Eine Itineraranalyse, wie sie im folgenden versucht wird, soll Aufschluß über die Herrschaftspraxis eines Herrschers in geben. Welche Regionen, bzw. Orte hat der Herrscher bevorzugt besucht? Kehrte er an bestimmte Orte immer wieder zurück? Hat er bestimmte Orte nur wenige Male besucht?
Die Vorliegende Arbeit versucht, den Itinerar Berengars I. (889-924) nachzuzeichnen und die oben gestellten Fragen zu beantworten. Am Ende der Analyse wird die Erstellung eines Itinerarkalenders stehen, der den gesamten Regierungsverlauf und sämtliche Herrscherumzüge Berengars darstellen soll.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. historischer Abriß der Zeit Berengars I
2. Analyse des Itinerars Berengars I.
2.1. Aufenthaltsdauer und -häufigkeit an den verschiedenen Orten
2.2. Geographische Probleme
2.3. Der Itinerarkalender Berengars I.
Schluß
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, den Itinerar Berengars I. (889-924) zu rekonstruieren und durch die Erstellung eines Itinerarkalenders den Regierungsverlauf sowie die Herrscherumzüge des Königs nachzuzeichnen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern sich die methodischen Ansätze von Müller-Mertens, die ursprünglich für Otto I. entwickelt wurden, auf die Quellenlage Berengars I. übertragen und modifizieren lassen.
- Analyse der Herrschaftspraxis durch Rekonstruktion der Königsbesuche.
- Untersuchung der Aufenthaltsdauer und -häufigkeit an verschiedenen Orten.
- Evaluation der Quellenlage und Problematik der Datierung durch Urkunden.
- Kritische Anwendung methodischer Standards der Itinerarforschung auf Berengar I.
- Identifikation geographischer Zentralräume und ihrer politischen Bedeutung.
Auszug aus dem Buch
2.1. Aufenthaltsdauer und -häufigkeit an den verschiedenen Orten
Um die Analyse des Itinerars von Berengar I. zu erstellen, beruft sich die Autorin im zunächst Folgenden auf die Methodik, die Müller-Mertens zum Itinerar Ottos I. ausgearbeitet hat. Es soll dabei untersucht werden, ob sich die Untersuchung, die Müller-Mertens auf Otto den ersten angewendet hat, auch auf Berengar I. übertragen läßt.
Daher untersucht er zunächst die Häufigkeit der Besuche eines Königshofes an einem Ort, beziehungsweise in einem Gebiet. Diese lassen sich aus den Königsurkunden direkt erkennen. Für ihre Untersuchung ist die Autorin der vorliegenden Arbeit dieser Methode gefolgt, die sie auf Berengar I. übertragen hat. Zunächst wurden nur jene Aufenthalte Berengars erfaßt, für Ort und die exakte Zeitangabe aus den Urkunden Berengars I. mit völliger Sicherheit hervorgehen.
Dabei ergibt sich folgende Verteilung auf die einzelnen Orte:
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, den Itinerar Berengars I. zu rekonstruieren und die Anwendbarkeit gängiger historischer Methodik auf die spezielle Quellenlage dieses Herrschers zu prüfen.
1. historischer Abriß der Zeit Berengars I: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die politische Situation in Italien, den Aufstieg Berengars I. und die Rivalitäten mit anderen Adelsfamilien sowie dem Karolinger Arnulf.
2. Analyse des Itinerars Berengars I.: Der Hauptteil widmet sich der empirischen Untersuchung der Aufenthaltsdaten, der Lösung geographischer Identifikationsprobleme und der Erstellung eines detaillierten Itinerarkalenders unter kritischer Auseinandersetzung mit der Fachmethodik.
Schluß: Das Fazit stellt fest, dass die Anwendung der Methodik von Müller-Mertens aufgrund der geringen Quellendichte nur eingeschränkt möglich war, identifiziert jedoch Pavia und Verona als klare Zentralräume der Herrschaft.
Schlüsselwörter
Berengar I., Itineraranalyse, Königsherrschaft, Regnum Italicum, Herrscherreisen, Mittelalter, Diplomatik, Quellenedition, Schiaparelli, Pavia, Verona, Herrschaftspraxis, Geographische Identifikation, Reichsgeschichte, Italien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Herrschaftspraxis von Berengar I. (889-924) durch eine Rekonstruktion seiner Reisebewegungen anhand historischer Urkunden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen das Itinerar (die Reisewege) des Königs, die Datierung von Urkunden und die geographische Verortung seiner Aufenthaltsorte im Regnum Italicum.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Erstellung eines Itinerarkalenders für Berengar I., um dessen Regierungsverlauf systematisch darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wendet die methodischen Ansätze von Müller-Mertens an, passt diese jedoch kritisch an die dünne und lückenhafte Quellenlage von Berengar I. an.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Aufarbeitung der Aufenthaltsdauer, eine geographische Analyse der Orte und die Erstellung des chronologischen Itinerarkalenders.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Berengar I., Itineraranalyse, Regnum Italicum, Herrscherreisen, Diplomatik und Königsherrschaft.
Warum war die Erstellung des Itinerarkalenders ein schwieriges Unterfangen?
Aufgrund zahlreicher Urkunden ohne genaues Datum oder Ortsangabe sowie einer deutlich geringeren Quellendichte im Vergleich zu den ottonischen Herrschern ergaben sich erhebliche Interpretationslücken.
Welche Bedeutung hatten Pavia und Verona für den Herrscher?
Die Analyse zeigt, dass Pavia und Verona die Residenzstädte mit der höchsten Frequenz an Besuchen und der längsten Aufenthaltsdauer waren, was sie als eigentliche Zentralräume der Herrschaft ausweist.
- Quote paper
- Magistra Artium Simone Janson (Author), 1999, Der Itinerar Berengars I. (889-924), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82289