Lysergsäurediäthylamid - Die Geschichte des LSD


Hausarbeit, 2007

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Die Historie des LSD
2.1 Die Entdeckung des LSD
2.2 LSD als bewusstseinserweiternde Substanz in der Hippiebewegung

3. Weitere Verwendungszwecke von LSD und seinen Inhaltsstoffen

4. Diskussion

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Lysergsäurediäthylamid ist eine Substanz, die die Menschheit schon seit mehreren Jahrhunderten beschäftigt. Heutzutage wird das LSD-25 aber vor allem in den Medien verteufelt und als reine Rauschdroge angesehen. Hieraus ergibt sich die Fragestellung, ob dies tatsächlich der Fall ist, oder ob es auch noch weitere Verwendungen für das LSD gibt, abseits der Rausch- und Partydroge. Um diese Frage zu klären, muss man sich vor allem die Aufsehen erregende Geschichte bis zum vollständigen Verbot 1966 in den USA, bzw. 1971 in Deutschland anschauen.

Dafür wird in Punkt 2 ein kurzer Überblick über die Historie des LSD-Grundstoffs Mutterkorn gegeben. In Punkt 2.1 wird dann auf die Entdeckung von LSD-25 durch Albert Hofmann eingegangen und unter anderem anhand dessen Aufzeichnungen erläutert, wie es zu diesem häufig als „Zufall“ bezeichneten Vorfall kommen konnte. Dabei werden auch schon erste typische Wirkungsmerkmale aufgezeigt, die nach dem Konsum von LSD auftreten können. In Punkt 2.2 wird die Rolle des LSD als bewusstseinserweiternde Substanz in der Hippiebewegung dargestellt und aufgezeigt, wie sie eine ganze Kultur beeinflusste. Die Substanz entwickelte sich zu einem Massenphänomen und brachte eine weitere wichtige Figur in der LSD-Geschichte hervor, deren Bedeutung und Biographie kurz vorgestellt wird: Timothy Leary. Zudem werden weitere wichtige Aspekte beim Konsum von LSD erläutert.

In Punkt 3 werden zusätzliche Verwendungszwecke für das LSD-25 dargestellt, wobei das Hauptaugenmerk bei der Verwendung des LSD zu Psychotherapiezwecken liegt. Doch auch der Missbrauch der Substanz, der Einsatz als Aphrodisiakum und als kreativitätssteigerndes Mittel in der Kunst soll die theoretische und praktische Bandbreite der Verwendungsmöglichkeiten aufzeigen.

In der anschließenden Diskussion in Punkt 4 wird sich mit dem Verbot des LSD auseinandergesetzt und Stellung zu den Verwendungen des Lysergsäurediäthylamids bezogen.

2. Die Historie des LSD

Der Ausgangsstoff zur Herstellung von LSD ist das Mutterkorn (Claviceps purpurea). Hierbei handelt es sich um einen bis zu zwei Zentimeter langen, dunkelvioletten Schlauchpilz, der sich vor allem in heißen und feuchten Sommermonaten auf den Roggenähren festsetzt. Wird dieser Parasit zusammen mit dem Roggen verzehrt, kann dies zu schweren Vergiftungen bei dem Konsumenten führen.

Zwar treten solche Fälle heutzutage nur noch selten auf, da die Ursachen dafür inzwischen bekannt sind, allerdings gab es vom 10. bis 13. Jahrhundert regelrechte Epidemien von Ergotismus, die durch das Mutterkorn ausgelöst wurden. Diese Krankheit wurde auch als „St.-Antonius-Feuer“ bezeichnet, bei der den Erkrankten die Gliedmaßen wie Finger, Hände und Füße abstarben.[1] Der Grund hierfür liegt bei den Mutterkorn-Alkaloiden, die die Blutgefäße zusammenziehen und somit eine ausreichende Durchblutung der Glieder nicht mehr gewährleistet ist. Auch geistige Veränderungen durch eine gestörte Gehirndurchblutung können ein Symptom von Ergotismus sein, weswegen „die Psychologin Linda Caporeal (…) 1976 in „Science“ die These aufgestellt [hat], dass auch die merkwürdigen Hexenprozesse von Salem/Massachusetts eine Folge dieses Antonius-Feuers (…) gewesen seien: Ende 1691 wurden in jenem Städtchen plötzlich acht junge Frauen von einer unerklärlichen Krankheit gepeinigt, die sich durch seltsames Verhalten, Sprachstörungen, unkontrollierte Körperbewegungen und Gesten sowie epilepsieartige Anfälle auszeichneten.“ Als Folge dessen erklärte der Stadtrat diese Frauen als verhext und ließ insgesamt neunzehn Männer und Frauen wegen Hexerei erhängen oder steinigen. Im Jahr 1926/27 ereignete sich in Südrussland der letzte historisch belegte Fall einer Ergotismus-Epidemie. Zwar kam es 1961 im französischen Pont-St. Ésprit zu einer Massenvergiftung, „die in vielen Veröffentlichungen als LSD-Psychose durch Getreideverunreinigungen mit Claviceps purpurea gedeutet wurde“, allerdings stellte sich heraus dass die Ursache hierfür bei der Getreidedesinfektion mit einer Quecksilberverbindung lag.[2]

In früherer Zeit wurde der Grundstoff des LSD-25, das Mutterkorn, von Hebammen in Europa angewendet, um für werdende Mütter die Geburt ihres Kindes zu erleichtern. Hierfür wurden den Frauen geringe Mengen an zermahlenem Mutterkorn verabreicht, woraufhin sich deren Uterus zusammenzog und die bei der Geburt auftretende Blutung verringert wurde. Dieser Vorgang, der durch das im Mutterkorn enthaltene Alkaloid Ergobasin ausgelöst wird, wurde unter anderem aber auch zur Abtreibung eines Kindes genutzt. Da dies allerdings oft schwerwiegende gesundheitliche Folgen für die Schwangeren hatte, wurde das Mutterkorn von Ärzten zumeist erst nach einer Geburt eingesetzt, um nachstehende Blutungen zu unterbinden. Heutzutage wird das Mutterkornalkaloid Dihydroergotamin als Inhaltsstoff für schmerzlindernde Medikamente gegen Migräne eingesetzt.[3]

2.1 Die Entdeckung des LSD

Die gängige Auffassung in mehreren Veröffentlichungen besteht darin, dass die Entdeckung des Lysergsäurediäthylamids purer Zufall war. Der Entdecker dieser Substanz, Albert Hofmann, sieht diese Behauptung selbst allerdings nur als teilweise korrekt an, da er die unerwartete Wirkung des LSD erst 5 Jahre später in einem Selbstversuch entdeckte. Vorausgegangen waren Experimente mit Mutterkorn-Alkaloiden, die zum Ziel hatten, ein Mittel zur Kreislaufanregung (Analeptikum) zu produzieren. So hat nach Hofmanns Auffassung „jede Entdeckung ihre Vorgeschichte, bei der sich im Nachhinein zeigt dass alles so geschehen musste wie es geschah, damit die spätere Entdeckung möglich werden kann.[4]

Nach dem Abschluss seines Chemiestudiums an der Universität Zürich im Jahre 1929, bekam Albert Hofmann eine Anstellung als Mitarbeiter im pharmazeutisch-chemischen Versuchslabor der Firma Sandoz in Basel. Fortan untersuchte er die Mutterkorn-Alkaloide, um eine Möglichkeit zu finden, diese teilsynthetisch herstellen zu können und ein Mittel zur Kreislaufstimulation zu entwickeln. Nach einigen Experimenten baute er verschiedene Abkömmlinge der Lysergsäure auf, darunter auch das Diäthylamid. Im 25. Experiment verband er diese beiden Substanzen miteinander – die Geburtsstunde des LSD-25. Allerdings konnte in Tierversuchen keine kreislaufstimulierende Wirkung festgestellt werden und die Substanz geriet für fünf Jahre wieder in Vergessenheit.[5]

Erst im Jahr 1943 kam Hofmann auf die Ergebnisse der ersten Versuche mit LSD-25 zurück, um die anregende Wirkung der Substanz auf das Zentralnervensystem zu untersuchen. Aufgrund seiner strukturellen Ähnlichkeit mit dem kreislaufstimulierenden Nikethamid und ersten positiven Ergebnissen in Tierversuchen, schien LSD-25 hierfür ein erfolgsversprechender Stoff zu sein, weswegen Hofmann eine neue Probe davon herstellte. Hierbei kam er mit dem Material versehentlich in Berührung, was den ersten LSD-Rausch der Geschichte zur Folge hatte.[6] Er notierte hierzu: „Vergangenen Freitag, 16. April 1943, musste ich mitten im Nachmittag meine Arbeit im Laboratorium unterbrechen und mich nach Hause begeben, da ich von einer merkwürdigen Unruhe, verbunden mit einem leichten Schwindelgefühl, befallen wurde. Zu Hause legte ich mich nieder und versank in einen nicht unangenehmen rauschartigen Zustand, der sich durch eine äußerst angeregte Phantasie kennzeichnete. Im Dämmerzustand bei geschlossenen Augen (das Tageslicht empfand ich als unangenehm grell) drangen ununterbrochen phantastische Bilder von außerordentlicher Plastizität und mit intensivem, kaleidoskopartigem Farbenspiel auf mich ein. Nach etwa zwei Stunden verflüchtigte sich dieser Zustand.[7]

[...]


[1] vgl. Leuenberger, 1970, S. 125

[2] vgl. Schmidbauer/vom Scheidt, 1989, S. 213 f

[3] vgl. Leuenberger, 1970, S. 125 f

[4] vgl. Hofmann, 1979/a, S. 53

[5] vgl. Olvedi, 1972, S. 40

[6] vgl. Grof, 2000, S. 18

[7] Hofmann, 1975, S. 28

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Lysergsäurediäthylamid - Die Geschichte des LSD
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Gesundheitliche Risiken und Ressourcen im Kontext von Drogenkonsum
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V82017
ISBN (eBook)
9783638885591
ISBN (Buch)
9783638888608
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lysergsäurediäthylamid, Geschichte, Gesundheitliche, Risiken, Ressourcen, Kontext, Drogenkonsum, LSD, Drogen
Arbeit zitieren
Hendrik Heitland (Autor), 2007, Lysergsäurediäthylamid - Die Geschichte des LSD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82017

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