Leider werden Filme auch heutzutage im Fremdsprachenunterricht immer noch eher selten eingesetzt. In allen Jahrgangsstufen dienen sie größtenteils als Notlösung für die letzte Unterrichtsstunde vor den Ferien, wenn der Lehrer keine Lust auf eine kreative Stunde hat.
Übungen zum Hörverstehen und zum Leseverständnis sind an der Tagesordnung, das Sehverständnis jedoch wird oft vernachlässigt, obwohl die Arbeit mit Filmen schon fest im Lehrplan verankert ist.
Diese Arbeit soll Möglichkeiten für das Arbeiten mit Film speziell im Italienischunterricht aufzeigen, die negativen Aspekte relativieren und die positiven Eigenschaften für pädagogisch sinnvolles Lehren aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vorteile und Verwendungsmöglichkeiten
3 Legitimation
4 Filmauswahl
5 Aufgabentypen
6 Resümee
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich mit der Integration des Mediums Film in den Fremdsprachenunterricht, mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem Italienischunterricht. Das primäre Ziel ist es, Vorurteile gegenüber dem Filmeinsatz abzubauen und aufzuzeigen, wie Filme durch eine didaktisch fundierte Herangehensweise – von der Filmanalyse bis hin zur aktiven Medienproduktion durch Schüler – sinnvoll und effektiv zur Sprach- und Kulturvermittlung genutzt werden können.
- Pädagogische Legitimation und Vorteile des Filmeinsatzes
- Kriterien für eine methodisch fundierte Filmauswahl
- Methoden der Filmanalyse im Unterricht
- Handlungsorientierte Ansätze durch eigenständige Filmproduktion
- Förderung von Hör-, Sehverstehen und interkultureller Kompetenz
Auszug aus dem Buch
Vorteile und Verwendungsmöglichkeiten
Filme dürfen „keineswegs als Pausenfüller, als reines Motivationssteigerungsmittel oder nur für die letzte Stunde vor den Ferien verwendet werden.“ Auch in den Oberkursen werden Literaturverfilmungen oft nur als Belohnung für die erfolgreiche Besprechung des zugrunde liegenden Werks gesehen. Auf diese Weise legen die Schüler auch in der Klasse die passive Konsumentenhaltung nicht ab, die sie sich zu hause vor dem Fernseher angeeignet haben (die „Kinohaltung“). Ein reines Anschauen eines Films ohne tiefer gehende Besprechung führt nach einiger Zeit unweigerlich zum Vergessen der Thematik und der Handlung. Surkamp beschreibt die Problematik wie folgt: Filme stellen eine Textsorte dar, „die durch das Zusammenspiel von visuellen und akustischen Ausdrucksmitteln gekennzeichnet sind und die bei einmaliger, oft flüchtiger, wenig vorbereiteter Rezeption ihr komplexes Funktionsspektrum nicht entfalten können.“ Dies kann nicht das Ziel sein, denn Schüler müssen stets aktiv am Unterrichtsgeschehen beteiligt sein.
Auch hat die Schule den Auftrag, sie zu einem „kritischen und reflektierten Umgang mit den Medien“ zu erziehen, um damit auch einen großen Beitrag zu leisten, damit sie als „mündige Nutzer“ (und nicht „Videoten“) die beschriebene passive Haltung auch im Privaten ablegen und stets aktiv konsumieren. Es muss ein Hauptziel des Einsatzes von Film und Video im Fremdsprachenunterricht sein, den Schülern die Bedeutung dessen klar zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Unterrepräsentation von Filmen im Fremdsprachenunterricht und formuliert das Ziel, pädagogisch wertvolle Einsatzmöglichkeiten im Italienischunterricht zu erschließen.
2 Vorteile und Verwendungsmöglichkeiten: Dieses Kapitel kritisiert die passive „Kinohaltung“ der Schüler und betont die Notwendigkeit einer aktiven Auseinandersetzung mit dem Medium, unterstützt durch moderne technische Möglichkeiten wie DVDs.
3 Legitimation: Es werden vier didaktische Ebenen – Rezeption, Analyse, Produktion und Motivation – definiert, die den Einsatz von Film im Unterricht wissenschaftlich und pädagogisch begründen.
4 Filmauswahl: Dieses Kapitel erläutert, nach welchen Kriterien Lehrkräfte Filme auswählen sollten, wobei insbesondere sprachliche Angemessenheit und thematische Struktur für die jeweilige Jahrgangsstufe zentral sind.
5 Aufgabentypen: Hier werden methodische Ansätze für die Phasen vor, während und nach dem Ansehen vorgestellt, inklusive der Möglichkeiten zur eigenständigen Filmproduktion durch Schüler.
6 Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass Film ein unverzichtbares Medium für den Fremdsprachenunterricht ist, sofern der Lehrer bereit ist, den methodischen Aufwand zu investieren.
Schlüsselwörter
Fremdsprachenunterricht, Italienischunterricht, Filmdidaktik, Filmanalyse, Medienkompetenz, Rezeption, Sprachproduktion, handlungsorientierter Unterricht, Filmauswahl, Sehverstehen, Hörverstehen, Didaktik, Filmpädagogik, interkulturelles Lernen, Medienproduktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den didaktisch sinnvollen Einsatz des Mediums Film im modernen Fremdsprachenunterricht, mit besonderem Fokus auf den Italienischunterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die pädagogische Legitimation, Kriterien für die Filmauswahl, verschiedene Analyse-Aufgabentypen sowie die Förderung aktiver Medienproduktion bei Schülern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Film von seinem Dasein als bloßes Unterhaltungsmedium („Pausenfüller“) zu befreien und als vollwertiges, komplexes Unterrichtsmittel zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fachdidaktische Literaturanalyse und die systematisierte Darstellung von Unterrichtskonzepten für die Fächergruppe Romanistik/Italienisch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Begründung (Legitimation), die Kriterien der Filmauswahl sowie eine konkrete Übersicht zu aufgabenorientierten Unterrichtsphasen und Produktionsmöglichkeiten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Filmdidaktik, Medienkompetenz, handlungsorientierter Fremdsprachenunterricht, Filmanalyse und interkulturelle Vermittlung.
Warum spielt das Italienische eine besondere Rolle in dieser Arbeit?
Der Verfasser wählt das Italienische, da die italienische Kultur und Filmtradition sowie die nonverbalen Elemente der italienischen Kommunikation sich besonders gut für einen mediengestützten Unterricht eignen.
Welche Rolle spielt die Technik für den Unterrichtserfolg?
Laut Autor ermöglicht moderne Technik wie der DVD-Player eine präzisere Analyse durch Zeitlupe, Standbild, Sprachauswahl und Untertitel, was die aktive Auseinandersetzung mit dem Medium wesentlich erleichtert.
- Citation du texte
- Alexander Blahnik (Auteur), 2007, Film im Fremdsprachenunterricht (mit besonderer Beachtung des Italienischen), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81535