Beschäftigungseffekte des Umweltschutzes


Hausarbeit, 2007

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Umweltschutztätigkeiten: „Jobkiller oder Jobknüller“?
2.1 Argumente für negative Beschäftigungseffekte
2.2 Definition von Umweltschutztätigkeiten
2.3 Empirische Untersuchungen zum Thema Umweltschutz und Beschäftigung
2.4 Probleme der Berechnung von Beschäftigungseffekten des Umweltschutzes00
2.5 Umweltstatistische Erhebungen
2.5.1 Erhebungen der Prognos AG: Arbeitsplätze durch Klimaschutz
2.5.2 Erhebung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung
2.5.3 Erhebung des Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI )
2.6 Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)
2.6.1 Anzahl der Beschäftigten im Umweltschutz insgesamt
2.6.2 Auslandsnachfrage nach Umweltschutzleistungen
2.6.3 Beschäftigungseffekte durch Personalaufwendungen und Dienstleistungen
2.6.4 Beschäftigungseffekte im Bereich Erneuerbare Energien
2.6.5 Beschäftigungseffekte im Bereich Wärmedämmung

3 Zusammenfassung und Ausblick

4 Literatur

5 Anhang: Tabellen

1 Einleitung

Die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Verbesserung des Umweltzustandes gehören zu den vorrangigen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Zielen in Deutschland: Trotz aktuell leicht gesunkener Arbeitslosenzahlen gilt die Situation auf dem Arbeitsmarkt weiterhin als angespannt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im Januar 2007 offiziell 3,18 Millionen Menschen in Deutschland ohne Arbeit. Vor diesem Hintergrund stehen Maßnahmen zur Verbesserung der Beschäftigungssituation auch weiterhin ganz oben auf der gesellschaftlichen Prioritätenliste.

Gleichzeitig zählt der Umweltschutz in Deutschland und weltweit zu den vorrangigen politischen Herausforderungen. Spätestens nach dem im Februar 2007 veröffentlichten UN-Klimabericht steht fest, dass es vor allem in den Industrieländern notwendig sein wird, weitere technologische Verbesserungen einzuführen und die Wirtschaftssysteme ökologisch zu modernisieren, um den weltweit eingeleiteten Klimawandel einzudämmen.

Auch wenn Umweltschutz „keine beschäftigungspolitische Legitimation“ braucht[1] und oft behauptet wird, dass ein Mehr an Umweltschutz zu Wettbewerbs- und Standortnachteilen sowie einer finanziellen Mehrbelastung für die Betriebe führt, ist ein Blick auf mögliche Synergien von Umwelt- und Wirtschaftspolitik sinnvoll, um die Lösung umweltpolitischer und zugleich beschäftigungspolitischer Probleme voranzutreiben. Denn eine Verbesserung des Umweltzustandes und die Senkung der Arbeitslosenzahlen sind zwei politische Ziele, die sich nur scheinbar widersprechen: Zahlreiche Studien unterschiedlicher Auftraggeber belegen unabhängig voneinander, dass Umweltschutz nicht zwingend kontraproduktiv auf die Arbeitsmarksituation wirken muss, sondern sogar einen wichtigen Beitrag zur Schaffung zusätzlicher Beschäftigung leisten kann.

Vor diesem Hintergrund soll in der vorliegenden Hausarbeit eine ökonomische Einschätzung der Umweltpolitik und eine Analyse der Beschäftigungswirkungen des Umweltschutzes in Deutschland vorgenommen werden.

In Kapitel 2 werden die wesentlichen Argumente für mögliche negative Beschäftigungseffekte genannt, die vor allem vom Bundesverband der Deutschen Industrie hervorgebracht werden. Ausgehend von einer Definition von Umweltschutztätigkeiten werden im Anschluss daran einige empirische Untersuchungen zum Thema Umweltschutz und Beschäftigung vorgestellt. Auf verschiedene Möglichkeiten und Probleme der Berechnung von Beschäftigungseffekten gehe ich im Vorfeld der Studien ein. Die Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zu Beschäftigungswirkungen des Umweltschutzes stelle ich ausführlicher dar, da sie das derzeit aktuellste Datenmaterial liefert. Neben der Anzahl der Beschäftigten im Umweltschutz werden aus der Studie auch die Ergebnisse zur Auslandnachfrage von Umweltschutzleistungen sowie die Beschäftigungseffekte in den Bereichen Personalaufwendungen und Dienstleistungen sowie im Bereich Erneuerbare Energien und Wärmedämmung vorgestellt.

In Kapitel 3 soll auf Grundlage der vorgestellten Studien zusammenfassend die Bedeutung von Umweltschutz für die Beschäftigung in Deutschland dargestellt werden

2 Umweltschutztätigkeiten: „Jobkiller oder Jobknüller“?

Die Diskussion über Beschäftigungseffekte des Umweltschutzes reicht zurück bis zum ersten deutschen Umweltschutzprogramm, das 1971 veröffentlicht wurde. In diesem Programm nimmt der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen (SRU) seither eine „periodische Begutachtung der Umweltsituation und Umweltbedingungen der Bundesrepublik Deutschland“ vor. Der SRU ging bereits vor 13 Jahren davon aus, dass die These „Umweltschutz schafft Arbeitsplätze“ vor dem Hintergrund anhaltend hoher Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen sozialen Problemen in den Vordergrund tritt.[2]

Andererseits gibt es vor allem von Seiten der Industrie auch Meinungen, nach denen ein Mehr an Umweltschutz zu negativen Beschäftigungseffekten führen kann. Als Argumente für negative Beschäftigungseffekte des Umweltschutzes werden hier im Wesentlichen Wettbewerbsnachteile, Standortnachteile sowie eine finanzielle Mehrbelastung der Betriebe genannt.

2.1 Argumente für negative Beschäftigungseffekte

So sei nach Ansicht des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (BDI) vorsorgender Umweltschutz zwar notwendig, dürfe jedoch nicht zu einem strukturellen Standortnachteil führen. Dies gelte vor allem bei der Diskussion um die „ökologische Steuerreform“ und für die Dichte gesetzlicher Bestimmungen im Umweltbereich. Laut BDI sei das ökologische Problem durch die Verdrängung umweltbelastender Sektoren der Industrie aus Deutschland nicht lösbar, sondern es komme vielmehr einem Export von Umweltbelastung und von Arbeitsplätzen gleich[3].

Umweltschutz führe zu Wettbewerbsnachteilen. Betriebliche Maßnahmen in diesem Bereich schlügen sich oftmals erheblich als finanzielle Belastung nieder. Nutzen im Sinne von Erträgen fiele dagegen entweder sehr viel später oder an anderer Stelle an. Erhebliche Wettbewerbsnachteile ergäben sich zudem aus der Erfüllung der Umweltauflagen, die anderenorts nicht vorhanden seien. Weitere ordnungsrechtliche oder gar fiskalische Belastungen (wie zum Beispiel die Öko-Steuer) würden die Standortdebatte forcieren.

Zudem sei Umweltschutz kein originärer Unternehmenszweck, sondern der Zweck der Unternehmen diene der Herstellung von Produkten und die Erbringung von Dienstleistungen, die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen sowie das Bemühungen um eine angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals.[4]

Eine OECD-Studie aus dem Jahr 1997 kommt zu dem Ergebnis, dass es für negative Beschäftigungseffekte von Umweltschutzmaßnahmen nur sehr begrenzt Belege gibt. Nahezu alle durchgeführten Analysen zeigten, dass nur in wenigen Fällen gesetzliche Auflagen und Beschränkungen zu Personalabbau oder Betriebsschließungen geführt haben. Im Vergleich zum Arbeitsplatzabbau aufgrund von anderen Entscheidungskonstellationen seien, so die Studie, die umweltbezogenen Arbeitsplatzverluste eher unbedeutend. Im Gegenteil seien Arbeitsplätze dort wesentlich stärker gefährdet, wo Umweltstandards niedrig seien und Innovationen zugunsten des Umweltschutzes unterblieben.[5]

2.2 Definition von Umweltschutztätigkeiten

Nach der von OECD und EUROSTAT vorgeschlagenen Klassifikation umfasst Umweltschutz jene Tätigkeiten, „(...) mit denen Waren und Dienstleistungen bereitgestellt werden zur Messung, Abwehr, Begrenzung oder Behebung von Umweltschäden in Bezug auf Wasser, Luft und Boden sowie zur Bewältigung von Problemen in Zusammenhang mit der Abfall- und Lärmbelastung und mit Ökosystemen. Darin eingeschlossen sind saubere Technologien, Produkte und Dienstleistungen, die Umweltrisiken verringern und die Umweltverschmutzung und den Ressourcenverbrauch begrenzen“.[6]

[...]


[1] Schulz, Werner F.: Sind über eine Million Umweltschutzarbeitsplätze purer Zufall? In: WSI Mitteilungen 9/1999, S. 565.

[2] Vgl. SRU: Umweltschutzgutachten 1994. Für eine dauerhaft-umweltgerechte Entwicklung. Bundestags-Drucksachen 12/6995, 8.3.1994, S. 337).

[3] Vgl. Necker, T.: Umweltschutz als Wirtschafts- und Standortfaktor. In: BDI (Hg.): Umweltschutz als Wirtschafts- und Standortfaktor. Köln 1995, S. 15.

[4] Vgl. Grohe W.: Fit für die Zukunft - offensiver Umweltschutz im Unternehmen. In: BDI (Hg): Umweltschutz als Wirtschafts- und Standortfaktor. Köln 1995, S. 25-34.

[5] Vgl. OECD: Environmental policies and employment. Paris 1997, S. 50, 100.

[6] Vgl. OECD/EUROSTAT: The Environmental Goods and Services Industry: Manual for Data Collection and Analysis, OECD, Paris 1999.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Beschäftigungseffekte des Umweltschutzes
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)  (Institut für Politik und Wirtschaft und ihre Didaktik)
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
22
Katalognummer
V82028
ISBN (eBook)
9783638000321
Dateigröße
393 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beschäftigungseffekte, Umweltschutzes
Arbeit zitieren
M.A. Kathrin Tauras (Autor), 2007, Beschäftigungseffekte des Umweltschutzes , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82028

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