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Spiegel-verkehrt

Ungewollter Sprachwitz am Beispiel "Hohlspiegel"

Title: Spiegel-verkehrt

Seminar Paper , 2006 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anita Müller (Author)

Communications - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Humor in den Medien ist weit verbreitet. Täglich sehen wir uns mit einer Flut von Comedy-Sendungen im Fernsehen konfrontiert. Daß Humor aber auch in anderen Medien existiert, die diesen nicht als primären Gegenstand ihrer Arbeit sehen, wird oft vergessen. Zeitungen und Zeitschriften versuchen ihrem Leser ein seriöses Bild von Nachrichten- und Informationsübermittlung zu vermitteln. Bei genauer redaktioneller Arbeit können natürlich Formfehler in der Schriftsprache entstehen – meist bleiben diese aber unbemerkt, da sie in der Flut von Gedrucktem untergehen. Schade eigentlich, denn viele dieser Formfehler sind höchst amüsant! Sei es, weil der Lektor schlichtweg nicht aufgepaßt hat und die Fehler aus Unachtsamkeit ins Auge springen oder der Verfasser so übereifrig war, daß er übertriebene Formulierungen verwendet hat, und zwar so, daß eine Komik entsteht.
Wie kann Komik aus rein sprachlichen Fehlleistungen entstehen?
Was genau macht einen Witz aus, der NICHT inhaltlich zu sehen ist?
Diese Fragen sollen im Laufe der vorliegenden Arbeit erörtert werden.
Ich arbeite mit dem buchstäblich unnachahmlichen Witz im Hohlspiegel, einer Sammlung wirklich auffälliger Formulierungen, die, überlegt oder unüberlegt, aus den verschiedensten (meist) Printmedien zusammengetragen worden sind und ihren komischen Effekt in konzentrierter Ladung entfalten.
Leider wird dem spontanen, nicht-intendierten Witz auf Papier allgemein wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Der Witz an sich ist veraltet. Obwohl oder gerade weil der Witz in sprachwissenschaftlicher Hinsicht allgemein statisch geblieben ist, werden im theoretischen Teil dieser Arbeit meist Abhandlungen von Pionieren der Witzforschung, aus den 70er oder 80er Jahren, Grundlage sein, denn auch der spezielle Witz im Hohlspiegel benötigt ein Fundament, ohne daß er nicht erklärt werden kann. Klassische Witze werden – auch auf Rücksichtnahme auf den Leser – nicht als Beispiele dienen, da es sich bei den Hohlspiegel-Zitaten um Besonderheiten handelt, die in der Witzforschung meist nur am Rande erwähnt werden, und sie außerdem dem Thema zu fremd sind. Durch die hinreichende theoretische Erklärung unseres Untersuchungsgegenstandes ist die Zitierung von klassischen Witzen überflüssig. Es geht lediglich darum, Stück für Stück dem Phänomen des ungewollten Sprachwitzes näher zu kommen.
Folgend wenden wir uns dem Hohlspiegel als 'unserem Medium' zu. Hierbei wird der Hohlspiegel als Forum der Sprachwitze, und ferner auch in Zusammenhang mit dem Nachrichtenmagazin Spiegel betrachtet. Da es über den Hohlspiegel selbst keine Literatur gibt, werden Erkenntnisse aus dem theoretischen Teil über den Witz mit Aussagen von Verfassern von Literatur über den Spiegel gemacht werden, um den Untersuchungsgegenstand einen Rahmen zu geben. Des weiteren werden Aussagen über das Auswahlkriterium zum vorliegenden Korpus getroffen.
Im praktischen Teil dieser Arbeit werden zahlreiche Beispiele aus dem Hohlspiegel in sprachwissenschaftlicher Hinsicht näher beleuchtet. Obwohl der fähige Leser natürlich den Sprachwitz erkennt, so wird er dennoch etwas näher betrachtet werden, um die einzelnen Besonderheiten der verschiedenen Fälle näher herauszustellen

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Witz als Textsorte

2.1 Zur Komik

2.2 Klassifizierung des Witzes allgemein

2.2.1. Notwendigkeit einer sprachwissenschaftlichen Betrachtung

2.2.2. Definitionen des Witzes: Forschungserkenntnisse

2.2.3. Genaue Einordnung des Untersuchungsgegenstandes

2.3. Der ungewollte Witz

2.3.1 Sprachliche Fehlleistungen mit komischem Effekt

2.3.2. Ausprägungen des unfreiwilligen Witzes

3. Der Hohlspiegel als Rubrik

3.1 Zur Bezeichnung

3.2 Einordnung im Magazin Spiegel

3.3 Ausdehnung in verschiedenen Textsorten und -quellen

4. Textbeispiele

4.1 Auswahlkriterium

4.2 Vielfalt der Zitate nach Herkunft

4.3. Vielfalt der Zitate nach Art der Irritation

4.3.1. Bezugsverschiebung durch Satzbau- und Ausdrucksfehler

4.3.2. Dopplungen und 'Wortungeheuer'

4.3.3. Unpassende Wortwahl

4.4. Exkurs: Kurioses

5. Schlußbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des ungewollten Sprachwitzes am Beispiel der Rubrik „Hohlspiegel“ im Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Dabei soll erforscht werden, wie komische Effekte durch sprachliche Fehlleistungen, unabsichtliche Formulierungen oder fehlerhafte Kontextualisierungen in eigentlich ernst gemeinten Texten entstehen und welche sprachwissenschaftlichen Strukturen diesen Mechanismen zugrunde liegen.

  • Analyse der sprachwissenschaftlichen Grundlagen von Witz und Komik.
  • Abgrenzung des ungewollten Sprachwitzes vom klassischen, intendierten Witz.
  • Untersuchung der Rubrik „Hohlspiegel“ als Forum für Sprachwitze in Printmedien.
  • Kategorisierung verschiedener Irritationsarten wie Satzbaufehler, Wortverwechslungen und Dopplungen.
  • Herausarbeitung der Bedeutung von Kontext und Rezipientenleistung bei der Entschlüsselung komischer Fehlleistungen.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Sprachliche Fehlleistungen mit komischem Effekt

Nachdem nun der Untersuchungsgegenstand weitestgehend in seiner Form eingegrenzt wurde, ist noch eine weitere Kategoriesierung notwendig. Es gilt, herauszuarbeiten, um welche genaue Art der Komik (und des Witzes) es sich handelt.

Die meisten klassischen Witze sind von vorneherein als Witz angedacht und konstruiert. Bemerkenswert ist, daß selbst ein inhaltlich geistvoller Witz oft nur einen schwachen Effekt erzielen kann, je umständlicher oder 'gemacht' er erscheint (vgl. Wenzel 1989, 48).

Witze, bei denen der komische Effekt vornehmlich auf einer sprachlichen Rekurrenz basiert, sind in der trivialen Witzliteratur eher selten. Dem liegt die Schwierigkeit zugrunde, gute, formal stimmige Pointen zu konstruieren. Um so bemerkenswerter ist es, wie stark die Ausnutzung von sprachlichen Rekurrenzen den komischen Effekt beeinflussen kann. Witze, deren Pointe auf einen zeichensyntaktischen Effekt beruhen, haben eine Verwandtschaft mit dem künstlerischen Text: der Schwerpunkt liegt im Zusammenspiel von Information und Struktur (vgl. Wenzel 1989, 136). Es handelt sich um ein sprachliches Kunstwerk, welches auch mit tieferliegenden Ebenen der Grammatik arbeiten kann (vgl. Wenzel 1989, 139).

Wie schon angemerkt, handelt es sich beim Untersuchungsgegenstand um einen Witz auf sprachlicher Basis. Wenn man berücksichtigt, daß die sprachliche Basis in diesem Fall weniger konstruiert sein kann als der rein inhaltliche Witz, kann auch von unbeabsichtigten Konstruktionen die Rede sein. Hier wird eine Komik ohne eine Absicht konstruiert: eine sprachliche Fehlleistung, die durch falsche sprachliche Verwendungen (sei es grammatikalisch oder kontextuell gesehen) befremdend erscheint.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Humor in den Medien ein und definiert das Ziel, den "ungewollten Sprachwitz" anhand der Hohlspiegel-Zitate sprachwissenschaftlich zu untersuchen.

2. Der Witz als Textsorte: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretischen Grundlagen von Komik, definiert den Witz als Textsorte und grenzt den "ungewollten Witz" als Phänomen sprachlicher Fehlleistungen ab.

3. Der Hohlspiegel als Rubrik: Hier wird die Rubrik "Hohlspiegel" historisch und funktional im Kontext des Nachrichtenmagazins Spiegel eingeordnet und ihre Bedeutung als Sammelbecken für Sprachwitze beleuchtet.

4. Textbeispiele: Der praktische Teil der Arbeit analysiert zahlreiche Zitate aus dem Korpus, die nach ihrer Herkunft und der Art der sprachlichen Irritation in verschiedene Kategorien eingeteilt werden.

5. Schlußbemerkung: Die Schlußbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Einzigartigkeit des "Hohlspiegel" als Reflexion über sprachliche Besonderheiten in der deutschen Medienlandschaft.

Schlüsselwörter

Hohlspiegel, Sprachwitz, Komik, ungewollter Humor, Sprachwissenschaft, Fehlleistung, Textsorte, Der Spiegel, Wortwitz, Satzbaufehler, Medienanalyse, sprachliche Irritation, Printmedien, Sprachgebilde, Rezipient

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des ungewollten Sprachwitzes, wie er in der Rubrik „Hohlspiegel“ des Nachrichtenmagazins Der Spiegel in Form von sprachlichen Fehlleistungen gesammelt und veröffentlicht wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen der Komik und des Witzes, die Abgrenzung von bewusster und unbewusster Komik sowie die Kategorisierung von Sprachfehlern in Printmedien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den "ungewollten Sprachwitz" als Phänomen zu benennen und ein sprachwissenschaftliches Gerüst zu entwickeln, das erklärt, warum und wie solche unabsichtlichen Fehlleistungen beim Leser eine komische Wirkung erzeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine sprachwissenschaftliche Herangehensweise und stützt sich auf etablierte Theorien der Witzforschung (u.a. Preisendanz, Marfurt, Wenzel), um die gesammelten Zitate aus dem Korpus der Jahre 1995 und 2000 zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben der theoretischen Einordnung zahlreiche Textbeispiele aus dem Hohlspiegel untersucht und nach Kriterien wie Satzbaufehlern, Wortverwechslungen und Wortwiederholungen strukturiert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Sprachwitz, ungewollter Humor, Hohlspiegel, sprachliche Fehlleistung und Textsortenanalyse charakterisiert.

Warum ist der Hohlspiegel als Quelle für die Analyse besonders geeignet?

Der Hohlspiegel bietet in konzentrierter Form ein breites Korpus an authentischen Beispielen aus verschiedenen Printmedien, die aufzeigen, wie unbewusste sprachliche Entgleisungen komische Wirkungen erzielen.

Welche Rolle spielt der Rezipient bei der Entstehung des Witzes?

Die Arbeit betont, dass der Rezipient aktiv an der Komik mitwirkt, indem er durch emotionale und intellektuelle Kombinationsgabe die sprachliche Fehlleistung als solche erkennt und gegen die beabsichtigte, "ernste" Aussage abwägt.

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Details

Title
Spiegel-verkehrt
Subtitle
Ungewollter Sprachwitz am Beispiel "Hohlspiegel"
College
University of Bonn
Grade
2,0
Author
Anita Müller (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V82143
ISBN (eBook)
9783638890588
Language
German
Tags
Spiegel-verkehrt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anita Müller (Author), 2006, Spiegel-verkehrt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82143
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