Im Sinne einer effizienten und zielgerichteten Führung und Steuerung eines Unternehmens wird es für die Entscheidungsträger immer schwieriger, zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen. Denn in Zeiten der voranschreitenden Globalisierung mit ständig wechselnden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wächst auch die Anforderung an Qualität und Schnelligkeit der getroffenen Maßnahmen. Um das Management bei dieser Aufgabe zu unterstützen, wird die flexible und adäquate Versorgung mit Informationen zu einem der gewichtigsten Erfolgsfaktoren. So beeinflusst der als Grundlage einer Entscheidung dienende Informationsfluss durch das Unternehmen ganz maßgeblich die Qualität der getroffenen Entscheidung und somit den damit verbundenen Erfolg oder Misserfolg.
Es ist somit im Interesse der Unternehmen, die Durchlaufszeit von führungsrelevanten Informationen von der Erfassung im operativen System, bis hin zur aufbereiteten Analyse und Mittel zur Entscheidungsfindung möglichst gering zu halten und dennoch ein Höchstmaß an Qualität und Aussagekraft zu gewährleisten. Von Bedeutung sind dabei sowohl die Darstellung der finanziellen Situation, als auch ein nach betriebswirtschaftlicher Logik definiertes System aus monetären und nichtmonetären Kennzahlen, welches dem Entscheidungsträger ein aggregiertes und prägnantes Bild der Unternehmenslage liefern kann. Hier wird vor allem von großen Unternehmen immer häufiger auf die Nutzung eines unterstützenden, IT-basierten Informationssystems zurückgegriffen.
Ein solches Konstrukt dient in erster Linie der sowohl qualitativen als auch quantitativen Verbesserung des Datenflusses in Unternehmen und hat somit auch maßgeblichen Anteil an der Wertigkeit der Kommunikations- und Entscheidungsprozesse.
Ist die Speisung des Informationssystems mit aktuellen und vollständigen Daten aus verschiedenen Vorsystemen einmal gewährleistet, so können verschiedene Funktionalitäten der Datenmodellierung und Datenaufbereitung den weiteren Lauf vom einfachen Datensatz bis hin zu einer aussagekräftigen Führungsinformationen gewährleisten, bevor diese, angepasst an die verschiedenen Rollen und Organisationseinheiten der Empfänger, publiziert werden können. Eines dieser IT-basierten Informationssysteme ist das SAP Business Information Warehouse (kurz: SAP BW).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Informationsmanagement in Unternehmen
2.1 Informationssysteme
2.2 Business Intelligence
2.3 Data Warehouse
3 Das Produkt SAP BW
3.1 Komponenten von SAP BW
3.1.1 Die Datenbeschaffungsebene
3.1.2 Die Datenhaltungsebene
3.1.3 Die Datenbereitstellungsebene
3.2 Einsatzgebiete von SAP BW
3.3 Funktionen des SAP Business Explorers
3.3.1 Reporting&Analyse
4 Techniken & Methoden der Datenaufbereitung
4.1 Datenbeschaffung anhand des ETL Prozesses
4.2 Typische Controllingberichte auf OLAP Basis
4.3 SAP BW als strategisches Radar für das Controlling
4.4 Adressatenspezifische Darstellungsform und Publikation - Broadcasting
5 Zusammenfassung / Fazit
6 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des SAP Business Information Warehouse (SAP BW) als unterstützendes IT-basiertes Informationssystem für das Controlling. Dabei wird analysiert, wie durch Data Warehouse-Konzepte, OLAP-Technologie und Business Intelligence-Werkzeuge eine effiziente Aufbereitung führungsrelevanter Informationen zur Entscheidungsunterstützung realisiert werden kann.
- Grundlagen des Informationsmanagements in Unternehmen
- Architektur und Kernkomponenten von SAP BW
- Methoden der Datenaufbereitung und -bereitstellung (ETL & OLAP)
- Unterstützung des Controlling-Regelkreises durch SAP BW
- Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Implementierung
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Die Datenbeschaffungsebene
Um den Datenbestand eines Data Warehouses zu befüllen, müssen die Daten aus verschiedenen vorangestellten Quellsystemen extrahiert, transformiert und importiert werden. Dabei ist es vorrangig, zunächst die interessanten Daten aus den verschiedenen Vorsystemen zu identifizieren, bevor sie nach den Gesichtspunkten der im Data Warehouse vorherrschenden Struktur aufbereitet und in den gewünschten Speicherbereich geladen werden können.
Da mit der Datenbeschaffung der Schritt von den operativen Vorsystemen in das DW vollzogen wird, besteht hier eine erhöhte Fehleranfälligkeit. Um diese durch eine weitgehende Automatisierung der Extraktions-, Transformations- und Lade- Prozesse (ETL) so gering wie möglich zu halten, bietet das SAP BW verschiedene Möglichkeiten zur Steuerung dieser Abläufe.
Am komfortabelsten wird dieser ETL Prozess wohl bei der Verknüpfung von SAP eigenen Vorsystemen wie beispielsweise SAP/R3 unterstützt, wo die Ankopplung mit vordefinierten Schnittstellen reibungslos und nahezu voll automatisiert abläuft. Aber auch nicht SAP eigene Vorsysteme wie Datenbanksysteme von Oracle, DB2 oder Microsoft SQL Server können mittels der DB Connect Funktion an das Business Warehouse gekoppelt werden.
Um auch die Daten beliebig vieler und individueller Spezialsoftwarelösungen automatisiert nutzbar machen zu können, bietet SAP BW die Möglichkeit, mittels verschiedener, integrierbarer ETL Tools von Drittanbietern, eine Verknüpfung herstellen zu können. Diese nutzen die in SAP BW integrierte BAPI Schnittstelle als Kommunikationskanal und können je nach Bedürfnis auf die Datenbasis abgestimmt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die zunehmende Bedeutung einer schnellen und qualitativen Informationsversorgung für das Management in Zeiten der Globalisierung.
2 Informationsmanagement in Unternehmen: Hier werden die theoretischen Grundlagen von Informationssystemen, Business Intelligence und dem Data Warehouse-Konzept als Basis für betriebliche Entscheidungen behandelt.
3 Das Produkt SAP BW: Dieses Kapitel stellt die Architektur des SAP Business Information Warehouse sowie dessen spezifische Komponenten und Einsatzgebiete dar.
4 Techniken & Methoden der Datenaufbereitung: Die Erläuterung konzentriert sich auf den ETL-Prozess, OLAP-Modellierung, den Einsatz als strategisches Controlling-Radar und die Möglichkeiten des Broadcasting.
5 Zusammenfassung / Fazit: Das Fazit resümiert den Nutzen des SAP BW für den Informationsfluss und identifiziert kritische Erfolgsfaktoren für die praktische Anwendung.
6 Ausblick: Der Ausblick betrachtet künftige Entwicklungen hinsichtlich Mobilität, Echtzeit-Aktualität und verbesserter Modellierungstechnologien.
Schlüsselwörter
SAP BW, Business Intelligence, Data Warehouse, Controlling, ETL-Prozess, OLAP, Managementinformationssystem, Informationsmanagement, Entscheidungsunterstützung, Kennzahlensysteme, Broadcasting, Unternehmensplanung, Datenqualität, SAP NetWeaver, Reporting
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das SAP Business Information Warehouse (SAP BW) als IT-gestütztes Instrument des Informationsmanagements zur Unterstützung des Controllings in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen das Informationsmanagement, die Architektur von Data Warehouse-Systemen, den ETL-Prozess sowie die Methoden der Business Intelligence und des Berichtswesens.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen des SAP BW bei der Sammlung, Analyse und Aufbereitung führungsrelevanter Informationen praxisnah aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die technische Darstellung der SAP-BW-Architektur, ergänzt durch die Erläuterung von Datenmodellierung und Prozessabläufen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Komponenten von SAP BW (Datenbeschaffung, -haltung, -bereitstellung), die OLAP-Technologie, Reporting-Funktionen und die Einbindung von SAP BW in den Controlling-Regelkreis detailliert betrachtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Business Intelligence, SAP BW, Data Warehouse, Controlling, ETL-Prozess und OLAP gekennzeichnet.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Bewegungs- und Stammdaten im SAP BW?
Bewegungsdaten bilden die Basis für Analysen und verändern sich im Geschäftsverlauf, während Stammdaten Attribute zu Informationsobjekten beschreiben und über einen längeren Zeitraum hinweg stabil bleiben.
Warum betont der Autor die Rolle des „Single Point of Truth“?
Das Konzept stellt sicher, dass alle Analysen auf einer konsistenten und bereinigten Datenbasis beruhen, wodurch inkonsistente Ergebnisse und Fehlentscheidungen durch redundante Datenbestände vermieden werden.
Welche Rolle spielt der „Information Broadcasting“ in diesem Zusammenhang?
Broadcasting ermöglicht die automatisierte Verteilung und Publikation von Berichten an definierte Empfängergruppen über verschiedene Kanäle, was die Zeitersparnis und Aktualität der Entscheidungsgrundlagen erhöht.
Was ist laut Autor ein Hauptrisiko bei der Nutzung von SAP BW?
Ein wesentliches Risiko besteht darin, dass auf Basis mangelhafter Datenqualität Beschlüsse gefasst werden oder dass die Ergebnisse von Entscheidungsträgern falsch interpretiert werden.
- Citation du texte
- Paul Schmitt (Auteur), 2007, Führungsinformationen auf Grundlage des Data Warehouse-Konzeptes von SAP , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81635