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Kriegserfahrungen in der Literatur - Gustavo Adolfo Bécquer, La Promesa

Title: Kriegserfahrungen in der Literatur - Gustavo Adolfo Bécquer, La Promesa

Term Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bettina Arzt (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Die Epoche der Romantik:
Die Epoche der Romantik lässt sich grob in die Zeit vom Ende des 18. bis zum ersten Drittel des 19. Jahrhunderts einordnen, wobei jedoch auch diese Ein-grenzung relativ ist, da die Romantik zwar ein gesamteuropäisches Phänomen, in den einzelnen Ländern Europas jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt war. So wurde Spanien vergleichsweise erst sehr spät von den geistesgeschichtlichen Fundamenten der Romantik erreicht. Zwar waren bereits Mitte des 18.Jahr-hunderts romantische Tendenzen in der spanischen Literatur festzustellen, die Vertreter dieser modernen Strömung wurden jedoch während der absolutistischen Regierung Fernandos VII (1818-1833) ins Exil getrieben, so dass Spanien von den literarischen Entwicklungen in Europa vorerst größtenteils ausgeschlossen blieb.
Im Jahre 1934 unter der liberaleren Regierung Isabells II, der Tochter Fernandos VII, und ihrer Mutter Maria Christina (1833-1868) wurde vielen Exilanten ihre Rückkehr in die Heimat ermöglicht, wo sie sich, beeinflusst besonders durch romantische Ideen aus England und Frankreich, literarisch entfalten konnten. Aber auch deutsche Romantiker wie zum Beispiel Goethe oder Heine hatten Einfluss auf viele spanische Schriftsteller, wobei man erwähnen muss, dass die aus Deutschland stammenden romantischen Einflüsse damals als eher dunkel, phantastisch und sogar dämonisch angesehen wurden. Die eigentliche Blütezeit der Romantik in Spanien umfasste dennoch nur ca. 15 Jahre (1835-1850). Auch die literarische Karriere Gustavo Adolfo Bécquers, mit dem ich mich in dieser Arbeit näher befassen werde, begann erst nach dem Zenit der romantischen Strömung in Spanien.
Im Zentrum der romantischen Ideen stand, im Gegensatz zur Vernunftbetontheit und dem Erkenntnisoptimismus der Aufklärung, der fühlende Mensch mit seinen Träumen und Freiheitsbedürfnissen. Auch die menschliche, schöpferischen Kraft, die Idee der Selbstentfaltung und das Recht zur Individualität waren Themen, die in der Literatur der Romantik thematisiert wurden. Während in der Epoche der Klassik sowohl in der Lyrik als auch in Prosa und Drama eine sehr strenge Regelästhetik vorherrschte, trat in der Romantik das Allgemeinverbindliche zugunsten des Individuellen und Außergewöhnlichen in den Hintergrund. Nach und nach nahmen die spanischen Romantiker die Abstand von den traditionellen Versformen und die lernten so die allgemeine dichterische Freiheit kennen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Die Epoche der Romantik

2. Kurzdefinition: Legende

3. Biographie Bécquers

3.1. „Introducción Sinfonica“

4.Bécquer als Postromantiker

5. La Promesa

5.1.Inhalt

5.2.Kriegsszenario

5.3.Liebeskonzeption

5.4.Perspektive

5.5.Orient und Gotik

5.6.Das Symbol der Hand

6.Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk "La Promesa" von Gustavo Adolfo Bécquer im Kontext seiner literarischen Einordnung zwischen Romantik und Postromantik, wobei insbesondere die ästhetische Darstellung von Kriegsszenarien, die spezifische Liebeskonzeption und der Einsatz symbolischer Elemente analysiert werden.

  • Die historische Einordnung von Bécquers Wirken in das Spanien des 19. Jahrhunderts.
  • Die Analyse von "La Promesa" als hybrides Werk mit romantischen und postromantischen Tendenzen.
  • Die Untersuchung der narrativen Perspektive und ihrer Wirkung auf den Leser.
  • Die Bedeutung zentraler Symbole wie der Hand in Bezug auf das Jenseits und das Treueversprechen.
  • Die psychologische Dimension der Hauptfiguren und der Einfluss der Biografie des Autors auf sein Schaffen.

Auszug aus dem Buch

5.2.Kriegsszenario

Als trennendes Moment zwischen den Liebenden, Margarita und Pedro, spielt der christlich-maurische Krieg zur Zeit der Reconquista im Handlungsverlauf der Legende eine wichtige Rolle. Die Tatsache, dass dieser Glaubenskrieg im Gunde genommen die Ursache für Margaritas Unglück ist, wird von Bécquer jedoch weitest gehend außer Acht gelassen. Einzig der pilgernde Spielmann, dem Pedro begegnet, lässt in seinem Lied, wenn auch nur sehr indirekt, anklingen, dass ein Krieg auch immer die schmerzliche Trennung von Liebenden und Todesopfer mit sich bringt. („Fort gehst du....Kommst du auch wieder?“)15 Der Refrain am Ende jeder Strophe („Verflucht, wer auf Sandgrund baut, dem Worte eines Mannes traut!“)16 macht allerdings auch deutlich, dass der Gaukler vielmehr das Ehrgefühl des Kriegers für den traurigen Tod des Mädchens verantwortlich macht als den Krieg selbst. In der gesamten Legende wird das Kriegsszenario als sehr positiv beschrieben; realistische Darstellungen von Schlachten oder die Erwähnung von Todesopfern sind nicht vorzufinden. Als die verlassene Maria nach dem Abschied von Pedro traurig heimkehrt, ermahnt ihr Bruder diese sogar, am kommenden Tage, wenn das Heer die Stadt verlässt, ihre Festkleider zu tragen, was wiederum zeigt, dass der Großteil des Volkes den anstehenden Krieg als freudiges Ereignis sieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Epoche der Romantik: Ein Überblick über die romantische Epoche in Spanien, ihre zeitliche Begrenzung und die zentralen Einflüsse sowie Themenstellungen.

2. Kurzdefinition: Legende: Eine begriffliche Bestimmung der Gattung "Legende" und ihrer typischen narrativen Merkmale innerhalb der romantischen Literatur.

3. Biographie Bécquers: Lebenslauf von Gustavo Adolfo Bécquer mit Fokus auf seinen Werdegang als Dichter, seine Misserfolge und seine literarische Entwicklung.

3.1. „Introducción Sinfonica“: Eine Analyse der Einleitung, die Bécquers pessimistische Weltsicht und seine theoretische Auseinandersetzung mit der Kunst beleuchtet.

4.Bécquer als Postromantiker: Die Einordnung Bécquers als Dichter, dessen Werk bereits über die klassische Romantik hinausgeht und moderne, psychologische Züge aufweist.

5. La Promesa: Einführung in die Analyse der Legende unter Berücksichtigung ihrer romantischen und postromantischen Facetten.

5.1.Inhalt: Zusammenfassung der Handlung der Legende, beginnend beim Aufbruch in den Krieg bis zur tragischen Auflösung.

5.2.Kriegsszenario: Untersuchung der ästhetisierten Darstellung des Krieges und seiner Rolle als trennendes Element.

5.3.Liebeskonzeption: Analyse des Liebesverhältnisses zwischen Pedro und Margarita und die Bedeutung des Ehrenkodex.

5.4.Perspektive: Betrachtung der Erzählhaltung, die vom personalen Erzählen zu einer fokussierten Vogelperspektive wechselt.

5.5.Orient und Gotik: Erläuterung der Bedeutung exotischer und mittelalterlicher Motive für die Stimmung des Werkes.

5.6.Das Symbol der Hand: Interpretation des Handsymbols als Bindeglied zwischen Diesseits und Jenseits.

6.Abschließende Betrachtung: Zusammenfassende Einschätzung von Bécquers Bedeutung als Lyriker und Erzähler sowie der Aktualität seiner "Leyendas".

Schlüsselwörter

Romantik, Postromantik, Gustavo Adolfo Bécquer, La Promesa, Legende, Reconquista, Liebeskonzeption, Wahnsinn, Symbolik, Literaturgeschichte, Spanische Literatur, Schauerromantik, Erzählperspektive, Ehrenkodex, Pessimismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Legende "La Promesa" von Gustavo Adolfo Bécquer und untersucht, wie der Autor traditionelle romantische Elemente mit postromantischen Themen verbindet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Kriegsdarstellung, die Konzeption der Liebe, die Verwendung von Erzählperspektiven sowie die symbolische Bedeutung von Motiven wie der Hand.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist die literarische Einordnung von Bécquer als Postromantiker und die Analyse, wie er in "La Promesa" psychologische Tiefe und moderne philosophische Fragen verarbeitet.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Textstellen aus dem Werk interpretiert und in den historischen sowie biographischen Kontext des Autors einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Vorstellung der Legende sowie detaillierte Sektionen zu Kriegsszenario, Liebeskonzeption, Perspektive, Orient/Gotik und der Symbolik der Hand.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Romantik, Postromantik, Symbolik, Liebeskonzeption, Reconquista und die psychologische Ausgestaltung der Charaktere.

Welche Rolle spielt der Krieg in "La Promesa"?

Der Krieg dient als Rahmenhandlung und trennendes Element, wird jedoch nicht realistisch, sondern ästhetisiert dargestellt, wobei er eher als Mittel zur Prüfung von Ehre fungiert.

Warum wird die Hand als zentrales Symbol hervorgehoben?

Die Hand fungiert als übernatürliches Bindeglied zwischen den Liebenden über den Tod hinaus und verkörpert Schutz, Treue und das Versprechen des Protagonisten.

Inwiefern beeinflusste Bécquers Leben sein Werk?

Bécquers persönliche Misserfolge, seine Krankheiten und seine unglückliche Ehe spiegeln sich in der pessimistischen Weltsicht und den düsteren Themen seiner Schriften wider.

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Details

Title
Kriegserfahrungen in der Literatur - Gustavo Adolfo Bécquer, La Promesa
College
University of Siegen
Grade
1,7
Author
Bettina Arzt (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V82160
ISBN (eBook)
9783638013550
ISBN (Book)
9783638917117
Language
German
Tags
Kriegserfahrungen Literatur Gustavo Adolfo Bécquer Promesa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Arzt (Author), 2004, Kriegserfahrungen in der Literatur - Gustavo Adolfo Bécquer, La Promesa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82160
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