrenzung und Konstituierung des Gegenstandes im Bewusstsein.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Edmund Husserls früher Aufmerksamkeitsbegriff (1904/05): Aufmerksamkeit als theoretisches Interesse und Aufmerksamkeit als Meinen
Untertitel
Husserliana XXXVIII: Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Philospohisches Seminar)
Veranstaltung
Aufmerksamkeit als Thema der Phänomenologie und Kognitionspsychologie
Note
1,5
Autor
Magdalena Dienst (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
20
Katalognummer
V81527
ISBN (eBook)
9783638865852
ISBN (Buch)
9783638866002
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Edmund Husserls Aufmerksamkeitsbegriff Aufmerksamkeit Interesse Aufmerksamkeit Meinen Aufmerksamkeit Thema Phänomenologie Kognitionspsychologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Magdalena Dienst (Autor:in), 2007, Edmund Husserls früher Aufmerksamkeitsbegriff (1904/05): Aufmerksamkeit als theoretisches Interesse und Aufmerksamkeit als Meinen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81527
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  20  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum