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Performativität im Theater

Am Beispiel von John Cages "Untitled Event" und Peter Handkes "Publikumsbeschimpfung"

Title: Performativität im Theater

Essay , 2003 , 8 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bettina Arzt (Author)

Theater Studies, Dance
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Zurückgehend auf den angelsächsischen Begriff „performance“, der sowohl „Aufführung“ bzw. „Vorstellung“ als auch „Leistung“ oder „Pflichterfüllung“ bedeuten kann, bestehen in der Kultur-, Medien- und Theaterwissenschaft noch immer definitorische Unklarheiten bezüglich des Ausdrucks „Performativität“, weshalb sich auch eine genaue Definition von performativer Theaterkunst als problematisch erweist. Im Folgenden werde ich dennoch versuchen, anhand zweier signifikanter Beispiele aus der Theatergeschichte das Phänomen der Performativität im Theater darzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. „Performatives Theater“: Definitionsversuche

2. Die Entwicklung des performativen Theaters

2.1 Die „Performance Art“

3. John Cage: „Untitled Event“ (1952)

4. Peter Handtke: „Publikumsbeschimpfung“ (1966)

5. Abschließende Betrachtung:

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Performativität im Theater anhand historischer Avantgarde-Beispiele und analysiert, wie durch die Abkehr von der semiotischen Referenzialität eine neue, handlungsorientierte Theaterform entstand, die den Zuschauer aktiv einbezieht.

  • Grundlagen des performativen Theaters und Definitionsversuche
  • Entwicklungsgeschichte der Performance-Kunst
  • Analyse von John Cages „Untitled Event“ (1952)
  • Analyse von Peter Handtkes „Publikumsbeschimpfung“ (1966)
  • Bedeutung der Selbstreferentialität und Zuschauerpartizipation

Auszug aus dem Buch

3. John Cage: „Untitled Event“ (1952)

Das im Jahre 1952 uraufgeführte „Untitled Event“ von Peter Handtke, bei dem mehrere Künstler gleichzeitig unterschiedliche Handlungen im Speisesaal eines Colleges vollzogen, wird oftmals als das Gründungswerk der Performance-Kunst bezeichnet. Die einzelnen Aktionen der Aufführung standen dabei in keinerlei kausalem oder zeitlichem Verhältnis und ihr Ablauf war lediglich durch „time-brackets“ in der Partitur der Darsteller festgelegt. Die Darstellungen offenbarten also keinerlei weitere semiotische Ebene, so dass alles, was dargestellt wurde, keinerlei andere Bedeutung aufwies als die der Handlung selbst. Der Initiator dieses Events, John Cage trug, auf einer Trittleiter stehend, einen Text vor, gleichzeitig spielte der Maler Robert Rauschenberg, dessen Bilder, die „white paintings“ an der Decke des Raumes ausgestellt waren, Schallplatten auf einem Grammophon ab und projizierte abstrakte, farbige Dias sowie Filmausschnitte auf die Decke des Raumes. Währenddessen spielte der Pianist David Tudor auf einem „prepared piano“ bzw. schüttete Wasser von einem Eimer in einen anderen und die Dichter Charles Olsen und Mary Caroline Richards trugen ihre Werke vor. Merce Cunningham tanzte mit weiteren Personen zwischen den Zuschauern hindurch, und in einer anderen Ecke des Raumes spielte der Komponist Jay Watts auf verschiedenen Musikinstrumenten. Durch die räumliche Aufteilung der Bestuhlung des Raumes, das Fehlen eines Fokus des Geschehens (z.B. einer Bühne) und durch die Simultanität der jeweils autonomen Handlungen war es dem Zuschauer unmöglich, alle Aktionen gleichzeitig wahrzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. „Performatives Theater“: Definitionsversuche: Dieses Kapitel erläutert die definitorischen Schwierigkeiten des Begriffs Performativität und führt das Konzept der Selbstreferentialität als zentrales Merkmal ein.

2. Die Entwicklung des performativen Theaters: Es wird die historische Entstehung performativer Ansätze durch Avantgardebewegungen wie den Dadaismus oder Futurismus beschrieben, um die Trennung von Kunst und Leben aufzuheben.

2.1 Die „Performance Art“: Hier wird der Übergang zur Neoavantgarde in den 60er Jahren thematisiert, in der die Transformation von cultural performances in künstlerische Performances vollzogen wurde.

3. John Cage: „Untitled Event“ (1952): Die Fallstudie analysiert, wie durch das Zusammenwirken verschiedener Künstler ohne kausalen Zusammenhang das Gründungswerk der Performance-Kunst entstand.

4. Peter Handtke: „Publikumsbeschimpfung“ (1966): Dieses Kapitel beleuchtet die radikale Aufhebung der Grenze zwischen Publikum und Darstellern durch verbale Interaktion.

5. Abschließende Betrachtung:: Das Fazit fasst zusammen, wie die Neuerfindung des Performativen den zeitgenössischen Theater- und Kulturbegriff maßgeblich erweitert hat.

Schlüsselwörter

Performativität, Theaterwissenschaft, Performance Art, Selbstreferentialität, Avantgarde, John Cage, Peter Handtke, Publikumsbeschimpfung, Untitled Event, kulturelle Aufführung, Neoavantgarde, Zuschauerpartizipation, Sprechakttheorie, Theatergeschichte, ästhetische Erfahrung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung der Performativität im Theater, indem sie den Fokus von traditionellen, referenziellen Handlungen hin zur Selbstreferentialität und zum konkreten Vollzug der Handlung verschiebt.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Theateravantgarde, die Definition von Performance-Kunst, die Rolle des Zuschauers sowie die Analyse spezifischer avantgardistischer Inszenierungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Phänomen der Performativität anhand signifikanter historischer Beispiele darzustellen und aufzuzeigen, wie diese Theaterform den tradierten Kunst- und Kulturbegriff erweitert hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Analyse bedeutender theatergeschichtlicher Fallbeispiele in Verbindung mit theoretischen Ansätzen aus der Kultur- und Theaterwissenschaft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der performativen Kunst, die Entwicklung von der historischen Avantgarde bis zur Neoavantgarde sowie die detaillierte Analyse der Werke „Untitled Event“ und „Publikumsbeschimpfung“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Performativität, Selbstreferentialität, Performance Art, Avantgarde, Zuschauerpartizipation und die Übertragung der Sprechakttheorie auf die Theaterkunst.

Was zeichnete die Inszenierung von John Cages „Untitled Event“ besonders aus?

Das Besondere war das Fehlen eines Fokus (keine Bühne), die Simultanität völlig unzusammenhängender Handlungen und die Einbindung der Zuschauer in einen gemeinsamen Raum ohne kausalen Ablauf.

Wie erreicht Peter Handtke in der „Publikumsbeschimpfung“ die Partizipation des Publikums?

Durch den gezielten Bruch der vierten Wand und den Einsatz direkter, verbaler Attacken gegenüber den Zuschauern wurden diese aus ihrer passiven Beobachterrolle gedrängt und zu einer emotionalen Reaktion gezwungen.

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Details

Title
Performativität im Theater
Subtitle
Am Beispiel von John Cages "Untitled Event" und Peter Handkes "Publikumsbeschimpfung"
College
University of Siegen
Course
Performative Sprechakte
Grade
1,7
Author
Bettina Arzt (Author)
Publication Year
2003
Pages
8
Catalog Number
V82200
ISBN (eBook)
9783638886819
ISBN (Book)
9783656680963
Language
German
Tags
Performativität Theater
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Arzt (Author), 2003, Performativität im Theater, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82200
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