Diese Untersuchung, die sich mit den Themen von Objektivität, Reliabilität und Validität befasst, beantwortet insbesondere folgende Fragen:
1.Gibt es absolut "vertrauenswürdige" bzw. "wahre" Forschungsergebnisse?
2.Wie wird die "Vertrauenswürdigkeit" empirischer Forschungsergebnisse üblicherweise bestimmt?
3.Wie wird die Frage der Vertrauenswürdigkeit von wissenschaftlichen Ergebnissen innerhalb der empirisch-analytischen Wissenschaftsauffassung gesehen?
Inhaltsverzeichnis
1. Zweck und Anlage der Arbeit
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Begriffsbestimmung von “vertrauenswürdig”
2.2 Begriffsbestimmung von “wahr”
3. Über die “absolute Wahrheit” von Forschungsergebnissen
3.1 Wissenschaftliche Anforderungen an Forschungsergebnisse
3.2 Die Entstehung von Forschungsergebnissen
3.2.1 Durch Induktion gewonnene Forschungsergebnisse
3.2.2 Durch Hypothesenbildung gewonnene Forschungsergebnisse
3.3 Nicht-empirische Theorien
3.3.1 Metaphysische Theorien
3.3.2 Logische Theorien
3.4 Beantwortung der Frage nach absolut “vertrauenswürdigen bzw. wahren Forschungsergebnissen
4. Die Vertrauenswürdigkeit empirischer Forschungs-ergebnisse
4.1 Allgemeine Auffassungen
4.2 Die empirisch-analytische Auffassung
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Konzepte von Objektivität, Reliabilität und Validität in der empirischen Sozialforschung, um die Frage zu klären, ob absolut wahre oder vertrauenswürdige Forschungsergebnisse überhaupt existieren können.
- Kritische Auseinandersetzung mit Wahrheitsbegriffen (Korrespondenz-, Kohärenz- und Konsenstheorie).
- Analyse der Entstehung von Forschungsergebnissen mittels Induktion und Hypothesenbildung.
- Differenzierung zwischen empirischen, metaphysischen und logischen Theorien.
- Reflexion über die Anforderungen an wissenschaftliche Forschung und den Einfluss des Forschers.
- Erörterung der Vertrauenswürdigkeit empirischer Ergebnisse innerhalb der empirisch-analytischen Wissenschaftsauffassung.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Durch Induktion gewonnene Forschungsergebnisse
Bei Induktion (= der Hinleitung von Einzeldaten zu allgemeinen Sätzen) gilt die Frage, ob absolute Wahrheit erreichbar ist, als gelöst. Durch Induktion ist keine absolute Wahrheit möglich. Dies lässt sich an folgendem oft zitierten Beispiel zeigen:
Wenn der Satz, dass alle Schafe weiß sind, zu beweisen ist, dann reicht es nicht aus eine bestimmte Anzahl von weißen Schafen zu finden. Es reicht auch nicht aus, dass jedes gefundene Schaf weiß ist. (Von dem Problem, dass Farben von Menschen anders wahrgenommen werden können wird hier abgesehen). Selbst wenn man subjektiv von einer hohen Wahrscheinlichkeit ausgehen muss, dass – wenn bisher alle gefundenen Untersuchungsobjekte (Schafe) weiß waren, das nächste Schaf eben eine andere Farbe haben könnte. Allgemeine Aussagen sind nur dann gültig, wenn alle Schafe, die es gibt überprüft und weiß sind (vollständige Induktion). Dann ist die Aussage zumindest zeitlich aber nicht mehr allgemeingültig (selbst der räumliche Aspekt wäre schwer zu überprüfen). In 50 Jahren – so könnte man sich vorstellen – gibt es z. B. viele grüne Schafe oder Schafe anderer Couleur. Durch Induktion kommen wir also nicht zu absolut wahren Feststellungen. Hilft uns die Methode der Hypothesenbildung weiter? Dies wird im nächsten Abschnitt erörtert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zweck und Anlage der Arbeit: Einführung in die Thematik der wissenschaftlichen Wahrheit und Darstellung der Vorgehensweise zur Beantwortung der Forschungsfragen.
2. Begriffsbestimmungen: Definition der Begriffe „vertrauenswürdig“ und „wahr“ unter Berücksichtigung verschiedener philosophischer Wahrheitstheorien.
3. Über die “absolute Wahrheit” von Forschungsergebnissen: Untersuchung der Entstehungsbedingungen von Forschungswissen, inklusive der Grenzen induktiver und hypothetisch-deduktiver Verfahren.
4. Die Vertrauenswürdigkeit empirischer Forschungs-ergebnisse: Analyse der Kriterien für die Verlässlichkeit empirischer Daten und Einordnung in die empirisch-analytische Wissenschaftstradition.
5. Zusammenfassung und Fazit: Abschließende Bewertung, die vor dem Hintergrund menschlicher Wahrnehmungsbegrenztheit eine Position zwischen Absolutismus und Skeptizismus einnimmt.
Schlüsselwörter
Objektivität, Reliabilität, Validität, empirische Sozialforschung, Wahrheitstheorien, Induktion, Hypothesenbildung, Wissenschaftsphilosophie, Korrespondenztheorie, Erkenntnistheorie, empirisch-analytische Methode, Forschungsergebnisse, Wissenschaftlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wissenschaftstheoretischen Grundlagen von Objektivität, Reliabilität und Validität in der empirischen Sozialforschung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte der Wahrheit, die Methoden der Erkenntnisgewinnung (Induktion und Hypothesenbildung) sowie die Bedingungen für vertrauenswürdige wissenschaftliche Ergebnisse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob es in der Wissenschaft „absolute“ Wahrheit oder Sicherheit geben kann, oder ob alle Ergebnisse als „fallibel“ zu betrachten sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine theoretische und erkenntnistheoretische Analyse durch, die auf klassische Positionen der Wissenschaftstheorie zurückgreift.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Forschungsergebnissen, unterscheidet zwischen empirischen und nicht-empirischen Theorien und reflektiert die Bedingungen für die Vertrauenswürdigkeit empirischer Forschung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Objektivität, Wahrheitstheorien, Induktion, Hypothesenbildung und Erkenntnistheorie.
Wie unterscheidet der Autor zwischen metaphysischen und logischen Theorien?
Metaphysische Theorien werden als nicht-empirisch und nach heutigem Wissenschaftsverständnis als schwer überprüfbar eingestuft, während logische Theorien auf formal-logischen Tautologien basieren.
Welches Fazit zieht der Autor zur absoluten Wahrheit?
Der Autor schließt, dass es keine objektive Wahrheit gibt, da die menschliche Wahrnehmungsfähigkeit begrenzt ist, und plädiert für einen Mittelweg zwischen Absolutismus und Skeptizismus.
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- Markus Andreas Mayer (Author), 2004, Objektivität, Reliabilität und Validität in der empirischen Sozialforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82321