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Fürstengewalt und Lehenswesen im deutschen Mittelalter

Title: Fürstengewalt und Lehenswesen im deutschen Mittelalter

Term Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Björn Saemann (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Im Verlaufe dieser Arbeit befasse ich mich mit dem Kurfürstentum sowie dem deutschen Lehenwesen, seiner Struktur, seiner Herkunft und seiner Bedeutung. Insbesondere interessiert mich die Fragestellung, in welchem Bezug Lehenswesen und Fürstentum zueinander standen. War das Lehenswesen eine Stärkung oder eine Schwächung der Position der Fürsten gegenüber dem König?

Ursprünglich bezeichnete das Wort Lehen“ lediglich „etwas Geliehenes“. Abgeleitet ist es von dem althochdeutschen „Lehan“ oder dem mittelhochdeutschem „lehen, lên, leyn“ (leihen). Oft wird es auch „Lehnswesen“ geschrieben. Die lateinische Entsprechung ist einigen Quellen nach „feudum, beneficium, praedium“. Der Ursprung des Wortes „feudum“ ist strittig: Entweder kommt es, wie schon erwähnt, aus dem Lateinischen von dem dem lat. „fides“ (Treue) oder von dem althochdeutschem „feo“ (Vieh, Gut). Andere Quellen besagen, dass es mit dem althochdeutschen Wort „fihu“ verwandt sei. Demnach würde es ursprünglich nicht den Grundbesitz bezeichnen, sondern lediglich bewegliche Güter. Vom Wort „Feudum“ wird die Bezeichnung „Feudalismus“ abgeleitet. Feudalismus ist ein weiteres – insbesondere in der marxistischen Geschichtstheorie gebräuchlichen- Synonym für Lehenswesen. Abgeleitet von dem Wort „beneficium“ war im 19. Jahrhundert auch die Bezeichnung „Benefizialwesen“ gebräuchlich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I.) Einleitung

II.) Lehenswesen

II.a.) Wortherkunft und Wortverwandtschaft

II.b.) Die Anfänge des Lehenswesens

II.c.) Die Kommendation

II.d.) Das Karolingische Lehenswesen

II.e.) Rangerhöhung der Vasallen

II.f.) Die Lehensordnung des Karolingischen Lehenswesens

III.) Fürsten

III.a.) Fürstenarten

III.b.) Kurfürsten

III.c.) Die goldene Bulle

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Hausarbeit untersucht die strukturelle Entwicklung und die historische Bedeutung des Lehenswesens sowie des Kurfürstentums im deutschen Mittelalter, wobei insbesondere der wechselseitige Einfluss dieser beiden Institutionen auf die Machtverhältnisse zwischen König und Fürsten analysiert wird.

  • Ursprung und Etymologie des Lehenswesens
  • Die historische Entstehung der Kommendation und des karolingischen Lehenssystems
  • Entwicklung und politische Macht der Fürsten und Kurfürsten
  • Die Bedeutung der Goldenen Bulle von 1356 als grundlegendes Rechtsdokument
  • Analyse der Machtverschiebung zugunsten der Fürsten gegenüber dem Königtum

Auszug aus dem Buch

II.c.) Die Kommendation

Der Rechtsakt, unter welchem ein freier Mann in die Abhängigkeit eines anderen trat, wurde Kommendation oder commendatio genannt. In der Formelsammlung „Formulare Turonenses“, welche im 8. Jahrhundert in Tours verfasst wurde, gab es eine Formel (d.h. Urkunde ohne konkrete Angaben wie Zeit, Namen, Ort, also eine Art Vorlage), die die Pflichten des in Abhängigkeit tretenden Mannes und die Strafen für einen Vertragsbruch festlegte. Aus der Urkunde ist ersichtlich, dass es immer ein zweiseitiger Vertrag war, in dem beide Parteien Pflichten hatten, welche es einzuhalten galt:

Der Kommendierte war Gehorsam und Dienst dem Herren gegenüber schuldig und der Herr Nahrung und Kleidung dem Kommendierten gegenüber. (Die Übersetzung der Urkunde befindet sich im Anhang der Hausarbeit) Der Vertrag selber wurde „mündlich und nach einem Ritual geschlossen“, wahrscheinlich mit einem Treueid. Meist wurde der Kommendierte vom Herrn direkt unterhalten, entweder indem er ihn auf seinem Gut leben ließ oder ihm eine Art „Alimente“ zahlte.

Eine andere Möglichkeit – die insbesondere später immer häufiger wurde - war dem Kommendierten Land zu überlassen. Dies konnte ihm geschenkt werden, aber weit häufiger war es, dass es ihm für einen längeren Zeitraum – oft auf Lebensdauer – geliehen wurde. So konnte er selbst für seinen Unterhalt sorgen. Dies wurde als Leihe bezeichnet. Für diese Leihe waren allerdings recht hohe Abgaben vom Beliehenen zu erbringen, was ihn zusätzlich belastete. Es gab jedoch auch andere Leihen, die daher besonders waren, dass sie den Beliehenen nicht belasteten. Diese wurde oft als Benefizium (vom lat. Beneficium = Wohltat) bezeichnet, weil sie eine Wohltat für den Beliehenen waren. Oft mussten nicht einmal Zinsen für das Land gezahlt werden. Zusammentreffen der Institution der Vassalität und der des Benefiziums waren allerdings in der Merowingerzeit außergewöhnlich. Erst später wurden diese Institutionen vereinigt.

Zusammenfassung der Kapitel

I.) Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach dem Einfluss des Lehenswesens auf die Stärkung oder Schwächung der fürstlichen Position gegenüber dem König vor.

II.) Lehenswesen: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Herkunft sowie die historische Entwicklung des Lehenswesens von den Anfängen in der Merowingerzeit bis zur formalisierten karolingischen Lehensordnung.

III.) Fürsten: Hier werden die verschiedenen Ränge des Adels, die exklusive Rolle der Kurfürsten bei der Königswahl und die rechtliche Bedeutung der Goldenen Bulle dargelegt.

Schlüsselwörter

Lehenswesen, Fürstentum, Kommendation, Vasallität, Benefizium, Kurfürsten, Goldene Bulle, Mittelalter, Lehensordnung, Königswahl, Grundbesitz, Feudalismus, Allodium, Kaisertum, Machtstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der Struktur und Herkunft des deutschen Lehenswesens und untersucht, wie dieses System die Machtverhältnisse zwischen dem König und den Fürsten im Mittelalter beeinflusste.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Etymologie des Lehensbegriffs, der Rechtsakt der Kommendation, das karolingische Lehenssystem sowie die Entwicklung und politische Rolle der Kurfürsten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob das Lehenswesen primär zur Stärkung oder Schwächung der fürstlichen Position gegenüber der königlichen Macht beigetragen hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine historische Analyse von Primär- und Sekundärquellen, um die strukturellen Zusammenhänge des Lehenswesens und die Bedeutung rechtlicher Formelsammlungen nachzuvollziehen.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der lehenswesenbezogenen Abläufe und die detaillierte Betrachtung der verschiedenen Fürstenarten und deren politische Autonomie.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lehenswesen, Kurfürstentum, Vasallität, Goldene Bulle und die Machtverschiebung zwischen Herrschern und deren Lehnsleuten charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt der Goldenen Bulle von 1356 zu?

Sie gilt als das wichtigste Grundgesetz des Heiligen Römischen Reiches, da sie die Wahl der römisch-deutschen Könige durch die Kurfürsten formalisierte und somit deren Machtstellung institutionalisierte.

Wie veränderte sich die Rolle der Vasallen im Laufe der Zeit?

Ursprünglich von niedrigem sozialem Rang, stieg das Ansehen der Vasallen durch den wachsenden Grundbesitz und ihre Fähigkeit, eigene bewaffnete Einheiten zu unterhalten, stark an, was sie zu einflussreichen Akteuren machte.

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Details

Title
Fürstengewalt und Lehenswesen im deutschen Mittelalter
College
University of Hildesheim  (Institut für Geschichte)
Course
Einführung in die Geschichte Teil 1. Antike Mittelalter - Das Weltbild des Mittelalters
Grade
1,7
Author
Björn Saemann (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V81730
ISBN (eBook)
9783638877589
ISBN (Book)
9783638877671
Language
German
Tags
Fürstengewalt Lehenswesen Mittelalter Einführung Geschichte Teil Antike Mittelalter Weltbild Mittelalters Goldene Bulle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Björn Saemann (Author), 2007, Fürstengewalt und Lehenswesen im deutschen Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81730
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