Das Fussballgeschäft hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer professionellen, wirtschaftlichen Branche entwickelt. In Europa sind mittlerweile 40 Fussballklubs an einer Börse notiert. Diese Arbeit setzt sich mit der Problemstellung, ob für Fussballklubs ein Börsengang eine reale Finanzierungsalternative darstellt, auseinander.
Dazu werden im ersten Teil die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für ein Going Public aufgezeigt und diskutiert. Ebenfalls wird auf die Chancen und Risiken eines Börsengangs eingegangen.
Der zweite Teil befasst sich mit der Corporate Finance bei Fussballklubs. Es wird zuerst die Finanzierungsseite, sowohl Innen‐ wie auch Aussenfinanzierung, diskutiert. Danach befasst sich die Arbeit in diesem Teil mit der Investitionsseite eines Fussballklubs. Die wichtigsten Investitionsmöglichkeiten, Spieler und Infrastruktur (Stadion), werden dargestellt. Danach wird die Brücke zwischen den beiden Bereichen finanzieren und Investieren geschlagen. Es wird die Komplexität des Rentierens im Fussballgeschäft diskutiert. Dabei werden die Wirkungszusammenhänge von sportlichem und wirtschaftlichem Erfolg im Fussballgeschäft vorgestellt und anhand eines Kreislaufes aufgezeigt. Im vierten Kapitel wird die Handhabung der Spielerbewertung in der Bilanz aufgezeigt.
Der dritte Teil befasst sich dann mit den Fussballklubs Borussia Dortmund und Manchester United, welche beide an einer Börse notiert sind oder, im Falle von Manchester United, waren. Es werden die Strategien und Umsetzungen unter den in den ersten Teilen erworbenen Erkenntnissen dargestellt und diskutiert. Ebenfalls wird auf die Fragestellung bezüglich sportlichem Erfolg und dessen Einfluss auf den Aktienkurs diskutiert.
Die Arbeit kommt zum Ergebnis, dass ein Going Public längst nicht für alle professionellen Fussballklubs eine sinnvolle Finanzierungsalternative darstellt. Zu gross ist bei den meisten Klubs der Einfluss vom sportlichen Erfolg auf das wirtschaftliche Ergebnis. Fussballklubs, welche an der Börse erfolgreich bestehen wollen, müssen, relativ unabhängig vom sportlichen Erfolg, gute wirtschaftliche Ergebnisse abliefern können. Wobei gilt: Wer wirtschaftlich erfolgreich agiert, wird auch sportlich erfolgreich sein. Die umgekehrte Formulierung dieses Satzes muss indes nicht zutreffen.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
1. Ausgangslage und Problemstellung
2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
B. Rechtliche und wirtschaftliche Voraussetzungen eines Going Public
1. Rechtliche Voraussetzungen
1.1 Die Entwicklungen in England und Deutschland
1.2 Börsenfähige Rechtsformen für deutsche Fussballunternehmen
1.2.1 Die Fussball-Aktiengesellschaft
1.2.1.1 Hemmschwellen der Fussballvereine bei der Umwandlung in AG
1.2.2 Die Fussball-Kommanditgesellschaft auf Aktien
1.2.2.1 Die Fussball GmbH & Co. KGaA
1.2.3 Gegenüberstellung von AG, KGaA und GmbH & Co. KGaA
1.2.3.1 Vor- und Nachteile einer AG gegenüber einer KGaA
1.2.3.2 Zusammenführung
2. Wirtschaftliche Voraussetzungen
2.1 Equity Story und Business Plan
2.2 Umsatz, Ertrag und Gewinn
2.2.1 Diversifikation
2.3 Die Marke
3. Chancen und Risiken eines Going Public
3.1 Motive und Chancen
3.1.1 Eigenkapitalfinanzierung
3.1.2 Kapitalbedarf für Spieler und Infrastruktur
3.1.3 Imagegewinn und Bekanntheitsgrad
3.2 Risiken
3.2.1 Negative Beispiele
3.2.2 Identifikation der Fans mit ihrem Klub
3.2.3 Fussball braucht Wettbewerb und Konkurrenz
3.2.4 Gefahr der Inflation von Transfersummen und Gehältern
C. Corporate Finance im Fussballgeschäft
1. Finanzierung
1.1 Innenfinanzierung
1.1.1 Einnahmen
1.1.1.1 TV-Rechte
1.1.1.2 Merchandising
1.1.1.3 Spielbetrieb
1.1.1.4 Sponsoring und Werbung
1.1.1.5 Transfereinnahmen
1.1.2 Ausgaben
1.1.2.1 Personalausgaben
1.1.2.2 Transferausgaben
1.1.2.3 Sonstige Ausgabekategorien
1.1.3 Zusammenführung
1.2 Aussenfinanzierung
1.2.1 Eigenkapitalfinanzierung
1.2.1.1 Private Equity
1.2.1.2 Eigenkapital durch Börsengang
1.2.2 Mezzanine
1.2.3 Fremdkapitalfinanzierung
1.2.3.1 Leasing
1.2.3.2 Asset Backed Securities und Anleihen
1.2.3.3 Bankkredit
1.2.4 Zusammenführung
2. Investieren
2.1 Stadionneubau oder -ausbau
2.1.1 Refinanzierung
2.1.1.1 Ticketing und Catering
2.1.1.2 Logen und Business-Seats
2.1.1.3 Namensrechte
2.1.1.4 Vermietung
2.2 Spieler
2.2.1 Risiken und Unsicherheiten
2.2.2 Erhoffte Nebeneffekte von Spielereinkäufen
2.3 Eigener Nachwuchs
3. Rentieren im Fussballgeschäft
3.1 Wirkungszusammenhang von sportlichem und wirtschaftlichem Erfolg
3.1.1 Sportlicher Erfolg
3.1.1.1 Kurzfristiger sportlicher Erfolg
3.1.1.2 Mittelfristiger sportlicher Erfolg
3.1.1.3 Langfristiger sportlicher Erfolg
3.1.2 Wirtschaftlicher Erfolg
3.1.2.1 Leistungsziele
3.1.2.2 Finanz- und Erfolgsziele
3.1.3 Zusammenführung von sportlichem Erfolg und wirtschaftlichem Erfolg
3.1.4 Diversifikation
4. Bewertung von Spielern
4.1 Die Bilanzierung des Spielervermögens
4.2 Bewertungsmethoden
4.2.1 Marktpreisorientierter Ansatz
D. Analyse zweier börsennotierter Fussballunternehmen
1. Die Börsenstory von Borussia Dortmund
1.1 Strategie
1.2 Sportliche Entwicklung seit der Saison 2000/2001 bis 2005/2006
1.3 Wirtschaftliche Entwicklung seit der Saison 2000/2001 bis 2005/2006
1.3.1 Kennzahlen von Borussia Dortmund zwischen 2000 und 2006
1.3.2 Die Entwicklung der fussballnahen Geschäftsfelder
1.3.3 Investitionen
1.3.3.1 Investitionen in den Spielerkader
2. Die Börsenstory von Manchester United
2.1 Strategie
2.2 Sportliche Entwicklung von Manchester United seit der Saison 1991/1992 bis 2004/2005
2.3 Wirtschaftliche Entwicklung von Manchester United
2.3.1 Kennzahlen von Manchester United bis 2004
2.3.2 Die Marke Manchester United
2.3.2.1 Fan-Potential von Manchester United
2.3.2.2 Sponsoring
3. Zusammenhang zwischen sportlichem Erfolg und dem Aktienkurs
E. Zusammenfassung und Fazit
1. Zusammenfassung
2. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die zentrale Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die Eignung des Börsengangs als Finanzierungsform für Sportunternehmen zu beurteilen, wobei insbesondere die Voraussetzungen für börsenwillige Klubs und der komplexe Zusammenhang zwischen sportlichem und wirtschaftlichem Erfolg analysiert werden.
- Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für den Börsengang von Fussballunternehmen.
- Analyse der Corporate Finance im Fussball, inklusive Finanzierungs- und Investitionsstrategien.
- Untersuchung des Wirkungszusammenhangs zwischen sportlicher Performance und wirtschaftlichem Erfolg.
- Vergleichende Analyse der Fallbeispiele Borussia Dortmund und Manchester United.
- Bewertungsmethoden für Spielervermögen in der Bilanz.
Auszug aus dem Buch
1.2.1 Die Fussball-Aktiengesellschaft
Die folgenden Ausführungen orientieren sich an Zacharias. Demnach weist die AG sehr breite Möglichkeiten zur Finanzierung auf. Durch die Aktienemission ist es für den Aktionär gesichert, dass er seine Anteile jederzeit veräussern kann. Dies nicht zuletzt dank der hohen Fungibilität der Aktien. Gleichzeitig wird der AG „unkündbares Eigenkapital“ zur Verfügung gestellt. Des Weiteren ist als AG auch später möglich zusätzliches Eigenkapital in Form einer Kapitalerhöhung zu beschaffen. Die operative Führung (Management) und die Eigentümer sind bei einer AG strikt getrennt, was eine weitere Besonderheit einer AG ist. „Die innere Organisation und das äussere Erscheinungsbild richten sich [...] nach dem Aktiengesetz.“
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung des Finanzmanagements im Profifussball ein und skizziert die Zielsetzung der Arbeit, den Börsengang als Finanzierungsoption kritisch zu hinterfragen.
B. Rechtliche und wirtschaftliche Voraussetzungen eines Going Public: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen und notwendigen ökonomischen Voraussetzungen beleuchtet, die ein Klub erfüllen muss, um für den Kapitalmarkt attraktiv zu sein.
C. Corporate Finance im Fussballgeschäft: Dieses Kapitel analysiert die operativen Finanzierungsquellen, die Investitionsmöglichkeiten in Spieler und Infrastruktur sowie die ökonomischen Zusammenhänge des Rentierens im Fussball.
D. Analyse zweier börsennotierter Fussballunternehmen: Dies ist der empirische Hauptteil, der die Strategien und Börsenhistorien von Borussia Dortmund und Manchester United detailliert gegenüberstellt und bewertet.
E. Zusammenfassung und Fazit: Das Kapitel schließt die Arbeit ab, indem es die Erkenntnisse bündelt und ein Resümee zur generellen Eignung des Börsengangs für Fussballklubs zieht.
Schlüsselwörter
Finanzmanagement, Fussballunternehmen, Going Public, Börsengang, Corporate Finance, Investitionen, Stadionfinanzierung, Eigenkapital, Fremdkapital, Wertgenerierung, Borussia Dortmund, Manchester United, Aktienkurs, Sportlicher Erfolg, Diversifikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Eignung des Börsengangs als Finanzierungsform für professionelle Fussballvereine im Kontext des modernen Sportmanagements.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen eines Börsengangs, die Finanz- und Investitionsstrategien von Profiklubs sowie der komplexe Zusammenhang zwischen sportlichem Erfolg und wirtschaftlicher Performance.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob ein Börsengang eine erfolgsversprechende Finanzierungsalternative für Fussballklubs darstellt und welche spezifischen Bedingungen ein Verein erfüllen muss.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung in Verbindung mit einer vergleichenden Analyse der Fallbeispiele Borussia Dortmund und Manchester United.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der Corporate Finance im Fussball, beleuchtet Investitionsmöglichkeiten wie Stadionprojekte oder Spielertransfers und vergleicht die unterschiedlichen Strategien zweier börsennotierter Klubs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Finanzmanagement, Going Public, Aktienkurs, Wertgenerierung und Sportlicher Erfolg definieren.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf Borussia Dortmund?
Der Autor führt Borussia Dortmund als warnendes Beispiel an, da der Klub es nicht schaffte, sich durch Diversifikation vom sportlichen Erfolg unabhängig zu machen, was in wirtschaftlicher Schieflage mündete.
Warum wird Manchester United als positives Gegenbeispiel genannt?
Der Verein wird als Global Player mit starker Marke und professioneller Führung gelobt, der selbst in sportlich schwächeren Phasen ein stabiles wirtschaftliches Ergebnis erzielen konnte.
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- Mirco Eberhard (Author), 2007, Das Finanzmanagement von Sportunternehmen am Beispiel von Borussia Dortmund und Manchester United, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81665