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Das Scheitern der UN-Friedensmission in Somalia

Title: Das Scheitern der UN-Friedensmission in Somalia

Term Paper , 2005 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Romy Höhne (Author)

Politics - Region: Africa
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Somalia steht als Krisenregion schon seit Jahrzehnten im Focus der internationalen Öffentlichkeit. Als es 1988/89 zum Sturz des Militärmachthabers Siyad Barre kam und ein blutiger Bürgerkrieg im Land am Horn von Afrika ausbrach, entschieden sich die Vereinten Nationen 1992 zu einer humanitären Intervention in diesem Krisengebiet. Es sollte der erste humanitäre Einsatz der UN nach Ende des Kalten Krieges werden, doch wurde er auch zu einem Debakel für die Vereinten Nationen.
In dieser Arbeit werden die Staatszerfallsprozesse und die einzelnen Schritte der Missionen in Somalia nachvollzogen. Die Ziele, die Vorgehensweise aber auch die Probleme der Intervention werden betrachtet.
Bevor jedoch auf die eigentliche Intervention eingegangen werden kann, wird zunächst der soziale, historische und politische Kontext nachvollzogen, in dem sich Somalia bewegt. Denn erst mit der Kenntnis dessen sind Konfliktlinien verständlich und nachvollziehbar, an denen am Ende auch die Vereinten Nationen gescheitert sind.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gesellschaftliche Struktur Somalias und politische Situation bis 1989

2.1 Gesellschaftsstruktur

2.1.1 Traditionelle somalische Gesellschaft

2.1.2 Religion

2.1.3 Rechtssystem

2.2 Politische Situation bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges

2.2.1 Kolonialzeit

2.2.2 Die Unabhängigkeit und daraus resultierende Probleme

2.2.3 Somalia bis 1969 - „Clan-Demokratie“

2.2.4 Das Regime Siyad Barres

2.2.5 Verlauf des Bürgerkrieges

3. UNO-Einsatz in Somalia

3.1 Haltung der UNO bis 1991

3.2 UNOSOM I

3.3 UNITAF

3.4 UNOSOM II

3.5 Somalia nach der humanitären Intervention

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Ursachen des Scheiterns der UN-Friedensmissionen in Somalia während der 1990er Jahre unter besonderer Berücksichtigung der komplexen gesellschaftlichen Strukturen und der sozio-politischen Entwicklungen im Land.

  • Analyse der somalischen Clan-Strukturen und ihrer politischen Auswirkungen
  • Untersuchung des Staatszerfalls unter dem Regime von Siyad Barre
  • Bewertung der verschiedenen UN-Interventionsphasen (UNOSOM I, UNITAF, UNOSOM II)
  • Reflektion über die mangelnde Anpassung internationaler Friedensstrategien an lokale Gegebenheiten

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Traditionelle somalische Gesellschaft

Somalia ist durch eine große ethnische Homogenität gekennzeichnet, es gibt nur wenige marginalisierte Minderheiten. Das Volk der Somalis selbst hat eine einheitliche Sprache, Kultur und Religion, jedoch lässt sich eine starke Fragmentierung der Gesellschaft in Clans und Sub-Clans erkennen. Diese werden durch zwei Hauptlinien gekennzeichnet, den Samaale (Nomaden) und den Sab (sesshafte Bauern und Viehzüchter)1. Zu den Samaale gehören die Clans der Darod, Hawiye, Dir und Isaq. Diese leben vorwiegend im wenig fruchtbaren Nord- und Zentralsomalia. Zu den im Süden und den Küstenregionen ansässigen Sab gehören die Clans der Digil und Rahanweyn. Insgesamt gibt es folglich 6 Clans mit bis zu 1 Mio. Angehörigen.

Die somalischen Clans werden weiter segmentiert in Clan-Familien (lineages), welche als Grundpfeiler der somalischen Gesellschaft2 gelten. Weiter unterscheiden sich diese Clan-Familien in Diya-Lineages3 bzw. diya-paying-groups (Blutzoll-Verband)4. Dies stellt die kleinste soziale Einheit der somalischen Gesellschaft dar. Ihre Mitglieder sind durch Vertrag miteinander verbunden5, der sie zu gegenseitiger Hilfe und Unterstützung, aber auch zu Kompensationszahlungen bei Rechtsvergehen verpflichtet6.

Dabei verbünden sich die einzelnen konkurrierenden Segmente je nach Interessenlage. Diese Bündnisse sind meist zweckgebunden und oft nicht von langer Dauer. Es kommt immer wieder zu segmentärer Opposition und Konflikten entlang der Clangrenzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ausgangslage des somalischen Bürgerkriegs ein und erläutert die Beweggründe für die humanitäre UN-Intervention.

2. Gesellschaftliche Struktur Somalias und politische Situation bis 1989: Dieses Kapitel untersucht die traditionelle Clan-Struktur Somalias und die politische Entwicklung von der Kolonialzeit über das Barre-Regime bis hin zum Ausbruch des Bürgerkrieges.

3. UNO-Einsatz in Somalia: Hier werden die verschiedenen Phasen der UN-Missionen sowie deren diplomatische und militärische Ansätze in Somalia detailliert nachgezeichnet.

4. Zusammenfassung: Dieses Fazit resümiert das Scheitern der UN-Intervention und nennt Gründe für die mangelnde Effektivität der eingesetzten Strategien.

Schlüsselwörter

Somalia, UN-Friedensmission, Staatszerfall, Clan-Struktur, Bürgerkrieg, UNOSOM, UNITAF, Siyad Barre, humanitäre Intervention, Peacekeeping, Konfliktmanagement, Mogadishu, internationale Hilfe, politische Instabilität, Clan-Demokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der humanitären UN-Intervention in Somalia in den 1990er Jahren und der Frage, warum diese Missionen trotz internationaler Anstrengungen scheiterten.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den Schwerpunkten gehören die soziokulturelle Struktur Somalias, die politische Geschichte unter Siyad Barre, der Verlauf des Bürgerkrieges sowie die operativen Details der UN-Missionen UNOSOM I, UNITAF und UNOSOM II.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Kontext des Scheiterns der UN-Missionen zu verstehen, insbesondere vor dem Hintergrund mangelnder Kenntnisse über lokale Machtstrukturen und Traditionen.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Aufarbeitung der Staatszerfallsprozesse und eine kritische Betrachtung der dokumentierten UN-Friedenssicherungsansätze sowie der historischen Kontextbedingungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der gesellschaftlichen Ausgangslage, die politischen Entwicklungen bis zum Regimesturz Barres und die detaillierte chronologische Aufarbeitung der verschiedenen internationalen Militäroperationen.

Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Somalia, UN-Friedensmission, Staatszerfall, Clan-Struktur, humanitäre Intervention und Peacekeeping.

Warum war der sogenannte Top-Down-Ansatz der UN in Somalia problematisch?

Der Top-Down-Ansatz konzentrierte sich fast ausschließlich auf Mogadishu und die großen Warlords, wodurch zivilgesellschaftliche Akteure ignoriert wurden und lokale Traditionen für eine Konfliktlösung unberücksichtigt blieben.

Welche Rolle spielte die M-O-D-Allianz für das Regime von Siyad Barre?

Die M-O-D-Allianz, bestehend aus Barres Clan und seinen Verbündeten, bildete das zentrale Machtgerüst seiner Diktatur und sicherte seine Position durch gezielte Begünstigung dieser Gruppen innerhalb des Staatsapparates.

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Details

Title
Das Scheitern der UN-Friedensmission in Somalia
College
Martin Luther University
Grade
1,3
Author
Romy Höhne (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V82225
ISBN (eBook)
9783638861830
ISBN (Book)
9783638863223
Language
German
Tags
Scheitern UN-Friedensmission Somalia
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Romy Höhne (Author), 2005, Das Scheitern der UN-Friedensmission in Somalia, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82225
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