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Grenzen und Grenzkonflikte. Sibirien und seine unmittelbaren Anrainer: Zwischen Kooperation und Konfrontation

Title: Grenzen und Grenzkonflikte. Sibirien und seine unmittelbaren Anrainer: Zwischen Kooperation und Konfrontation

Seminar Paper , 2006 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Markus Baum (Author)

Geography / Earth Science - Regional Geography
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Die Einteilung in Verwaltungsregionen, die auch eine Trennung des Fernen Ostens und Sibiriens vorsieht, verstärkt ebenfalls die Gegensätzlichkeit zwischen der allgemeinen Annahme Sibirien bilde das gesamte asiatische Russland und der wissenschaftlich-administrativen Genauigkeit, die beide Regionen zu trennen versucht.
Diese Arbeit wird sich aber entgegen der naturräumlich-politischen Gliederung mit der Region Sibirien im weiteren Sinne (Ural-Pazifik; Nordmeer-Kasachstan/ Mongolei/ China) beschäftigen. Einerseits weil dadurch die komplizierte, auch wissenschaftlich umstrittene innerrussische Grenzziehung (WEIN 2001:15) und den daraus entstehenden Implikationen zwischen Sibirien und dem Fernen Osten entfällt.
Außerdem sollten Regionen „anhand sozialer Kriterien begrenzt werden […], da Regionen sozialer Art sind“ (WERLEN 2000:150). Und die wesentlichsten sozialen Kriterien der sinnvollen Abgrenzung sind nicht unbedingt administrative Festlegungen. Vielmehr verbindet Sibirien und den Fernen Osten die Besiedlung bzw. die Eroberung durch die Russen und die dadurch ähnlich verlaufene historische Entwicklung.
Darüber hinaus versucht diese Arbeit einen Überblick über die Verhältnisse des asiatischen Russlands mit seinen Anrainern; also Kasachstan, der Mongolei, China und gewissermaßen "übers Meer hinweg" auch mit Japan zu schaffen. Für die Beziehungen und Konflikten zu diesen Staaten wäre eine regionalisierte, nur auf Sibirien im engeren Sinne bezogene Betrachtung mühsam, wenig aussagekräftig und unvollständig. Vor allem da diese Staaten sich ja im politischen Sinne nicht mit einer Region, sondern mit einem Staat (Russland oder Sowjetunion) auseinandersetzen müssen. Um den Rahmen nicht zu sprengen, wird aber auf weiter entfernt liegende maritime Anrainer wie Kanada, die USA oder Großbritannien (als Kolonialmacht) und deren Bedeutung für Sibirien verzichtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführende Überlegungen

2 Die Erschließung Sibiriens

3 China

4 Japan

5 Mongolei

6 Kasachstan

7 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen Sibirien und seinen unmittelbaren Anrainerstaaten, um die Dynamik zwischen historisch gewachsenen Konfliktlinien und notwendiger wirtschaftlicher Kooperation in dieser Region zu analysieren.

  • Historische Entwicklung der russischen Expansion und Erschließung Sibiriens
  • Politische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Russland und China
  • Territoriale Konflikte und diplomatische Spannungsfelder mit Japan
  • Integration und wirtschaftliche Abhängigkeiten der Mongolei und Kasachstans
  • Zukunftsperspektiven Sibiriens im Kontext seiner globalen Rohstoffbedeutung

Auszug aus dem Buch

3 China

Während also im Südosten des Urals die Ausdehnung relativ problemlos erfolgte, stießen die Kosaken im östlichen Sibirien bald auf zähen Widerstand der chinesischen Mandschu Dynastie. Die Russen versuchten in den 1650er Jahren über den Baikalsee hinaus das Amurgebiet unter ihre Kontrolle zu bringen. Das war ein zentraler Aspekt der Ausbreitungsstrategie, da es am Amur möglich war - anders als im bisher eroberten Raum - Getreide anzubauen. Dadurch hoffte man die Ernährungssituation im asiatischen Teil Russlands entscheidend zu verbessern (KOLB 1983: 547).

China erstarkte nach einer Schwächephase, die ein solche russische Expansion ermöglicht hatte, aber zu diesem Zeitpunkt bereits wieder. Mit militärischer Überlegenheit wurden die Russen aus dem eroberten Gebiet Daurien wieder hinausgedrängt und die Grenzen im Vertrag von Nertschinsk 1689 festgeschrieben. Die Expansion und Grenzziehung durch den Vertrag sind in Abbildung 1 zu erkennen. Die durchgehenden schwarzen Linien bilden die russischen Vorstoßrouten, die durchbrochene schwarze Linie die durch den Vertrag von Nertschinsk festgelegte Grenze zwischen Russland und China.

China war damit die erste Macht, die sich erfolgreich der russischen Expansion in Asien widersetzte und hinderte Russland für mehr als 160 Jahre am weiteren Vordringen im Fernen Osten (KOLB 1983: 547f).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführende Überlegungen: Definition des Untersuchungsgebiets Sibirien und Erläuterung der methodischen Entscheidung, die Region im weiteren Sinne unter Einbeziehung der grenznahen Staaten zu betrachten.

2 Die Erschließung Sibiriens: Überblick über die historische Expansion russischer Kosaken ab 1581 und die Etablierung von Verteidigungslinien zum Schutz vor Nomadeneinfällen.

3 China: Analyse der wechselhaften Beziehungen zwischen Russland und China, geprägt von imperialer Expansion, dem Vertrag von Nertschinsk und späteren ideologischen Grenzkonflikten.

4 Japan: Darstellung der historischen Konkurrenz im asiatisch-pazifischen Raum, insbesondere des Konflikts um die Mandschurei und die ungelöste Territorialfrage bezüglich Südsachalin und der Kurilen.

5 Mongolei: Untersuchung der wirtschaftlichen und politischen Integration der Mongolei in das sowjetische System als Pufferstaat und deren Neuorientierung nach dem Zusammenbruch der UdSSR.

6 Kasachstan: Erörterung der russischen Besiedlung Nordkasachstans und der komplexen Transformationsprozesse des Landes nach der Unabhängigkeit sowie der wirtschaftlichen Verflechtungen.

7 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass die Zukunft Sibiriens maßgeblich von einer konstruktiven Gestaltung der Beziehungen zu seinen Nachbarn abhängt.

Schlüsselwörter

Sibirien, russische Expansion, China, Japan, Mongolei, Kasachstan, Grenzkonflikte, Rohstoffe, Transsibirische Eisenbahn, Mandschurei, Geopolitik, Wirtschaftskooperation, territoriale Integrität, Sowjetunion, Transformationsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historischen und aktuellen Beziehungen zwischen der russischen Region Sibirien und seinen unmittelbaren Nachbarstaaten China, Japan, der Mongolei und Kasachstan.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die historische Expansion Russlands, daraus resultierende Grenzkonflikte, wirtschaftliche Abhängigkeiten und die geopolitische Bedeutung Sibiriens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie stark die Entwicklung Sibiriens durch die Bedürfnisse und politischen Haltungen seiner Anrainer beeinflusst wurde und wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer geographischen und historisch-politischen Analyse, die sich auf Fachliteratur stützt, um regionale Entwicklungen in einen größeren Kontext zu setzen.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil ist nach den jeweiligen Anrainerstaaten gegliedert und beschreibt detailliert deren historische sowie gegenwärtige politische und wirtschaftliche Verflechtung mit Sibirien.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Geopolitik, russische Außenpolitik, Grenzraummanagement und Rohstoffwirtschaft beschreiben.

Warum spielt die Mongolei eine besondere Rolle als Pufferstaat?

Die Mongolei wurde von der Sowjetunion gezielt als wirtschaftlicher und militärischer Puffer zwischen der UdSSR und China ausgebaut und eng in das sowjetische Wirtschaftssystem integriert.

Welche Auswirkung hat die ungelöste Inselfrage auf die Beziehungen zu Japan?

Der Streit um Südsachalin und die Kurilen stellt eine erhebliche diplomatische Barriere dar, die japanische Investitionen in Sibirien politisch verkompliziert und verzögert.

Warum wird das Beispiel Blagoweschtschensk und Heihe angeführt?

Es dient als anschauliches Fallbeispiel für das ökonomische Gefälle zwischen dem russischen Hinterland und dem wirtschaftlich aufstrebenden China an der gemeinsamen Grenze.

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Details

Title
Grenzen und Grenzkonflikte. Sibirien und seine unmittelbaren Anrainer: Zwischen Kooperation und Konfrontation
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Geographie)
Grade
1,3
Author
Markus Baum (Author)
Publication Year
2006
Pages
15
Catalog Number
V81666
ISBN (eBook)
9783638875479
ISBN (Book)
9783668223967
Language
German
Tags
Grenzen Grenzkonflikte Sibirien Anrainer Zwischen Kooperation Konfrontation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Baum (Author), 2006, Grenzen und Grenzkonflikte. Sibirien und seine unmittelbaren Anrainer: Zwischen Kooperation und Konfrontation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81666
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