Der Journalist Egon Erwin Kisch


Seminararbeit, 2002

19 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Biographische Daten
2.1 Die wichtigsten Daten und Stationen im Leben von Egon Erwin Kisch

3 Kisch als Schöpfer der literarischen Reportage
3.1 „Logische Phantasie“
3.2 Der Reporter als „Prosaist der Ballade“

4 Der „rasende Reporter“
4.1 Die Literarisierung der Reportage
4.2 „Neue Sachlichkeit“
4.3 Das „Idealbild“ des Reporters

5 Der Begriff der Wahrheit bei Kisch
5.1 Politische Haltung
5.2 Menschlichkeit und Mut

6 Der Egon Erwin Kisch-Preis
6.1 Hätte Kisch den Kisch-Preis bekommen?
6.2 Der Kisch-Preis im Jahr 2002
6.2.1 Ausgezeichnete Reportagen

7 Zusammenfassung

8 Literaturliste

1 Einleitung

„Schreibend wollte er die Welt verändern, die Welt verändernd wollte er sie zugleich beschreiben“, so stellt Bodo Uhse (Utitz, 1956, S.280) den Journalisten und Schriftsteller Egon Erwin Kisch dar.

Der „rasende Reporter“, wie man Kisch auch wegen seines berühmten gleichnamigen Werkes nannte, wird in den Medien und in der Wissenschaft oft als „König der Journalisten“ (Patka, 1997, S. 13) bezeichnet. Ob er das tatsächlich war, soll hier weder beurteilt noch untersucht werden. Ausgehend von der Feststellung, dass Kisch mit Sicherheit ein ganz besonderer Journalist, nicht nur seiner Zeit, war, sondern bis zum heutigen Tag als Vorbild vieler Journalisten fungiert, soll vor allem untersucht werden, was den Menschen Egon Erwin Kisch zu einem besonderen Journalisten machte, welche Ansprüche er an die Reportage beziehungsweise den Reporter stellte und was ihn dazu bewog, die Welt „verändern“ zu wollen.

In Punkt 3 wird zunächst darauf eingegangen, warum Kisch oft als „Schöpfer der literarischen Reportage“ bezeichnet wird und aus welchen Gründen Kisch von einem Reporter „Logische Phantasie“ fordert. Desweiteren wird untersucht, welche Anforderungen Kisch an einen Berichterstatter hat, der, seiner Meinung nach, ein „Prosaist der Ballade“ ist.

In Punkt 4 steht Kischs berühmtes Werk der „rasende Reporter“ im Vordergrund. Hier wird untersucht, weshalb er mit diesem Buch die Reportage literarisiert hat und warum dieser Reportagenband als Exemplar für das Programm der „Neuen Sachlichkeit“ in Anspruch genommen werden kann.

Die Beschreibung des „Idealtypen“ eines Reporters nach Kisch in Punkt 4.3 führt zu Punkt 5, in dem die Rolle der Wahrheit bei und für Kisch analysiert werden soll.

Die Frage, ob Kisch ein revolutionärer oder sogar ein Parteischriftsteller war, soll anhand seiner politischen Haltung in Punkt 5.1 und seiner Menschlichkeit und seines Mutes in 5.2 beantwortet werden.

In Punkt 6 wird auf die Entstehungsgeschichte und die journalistische Bedeutung des Egon Erwin Kisch-Preises eingegangen, bevor geklärt wird, ob Kisch in der heutigen Zeit mit seinen Reportagen überhaupt den Kisch-Preis bekommen hätte beziehungsweise welche Reportagen und Reporter in diesem Jahr ausgezeichnet wurden.

Zunächst allerdings sollen die wichtigsten biographischen Daten von Egon Erwin Kisch in Form eines tabellarischen Lebenslaufs dargestellt werden, um die entscheidenden und bedeutenden Stationen seines Lebens in Kurzform überblicken zu können.

2 Biographische Daten von Egon Erwin Kisch

Das Leben von Egon Erwin Kisch war so bewegt und von vielen geographischen wie beruflichen Veränderungen gekennzeichnet, dass es im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich ist, seine biographischen Daten vollständig wiederzugeben. Im Folgenden werden die wichtigsten Daten und Stationen seines Lebens zusammengefasst.

2.1 Die wichtigsten Daten und Stationen im Leben von Egon Erwin Kisch

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 Kisch als Schöpfer der literarischen Reportage

Egon Erwin Kisch gilt als Schöpfer und Meister der literarischen Reportage. Seine Ansichten über Reportage und Reporter veröffentlichte Kisch zum ersten Mal 1918 unter der Überschrift „Wesen des Reporters“ in der Zeitschrift „Das literarische Echo“ (Schlenstedt, 1959, S. 14).

Hierin hatte Kisch proklamiert:

„ Der Gebrauch des Wortes ‹Reporter› als Synonym für Lokalreporter ist eine vollständig sinnlose Kürzung. (...) Ohne zu reportieren, das heißt, ohne das meritorische und (für die Behandlung des Stoffes) wichtige Material herbeizuschaffen, gibt es keine geistige Behandlung eines Themas. Auch für den Gelehrten, für den Dichter nicht. (...) Jeder Schriftsteller, auch der Nichtrealist, bedarf der Milieustudie, und jede Milieustudie ist Reportage“ (Kisch, 1918, S. 437- 440).

Weiter formuliert Kisch das Prinzip des Reporters:

„Er mag übertreiben, unverlässliche Nachrichten bringen – dennoch ist er immer von der Tatsache abhängig, von der Sachlichkeit, immer ist ein Patrouillengang, ein Weg, ein Gespräch oder Anruf die Grundlage selbst der kleinsten Notiz“. (Kisch, 1918, S. 438 )

Wie Siegel (1973, S. 90) bemerkt, gelten diese Definitionen noch vornehmlich den Berichten des Lokalreporters und es sei offensichtlich, dass die Recherchen des Lokalreporters sich hier noch auf die Erkundung von Kriminal- und auf die Darstellung von Unglücksfällen beschränken. Kischs Konsequenzen könnten, nach Siegel, jedoch Allgemeingültigkeit beanspruchen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Der Journalist Egon Erwin Kisch
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar II: Kommunikation als Beruf
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
19
Katalognummer
V8231
ISBN (eBook)
9783638152600
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Journalist, Egon, Erwin, Kisch, Proseminar, Kommunikation, Beruf
Arbeit zitieren
Katja Voigt (Autor), 2002, Der Journalist Egon Erwin Kisch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8231

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