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Olympias - Die Mutter Alexander des Großen

Title: Olympias - Die Mutter Alexander des Großen

Seminar Paper , 2006 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Josef A. Schmid (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Um eine Person der antiken Geschichte wie Olympias näher zu beleuchten, ist es unerlässlich, Quellen jeglicher Art zu finden, die auf diese Person oder Vorgänge, welche in Zusammenhang damit stehen, verweisen. Doch allein mit der Existenz und der Wiedergabe solcher Quellen ist ein absolut wahrheitsgemäßes Bild einer historischen Figur der Antike nicht möglich. Der Bewertung einzelner Quellen auf ihre Authentizität und ihre Objektivität, im Hinblick auf historische Ereignisse, muss ein hoher Stellenwert beigemessen werden. So auch bei den Quellen über Olympias, der Mutter Alexander des Großen.
Das Bild, das uns antike Quellen vermitteln ist fast durchweg negativer Natur. Abgesehen von dem grundlegenden Problem des Quellenmangels aus der Zeit Alexanders, steht die Forschung hier vor allem vor der Herausforderung, das subjektive Bild, das Autoren wie beispielsweise Arrian und Plutarch vermitteln – basierend auf ebenfalls subjektiven, möglicherweise sogar von politischen Motiven verzerrten Darstellungen Olympias’ in schriftlichen Überlieferungen – sachlich zu untersuchen und zu relativieren, um ein möglichst objektives Ergebnis zu erhalten.
Die Grundproblematik der Quellenlage für die Zeit Alexander des Großen trifft natürlich auch für die Darstellung einzelner Personen im Speziellen zu. Schriftliche Quellen von Zeitzeugen gibt es nicht. Was vorliegt, sind Exzerpte einiger Zeitzeugenberichte in Werken antiker Historiker, die jedoch mindestens 300 Jahre nach den Geschehnissen verfasst wurden. Auch die Objektivität der vorliegenden Quellen darf aus mehreren Gründen angezweifelt werden: Zum einen ist die Perspektive der Schreibenden entscheidend, die in diesem Fall eine hauptsächlich römisch geprägte und, was nicht außer Acht gelassen werden darf, eine männliche ist. Geprägt von damals vorherrschenden Ansichten, Frauen haben im öffentlichen, politischen Leben keinen Platz, ist den Autoren eine neutrale Wertung einer politisch aktiven Frau wie Olympias kaum möglich. Zum anderen muss auch immer berücksichtigt werden, auf welche Zeitzeugenberichte sich der Historiker bezieht, da der historische Hintergrund, vor welchem eben diese Zeitzeugen agieren und vor allem berichten, eine wichtige Rolle spielt. Nachdem Alexander der Große, der Eroberer eines damals unvorstellbar großen Reiches, gestorben war, ohne einen legitimen Nachfolger gezeugt oder bestimmt zu haben, wollten viele seiner engsten Vertrauten die Macht an sich reißen und nutzten, dieses Ziel verfolgend, auch das Mittel der Propaganda, um ihre Machtstellung zu legitimieren oder Feinden diese Legitimation abzusprechen. Man muss also davon ausgehen, dass auf diesem Weg einige falsche Darstellungen überliefert wurden.
Die folgende Arbeit soll mit Hilfe einiger Quellenzitate und Untersuchungsergebnisse von Historikern einen Einblick in das Leben und Wirken von Olympias, Mutter Alexanders des Großen, verschaffen. Am Ende der Arbeit wird der Versuch unternommen, die Person Olympias in Anbetracht der Quellenlage einer kritischen Würdigung zu unterziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Quellenkritische Einleitung im Hinblick auf Olympias als historische Figur

2 Das Leben und Wirken von Olympias

2.1 Die Stellung von (Ehe-)Frauen am makedonischen Hof zur Zeit Philipps II. und Alexanders des Großen im Allgemeinen und im Falle von Olympias

2.2 Kurzinformation über Olympias’ Herkunft und Leben bis zur Hochzeit mit Philipp II. von Makedonien

2.3 Olympias und Philipp II. – eine kurze Betrachtung dieser Ehe

2.4 Olympias und Alexander – eine besondere Mutter-Sohn-Beziehung?

2.5 Olympias und die Politik

2.6 Kurzer Ausblick auf Olympias’ weiteres Leben nach Alexanders Tod

3 Kritische Würdigung zur Person Olympias’ in Anbetracht der Überlieferung und dem historischen Hintergrund

4 Quellen- und Literaturverzeichnis

4.1 Quellen

4.2 Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen fundierten historischen Überblick über das Leben und Wirken von Olympias, der Mutter Alexanders des Großen, zu geben und ihre Rolle unter Berücksichtigung der quellenkritischen Problematik objektiv zu beleuchten.

  • Die quellenkritische Einordnung der antiken Überlieferung über Olympias.
  • Die gesellschaftliche und politische Stellung der Frauen am makedonischen Hof.
  • Die Analyse der komplexen Mutter-Sohn-Beziehung zwischen Olympias und Alexander.
  • Olympias' politische Ambitionen und ihr Streben nach Macht im makedonischen Reich.
  • Die kritische Würdigung von Olympias vor dem Hintergrund patriarchaler antiker Geschichtsschreibung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Stellung von (Ehe-)Frauen am makedonischen Hof zur Zeit Philipps II. und Alexanders des Großen im Allgemeinen und im Falle von Olympias

Eine wichtige Rolle spielte die Polygamie in Makedonien, vor allem am königlichen Hof. Es war üblich, dass ein König mehrere Frauen heiratete, da Ehen meist durch politische Vorteile motiviert waren und daher viele Möglichkeiten der politischen Verbindung in Form einer Heirat genutzt wurden. Im Falle von Philipp und Olympias ist dieser Faktor ebenso unübersehbar: „His marriage to Olympias marked an alliance with her homeland, Molossia“.

Auch wenn uns Plutarch in seiner Alexander Vita berichtet, Philipp habe „die Liebe zu ihr erfasst“ ist historisch allein das politische Motiv, das Bündnis mit dem von den Molossern regierten Nachbarn Epirus, zu erkennen.

Am makedonischen Hof versammelten sich mit der Zeit also eine Mehrzahl von Ehefrauen Philipps II., was zu einer Art Konkurrenzkampf führte. Keine der Frauen konnte unangefochten eine Vorrangsstellung unter den Gattinnen des Königs beanspruchen, denn es gab keine offizielle „chief wive“ oder eine formal Privilegierte unter den Frauen. Jedoch gab es einige Faktoren, die die Position einer Königsgemahlin aufwerten konnten, z.B. „the prominence of a woman’s family and the importance of the alliance which had caused her to become a wife.“ Der entscheidende Faktor, der auch dafür verantwortlich war, dass Olympias annähernd zwanzig Jahre eine Spitzenstellung am Hof Philipps einnahm, war die Geburt eines Thronerbens. Das bedeutete aber wiederum, dass Olympias auf ihren Sohn und dessen Thronanspruch angewiesen war, wenn sie ihre privilegierten Status behalten wollte, was als Hintergrund ihrer Beziehung zu Alexander noch später thematisiert werden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Quellenkritische Einleitung im Hinblick auf Olympias als historische Figur: Das Kapitel erläutert die Herausforderungen bei der Erforschung antiker Persönlichkeiten aufgrund mangelnder Zeitzeugenberichte und subjektiver, oft politisch motivierter Quellen.

2 Das Leben und Wirken von Olympias: Dieses Kapitel gibt einen detaillierten Überblick über ihre Herkunft, ihre Ehe mit Philipp II., ihre Beziehung zu ihrem Sohn Alexander sowie ihr politisches Handeln bis zu ihrem Lebensende.

2.1 Die Stellung von (Ehe-)Frauen am makedonischen Hof zur Zeit Philipps II. und Alexanders des Großen im Allgemeinen und im Falle von Olympias: Es wird die Bedeutung der Polygamie und die politische Rolle der Königsgattinnen in Makedonien analysiert, die stark von dynastischen Interessen geprägt waren.

2.2 Kurzinformation über Olympias’ Herkunft und Leben bis zur Hochzeit mit Philipp II. von Makedonien: Das Kapitel beleuchtet den molossischen Ursprung der Olympias und die Bedeutung ihrer Ahnenreihe für die Legitimation ihrer Position.

2.3 Olympias und Philipp II. – eine kurze Betrachtung dieser Ehe: Die Ehe wird als primär politisches Bündnis zur Sicherung der Machtverhältnisse zwischen Makedonien und Epirus eingeordnet.

2.4 Olympias und Alexander – eine besondere Mutter-Sohn-Beziehung?: Hier wird das Verhältnis zwischen Olympias und ihrem Sohn betrachtet, das zwischen enger Verbundenheit und den wachsenden Differenzen nach dem Machtantritt Alexanders schwankte.

2.5 Olympias und die Politik: Es wird diskutiert, wie Olympias versuchte, in einem männerdominierten Umfeld aktiv an der Macht teilzuhaben, auch wenn dies innerhalb des Systems auf Widerstände stieß.

2.6 Kurzer Ausblick auf Olympias’ weiteres Leben nach Alexanders Tod: Das Kapitel skizziert Olympias' Bemühungen, ihre Stellung nach dem Tod Alexanders gegen politische Konkurrenten zu verteidigen, was schließlich zu ihrem gewaltsamen Ende führte.

3 Kritische Würdigung zur Person Olympias’ in Anbetracht der Überlieferung und dem historischen Hintergrund: Das Fazit fasst zusammen, warum Olympias als Frau in der antiken Geschichte so kontrovers wahrgenommen wurde und kritisiert den Einfluss patriarchaler Vorurteile auf ihre historische Darstellung.

4 Quellen- und Literaturverzeichnis: Diese Sektion führt die für die Arbeit verwendeten antiken Quellenschriften und die moderne Forschungsliteratur auf.

4.1 Quellen: Listung der verwendeten antiken Quelleneditionen.

4.2 Literatur: Listung der verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Olympias, Alexander der Große, Philipp II., Makedonien, Epirus, Molosser, Antike, Quellenkritik, Machtpolitik, Polygamie, Mutter-Sohn-Beziehung, Herrscherin, Frauen in der Antike, Machtstreben, Dynastie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Leben, das politische Wirken und die historische Wahrnehmung von Olympias, der Mutter Alexanders des Großen, innerhalb des makedonischen Hoflebens.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Stellung der Frau im antiken Makedonien, die Auswirkungen politisch motivierter Ehen sowie das komplexe Spannungsfeld zwischen dynastischer Macht und persönlichen Ambitionen der Olympias.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein objektiveres Bild der Olympias zu zeichnen, indem die einseitige, oft negativ geprägte antike Überlieferung kritisch hinterfragt und im historischen Kontext relativiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse antiker Quellen, den Vergleich mit modernen Forschungsergebnissen von Historikern sowie eine quellenkritische Einordnung der Überlieferung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Olympias' Herkunft, ihrer Ehe mit Philipp II., ihrer Beziehung zu ihrem Sohn, ihrem politischen Handeln sowie ihrer Rolle während der Diadochenkriege.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Olympias, Alexander der Große, politische Macht, Quellenkritik, Makedonien und Patriarchat.

Wie bewertet der Autor Olympias' Einfluss auf Philipp II. und Alexander?

Der Autor stellt fest, dass Olympias' Einfluss auf ihren Mann Philipp unklar ist, während ihr Einfluss auf Alexander primär durch ihre Rolle als seine Mutter während dessen Kindheit geprägt war und später aufgrund unterschiedlicher politischer Ziele nachließ.

Warum wird Olympias in den antiken Quellen oft so negativ dargestellt?

Die negative Darstellung ist maßgeblich auf die männerzentrierte und patriarchale Weltsicht der antiken Autoren zurückzuführen, die eine politisch aktive und mächtige Frau ablehnten.

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Details

Title
Olympias - Die Mutter Alexander des Großen
College
University of Augsburg
Grade
1,7
Author
Josef A. Schmid (Author)
Publication Year
2006
Pages
14
Catalog Number
V82020
ISBN (eBook)
9783638885614
ISBN (Book)
9783638888684
Language
German
Tags
Olympias Mutter Alexander Großen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josef A. Schmid (Author), 2006, Olympias - Die Mutter Alexander des Großen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82020
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