Entgegen der allgemeinen wirtschaftlichen Rezession wächst das System des Franchising in Deutschland zunehmend. Die zukünftigen Erwartungen sind positiv. Laut dem Deutschen Franchise-Verband e.V. (DFV) sind seit 5. September 2004 über 22.000 neue Arbeitsplätze bis heute in Franchisesystemen entstanden. Bis zum Jahr 2009 erwartet der DFV sogar 200.000 neue Arbeitsplätze über Franchise-Unternehmensgründungen.
Im deutschsprachigen Raum wurde durch lizenzierte Produkte ein Umsatz von ca. 22, 4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Abbildung 2 zeigt, wie sich der jährliche Gesamtumsatz von Lizenzprodukte auf die einzelnen Lizenzthemen aufteilt. Mit einem Jahresumsatzvolumen von rund 8,5 Milliarden Euro erzielt das Lizenzthema „Marken“ den höchsten Betrag. Umsatzmäßig auf dem zweiten Rang folgen Lizenzen von Film- und TV-Figuren. Diese weisen einen Jahresumsatz von 6,5 Milliarden auf. Abbildung 2 verdeutlicht die umsatzstarke Stellung der Lizenzthe-men „Marken“ und „Film- und TV-Figuren“.
Um eine genaue Betrachtung von Licensing und Franchising zu ermöglichen, ist es vorab nötig die Begriffe näher zu definieren. Eine Abgrenzung von anderen Begriffen ist erforderlich.
Inhaltsverzeichnis
1. Licensing und Franchising auf dem deutschen Markt
2. Begriffsbestimmung Licensing
2.1 Definition Licensing
2.2 Abgrenzung zu anderen Begriffen
3. Begriffsbestimmung Franchising
4. Rechtlicher Vergleich
4.1 Rechtsrahmen und Vertragsstruktur im Franchisesystem
4.1.1 Wettbewerbsrechtliche Grenzen
4.1.1.1 Wettbewerbsrechtliche Regelungen in Deutschland
4.1.1.2 Wettbewerbsrechtliche Regelungen in der EG
4.1.2 Vertragsrechtlicher Rahmen
4.2 Rechtsrahmen und Vertragstruktur im System des Licensing
4.2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen des Licensing
4.2.2 Vertragliche Betrachtung des Licensing
4.3 Zwischenfazit: rechtlicher Vergleich Licensing und Franchising
5. Vergleich der Anwendungsbereiche
5.1 Anwendungsbereich des Licensing
5.2 Anwendungsbereich des Franchising
6. Zielsetzungsvergleich Licensing und Franchising
6.1 Zielsetzung Licensing
6.1.1 Zielsetzung des Lizenzgebers
6.1.2 Zielsetzung des Lizenznehmers
6.2 Zielsetzung Franchising
7. Vor- und Nachteile des Licensing
8. Vor- und Nachteile des Franchising
9. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die Konzepte Licensing und Franchising im direkten Vergleich, um ihre rechtlichen Rahmenbedingungen, Anwendungsbereiche sowie die spezifischen Zielsetzungen der beteiligten Vertragspartner zu analysieren und gegeneinander abzugrenzen.
- Marktentwicklung von Licensing und Franchising in Deutschland
- Rechtliche Grundlagen und Vertragsstrukturen beider Systeme
- Differenzierung der Anwendungsgebiete in der Praxis
- Vergleich der Zielsetzungen von Lizenzgebern/-nehmern und Franchisegebern/-nehmern
- Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile aus Sicht der jeweiligen Partner
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Wettbewerbsrechtliche Grenzen
Hinsichtlich wettbewerbsrechtlicher Grenzen sind verschiedene Ebenen zu betrachten. Zum einen nimmt das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen Einfluss auf die Ausübung von Franchisekonzepten. Daneben ergeben sich wettbewerbsrechtliche Grenzen auf Ebene der Europäischen Gemeinschaft.
4.1.1.1 Wettbewerbsrechtliche Regelungen in Deutschland
Rechtliche Grenzen ergeben sich zunächst aus dem deutschen Kartellrecht. Hier findet die Rechtsprechung aus dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) Anwendung. Da Franchiseverträge inhaltlich durch Gebietsabgrenzungen, Vertriebs- und Bezugsbestimmungen vertraglich reglementiert sind, ist der Frage nachzugehen, ob es sich hierbei um wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen handelt. Grundsätzlich geht das GWB von einem Kartellverbot aus. Es ist zu prüfen, ob es sich nach dem Kartellrecht um erlaubte Kooperationskartelle, verbotene oder anmeldepflichtige Kartelle handelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Licensing und Franchising auf dem deutschen Markt: Gibt einen Überblick über die wirtschaftliche Bedeutung und das Wachstum beider Systeme in Deutschland anhand von aktuellen Marktzahlen.
2. Begriffsbestimmung Licensing: Definiert den Begriff Licensing als kommerzielle Nutzung von geschütztem Eigentum und grenzt diesen gegen das Merchandising ab.
3. Begriffsbestimmung Franchising: Beschreibt das Franchise-System als vertikales Absatzsystem, das auf einem rechtlich geschützten Know-how-Paket basiert.
4. Rechtlicher Vergleich: Analysiert detailliert die rechtlichen Rahmenbedingungen, Wettbewerbsgrenzen und Vertragsstrukturen im Franchising und Licensing.
5. Vergleich der Anwendungsbereiche: Listet die diversen Einsatzgebiete von Licensing und Franchising auf und verdeutlicht die Anwendbarkeit in unterschiedlichen Branchen.
6. Zielsetzungsvergleich Licensing und Franchising: Vergleicht die ökonomischen Motive der Akteure und stellt den kooperativen Charakter des Franchisings dem individuellen Ansatz des Licensings gegenüber.
7. Vor- und Nachteile des Licensing: Führt die Chancen und Risiken des Lizenzgeschäfts für Lizenzgeber und Lizenznehmer grafisch und textlich auf.
8. Vor- und Nachteile des Franchising: Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile für Franchisegeber und Franchisenehmer im Hinblick auf Systembindung und wirtschaftliches Risiko.
9. Fazit: Fasst die wesentlichen Unterschiede zusammen, insbesondere das Fehlen eines umfassenden Organisations- und Marketingkonzepts beim Licensing im Gegensatz zum Franchising.
Schlüsselwörter
Licensing, Franchising, Lizenzgeber, Lizenznehmer, Franchisegeber, Franchisenehmer, Wettbewerbsrecht, Vertragsfreiheit, Know-how, Absatzsystem, Markenrecht, Umsatzmaximierung, Kooperationskartell, Marktbearbeitung, Imagepflege.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die systematische Gegenüberstellung von Licensing und Franchising als vertriebspolitische Instrumente.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Anwendungsbereiche sowie die spezifischen Ziele und Nutzen der Akteure in beiden Systemen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine klare Abgrenzung der beiden Konzepte, um ihre unterschiedlichen Funktionsweisen und vertraglichen Anforderungen verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und vergleichende Analyse, basierend auf Literaturstudien und bestehenden Marktuntersuchungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Vergleiche, Anwendungsbereiche, Zielsetzungsanalysen sowie eine Abwägung der Vor- und Nachteile für alle Beteiligten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Absatzsystem, Know-how, Vertragsfreiheit und Marken-Image charakterisiert.
Worin liegt laut Autor der grundlegende Unterschied in der Zielsetzung?
Der Autor betont, dass Franchising auf eine konforme, kooperative Umsatz- und Gewinnmaximierung zielt, während Licensing eher individuell und autonom verfolgte Ziele der Vertragspartner umfasst.
Welche Bedeutung hat das "Know-how" beim Franchising?
Das Know-how stellt das Kernstück des Franchisesystems dar; es beinhaltet das unternehmerische Beschaffungs-, Absatz- und Organisationskonzept, das den Franchisenehmer bei der Geschäftstätigkeit unterstützt.
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- Patrick Burkl (Author), 2005, Licensing und Franchising - ein Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81625