Bei der Betrachtung der tagesaktuellen Wirtschaftsmeldungen wird deutlich: Die Gesamtdynamik ist substantiell angestiegen. Aufgrund der Globalisierung, wirtschaftliche Veränderungen wie auch technologischer Innovationen kommt es zu veränderten Kundenverhalten, auf das Unternehmen reagieren müssen. Das neue Wettbewerbsumfeld führt zu neuartigen Marktstrukturen und zwingt somit die Unternehmen zu Veränderungen auf allen Unternehmensebenen. Um in einem derartigen Umfeld erfolgreich agieren zu können, müssen Unternehmen sich ändern und weiterentwickeln, um ihre Wettbewerbsfähig zu erhalten. In diesem Kontext gewinnt das Change Management zunehmend an Bedeutung - ist aber aufgrund komplexer Prozesse oft nur schwer in Unternehmensabläufe zu integrieren. Über Erfolg oder Misserfolg eines Veränderungsprozesses entscheiden viele Aspekte. Dabei nimmt die Kommunikation eine wichtige Rolle ein. Die Arbeit beabsichtigt, durch eine systematische Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstandes zur Strukturierung des Untersuchungsgegenstandes beizutragen sowie das identifizierte Defizit des Forschungsbereichs aufzugreifen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, neben der Evaluation der bestehenden theoretischen Modelle, eine Metaanalyse der existierenden empirischen und theoretischen Studien vorzunehmen. Durch die Integration beider Ergebnisse sollen als Grundlage für weitere Untersuchungen in diesem Forschungsfeld geschaffen werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Struktur und Methodik
2 Theoretischer Bezugsrahmen: Kommunikation im Change Management
2.1 Change Management
2.2 Kommunikation im Change Management
2.2.1 Relevante Stakeholder-Gruppen in der Veränderungskommunikation
2.2.2 Verhaltens- und Einstellungsveränderung bei Mitarbeiter und Führungskräfte als ein Ziel der Veränderungskommunikation
2.2.3 Ein weiterer Aspekt in der Veränderungskommunikation: Informelle Kommunikation
2.2.4 Das Best-Practice-Modell der Veränderungskommunikation nach Barrett (2002)
2.2.5 Evaluation der Veränderungskommunikation
3 Kommunikation im Change Management – eine qualitative Metaanalyse
3.1 Die Methodik der Metaanalyse
3.1.1 Begrifferklärung
3.1.2 Kritische Betrachtung der Methodik
3.1.3 Aufbau der Metaanalyse
3.2 Metaanalyse des derzeitigen Forschungsstandes in der Veränderungskommunikation
3.2.1 Forschungsfrage und Abgrenzung des Forschungsbereiches
3.2.2 Auswahlkriterien der untersuchten Publikation
3.2.3 Auswertungskriterien für die Metaanalyse
3.2.4 Deskriptive Auswertung der Beiträge
3.3 Ergebnisse der Metaanalyse
3.3.1 Theoretische Beiträge
3.3.2 Empirische Artikel und Studien
3.3.3 Fallstudien
3.4 Interpretation der Ergebnisse
3.5 Abschliessende Betrachtung und Implikation für die Forschung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, durch eine systematische qualitative Metaanalyse den aktuellen Forschungsstand zur Kommunikation im Change Management aufzuarbeiten, theoretische Modelle zu evaluieren und Defizite in der existierenden Fachliteratur aufzudecken, um als Grundlage für zukünftige Untersuchungen zu dienen.
- Strukturierung des Untersuchungsgegenstandes „Kommunikation im Change Management“.
- Evaluation bestehender theoretischer Modelle und Konzepte.
- Metaanalyse empirischer Studien zur Identifikation von Best-Practice-Ansätzen.
- Analyse der Rolle verschiedener Stakeholder-Gruppen in Veränderungsprozessen.
- Untersuchung von Kommunikationsinstrumenten und Evaluationsmethoden in Change-Projekten.
Auszug aus dem Buch
Das Drei-Phasen-Modell nach Lewin (1952)
Als grundlegendes Modell der gesamten Change Managementforschung wird die Arbeit von Kurt Lewin erachtet. Der Sozialpsychologe entwickelte 1952 ein Modell zum organisatorischen Wandel und somit auch zum Change Management, welches heute noch der Wissenschaft als Grundlage für neuere Modelle dient (Greif et al. 2004: 56).
Das Modell ist in drei Phasen unterteilt. In der ersten Phase Unfreeze werden bestehende Strukturen und Prozesse „aufgetaut“. Die zweite Phase Move führt zur Umsetzung der Veränderungen, während in der dritten Phase, auch Freeze-Phase, diese Veränderungen wieder eingefroren werden, also wieder in Strukturen und Prozessen übernommen werden.
Trotz seiner Bedeutung für die Organisationspsychologie muss das Modell auch kritisch betrachtet werden. Zum einen konnte es empirisch nicht nachgewiesen werden, zum anderen wird nicht deutlich, ob die Phasen gleichzeitig oder aufeinander folgend ablaufen. Ferner werden die genauen Grenzen beziehungsweise Übergange nicht verdeutlicht. Als Konstante in seinem Modell sieht Lewin den Widerstand, denn durch Veränderung werden bei den betroffenen Personen, in diesem Fall die Mitarbeiter, Gewohnheiten gestört. Dieser Aspekt ist heute noch aktuell. Wiederum muss kritisiert werden, dass in früheren Modellen der Organisationsentwicklung, wie auch in dem Drei-Phasen-Modell von Lewin, Mitarbeiter nicht als aktiver Part in Veränderungsprozessen gesehen werden, sondern als Gegenstand der Veränderung (Greif et al. 2004: 57).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert die Relevanz des Change Managements in einer dynamischen Wirtschaft und legt die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen der Metaanalyse fest.
2 Theoretischer Bezugsrahmen: Kommunikation im Change Management: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund, einschließlich der Rolle von Stakeholdern, Ansätzen zur Verhaltensänderung und bewährten Modellen wie dem von Barrett.
3 Kommunikation im Change Management – eine qualitative Metaanalyse: Das Hauptkapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise der Metaanalyse und analysiert 29 ausgewählte Studien hinsichtlich ihrer Inhalte, Instrumente und Evaluationsansätze.
Schlüsselwörter
Change Management, Veränderungskommunikation, Metaanalyse, Stakeholder, Organisationsentwicklung, Unternehmenskultur, Change Agents, Interne Kommunikation, Evaluationsmethoden, Widerstand, Führungskräfte, Mitarbeiter, Kommunikationsstrategie, Unternehmenswandel, Organisationskommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Rolle der Kommunikation innerhalb von Veränderungsprozessen in Unternehmen, dem sogenannten Change Management.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der theoretische Bezugsrahmen von Change-Kommunikation, die Identifikation von Stakeholder-Gruppen, der Einsatz von Kommunikationsinstrumenten und die Notwendigkeit der Evaluation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand systematisch aufzuarbeiten und durch eine qualitative Metaanalyse bestehende Defizite sowie zukünftige Forschungsfelder zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin führt eine qualitative Metaanalyse durch, bei der 29 relevante Publikationen nach methodischen Clustern (theoretische Arbeiten, empirische Studien, Fallstudien) kategorisiert und ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen definiert und anschließend die 29 ausgewählten Fachartikel systematisch analysiert, um Muster in Bezug auf Ziele, Stakeholder, Inhalte und Evaluation der Kommunikation zu erkennen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Change Management, Veränderungskommunikation, Change Agents, Stakeholder-Analyse und Metaanalyse.
Welche Kritik übt die Autorin am Forschungsstand?
Die Autorin kritisiert insbesondere die unzureichende Behandlung des Evaluationsaspektes in der untersuchten Literatur, da prozessbegleitende Erfolgskontrollen oft fehlen oder methodisch fragwürdig sind.
Was ist die Rolle von "Change Agents"?
Die Arbeit identifiziert Change Agents (Mitarbeiter und Führungskräfte) als essenziell, um die Akzeptanzspirale in Bewegung zu setzen und Veränderungsprozesse erfolgreich durch alle Hierarchiestufen zu kommunizieren.
- Quote paper
- Arzu Cevatli (Author), 2007, Kommunikation im Change Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81893