Mecklenburg-Vorpommern (MV) ist mit 75 Einwohnern je km² das dünn besiedelste Bundesland. Zum Vergleich: im benachbarten Schleswig-Holstein leben 179 Menschen je km² und in Nordrhein-Westfalen sind es 530. Ballungszentren fehlen gänzlich. Ländlicher Raum zeichnet sich neben geringer Bevölkerungsdichte auch durch einen hohen Anteil Erwerbstätiger in landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichen aus. Damit kann MV insgesamt als ländlicher Raum betrachtet werden. In der Arbeitslosenstatistik liegt es weit vorn. Mit 20,1% Erwerbslosen hat es die zweithöchste Quote in Deutschland. Das liegt auch daran, dass in der Landwirtschaft, ein für MV noch immer bedeutender Wirtschaftsfaktor, viele Arbeitsplätze verloren gegangen sind. Auf der Suche nach alternativen Wachstumsimpulsen soll hier der Tourismus näher beleuchtet werden. Schon jetzt ist er ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor und der Wirtschaftsbericht 2004 bescheinigt dieser Branche positive Wachstumsaussichten. Die Entwicklung der Landwirtschaft und vor allem die Folgen des Arbeitsplatzabbaus sollen hier näher beleuchtet werden. Das touristische Angebot in MV wird genauer betrachtet und mit anderen Tourismusanbietern verglichen, um Chancen und Potentiale aufdecken zu können. Letztlich wird ein Überblick über zukünftige Entwicklungen gegeben, die z.B. durch die Umsetzung der Agrarreform und des Tourismuskonzepts beeinflusst werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Landwirtschaft
2.1 Veränderung der Produktionsverhältnisse
2.2 Wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft
2.3 Absinken der Bevölkerungsdichte und die Folgen für den ländlichen Raum
2.3.1 Arbeitsmarkt- und Beschäftigungssituation
2.3.2 Öffentliche Infrastruktur
2.3.3 Privatwirtschaftliche Versorgung
2.3.4 Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)
3. Der Tourismus
3.1 Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus
3.2 Das Tourismuskonzept Mecklenburg-Vorpommerns
3.3 Tourismusanbieter im Ostseeraum
4. Faktoren zukünftiger Entwicklung
4.1 Landwirtschaft
4.2 Tourismus
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Tourismus als alternative Wachstumsquelle für den ländlichen Raum in Mecklenburg-Vorpommern, um den wirtschaftlichen Folgen des Strukturwandels in der Landwirtschaft und dem damit einhergehenden Arbeitsplatzabbau entgegenzuwirken.
- Strukturwandel und ökonomische Bedeutung der Landwirtschaft in MV
- Folgen der sinkenden Bevölkerungsdichte für die ländliche Infrastruktur
- Analyse des aktuellen Tourismuskonzepts Mecklenburg-Vorpommerns
- Wettbewerbsanalyse gegenüber anderen Anbietern im Ostseeraum
- Zukünftige Entwicklungschancen durch Agrarreform und Ausbau touristischer Angebote
Auszug aus dem Buch
3.3 Tourismusanbieter im Ostseeraum
Die Idee Natur und Kultur zu verbinden ist nicht neu. Schon 1999 warben die skandinavischen Ostseeländer in Deutschland mit eben diesem Motto. Landschaftlich haben Ostsee-Anrainer auch durchaus einiges zu bieten: die beschauliche Inselwelt und die Strände Dänemarks, die Wälder und Seen Schwedens, Finnlands und Masurens, sowie die Schären. Die historischen Sehenswürdigkeiten sind in großem Umfang vorhanden und oftmals markanter, als die vergleichbaren in MV. Städte wie Kopenhagen und Stockholm, St. Petersburg, Riga und Danzig oder die Städte entlang der Weichsel sind sicher eine Reise wert. Die Kunstsammlungen und Festivals haben Weltniveau.
Dänemark bietet vor allem Strand- und Ferienhäuser zu überwiegend moderaten Preisen an. Mit Freizeitparks und über 200 Events im Land richtet sich das Angebot primär an Familien mit Kindern, was der Zielgruppe MV´s entspricht. Obwohl Norwegen kein klassischer Ostsee-Anrainer ist, sollte es dennoch Beachtung finden. Denn Rundreisen durch die Landschaft der Fjorde und zum Nordkap auf speziell gestalteten Touristenstraßen sind durchaus erwähnenswert.
Die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sind momentan noch zu vernachlässigen, denn die Anzahl der Gäste aus dem Ausland ist verschwindend gering. Weil sie jedoch unter dem Einfluss des Kontinentalklimas stehen, versprechen diese Länder wärmere Sommer und weißere Winter. Damit bescheinigt auch die World Tourism Organization (WTO) diesen drei Staaten beste Entwicklungschancen im Bereich des Tourismus.
Auch die Umsätze Polens im Tourismus sind noch vergleichsweise gering. Auffallend ist die Ähnlichkeit Polens zu MV: Endlose Sandstrände an der Ostsee, Städte in Backsteingotik und sehenswerte Kirchen. Kann sich das Angebot MV´s nicht ausreichend von dem Polens absetzen, wird letztendlich wohl der Preis entscheiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des strukturschwachen, dünn besiedelten Raums Mecklenburg-Vorpommern ein und skizziert die Suche nach neuen Wachstumsimpulsen durch den Tourismus.
2. Die Landwirtschaft: Das Kapitel analysiert den Transformationsprozess nach 1990, den Arbeitsplatzabbau und die negativen Auswirkungen des Bevölkerungsrückgangs auf die öffentliche und private Infrastruktur.
3. Der Tourismus: Hier wird die ökonomische Relevanz des Tourismus dargestellt und kritisch hinterfragt, wie das Konzept „Natur und Kultur“ durch Inszenierung und Angebotsanpassung konkurrenzfähig gestaltet werden kann.
4. Faktoren zukünftiger Entwicklung: Dieses Kapitel erörtert die Auswirkungen der EU-Agrarreform auf die Landwirtschaft sowie strategische Notwendigkeiten zur Qualitäts- und Serviceverbesserung in der Tourismusbranche.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Tourismus zwar keine alleinige Lösung für alle wirtschaftlichen Probleme bietet, aber als komplementärer Wachstumsimpuls zur Stabilisierung des ländlichen Raums entscheidend sein kann.
Schlüsselwörter
Mecklenburg-Vorpommern, ländlicher Raum, Landwirtschaft, Tourismus, Strukturwandel, Bevölkerungsdichte, Arbeitsmarkt, Tourismuskonzept, Agrarreform, Ostseeraum, Wirtschaftsfaktor, Infrastruktur, Wettbewerbsfähigkeit, Erlebnisaspekt, Gesundheitswirtschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wirtschaftlichen Situation des ländlichen Raums in Mecklenburg-Vorpommern und untersucht, inwiefern der Tourismus als Motor für zukünftiges Wachstum und Arbeitsplatzsicherung dienen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind der Strukturwandel der Landwirtschaft nach der Wiedervereinigung, die demografische Entwicklung sowie die strategische Neuausrichtung des Tourismusangebots in der Region.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Chancen und Potenziale für den Tourismus in MV aufzuzeigen, um den negativen Folgen des Arbeitsplatzabbaus in der Landwirtschaft und der Abwanderung entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse sowie den Vergleich mit anderen Tourismusregionen im Ostseeraum, gestützt auf Wirtschaftsberichte und statistische Daten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die landwirtschaftliche Transformation, die Folgen der Bevölkerungsabnahme für die Daseinsvorsorge sowie die aktuelle Qualität und Wettbewerbsfähigkeit des touristischen Angebots in MV.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Strukturwandel, Agrarreform, Tourismuskonzept, ländlicher Raum und Wettbewerbsfähigkeit.
Warum ist das aktuelle Tourismusangebot laut Autor oft nur "farblos"?
Der Autor bemängelt, dass das bisherige Angebot "Natur und Kultur" oft unzureichend inszeniert wird und die Bedürfnisse moderner Gäste, die vermehrt Erlebnisse suchen, zu wenig berücksichtigt werden.
Wie bewertet der Autor die Konkurrenz durch Polen?
Der Autor sieht eine Gefahr darin, dass Polen aufgrund ähnlicher landschaftlicher Gegebenheiten und kultureller Sehenswürdigkeiten bei einem reinen Preiskampf die Oberhand gewinnen könnte.
- Quote paper
- Christian Harms (Author), 2004, Tourismus als Wachstumsimpuls für den ländlichen Raum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82046