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Der Einfluss der NAFTA auf die ökonomische Wohlfahrtsentwicklung in Mexiko

Eine Analyse unter Berücksichtigung der klassischen und neoklassischen Freihandelstheorien

Title: Der Einfluss der NAFTA auf die ökonomische Wohlfahrtsentwicklung in Mexiko

Thesis (M.A.) , 2005 , 105 Pages , Grade: 1,30

Autor:in: Sebastian Wenzel (Author)

Politics - Topic: Globalization, Political Economics
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Vor mehr als 180 Jahren schrieb der englische Ökonom David Ricardo ein Buch, das Ökonomen auch heute mit Begeisterung lesen. Ricardo erklärt darin am Beispiel von England und Portugal, warum durch Freihandel die Wohlfahrt steigt; und zwar die Wohlfahrt aller daran beteiligten Länder. Diese Theorie von Ricardo ist noch heute die einflussreichste Theorie über den Welthandel. Mit ihr wird Freihandel gefordert und begründet.
Kein Land der Welt unterschrieb mehr Freihandels- und Vorzugsabkommen als die Vereinigten Mexikanischen Staaten. Die Nafta ist die Freihandelszone zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika, Mexiko und Kanada. Sie trat am 1. Januar 1994 in Kraft. Die zentrale Fragestellung der Arbeit lautet: „Welchen Einfluss hatte die Nafta auf die ökonomische Wohlfahrtsentwicklung in Mexiko?“ Laut den klassischen und neoklassischen Freihandelstheorien steigt durch die Einführung von Freihandel die Wohlfahrt aller daran beteiligten Länder. Demnach müsste sich seit 1994 in Mexiko die Wohlfahrt erhöht haben. Die Arbeitshypothese lautet demnach: Die Nafta hatte einen positiven Einfluss auf die ökonomische Wohlfahrtsentwicklung in Mexiko. Die Hypothese wird folgendermaßen überprüft:
Im zweiten Kapitel wird gezeigt, wie Ökonomen Wohlfahrt definieren und wie diese ihrer Ansicht nach gesteigert werden kann. Um eine operationale Beurteilungsbasis für die Beantwortung der zentralen Fragestellung zu haben, werden Indikatoren festgelegt, anhand derer die Wohlfahrtsentwicklung in Mexiko untersucht wird. Warum durch Freihandel laut den klassischen und neoklassischen Freihandelstheorien die Wohlfahrt aller daran beteiligten Länder steigt, wird im dritten Kapitel erklärt. Im vierten Kapitel wird gezeigt, warum erst ein Wandel der mexikanischen Wirtschaftspolitik die Gründung der Nafta ermöglichte. Im fünften Kapitel wird geprüft, inwiefern die mexikanischen Erwartungen vor Nafta-Gründung durch die im dritten Kapitel vorgestellten Freihandelstheorien gedeckt waren. Zusätzlich wird der Vertragstext vorgestellt und überprüft, welche Folgen einzelne Vertragsinhalte laut den Theorien haben müssten. Die wirtschaftliche Entwicklung Mexikos anhand der im ersten Kapitel festgelegten Wohlfahrtsindikatoren, wird im sechsten und im siebten Kapitel untersucht. Es wird überprüft, in wie weit sich die Veränderung der ökonomischen Wohlfahrt seit Einführung der Nafta durch die klassischen und neoklassischen Freihandelstheorien erklären lässt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der ökonomische Wohlfahrtsbegriff

2.1. Wohlfahrtssteigerung durch Arbeitsteilung und Handel

2.2. Problematik der Wohlfahrtsdefinition

2.3. Zwischenfazit

3. Freihandelstheorien

3.1. Absolute Produktionsvorteile nach Adam Smith

3.2. Komparative Produktionsvorteile nach David Ricardo

3.2.1. Wohlfahrtssteigerung durch Freihandel

3.2.2. Annahmen des Ricardo-Modells

3.3. Komparative Vorteile nach Heckscher-Ohlin

3.3.1. Das Neo-Faktorproportionentheorem

3.3.2. Das Stolper-Samuelson-, Faktorpreisausgleichs- und Rybczynski-Theorem

3.4. Zwischenfazit

4. Mexikanische Wirtschaftspolitik im Wandel

4.1. Von der Importsubstitution zum Freihandel

4.2. Zwischenfazit

5. Die Nafta

5.1. Ziele Mexikos

5.2. Der Nafta-Vertragstext

5.2.1. Abbau der Zölle

5.2.2. Abbau nicht-tarifärer Handelshemmnisse

5.3. Zwischenfazit

6. Die wirtschaftliche Entwicklung Mexikos seit 1994

6.1. Peso-Krise

6.2. Direktinvestitionen

6.3. Bruttoinlandsprodukt und Handelsvolumen

6.4. Handelsdiversifizierung

6.5. Die Maquiladora-Industrie

6.5.1. Die Maquiladora-Industrie vor 1994

6.5.2. Die Maquiladora-Industrie nach 1994

6.5.3. Exkurs: Umweltbelastung in Mexiko

6.6. Der Agrarsektor

6.7. Zwischenfazit

7. Wohlfahrtsveränderung durch die Nafta

7.1. Arbeitsplätze

7.2. Produktivität

7.3. Löhne

7.4. Einkommensverteilung

7.5. Zwischenfazit

8. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) auf die ökonomische Wohlfahrtsentwicklung in Mexiko, basierend auf klassischen und neoklassischen Freihandelstheorien. Ziel ist es, die Hypothese eines positiven Effekts der Handelsliberalisierung auf die mexikanische Wohlfahrt anhand ausgewählter ökonomischer Indikatoren zu überprüfen.

  • Analyse der klassischen und neoklassischen Freihandelstheorien (Smith, Ricardo, Heckscher-Ohlin).
  • Wandel der mexikanischen Wirtschaftspolitik von der Importsubstitution zum Freihandel.
  • Untersuchung der Auswirkungen auf BIP, Handelsvolumen, Direktinvestitionen und Beschäftigung.
  • Kritische Betrachtung der Einkommensverteilung und Umweltbelastung im Kontext der NAFTA.
  • Bewertung des Einflusses der NAFTA auf die ökonomische Wohlfahrtsentwicklung seit 1994.

Auszug aus dem Buch

3.1. Absolute Produktionsvorteile nach Adam Smith

Adam Smith, der „Vater der klassischen Volkswirtschaftslehre“, kritisierte Zölle, da diese seiner Meinung nach schlecht für die Volkswirtschaft seien. Allerdings – und das wird in wirtschaftswissenschaftlichen Lehrbüchern oft verschwiegen – befürwortete Smith primär Investitionen im eigenen Land. Direkt nach denen in Fußnote 78 zitierten Ausführungen folgt in Smiths Buch die wahrscheinlich berühmteste Metapher der Wirtschaftswissenschaften, von der allerdings nur die wenigsten wissen, dass sie im Zusammenhang mit dem Außenhandel gebraucht wurde.

„Tatsächlich fördert er [jeder einzelne] in der Regel nicht bewusst das Allgemeinwohl, noch weiß er wie hoch der eigene Beitrag ist. Wenn er es vorzieht, die nationale Wirtschaft anstatt die ausländische zu unterstützen, denkt er eigentlich nur an die eigene Sicherheit und wenn er dadurch die Erwerbstätigkeit so fördert, daß ihr Ertrag den höchsten Wert erzielen kann, strebt er lediglich nach eigenem Gewinn. Und er wird in diesem wie auch in vielen anderen Fällen von einer unsichtbaren Hand geleitet, um einen Zweck zu fördern, den zu erfüllen er in keiner Weise beabsichtigt hat.“

Investitionen im Inland sind für Smith vorteilhafter für Investoren, weil sie dadurch ihr Kapital im Blick haben und die Landesgesetze kennen. Außerdem betont Smith stets, dass Investoren nur dann im Inland investieren, wenn sie dadurch den gleichen oder nahezu gleichen Gewinn wie bei einer Investition im Ausland erhalten würden. Deswegen kommt Smith zu folgender Erkenntnis:

„Ein Familienvater, der weitsichtig handelt, folgt dem Grundsatz, niemals selbst etwas herzustellen versuchen, was er sonstwo billiger kaufen kann. So sucht der Schneider, seine Schuhe nicht selbst zu machen, er kauft sie vielmehr beim Schuhmacher. Dieser wiederum wird nicht eigenhändig seine Kleider nähen, sondern lässt sie vom Schneider anfertigen. [...] Was aber für das Verhalten einer einzelnen Familie vernünftig ist, kann für das eines mächtigen Königreichs kaum töricht sein. Kann uns also ein anderes Land eine Ware liefern, die wir selbst nicht billiger herzustellen imstande sind, dann ist es für uns einfach vorteilhafter, sie mit einem Teil unserer Erzeugnisse zu kaufen, die wir wiederum günstiger als das Ausland herstellen können.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und der Hypothese, dass die NAFTA einen positiven Einfluss auf die ökonomische Wohlfahrtsentwicklung in Mexiko hatte.

2. Der ökonomische Wohlfahrtsbegriff: Klärung der theoretischen Grundlagen von Wohlfahrt, deren Definitionsprobleme und die Auswahl geeigneter Indikatoren zur Untersuchung.

3. Freihandelstheorien: Erläuterung der klassischen und neoklassischen Theorien, die den Wohlfahrtsgewinn durch Freihandel begründen.

4. Mexikanische Wirtschaftspolitik im Wandel: Analyse der Abkehr von der Importsubstitution hin zur wirtschaftlichen Öffnung als Voraussetzung für die NAFTA.

5. Die Nafta: Darstellung des Vertragswerks, der Ziele und der geplanten Mechanismen zum Abbau von Handelshemmnissen.

6. Die wirtschaftliche Entwicklung Mexikos seit 1994: Untersuchung der wirtschaftlichen Indikatoren und sektoraler Entwicklungen nach dem NAFTA-Beitritt.

7. Wohlfahrtsveränderung durch die Nafta: Empirische Überprüfung des Wohlfahrtseffekts anhand der festgelegten Indikatoren und kritische Bilanzierung.

8. Schluss: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung der Wohlfahrtssteigerung trotz partieller Verluste.

Schlüsselwörter

NAFTA, Mexiko, Freihandel, Wohlfahrtsökonomie, Adam Smith, David Ricardo, Heckscher-Ohlin-Modell, Direktinvestitionen, Beschäftigung, Handelsbilanz, Importsubstitution, Globalisierung, Produktivität, Einkommensverteilung, Reallöhne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) auf die ökonomische Wohlfahrtsentwicklung in Mexiko seit 1994 unter Einbeziehung ökonomischer Theorien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Freihandelstheorien, die historische Entwicklung der mexikanischen Wirtschaftspolitik, die Auswirkungen der NAFTA auf Investitionen, Handel, Beschäftigung und die Einkommensverteilung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, welchen Einfluss die NAFTA auf die ökonomische Wohlfahrtsentwicklung in Mexiko hatte, geprüft unter Berücksichtigung klassischer und neoklassischer Freihandelstheorien.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische fundierte Analyse, die ökonomische Modelle auf die empirische Realität Mexikos anwendet und Daten vor und nach dem NAFTA-Beitritt vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Wohlfahrtsbegriff, Freihandelstheorien), die Kontextualisierung der mexikanischen Wirtschaftspolitik sowie eine detaillierte Analyse der Auswirkungen des NAFTA-Vertrags auf verschiedene Wirtschaftsindikatoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind NAFTA, Mexiko, Freihandel, komparative Vorteile, Wohlfahrtssteigerung, Direktinvestitionen und industrielle Produktivität.

Wie hat sich die mexikanische Wirtschaftspolitik vor der NAFTA verändert?

Mexiko betrieb bis in die 1980er Jahre eine Politik der Importsubstitution, schottete sich ab und wandelte sich dann nach einer schweren Schuldenkrise radikal hin zu einer wirtschaftsliberalen Ausrichtung.

Welchen Einfluss hatte die NAFTA auf die Maquiladora-Industrie?

Die NAFTA stärkte die Maquiladora-Industrie als exportorientierten Motor, führte jedoch auch zu Abhängigkeiten von US-Märkten und zeigte Schwächen bei der Integration in die lokale Binnenwirtschaft.

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Details

Title
Der Einfluss der NAFTA auf die ökonomische Wohlfahrtsentwicklung in Mexiko
Subtitle
Eine Analyse unter Berücksichtigung der klassischen und neoklassischen Freihandelstheorien
College
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,30
Author
Sebastian Wenzel (Author)
Publication Year
2005
Pages
105
Catalog Number
V82154
ISBN (eBook)
9783638847797
ISBN (Book)
9783638845939
Language
German
Tags
NAFTA Mexiko Freihandelsabkommen USA Wohlfahrt David Ricardo TLC Freihandelstheorie north american free trade agreement tratado de libre comercio Sebastian Wenzel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Wenzel (Author), 2005, Der Einfluss der NAFTA auf die ökonomische Wohlfahrtsentwicklung in Mexiko, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82154
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