Mahler - 8. Symphonie

Analyse von Gustav Mahlers 8. Sinfonie


Seminararbeit, 2007

14 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Gustav Mahler
1.1 Sein Leben
1.2 Sein Verhältnis zur 8. Sinfonie und seine kompositorischen Vorstellungen

2. Die 8. Sinfonie
2.1 Teil I - „Veni, creator spiritus“
2.2 Teil II - Schlussszene aus Faust II (S.75)
2.3 Gemeinsamkeiten und Verbindungen der beiden Sätze

3. Fazit

4. Literatur:

1. Gustav Mahler

Mahler (1860-1911) war ein österreichischer Komponist im Übergang von der Spätromantik zur Moderne. Er war einer der berühmtesten Dirigenten seiner Zeit und als Operndirektor ein bedeutender Reformer des Musiktheaters.

Mahler gilt als paradigmatische Künstlerpersönlichkeit des Fin de Siècle und wird seit der Mahler-Renaissance in den 1960er Jahren (an der vor allem Leonard Bernstein beteiligt war, der z.B. die erste Stereo-Gesamteinspielung der Sinfonien aufnahm) häufig gespielt.

1.1 Sein Leben

Mahler stammte aus einer jüdischen Familie, die ihm bereits früh Unterricht auf Akkordeon und Klavier ermöglichte. Bereits mit 10 Jahren hatte er seinen ersten Auftritt als Pianist, mit 12 Jahren spielte er Stücke von Liszt und komponierte selbst. Bereits mit 15 ging er nach Wien ans Konservatorium, 1878 hörte er die Uraufführung von Bruckners 3. Sinfonie und wurde dazu aufgefordert, den Klavierauszug hierfür zu schreiben. Bei Bruckner besuchte er auch anschließend einige Vorlesungen in der Universität, außerdem studierte er Musikgeschichte bei Eduard Hanslick.

1880 wurde er zum Kapellmeister im Sommertheater von Bad Hall ernannt, wechselte aber in den folgenden Jahren häufig sein Betätigung, so wurde er u.a. königlicher Operndirektor in Budapest (1888-1891), wo ihn auch Brahms sah und beeindruckt von seinen Fähigkeiten als Dirigent war. 1882 kam Mahler erstmals nach Bayreuth und machte bei den dortigen Festspielaufführungen die Bekanntschaft von Wagner.

Durch viele Auslandsaufenthalte gewann Mahler überall Anhänger, die ihn als Dirigenten und Komponisten verehrten.

1897 konvertierte er zum Katholizismus (nachdem er sich bereits vorher ausgiebig mit dem christlichen Glauben auseinandersetzte) und konnte danach die Stellung als artistischer Direktor im größten Theater seiner Zeit, der Wiener Hofoper, antreten. Hier bemühte er sich im einer Verwirklichung seiner Vorstellungen einer Opernreform: Er propagierte die Idee der Oper als Gesamtkunstwerk.

Nachdem Mahler seinen Posten in Wien aufgrund seiner Ungeduld mit Sängern und Orchestermitgliedern (die seinen Ansprüchen nicht genügten) und aufgrund mangelhaften Umganges mit den Finanzen des Opernbetriebes verlor, ging er 1908 an die Metropolitan Opera in New York, wo er bis zum Ende seines Lebens blieb[1].

1.2 Sein Verhältnis zur 8. Sinfonie und seine kompositorischen Vorstellungen

Als Mahler 1906 begann, seine 8. Sinfonie zu komponieren, war er Direktor der Wiener Hofoper, Ehemann und Vater. Bis zur Uraufführung kam es aber zu einigen drastischen Veränderungen seiner Lebenssituation: Eine seiner Töchter starb an Diphterie, er selbst litt an einer Herzerkrankung und seine Frau hatte eine Beziehung mit einem jungen Architekten.

Umso wichtiger muss für ihn eine gelungene Uraufführung seiner Sinfonie gewesen sein, die am 12. September 1910 stattfand. Diese wurde zum „größten Triumph, den Mahler je erlebte“.[2]

Mahler schuf mit der 8. Sinfonie das „größt-disponierte symphonische Werk“[3] seiner Zeit. Er betrachtete es selbst als sein „Opus Magnum“ und schrieb nach der Vollendung an den Dirigenten Willem Mengelberg: „Ich habe eben meine 8. vollendet. – Es ist das Größte, was ich bis jetzt gemacht habe. Und so eigenartig in Inhalt und Form, dass sich darüber gar nicht schreiben lässt. Denken Sie sich, dass das Universum zu tönen und klingen beginnt. Es sind nicht mehr menschliche Stimmen, sondern Planeten und Sonnen, welche kreisen.“[4]

Die Sinfonie war für Mahler also mehr als eine historische Gattung, sie war vielmehr eine Möglichkeit für ihn, sich umfassend auszudrücken: „Das Ich des Künstlers steht nicht länger über dem Werk, es ist Teil des Werkes“[5]. Dies (und die Tatsache, dass Mahler die Idee für die Sinfonie Überfall-ähnlich kam[6], d.h. dass ihm praktisch von außerhalb „eingegeben“ wurde, er selbst schrieb sie einem „höheren Autor“ zu, einem Schöpfer-Geist[7]) zeigt die grundlegende Mystik des Werkens, bei dem die Form jedoch weiterhin eine wichtige Stellung einnahm. Sie war nun jedoch nicht mehr leitend, sondern schloss sich mit dem Inhalt zu einer Gemeinschaft zusammen[8].

So verwendete Mahler eine Vielzahl an Formen für seine Sinfonie: Man findet (neben deutlichen Zeichen für intensive Kontrapunktstudien) sowohl Fugentechniken, als auch Choralelemente bzw. Liedformen, die Mahlers Willen zeigen, eine allumfassende Sinfonie zu schreiben (er wollte „mit allen Mitteln der vorhandenen Technik eine Welt aufbauen“[9]).

Für Formalisten wie Hanslick galt zwar auch zu Mahlers Zeit noch die Form als wichtigster Aspekt eines Werkes, seit Beethoven hatte aber einer Intensivierung der Harmonik und der motivisch-thematischen Arbeit stattgefunden, die zu einer „Modellierung der Form“[10] führte. Dieses Prinzip führte Mahler weiter. Er tendierte mit diesem Werk in eine Richtung, die sonst nur wenigen seiner Musikstücke anzumerken ist: in die Richtung, in die sich vor allem das Spätwerk Wagners manifestierte: die „zur Ersatzkunst stilisierte Großkunst“[11] – es entstand eine „Symphonische Oper“.

Mahler hielt jedoch auch die Verbindung zur Tradition (Tradition der Kantate und Oratorium als Verbindung zu Beethovens 9. Sinfonie) und sah sich als Nachfolger Bruckners, der ebenfalls die traditionellen Stilmittel mit neuen Ideen verbunden hatte und so kam er nicht zur völligen Lösung von der Formensprache, sondern, die Musik wurde nur vermehrt „von ihren Fesseln befreit“[12].

[...]


[1] vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Mahler, Stand 12.Juni 2007, 11.30 Uhr

[2] aus: Vorwort zur Partitur

[3] www.giessen-server.de/beitrag462.html, Stand 12.Juni 2007, 11.30 Uhr

[4] vgl.: www.giessen-server.de/beitrag462.html

[5] Geck, Martin: Von Beethoven bis Mahler, : Die Musik des deutschen Idealismus, Stuttgart/Weimar 1993, S.409

[6] Wildhagen, Christian: Die Achte Symphonie von Gustav Mahler. Konzeption einer universalen Symphonik, Hamburg 1999, S.227

[7] Ebd. S.228

[8] Geck 1993, S.409

[9] Wildhagen, Christian: „Das Größte, was ich gemacht“, in: Ulm, Renate (Hrsg.): Gustav Mahlers Symphonien. Entstehung, Deutung, Wirkung, München u.a. 2001, S.231

[10] Geck 1993, S.410

[11] Vorwort zur Partitur S.V

[12] Geck 1993, S.410

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Mahler - 8. Symphonie
Untertitel
Analyse von Gustav Mahlers 8. Sinfonie
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Musikwissenschaft und –pädagogik)
Veranstaltung
Die Sinfonie nach Beethoven
Autor
Jahr
2007
Seiten
14
Katalognummer
V82313
ISBN (eBook)
9783638891523
ISBN (Buch)
9783638891578
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Leben Gustav Mahlers, seinem Verhältnis zur 8. Sinfonie und seinen kompositorischen Vorstellungen. Anschließend folgt eine Betrachtung beider Sätze, sowie eine Analyse der Gemeinsamkeiten.
Schlagworte
Mahler, Symphonie, Sinfonie, Beethoven
Arbeit zitieren
Susanne Engelbach (Autor), 2007, Mahler - 8. Symphonie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82313

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