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Evolution statt Revolution - Immanuel Kants Staatsbegriff im Streit der Fakultäten

Title: Evolution statt Revolution - Immanuel Kants Staatsbegriff im Streit der Fakultäten

Term Paper , 2006 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Konrad Schellbach (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Im Streit der Fakultäten, der letzten publizierten Schrift Immanuel Kants, wendet sich der Königsberger Philosoph gegen eine politisch und religiös motivierte Staatsintervention in die akademische Pressefreiheit. Nach dem Tod von Friedrich dem Großen und dem Machtantritt von dessen Nachfolger Friedrich Wilhelm II, 1786, änderte sich die für damalige Verhältnisse liberal geprägte preußische Publikationslandschaft ins Gegenteil. Diesen Sachverhalt nahm Kant zum Anlass, eine Reihe geschichtsphilosophischer Schriften in seinem Spätwerk zu verfassen, die sich mit der Neudefinition des Staatsbegriffs und der Frage des menschlichen Fortschritts zum Besseren beschäftigen.
Unter Berücksichtigung meiner Primärquellen „Der Streit der Fakultäten, zweiter Abschnitt, der Streit der Philosophischen Fakultät mit der Juristischen“, dem Vorgängerwerk „Zum Ewigen Frieden“ sowie einschlägiger Sekundärliteratur bin ich der Fragestellung nachgegangen, wie sich Kants Staatsbegriff definiert und wie er sich den Weg zu einer für ihn idealen republikanischen Staatsform vorstellt.
In den ersten beiden Teilen der Arbeit versuche ich, die Differenzen zwischen Juristen und Philosophen aufzuzeigen sowie die ihnen von Kant zugedachte Rolle in der Gesellschaft zu beschreiben. Den Schwerpunkt der Arbeit sehe ich jedoch in der folgenden Betrachtung von Kants Staatsphilosophie sowie der Untersuchung des von ihm erdachten Lösungsweges zur Erreichung ebendieser.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Streit der Juristischen mit der Philosophischen Fakultät

2. 1. Kants Darstellung der Juristischen Fakultät

2. 2. Kants Darstellung der Philosophischen Fakultät

3. Evolution statt Revolution

3. 1. Kants Staatsbegriff

3. 2. Kants Weg zur Republik

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Staats- und Republikverständnis Immanuel Kants mit besonderem Fokus auf sein Spätwerk „Der Streit der Fakultäten“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kant den Übergang von despotischen Regierungsformen zu einer idealen republikanischen Staatsordnung durch einen evolutionären Prozess der Aufklärung und Reformen statt durch gewaltsame Revolutionen begründet.

  • Kants Kritik an der Rolle der juristischen Fakultät als „Werkzeug der Regierung“
  • Die philosophische Fakultät als unabhängige Instanz und Sprecherin des Volkes
  • Die Differenzierung zwischen autokratischer Herrschaft und republikanischem Geist
  • Die Ablehnung revolutionärer Umstürze zugunsten einer evolutionären Staatsentwicklung
  • Die Bedeutung der Presse- und Publizitätsfreiheit für den menschlichen Fortschritt

Auszug aus dem Buch

3. 1. Kants Staatsbegriff

In seinem Werk „Zum Ewigen Frieden“ formuliert der Königsberger Philosoph eine umfassende Beschreibung seiner Staatsvorstellung. „Die Formen des Staats (civitas) können entweder nach dem Unterschiede der Personen, welche die oberste Staatsgewalt inne haben, oder nach der Regierungsart des Volks durch sein Oberhaupt, er mag sein welcher er wolle, eingeteilt werden.“ Die Erstere bezieht sich auf die Unterscheidung zwischen der Autokratie, Aristokratie und Demokratie. Bei der Form der Regierungsart hingegen gibt es bei Kant nur die republikanische oder despotische Weise des Handelns.

Doch wie präzise gestaltet sich seine Staatsvorstellung? Die Antwort liefert Kant im Streit der Fakultäten. Er nennt dort zwei Stellen, die die Charakteristik seines Staates, welche es nun näher zu untersuchen gilt, näher beschreiben. Zum einen schreibt er „Autokratisch herrschen, und dabei doch republikanisch, d.h., im Geiste des Republikanism und nach einer Analogie mit demselben, regieren, ist das, was ein Volk mit seiner Verfassung zufrieden macht.“ und zum anderen „Pflicht der Monarchen, ob sie gleich autokratisch herrschen, dennoch republikanisch (nicht demokratisch) zu regieren [...].“. Hierbei wird klar, dass es sich bei Kants Staatsbegriff um die Republik bzw. um die Durchsetzung der republikanischen Ideale in einer Regierung handelt. Demnach muss die Verfassung eines Staates nach den Richtlinie aufgebaut sein, welche aus der Freiheit und Gleichheit, allerdings auch gemeinschaftlichen Abhängigkeit der Menschen vor dem Gesetzt besteht.

Im Republikanismus ist der Einzelne folgend Mitgesetzgeber der Verfassung. Immanuel Kant schränkt aber gleichzeitig diese Tatsache wieder ein, in dem er Kriterien zur Mitbestimmung festlegt. „An der Erarbeitung und Verabschiedung der Gesetzte, also an politische Autonomie im ungeschmälerten Sinne, soll nach diesem Anwendungsdiskurs nur teilhaben, wer gesellschaftlich unabhängig, also auch sozial-ökonomisch autonom ist.“ Dies grenzt Frauen aber ebenso abhängige Beschäftigte und Besitzlose aller Art vom Mitgestaltungsprozess aus. Diese Personen haben nach Kant kein Stimmrecht als Staatsbürger und wirken deshalb an der Festlegung der öffentlichen Regeln, die für alle verbindlich sind, nicht mit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Fragestellung ein, wie Kant den Staats- und Republikbegriff vor dem Hintergrund der Einschränkung der akademischen Freiheit in Preußen definiert.

2. Streit der Juristischen mit der Philosophischen Fakultät: Hier werden die gegensätzlichen Rollen der Fakultäten analysiert, wobei Juristen als verlängerter Arm der Regierung und Philosophen als unabhängige Aufklärer dargestellt werden.

3. Evolution statt Revolution: Dieses Kapitel erläutert Kants Staatsmodell als System der Friedenssicherung und begründet, warum stufenweise Reformen („Evolution“) gewaltsamen Revolutionen vorzuziehen sind.

4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert Kants Staatsphilosophie und kritisiert dabei die von Kant vorgenommene soziale Exklusion bestimmter Bevölkerungsgruppen von der politischen Teilhabe.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Streit der Fakultäten, Staatsbegriff, Republikanismus, Evolution, Revolution, Aufklärung, Philosophische Fakultät, Juristische Fakultät, Publizitätsfreiheit, politische Autonomie, Despotismus, Friedenssicherung, Staatsphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Staatsverständnis von Immanuel Kant, insbesondere wie er in seinem Spätwerk den Weg zu einer republikanischen Staatsform durch Reformen statt durch Umbrüche konzipiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Universität im Staat, das Spannungsfeld zwischen Freiheit und staatlicher Zensur sowie die philosophische Legitimation politischer Macht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Kant den „Weg zur Republik“ innerhalb seiner geschichtsphilosophischen Schriften theoretisch herleitet und mit historischen Ereignissen wie der Französischen Revolution verknüpft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer textkritischen Analyse von Kants Primärquellen, ergänzt durch relevante politikwissenschaftliche Sekundärliteratur zur Interpretation seiner Schriften.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der universitären Fakultätenhierarchie und die detaillierte Darstellung von Kants Konzept des evolutionären Fortschritts zum republikanischen Staat.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören die Unterscheidung zwischen Evolution und Revolution, der Republikanismus, das Primat der Publizität und die Forderung nach politischer Autonomie.

Wie bewertet Kant laut der Arbeit die Französische Revolution?

Kant sieht in der Revolution einerseits ein bedeutendes historisches Ereignis, lehnt aber den gewaltsamen Umsturz strikt ab, da er eine ungerechte Praxis darstellt und die Gefahr der „Pöbelherrschaft“ birgt.

Warum schließt Kant bestimmte Gruppen von der politischen Mitbestimmung aus?

Kant verknüpft die politische Teilhabe mit der sozialen Unabhängigkeit. Er befürchtet, dass ungebildete oder von anderen abhängige Personen leicht manipulierbar sind und den Fortschritt zum Besseren durch irrationalen Enthusiasmus gefährden könnten.

Welche Rolle spielt die „Publizitätsfreiheit“ für Kants Staatsmodell?

Die Publizitätsfreiheit ist für Kant unerlässlich, da nur durch die öffentliche Diskussion von Ideen durch Philosophen ein Fortschritt der Menschheit zum Besseren erreicht werden kann; Zensur wird daher als massives Hindernis betrachtet.

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Details

Title
Evolution statt Revolution - Immanuel Kants Staatsbegriff im Streit der Fakultäten
College
University of Potsdam
Grade
1,3
Author
Konrad Schellbach (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V81848
ISBN (eBook)
9783638884044
Language
German
Tags
Evolution Revolution Immanuel Kants Staatsbegriff Streit Fakultäten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Konrad Schellbach (Author), 2006, Evolution statt Revolution - Immanuel Kants Staatsbegriff im Streit der Fakultäten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81848
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