Bereits die unterschiedliche Bezeichnung innerhalb der Grammatiken weist darauf hin, dass die Autoren das adjektivische Attribut aus völlig verschiedenen Perspektiven betrachten. Während Eisenberg das Adjektiv hinsichtlich seiner Stellung den Attributen unterordnet und es folglich als adjektivisches Attribut bezeichnet, sprechen sowohl Helbig/Buscha als auch Heringer vom attributiven Adjektiv.
Die Arbeit analysiert auf der Grundlage von Eisenbergs Text vergleichend die Grammatiken Helbig/Buschas sowie Heringers in Bezug auf die Rolle des Adjektivs in der Nominalgruppe, seine Klassen und deren Bedeutung sowie die Stellung des adjektivischen Attributs in der Nominalgruppe, Kongruenz, Flexion und Komparation. Ziel der Untersuchung ist ein umfassender Überblick über die Funktionen und Klassen des adjektivischen Attributs.
Inhaltsverzeichnis
1. Fragestellung und Vorgehen
2. Stellung und Kongruenz des adjektivischen Attributs
2.1 Flektierte Form
2.1.1 Schwache Flexion
2.1.2 Gemischte Flexion
2.1.3 Starke Flexion
2.2 Unflektierte Form
2.3 Komparation
3. Klassifizierung
3.1 Absolute Adjektive
3.2 Relative Adjektive
3.3 Qualitätsadjektive
3.4 Abgeleitete Adjektive
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist ein umfassender, vergleichender Überblick über die Funktionen und Klassen des adjektivischen Attributs in den Grammatiken von Eisenberg, Helbig/Buscha sowie Heringer, wobei die Systematik Eisenbergs als methodische Basis dient.
- Vergleichende Analyse der Stellung und Kongruenz des adjektivischen Attributs in der Nominalgruppe.
- Untersuchung der Flexionsformen (schwache, gemischte und starke Flexion) in den betrachteten Grammatiken.
- Systematische Gegenüberstellung der Komparationsstufen.
- Detaillierte Klassifizierung von Adjektiven (absolute, relative, Qualitäts- und abgeleitete Adjektive).
- Aufzeigen theoretischer Differenzen und methodischer Abweichungen zwischen den linguistischen Ansätzen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Absolute Adjektive
Eisenberg (2004, 240) zufolge bezeichnen absolute Adjektive „Eigenschaften im eigentlichen Sinne, d.h. ihre Extensionen sind Klassen von Objekten.“ Er unterscheidet zwischen Farbadjektiven, wie blau, hellblau, seidenmatt, Formadjektiven, wie rund, gerade, eckig, viereckig, rechteckig, quadratisch, und deverbalen Adjektiven in der Form des Part II von telischen Verben, wie getauft, immatrikuliert, beauftragt, entdeckt, verheiratet (ebd., 240).
Dabei bezeichnet das Adjektiv die Eigenschaft, die ein Objekt entweder tatsächlich hat oder gewinnt, weil es in einen bestimmten Vorgang eingebunden war (vgl. ebd., 240). Die absoluten Adjektive sind komparierbar. Nur in Hinsicht auf die Bedeutung spricht Eisenberg (ebd., 240) von „eingeschränkter Graduierbarkeit.“ Auf die oben genannten Gruppen bezogen bedeutet das, dass Farb- und Formadjektive komparierbar sind, weil der Übergang zwischen Farben beziehungsweise Formen kontinuierlich ist, zum Beispiel kann ein Objekt blauer beziehungsweise runder als ein anderes sein (vgl. ebd., 240). Die deverbalen Adjektive in der Form des Partizip II von telischen Verben lassen sich aus grammatischer Sicht komparieren, sind jedoch in semantischer Hinsicht eingeschränkt komparierbar. In diesem Zusammenhang sagt Eisenberg (ebd., 240, Hervorhebung im Original), dass jemand „zwar entweder verheiratet oder nichtverheiratet sein“ kann, weist jedoch darauf hin, dass „mit dem Komparativ verheirateter [...] trotzdem der Bezug auf etwas wie einen Prototyp des Verheiratetseins möglich“ ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Fragestellung und Vorgehen: Einleitung in die Thematik, Erläuterung der methodischen Basis (Eisenberg) und Zielsetzung des vergleichenden Grammatikstudiums.
2. Stellung und Kongruenz des adjektivischen Attributs: Analyse der syntaktischen Einbettung, der Flexionsarten sowie der Komparationssysteme in den untersuchten Werken.
3. Klassifizierung: Detaillierte Untersuchung und Zuordnung verschiedener Adjektivklassen (absolut, relativ, qualitativ, abgeleitet) unter Einbeziehung der unterschiedlichen grammatikalischen Ansätze.
4. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung über die Vergleichbarkeit der Grammatiken und Resümee über die Ausführlichkeit und Systematik der untersuchten linguistischen Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Adjektivisches Attribut, Nominalgruppe, Eisenberg, Helbig/Buscha, Heringer, Flexion, Komparation, Klassifizierung, Absolute Adjektive, Relative Adjektive, Qualitätsadjektive, Abgeleitete Adjektive, Kongruenz, Sprachwissenschaft, Deutsche Grammatik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Vergleich der Beschreibung des adjektivischen Attributs innerhalb dreier zentraler deutscher Grammatiken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die syntaktische Stellung, Kongruenz, Flexion, Komparation sowie die semantische Klassifizierung von Adjektiven.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über die verschiedenen Funktionen und Klassen des adjektivischen Attributs zu geben und die theoretischen Unterschiede zwischen Eisenberg, Helbig/Buscha und Heringer aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Literatur- und Grammatikanalyse, wobei Eisenbergs Systematik als methodischer Ankerpunkt dient.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Analyse der Stellung, der Flexion, der Komparation und eine differenzierte Klassifizierung der Adjektive nach verschiedenen Kriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Adjektivisches Attribut, Nominalgruppe, Flexion, Komparation und grammatische Klassifizierung gekennzeichnet.
Warum wird Eisenbergs Grammatik als Grundlage für den Vergleich genutzt?
Eisenberg liefert eine sehr fundierte und strukturierte Grundlage, anhand derer sich die Divergenzen zu anderen Ansätzen besonders gut verdeutlichen lassen.
Wie unterscheidet sich die Behandlung der absoluten Adjektive in den Werken?
Während Eisenberg eine klare semantische Klassifizierung vornimmt, variiert die Zuordnung bei Helbig/Buscha und Heringer, was den Vergleich innerhalb der Arbeit erschwert, aber aufschlussreich macht.
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- Corinna Roth (Author), 2006, Das adjektivische Attribut - Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82250