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Die missionarische Dimension des katholischen Religionsunterrichts in Deutschland

Titel: Die missionarische Dimension des katholischen Religionsunterrichts in Deutschland

Diplomarbeit , 2007 , 88 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: David Hassenforder (Autor:in)

Theologie - Praktische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Diplomarbeit wurde nicht an der Fachhochschule sondern an der Phil.-Theol. Hochschule SVD St. Augustin geschrieben.

Ist Deutschland ein Missionsland? Gehört Religionsunterricht an die öffentliche Schule? Darf Unterricht missionarisch sein? Wie sieht seine missionarische Dimension aus? Mission als Dialog - geht das?

Katholischer Religionsunterricht sieht sich heute im für die ganze Kirche geltenden Auftrag, den Bruch zwischen Evangelium und Kultur zu überwinden, den Paul VI als das „Drama unserer Zeitepoche“ bezeichnete. Das Evangelium in den Kontext der Lebenssituationen der Schüler zu stellen und ihnen dabei zu helfen, sich als Getaufte und damit auch als Mitglieder der Kirche zu erkennen, ist ein ambitioniertes Ziel. Hilfreich kann dabei die Perspektive des Dialoges sein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Deutschland – Missionsland?

1.1. Begriffe

1.1.1. Mission

1.1.2. Evangelisation

1.1.3. Inkulturation

1.2. Warum Mission?

1.2.1. Missionsbefehl Jesu

1.2.2. Missio Dei

1.3. Kirchliche Missionstätigkeit in Geschichte und Gegenwart

1.3.1. Historischer Überblick bis zur Neuzeit

1.3.2. Gegenwart

1.3.2.1. Das Zweite Vatikanische Konzil

1.3.2.2. Das Apostolische Schreiben ‚Evangelii nuntiandi’

1.3.2.3. Die Enzyklika ‚Redemptoris missio’

1.4. ‚Missionarisch Kirche sein’ in Deutschland

1.4.1. Kurze Bestandsaufnahme

1.4.2. Mission als Tabu

1.4.3. Das Schreiben der deutschen Bischöfe ‚Zeit zur Aussaat’ (2000)

1.4.3.1. Zeugnis des Lebens

1.4.3.2. Zeugnis des Wortes

1.4.3.3. Zustimmung des Herzens

1.4.3.4. Eintritt in die Glaubensgemeinschaft

1.4.3.5. Beteiligung am Apostolat

1.4.3.6. ‚Brief eines Bischofs aus den neuen Bundesländern’

1.4.4. Missionarische Aufbrüche nach ‚Zeit zur Aussaat’

1.5. Erstes Fazit

2. Religionsunterricht – missionarisch?

2.1. Vorbemerkungen zum Religionsunterricht

2.2. Religionsunterricht in der Gegenwart

2.2.1. Rechtliche Stellung und staatliche Bedeutung

2.2.2. Ziele und Inhalte des Religionsunterrichts in Lehrplänen – ein Beispiel

2.2.3. Das Problem der Leistungsbewertung

2.3. Nachkonziliare lehramtliche Aussagen

2.3.1. Der Synodenbeschluss ‚Der Religionsunterricht in der Schule’ (1974)

2.3.1.1. Übersicht über die Aussagen des Beschlusses

2.3.1.1.1. Zur Situation

2.3.1.1.2. Begründungen

2.3.1.1.3. Ziele und Inhalte

2.3.1.1.4. Kirchliches Interesse

2.3.1.1.5. Konfessionalität

2.3.1.1.6. Folgerungen und Forderungen

2.3.1.2. Missionarisch besonders bedeutsame Aussagen

2.3.2. Missionarisch bedeutsame Aussagen nach der Gemeinsamen Synode

2.4. Die Schüler

2.4.1. Die religiöse Situation der Schüler

2.4.2. Akzeptanz des Religionsunterrichts

2.4.3. Die Jugendlichen als missionarische Herausforderung

2.5. Der Religionslehrer

2.5.1. (Missionarische) Anforderungen an den Religionslehrer

2.5.2. Realität und Schwierigkeiten

2.6. Zweites Fazit

3. Dialog als missionarische Perspektive im Religionsunterricht

3.1. Mission und Dialog

3.1.1. Begriff

3.1.2. Dialog im kirchlichen Selbstverständnis

3.1.3. Dialog in der Mission

3.1.3.1. Missionstheologie

3.1.3.2. Motive für Dialog

3.1.3.3. Problematik von Wahrheitsanspruch und Dialog

3.2. Dialog im Religionsunterricht

3.2.1. Lehrer-Schüler-Dialog

3.2.2. Dialogfähigkeit

3.2.3. Beispiel: Das Thema ‚Ökumene’ im Religionsunterricht

3.2.3.1. Begriff

3.2.3.2. Katholischer Religionsunterricht und Ökumene

3.2.3.3. Blick ins Religionsbuch

3.2.4. Beispiel: Das Thema ‚Islam’ im Religionsunterricht

3.2.4.1. Christlich-Islamischer Dialog

3.2.4.2. Islam als Unterrichtsgegenstand

3.2.4.3. Blick ins Religionsbuch

3.3. Drittes Fazit

4. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die missionarische Dimension des katholischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie trotz säkularer Rahmenbedingungen und der Wahrnehmung von Mission als Tabuthema eine religiöse Bildungsarbeit möglich ist, die Schüler zu einem authentischen Glaubenszugang einlädt und zum Dialog befähigt.

  • Verständnis von Mission in der aktuellen Theologie
  • Rechtliche und theologische Rahmenbedingungen des Religionsunterrichts
  • Rolle der Lehrkraft als Zeuge des Glaubens
  • Dialog als missionarische Perspektive in der Schule
  • Praxisbeispiele zur Ökumene und zum Islam im Religionsbuch

Auszug aus dem Buch

1.4.2. Mission als Tabu

Mission war und ist in Deutschland oft noch immer ein Tabu, sowohl was die Begrifflichkeit angeht, als auch in Bezug auf konkrete pastorale Konzepte für die deutsche Kirche. Der Begriff Mission stößt bei vielen Zeitgenossen auf Kritik, Vorurteile und Vorwürfe. Zweifellos ist er vorbelastet, einerseits geschichtlich durch die Verstrickungen mit Kolonialismus und Imperialismus, andererseits durch missionarische Verhaltens- und Denkmuster, die durch gegenwärtige Missionstheologien eigentlich aufgehoben sein sollten. Der Hammer Theologe und Soziologe Matthias Sellmann macht dabei eine Ambivalenz aus: wird der Begriff aktiv gebraucht, in dem Sinn, dass jemand eine Mission hat, eine Idee oder ein höheres Ziel auch gegen Hindernisse verfolgt, schwingt dem eine positive, wertschätzende Konnotation mit. Unbehaglich wird der Missionsbegriff erst im passiven Gebrauch, im Sinne von missioniert zu werden, Objekt einer Mission zu sein.

„So sehr man den Helden auf der Straße seiner Mission bewundern mag – ihm zu begegnen, hieße, von ihm überfahren zu werden. Missioniert zu werden erscheint wenig vereinbar mit den Errungenschaften des modernen Individualismus und einer selbstbestimmten Lebensführung.“

Verstärkt wird diese negative Deutung besonders im religiösen Kontext. Religiöse Mission ruft dann die verschiedensten negativ geprägten Bilder hervor: Bekehrung, Intoleranz, Zwangs- und Massentaufe, Zerstörung von Kulturen, Gewalt, Unterdrückung und wirtschaftliche Vorteilnahme.

Aus dieser „kulturellen incorrectness des Missionsbegriffs“ folgt nach Sellmann die pastorale Tabuisierung. Mission wird allenfalls als bedeutsam für Afrika oder Asien angesehen, nicht aber für Deutschland. Mit dem Begriff Evangelisierung scheint auf der terminologischen Ebene ein Kompromiss für die – hauptsächlich außerhalb der theologischen Diskussion - umstrittene bzw. missverständliche Vokabel Mission gefunden zu sein. Womit Theologen und Nicht-Theologen sich jedoch weiterhin auseinanderzusetzen haben ist die Abneigung, Evangelisierung in die Tat umzusetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Deutschland – Missionsland?: Dieses Kapitel beleuchtet das Verständnis von Mission, ihre historische Entwicklung sowie die Herausforderungen einer "missionarischen Kirche" im säkularen Umfeld Deutschlands.

2. Religionsunterricht – missionarisch?: Hier werden die rechtlichen Voraussetzungen und die lehramtliche Positionierung des Religionsunterrichts geprüft sowie die Rollen der Schüler und Lehrer als Protagonisten untersucht.

3. Dialog als missionarische Perspektive im Religionsunterricht: Dieser Teil entwickelt den Dialog als zentrale missionarische Perspektive und illustriert dies anhand konkreter Themen wie Ökumene und Islam.

4. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und betont die Dringlichkeit, das Thema Mission im schulischen Kontext als Dienst am Menschen neu zu entdecken.

Schlüsselwörter

Mission, Religionsunterricht, Evangelisierung, Inkulturation, Missio Dei, Ökumene, Islam, Deutschland, Dialogfähigkeit, Glaubenszeugnis, Schulpastoral, Zeit zur Aussaat, Katechese, Konfessionalität, Religionslehrer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die katholische Religionspädagogik in Deutschland unter dem Aspekt, ob und wie der Religionsunterricht eine "missionarische Dimension" besitzen kann, ohne dabei in einen unzulässigen Bekehrungseifer zu verfallen.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?

Die zentralen Felder sind das theologische Missionsverständnis, die rechtliche Verankerung des Religionsunterrichts im Grundgesetz, die Rolle der Religionslehrkräfte sowie der Dialog mit anderen Konfessionen und Weltreligionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Religionsunterricht nicht nur als neutrales Wissensfach zu begreifen, sondern als Ort kirchlicher Präsenz, der Schülern Orientierung bietet und sie zu einem selbstverantworteten Glaubensurteil befähigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Der Autor nutzt eine systematisch-theologische Herangehensweise, ergänzt durch die Auswertung lehramtlicher Dokumente und die Einbeziehung religionspädagogischer empirischer Studien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen und aktuellen lehramtlichen Aussagen zum Religionsunterricht, hinterfragt die "missionarische Herausforderung" durch die heutige Schülergeneration und erarbeitet den Dialog als missionarisches Werkzeug.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Mission als Tabu", "Biotope des Glaubens", "Dialogfähigkeit" und "Kultur der Einladung" geprägt.

Wie bewertet der Autor den Islam im Religionsunterricht?

Der Autor sieht den Islam als wichtigen Bestandteil eines interreligiösen Dialogs, der im Unterricht durch fundierte Sachinformationen und eine respektvolle, aber eigenständige christliche Positionierung bearbeitet werden soll.

Was zeichnet die Rolle des Lehrers aus?

Der Religionslehrer agiert an der "Schnittstelle von Kirche und Schule" als Zeuge, der seinen Glauben authentisch einbringt, ohne die Schüler zu indoktrinieren, und dabei als Dialogpartner fungiert.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur "missionarischen Pastoral"?

Der Autor fordert eine Haltung der Offenheit und Gelassenheit. Mission wird als Einladung verstanden, wobei der Religionsunterricht einen "Angebotscharakter" wahren muss, um authentisch zu bleiben.

Ende der Leseprobe aus 88 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die missionarische Dimension des katholischen Religionsunterrichts in Deutschland
Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg
Note
1,5
Autor
David Hassenforder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
88
Katalognummer
V82102
ISBN (eBook)
9783638847759
ISBN (Buch)
9783638845922
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dimension Religionsunterrichts Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
David Hassenforder (Autor:in), 2007, Die missionarische Dimension des katholischen Religionsunterrichts in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82102
Blick ins Buch
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