In den letzten Jahren entstanden zunehmend neue Messezentren und bereits bestehende wurden erweitert. Besonders auffällig ist die Zahl der neu erbauten kleinen, regionalen Messezentren. Städte erhoffen sich von ihnen wirtschaftliche Belebung des Standortes und Aufbesserung des Stadtimages. Jedoch stehen die Hallen oft leer. Welche Leistungen die lokalen Messegesellschaften tatsächlich erbringen, wer von den Messezentren profitiert, und ob sie die an sie gestellten Erwartungen erfüllen, soll in dieser Arbeit näher betrachtet werden.
Ausgehend von einer Einführung in das Wesen der Messewirtschaft und der gegenwärtigen Entwicklung in Deutschland werden mögliche, aus sowohl betriebswirtschaftlicher als auch nutzen-kosten-analytischer Sicht interessante Erfolgsindikatoren vorgestellt und am Beispiel ausgewählter Messegesellschaften Deutschlands dargestellt. Hierzu soll auch die regionale Messe Augsburg in ihrem Erfolg sowie ihre regionale Auswirkung beleuchtet werden. Unter Beachtung aktueller Veröffentlichungen sollen des weiteren die verschiedenen Interessen von Messegesellschaft und Gesellschaftern erörtert werden und die wichtigsten Erfolgsindikatoren aus jeweiliger Sicht benannt werden. Abschließend beschreibt ein kurzer Überblick die zu erwartenden Entwicklungen der Messelandschaft.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Begriffsklärung
2.2 Zielsetzung einer Messeveranstaltung
3 Empirische Datengrundlage
3.1 Übersicht des Entwicklungsstandes der Messelandschaft Deutschlands
3.2 Mögliche Erfolgskennzahlen ausgewählter Messegesellschaften in Deutschland
3.2.1 Hallenflächen
3.2.2 Investitionen in Hallenausstattung und Hallenflächen
3.2.3 Veranstaltungszahlen
3.2.4 Besucherzahlen
3.2.5 Umsatz und Jahresergebnis
3.2.6 Mitarbeiterzahlen
3.2.7 Situation der Besitzverhältnisse
3.2.8 Ökonomische Auswirkungen von Messeveranstaltungen auf das Umland
3.3 Betrachtung der Kennzahlen am Beispiel der Messe Augsburg
3.3.1 Hintergrund und Besitzverhältnisse
3.3.2 Bilanz-Kennzahlen
3.4 Zusammenfassung der sich aus der Empirie ergebenden Fragen
4 Theoretischer Hintergrund
4.1 Erörterung der sich aus der Empirie ergebenen Fragen
4.1.1 Welche Kennzahlen tragen zu einem positiven betriebswirtschaftlichen Ergebnis der Messegesellschaft bei?
4.1.2 Welche Kennzahlen mindern das betriebswirtschaftliche Ergebnis der Messegesellschaft oder stellen eine mögliche Gefährdung des Erfolgs dar?
4.1.3 Welche Kennzahlen stellen einen direkten Nutzen für die Messestadt dar?
4.1.4 Welche Kennzahlen stellen Kosten für die Stadt dar?
4.2 Mögliche Spannungsfelder
4.2.1 Anreize des Messemanagements zu bürokratietheoretischem Verhalten
4.2.2 Primäre Interessen der Gesellschafter
5 Betrachtung der Lage der Messe Augsburg
6 Anforderungen an den Standort bzw. das Umland eines Messeplatzes
7 Fazit und Ausblick
8 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen betriebswirtschaftlichem Messeerfolg und nutzen-kosten-analytischen Indikatoren. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Messegesellschaften trotz turnusbedingter Schwankungen und hoher Investitionskosten für die Standorte rentabel operieren können und welche Rolle dabei regionale Standortinteressen spielen.
- Analyse empirischer Erfolgskennzahlen von Großmesseplätzen.
- Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen von Messen auf das Umland.
- Bewertung von Investitions- und Subventionsmodellen im Messewesen.
- Betrachtung von Zielkonflikten zwischen Messemanagement und Gesellschaftern.
- Fallstudie zur wirtschaftlichen Situation der Messe Augsburg.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Hallenflächen
Die Hallenfläche ist das, was Messegesellschaften an Aussteller vermieten können. Die Hallenfläche stellt also den entscheidenden Grenzfaktor für die Mieteinnahmen dar, sie begrenzen auch die Größe der Veranstaltungen, da alle Aussteller gleichzeitig an der Messe teilnehmen. Ausstellern gilt das Hauptinteresse der Besucher, eine große Messe verspricht mehr Besucher. Zuerst sollen also die Ausstellungskapazitäten der deutschen Messegesellschaften betrachtet werden.
3.2.1.1 Ausstellungskapazitäten in Deutschland
Der AUMA veröffentlicht auf seiner Website unter „Messeplatz Deutschland“ die Ausstellungskapazitäten (brutto) deutscher Messestandorte (siehe Abb. 1). Der Standort Hannover hat somit mit Abstand (auch weltweit) die größten Kapazitäten, gefolgt von Frankfurt, Köln, Düsseldorf und München. München sticht durch sein sehr großes Freigelände von 253.000m² (Stand: 1.1.2006) heraus.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Darstellung der wachsenden Anzahl regionaler Messezentren und der damit verbundenen Erwartungen an wirtschaftliche Belebung sowie die Relevanz der Messung von Erfolgsindikatoren.
2 Grundlagen: Definition grundlegender Begriffe der Messewirtschaft und Darstellung der diversen Funktionen von Messen aus überwirtschaftlicher und einzelwirtschaftlicher Sicht.
3 Empirische Datengrundlage: Detaillierte Analyse von Kennzahlen wie Hallenkapazität, Auslastung und Umsatz bei den fünf großen deutschen Messegesellschaften sowie eine spezifische Betrachtung der Messe Augsburg.
4 Theoretischer Hintergrund: Systematische Erörterung der Kennzahlen in Bezug auf ihre Auswirkung auf das betriebswirtschaftliche Ergebnis und die Identifikation von Zielkonflikten (Spannungsfeldern).
5 Betrachtung der Lage der Messe Augsburg: Anwendung der Erkenntnisse auf den Standort Augsburg unter Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten und Herausforderungen bei der Akquise internationaler Messen.
6 Anforderungen an den Standort bzw. das Umland eines Messeplatzes: Diskussion notwendiger infrastruktureller Rahmenbedingungen für Messestandorte und die Balance zwischen Kapazitätsausweitung und Vermeidung von Auslastungsproblemen.
7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Erfolgsmessung und Empfehlungen zur strategischen Positionierung von Messegesellschaften.
Schlüsselwörter
Messemanagement, Hallenauslastung, Messestandort, Erfolgskennzahlen, Umwegrentabilität, Messe Augsburg, Standortstärkung, Betriebsergebnis, Investitionen, Messeinfrastruktur, Internationalität, Veranstaltungszahlen, Gesellschafterinteresse, Wirtschaftsfoerderung, Standortfaktor.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen dem Erfolg einer Messegesellschaft und den verschiedenen Indikatoren, die sowohl aus betriebswirtschaftlicher als auch aus volkswirtschaftlicher Sicht relevant sind.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen Hallenkapazitäten, Auslastungsgrade, Umsatzentwicklung, Investitionsstrategien und die ökonomischen Impulse für die Standortregion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu erörtern, ob und wie Messegesellschaften ihre Rentabilität sichern und welche Rolle die oft widersprüchlichen Interessen der öffentlichen Gesellschafter spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine empirisch-analytische Arbeit, die auf Basis von Geschäftsberichten, AUMA-Daten und Fachliteratur einen Leistungsvergleich führender Messeplätze durchführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende empirische Datenaufnahme der deutschen Messelandschaft und eine theoretische Erörterung der Kennzahlen hinsichtlich ihrer Nutzen- und Kostenstruktur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Messemanagement, Standortstärkung, Umwegrentabilität, Hallenauslastung und betriebswirtschaftliche Indikatoren.
Warum wird die Messe Augsburg als Fallbeispiel gewählt?
Die Messe Augsburg dient als regionaler Vergleichspunkt, um die Herausforderungen kleinerer Messestandorte und den Einfluss politischer Steuerung auf das Messemanagement zu verdeutlichen.
Wie bewertet der Autor den Einfluss von Investitionszuschüssen?
Investitionen werden kritisch betrachtet; sie sind für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit notwendig, können aber bei geringer Auslastung zu einer dauerhaften Belastung der öffentlichen Haushalte führen.
- Quote paper
- Astrid Giebel (Author), 2007, Messemanagement: Erfolg und Misserfolg im Spannungsfeld zwischen betriebswirtschaftlichen und nutzen-kosten-analytischen Indikatoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81722