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Zwei rivalisierende Standpunkte in der Kollokationsterminologie - Statistically oriented approach & significant oriented approach

Title: Zwei rivalisierende Standpunkte in der Kollokationsterminologie  -   Statistically oriented approach & significant oriented approach

Seminar Paper , 2007 , 22 Pages , Grade: 1

Autor:in: Anne Seidenstücker (Author)

English Language and Literature Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Die Beschäftigung mit dem Begriff Kollokation zeigt, dass dieser sowohl unter Linguisten völlig unterschiedlich definiert, als auch unter Fremdsprachenlehrern anders verwendet wird. Es existiert nicht nur eine Unmenge an Schriften über dieses Thema, sondern auch unterschiedliche Betrachtungsweisen des Terminus Kollokation. Unter diesen haben sich zwei Ansichten herauskristallisiert, die den Bereich Kollokation näher bearbeitet haben.
Zunächst die Annäherung an eine generelle Definition, um den Begriff grundsätzlich zu bestimmen, wobei sich schon bald zeigt, dass sich Linguisten diesbezüglich uneinig sind. Unter dem Begriff versteht man ganz allgemein eine „[häufige], aber nicht zwangsläufige Verbindung zweier oder mehrerer Wörter“(Herbst et. al 1991: 164). Ein Beispiel, welches bei Herbst gewählt wird, um den Terminus zu erklären, ist handsome man/boy. Die Kollokation handsome man tritt in dieser Kombination häufiger auf als pretty man, was zeigt, dass diese Kombinationen durch die Bedeutung bestimmt wird. Das Adjektiv handsome scheint in seiner Bedeutung eine maskuline Komponente mit sich zu tragen. Aus welchem Grund ausgerechnet diese Art von Wortkombination auftritt, was sie kennzeichnet und wie sie zu kategorisieren ist, versucht die Linguistik herauszufinden.
Die Frage stellt sich, wie weit sich Kollokationen auf unseren Sprachgebrauch erstrecken, folglich was Kollokationen sind und auf welche Art und Weise sie am sinnvollsten zu untersuchen sind. Um diese Fragen zu beantworten, haben sich Linguisten seit J. R. Firth mit diesem Themenbereich beschäftigt. Es können zwei Standpunkte erfasst werden, die das Fachgebiet Kollokation bis zu diesem Zeitpunkt am tiefsten durchdrungen haben.
Zum einen ist dies, um die Terminologie von Herbst (1996: 380) zu verwenden, der ´statistically oriented approach` und zum anderen der ´significance oriented approach`. Diese Arbeit wird die zwei Auslegungen vorstellen, die Ausführungen ihrer wichtigsten Repräsentanten darstellen und diskutieren für welche Bereiche die jeweilige Ansatzweise herangezogen werden sollte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Kollokation von verschiedenen Blickwinkeln

2. Zwei rivalisierende Standpunkte - ´statistically oriented approach` & ´significance oriented approach`

3.1 Sinclair – Vertreter des statistically oriented approach

3.2 Weitere Repräsentanten des statistically oriented approach

4.1 Hausmann – Vertreter des significance oriented approach

4.2 Weitere Repräsentanten des significance oriented approach

5 Anwendungsbereiche

6 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die methodischen Unterschiede zwischen zwei zentralen Ansätzen in der Kollokationsforschung: dem statistisch orientierten Ansatz (statistically oriented approach) und dem bedeutungsbasierten Ansatz (significance oriented approach), um deren Relevanz für die Sprachvermittlung zu erörtern.

  • Gegenüberstellung von statistischen Korpusanalysen und intuitiv-semantischen Sprachbetrachtungen.
  • Analyse der Ansätze führender Linguisten wie John Sinclair und F. J. Hausmann.
  • Diskussion der Bedeutung von Kollokationen für das Fremdsprachenlernen und die Lexikographie.
  • Untersuchung der Rolle von Korpusdaten bei der Identifikation und Kategorisierung von Wortverbindungen.
  • Synthese der Ansätze zur Verbesserung des Verständnisses komplexer sprachlicher Strukturen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Sinclair – Vertreter des statistically oriented approach

John Sinclair definiert Kollokationen als “occurrence of two or more words within a short space of each other” (1991: 170). Die Wörter, die in die Untersuchung mit einbezogen werden, liegen vier Stellen nach rechts und vier Stellen nach links von dem Element, welches analysiert wird. Sinclair verwendet für das erforschte Wort den Begriff node, und den Terminus collocate für jedes Wort, welches in der angegebenen Umgebung des node auftritt (1991: 115). Kollokationen werden auf diese Weise mit Hilfe des Korpus aufgesucht und analysiert. Diese korpusbasierte Verfahrensweise wendet Sinclair ausnahmslos an, um Kollokationen zu ermitteln und ist daher die Grundlage und der entscheidende Faktor seiner Untersuchungen. Hierbei spielt die Häufigkeit des Miteinandervorkommens zweier Wörter die entscheidende Rolle.

Sinclair unterscheidet zwei Arten von Kollokationen; er unterscheidet zwischen Verbindungen, die häufig sind, also significant collocations, und denjenigen, die weniger häufig sind, also casual collocations. Mit häufig sind hier Kombinationen gemeint, die häufiger auftreten, als man es auf Grund der Häufigkeit des Vorkommens ihrer einzelnen Komponenten schließen könnte. So sind zwei Wörter, welche einzeln in einem Text sehr häufig vorkommen, in Kombination für Sinclair nicht significant, da sie an sich schon vielfach auftreten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Kollokation von verschiedenen Blickwinkeln: Dieses Kapitel führt in die terminologische Unschärfe des Begriffs Kollokation ein und skizziert die Notwendigkeit einer differenzierteren Betrachtung durch zwei rivalisierende wissenschaftliche Standpunkte.

2. Zwei rivalisierende Standpunkte - ´statistically oriented approach` & ´significance oriented approach`: Das Kapitel definiert den statistisch basierten und den phraseologisch/semantisch basierten Ansatz und ordnet verschiedene Linguisten diesen Richtungen zu.

3.1 Sinclair – Vertreter des statistically oriented approach: Die theoretischen Ansätze von John Sinclair werden erläutert, wobei insbesondere die korpusbasierte Analyse, die Bedeutung von 'node' und 'collocate' sowie die statistische Signifikanz von Wortverbindungen im Fokus stehen.

3.2 Weitere Repräsentanten des statistically oriented approach: Dieses Kapitel ergänzt die Sichtweise um weitere Forscher wie Stubbs und Kjellmer, die ebenfalls die Bedeutung von Korpusdaten für die Untersuchung von Kollokationen betonen.

4.1 Hausmann – Vertreter des significance oriented approach: Der Ansatz von F. J. Hausmann wird vorgestellt, der den Fokus auf die Unvorhersehbarkeit von Wortverbindungen und die zentrale Rolle der menschlichen Sprachintuition legt.

4.2 Weitere Repräsentanten des significance oriented approach: Hier werden Ansätze wie die von Cowie und Mel'čuk diskutiert, die Kollokationen stärker über semantische Funktionen und den Kontext definieren.

5 Anwendungsbereiche: Das Kapitel untersucht, wie sich die verschiedenen theoretischen Ansätze in der Praxis der Lexikographie und bei der Erstellung von Wörterbüchern für L2-Sprecher niederschlagen.

6 Fazit: Das Fazit stellt eine zunehmende Tendenz zur Verschmelzung der beiden rivalisierenden Ansätze fest, da eine isolierte Betrachtungsweise wissenschaftlich zunehmend als defizitär angesehen wird.

Schlüsselwörter

Kollokation, statistically oriented approach, significance oriented approach, Korpuslinguistik, John Sinclair, F. J. Hausmann, Sprachvermittlung, Lexikographie, node, collocate, semantische Präferenz, Sprachgebrauch, Phraseologie, Wortkombination, Signifikanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt die grundlegende Differenzierung und die theoretischen Auseinandersetzungen innerhalb der Kollokationsforschung, speziell das Spannungsfeld zwischen statistischen und bedeutungszentrierten Ansätzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die korpusbasierte Textanalyse, die semantische Kategorisierung von Wortverbindungen sowie die praktische Anwendung dieser linguistischen Erkenntnisse in der Wörterbucherstellung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die zwei dominanten Denkschulen – den statistisch orientierten und den signifikant orientierten Ansatz – gegenüberzustellen, deren wichtigste Vertreter zu würdigen und ihr Potenzial für die moderne Sprachvermittlung zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-linguistische Arbeit, die auf Literaturanalyse basiert und die Ansätze verschiedener Forscher (z. B. Sinclair, Hausmann, Nesselhauf) systematisch zusammenführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die theoretischen Konzepte von Sinclair und seinen Mitstreitern einerseits sowie von Hausmann und der phraseologischen Schule andererseits, einschließlich konkreter Beispiele für deren Anwendung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Kollokation, Korpusanalyse, signifikante vs. statistische Ansätze sowie Lexikographie charakterisieren.

Warum unterscheidet Hausmann zwischen 'Basis' und 'Kollokator'?

Hausmann verwendet diese Unterscheidung, um zu verdeutlichen, dass Wörter in Kollokationen unterschiedliche Funktionen einnehmen; während die Basis semantisch autonom ist, benötigt der Kollokator die Basis, um seine spezifische, oft unvorhersehbare Funktion zu erfüllen.

Welche Rolle spielt der Computer in der modernen Kollokationsforschung?

Der Computer ermöglicht durch die Auswertung großer Korpora das objektive Auffinden von Wortverbindungen, wobei Forscher jedoch betonen, dass die Interpretation und Einordnung dieser Daten weiterhin menschliche Sprachkompetenz erfordert.

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Details

Title
Zwei rivalisierende Standpunkte in der Kollokationsterminologie - Statistically oriented approach & significant oriented approach
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
1
Author
Anne Seidenstücker (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V81716
ISBN (eBook)
9783638876711
Language
German
Tags
Zwei Standpunkte Kollokationsterminologie Statistically
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Seidenstücker (Author), 2007, Zwei rivalisierende Standpunkte in der Kollokationsterminologie - Statistically oriented approach & significant oriented approach, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81716
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