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Kriminalliteratur in der Deutschen Demokratischen Republik als Spiegel der politischen Verhältnisse

Title: Kriminalliteratur in der Deutschen Demokratischen Republik als Spiegel der politischen Verhältnisse

Seminar Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Julia Mrosek (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Wenn man wirklich etwas über DDR-Wirklichkeit erfahren will, muss man zum Krimi greifen.“ (Hartmut Mechtel) Nicht nur dieses Zitat, sondern auch die Tatsache, dass zu Zeiten der DDR beträchtlich wenig Kriminalliteratur veröffentlich wurde, machte mich auf dieses Themengebiet neugierig. Inwieweit hatte die Regierung Einfluss auf die Verfassung und Veröffentlichung von Kriminalliteratur? Und wie sehr wurden die Schriftsteller in ihrem Schaffen dadurch eingeschränkt?
Dazu möchte ich in meiner Hausarbeit auf die politisch festgelegten, externen Einwirkungen auf das Entstehen der Kriminalliteratur, die von deutschen Autoren in der DDR verfasst und veröffentlicht wurde, eingehen und mich dabei auch auf dem Gebiet der Kulturpolitik und Literaturgeschichte der DDR bewegen. Auf der anderen Seite interessieren mich aber auch Auswirkungen auf werkimmanente Eigenschaften des Genres dieser Zeit und so werde ich mich außerdem den typischen Elementen des Kriminalromans (Handlungszeit, -raum und Personen) zuwenden. Besonders hinsichtlich dieser beziehe ich mich auf die Arbeit von Anselm Dworak, ein Autor, der sich mit einer breiter angelegten Arbeit mit diesem Themenfeld auseinander setzte und seine Thesen in seinem Werk Der Kriminalroman der DDR umfassend wissenschaftlich verifiziert.
Dazu werde ich selbst den Roman Der todsichere Tip von Günter Prodöhl im Hinblick auf die zunächst dargestellten Eigenschaften und Merkmale untersuchen. Zeitlich beschränken sich die Informationen also hinsichtlich der Geschichte auf die gesamte Zeit des Bestehens der DDR, in Bezug auf die werkimmanenten Eigenschaften des Kriminalromans auf die Jahre 1952 bis 1970 und der analysierte Roman wurde im Jahre 1958 veröffentlicht. Insgesamt liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit also auf den Kriminalromanen der Anfangszeit der DDR-Literatur. Ich denke diese Seminararbeit bildet eine bereichernde Ergänzung zu den im Seminar behandelten Themenfeldern und Gebieten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Externe Faktoren, die auf die Entstehung von Kriminalliteratur der DDR eingewirkt haben

2.1 Literatur und Politik im Überblick der Geschichte der DDR

2.2 Schreibsituationen für Autoren der DDR

2.3 Politik und Verlagswesen

3 Typische werkimmanente Merkmale des Kriminalromans der DDR

3.1 Handlungsraum und Handlungszeit

3.2 Die Verbrecher und Verbrechen

3.3 Die Opfer

3.4 Die Detektive

4 Günter Prodöhl: Der todsichere Tipp

5 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der DDR-Kulturpolitik auf die Entstehung und Gestaltung von Kriminalliteratur. Dabei wird analysiert, inwieweit staatliche Reglementierungen die literarische Freiheit einschränkten und welche typischen, politisch motivierten Merkmale das Genre in der Anfangszeit der DDR prägten, unter besonderer Betrachtung des Romans "Der todsichere Tipp" von Günter Prodöhl.

  • Historische Rahmenbedingungen und kulturpolitische Einflussnahme in der DDR
  • Reglementierungen des Verlagswesens und die Rolle der Zensur
  • Werkimmanente Merkmale wie Handlungsraum, Täter- und Detektivfiguren
  • Analyse des Kriminalromans "Der todsichere Tipp" im Hinblick auf staatliche Vorgaben
  • Wechselwirkung zwischen Literatur und der politisch gewünschten ideologischen Erziehung

Auszug aus dem Buch

3.1 Handlungsraum und Handlungszeit

Um die gegensätzliche Darstellung der faschistischen und sozialistischen Begebenheiten unterstreichen zu können, spielen fast alle ostdeutschen Kriminalromane in zwei politisch unterschiedlich vertretenen Gebieten. Handlungsraum und –zeit werden durch die erforderte realistische Darstellung festgelegt: Bis zum Jahre 1961 sind die DDR und Westberlin Haupthandlungsräume; nach der Schließung der Grenze sind die DDR und die Bundesrepublik Deutschland oder auch die Tschechoslowakei, die ebenfalls den sozialistischen Staat vertritt und die Bundesrepublik Deutschland Schauplatz der Verbrechen.

Dabei wird das Verbrechen immer im Nebenhandlungsraum, dass heißt in dem Raum, der maximal 20 Prozent der Erzählzeit einnimmt, geplant und von dort aus gesteuert. Nicht so oft können exotische Handlungsräume, wie etwa Hongkong in den Krimis beobachtet werden. Insgesamt dominiert die DDR als Schauplatz der Handlungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Forschungsinteresse an der DDR-Kriminalliteratur und stellt die zentrale Fragestellung nach dem staatlichen Einfluss auf Autoren und Veröffentlichungen vor.

2 Externe Faktoren, die auf die Entstehung von Kriminalliteratur der DDR eingewirkt haben: Dieses Kapitel analysiert die kulturpolitischen Rahmenbedingungen, die Rolle des Sozialistischen Realismus sowie die restriktiven Bedingungen für Schriftsteller und Verlage in der DDR.

3 Typische werkimmanente Merkmale des Kriminalromans der DDR: Hier werden die strukturellen Charakteristika der DDR-Krimis untersucht, insbesondere hinsichtlich der Handlungsorte, der Rollenbilder von Täter und Detektiv sowie der spezifischen Opferdarstellung.

4 Günter Prodöhl: Der todsichere Tipp: Dieses Kapitel dient der praktischen Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf den Roman von Günter Prodöhl, wobei die Übereinstimmung mit den ideologischen Vorgaben geprüft wird.

5 Fazit: Das Fazit resümiert die starke politische Instrumentalisierung des Genres und stellt fest, dass die restriktiven Vorgaben zwar die inhaltliche Kreativität einschränkten, das Genre aber dennoch ein Spiegel der Zeit blieb.

Schlüsselwörter

DDR-Kriminalliteratur, Sozialistischer Realismus, Kulturpolitik, Zensur, Verlagswesen, DDR, Kriminalroman, Günter Prodöhl, Literaturgeschichte, Ideologie, Handlungsraum, Volkspolizei, Literatur, Staatsvertrag, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie sich die politische Situation und die ideologischen Vorgaben in der DDR auf die Entstehung und Ausgestaltung der dort publizierten Kriminalliteratur auswirkten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Einflussnahme von Politik und Staat auf den Kulturbetrieb, die Funktion der Zensur und die spezifische Ausprägung literarischer Elemente im Kriminalroman.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Literatur unter staatlichem Druck inhaltlich geformt wurde und ob die Kriminalromane der DDR tatsächlich als "Spiegel der politischen Verhältnisse" fungierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen aus der Literaturgeschichte mit einer inhaltlichen Untersuchung eines konkreten Primärtextes kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Im Hauptteil werden neben den historischen und politischen Rahmenbedingungen insbesondere die werkimmanenten Merkmale wie Handlungsraum, Tätertypen, Opferrollen und die Darstellung der Ermittler analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie DDR-Kriminalliteratur, Sozialistischer Realismus, kulturpolitische Reglementierung und Literaturgeschichte definieren.

Warum wird gerade der Roman "Der todsichere Tipp" von Günter Prodöhl für die Analyse ausgewählt?

Der Roman dient als Fallbeispiel, da er im Jahr 1958 veröffentlicht wurde und sich somit ideal eignet, um die in der Theorie postulierten Merkmale der frühen DDR-Kriminalliteratur empirisch zu verifizieren.

Inwieweit beeinflusste der Bau der Mauer die inhaltliche Gestaltung der Kriminalromane?

Das Kapitel erläutert, dass mit der Grenzschließung 1961 das Motiv des "Agenten- und Schieberromans", das auf offenen Grenzen basierte, an Relevanz verlor und die Literatur daraufhin einem neuen, stärker reglementierten Handlungsmuster folgen musste.

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Details

Title
Kriminalliteratur in der Deutschen Demokratischen Republik als Spiegel der politischen Verhältnisse
College
University of Wuppertal
Course
Verbrechen in Literatur
Grade
2,0
Author
Julia Mrosek (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V81798
ISBN (eBook)
9783638885300
ISBN (Book)
9783638886710
Language
German
Tags
Kriminalliteratur Deutschen Demokratischen Republik Spiegel Verhältnisse Verbrechen Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Mrosek (Author), 2006, Kriminalliteratur in der Deutschen Demokratischen Republik als Spiegel der politischen Verhältnisse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81798
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