Die in den letzten Jahren festzustellende zunehmende Internationalisierung und Globalisierung der Märkte hat verstärkt zu Veränderungen in der Entwicklung unternehmerischer Aktivitäten geführt. Um sich weiterhin erfolgreich am Markt zu behaupten und sich gegen die Mitbewerber durchsetzen zu können, müssen Unternehmen auf die sich verändernden Umweltbedingungen reagieren.
In der Unternehmenspraxis sind daher zunehmend Unternehmensakquisitionen und Anteilsübernahmen zu verzeichnen, die zu einem festen Bestandteil des strategischen Managements geworden sind. Fast jedes größere Unternehmen verfügt inzwischen über diverse Beteiligungen. Somit wird der Trend zu Konzernstrukturen weiterhin verstärkt und die Beteiligungsportfolios der Unternehmen verändern sich fortwährend. Daimler-Benz fusioniert mit Chrysler, Adidas akquiriert Reebok, BMW kauft Rover und stößt die Tochtergesellschaft nach fünf Jahren wieder ab. Dies sind nur einige wenige praktische Beispiele.
Ob nun eine Diversifikationsstrategie oder eine Kernkompetenzstrategie verfolgt wird, Beteiligungen spielen für Unternehmen eine entscheidende Rolle um Marktanteile zu gewinnen, neue Märkte zu erschließen oder um am globalen Markt an Bedeutung zu gewinnen.
Mit zunehmender Anzahl von Unternehmensakquisitionen erhöht sich auch das Risiko von Misserfolgen der Beteiligungen. Darüber hinaus steigen die Forderungen der Anteilseigner, dass alle Unternehmensteile zum Konzernerfolg beizutragen haben. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, gewinnt das Beteiligungscontrolling zunehmend an Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis
1. EINFÜHRUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. GRUNDLAGEN DES BETEILIGUNGSCONTROLLINGS
2.1 Begriffe und Abgrenzungen
2.2 Arten der Beteiligung
2.3 Bedeutung der Beteiligung
2.4 Beteiligungszyklus
3. ZIELE UND AUFGABEN DES BETEILIGUNGSCONTROLLINGS
3.1 Zielsetzungen
3.2 Aufgaben des Beteiligungscontrollings
3.2.1 Koordinations- und Informationsfunktion
3.2.2 Phasenbezogene Aufgaben
4. INSTRUMENTE DES BETEILIGUNGSCONTROLLINGS
4.1 Anforderungen an die Instrumente des Beteiligungscontrollings
4.2 Übersicht der wichtigsten Instrumente
4.2.1 Instrumente des operativen Beteiligungscontrollings
4.2.2 Instrumente des strategischen Beteiligungscontrollings
4.3 Ausgewählte Instrumente des Beteiligungscontrollings
4.3.1 Auswahlkriterien
4.3.2 Berichtswesen
4.3.3 Portfolioanalyse
5. KRITISCHE WÜRDIGUNG
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die spezifischen Anforderungen an das Beteiligungscontrolling im Kontext der Unternehmenssteuerung. Sie analysiert die Ziele und Aufgaben dieses Fachbereichs und arbeitet heraus, welche Instrumente eine zielgerichtete Steuerung von Beteiligungsportfolios ermöglichen, um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern.
- Methodische Grundlagen und Definitionen des Beteiligungscontrollings
- Aufgabenverteilung im Beteiligungszyklus (Akquisition, Beteiligung, Desinvestition)
- Operative Steuerungsinstrumente wie Berichtswesen und Kennzahlensysteme
- Strategische Analyseinstrumente wie die Portfolioanalyse (BCG-Matrix)
Auszug aus dem Buch
4.3.3 Portfolioanalyse
Der Portfolioansatz hat nicht nur im strategischen Controlling sondern auch in der strategischen Unternehmensplanung eine hohe Relevanz und bildet somit das Hauptinstrument des strategisch ausgerichteten Beteiligungscontrollings.
Ihre Entstehung fand die Portfoliotechnik durch Markowitz in der Finanzwirtschaft. Der Grundgedanke besteht darin, für einen Anleger eine Ertragsmaximierung bei gleichzeitiger Risikominimierung durch breite Streuung des Vermögens in verschiedenen Anlageformen zu erzielen. Heute findet dieses Konzept in abgewandelter Form auch Anwendung auf Problemfelder von Unternehmen, wie bspw. dem Produkt-Markt-Bereich, dem Beschaffungsbereich oder auch dem Beteiligungsbereich, und zählt zu den weitverbreitetsten Techniken des strategischen Managements.
Die bekannteste Variante der Portfolioanalyse ist die Vier-Felder-Matrix, auch als Marktanteil-Marktwachstum-Matrix bekannt. Entwickelt wurde sie von der Boston Consulting Group (BCG). Die Portfolioanalyse wird in einer zweidimensionalen Matrix visualisiert. Dabei wird zum einen das „Marktwachstum“, welches die Attraktivität des Marktes zum Ausdruck bringt, und zum anderen der vom Unternehmen beeinflussbare „relative Marktanteil“ berücksichtigt. Zentrale Zielgrößen sind dabei der Return on Investment (ROI) sowie der Cashflow. Die nachfolgende Abbildung zeigt eine solche Portfolio-Matrix:
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINFÜHRUNG: Einleitung in das Thema Beteiligungscontrolling und Darstellung der zunehmenden Bedeutung aufgrund globaler Märkte sowie der Problematik bei Unternehmensakquisitionen.
2. GRUNDLAGEN DES BETEILIGUNGSCONTROLLINGS: Definition des Beteiligungsbegriffs und des Controllings sowie Einordnung des Beteiligungszyklus in Akquisitions-, Beteiligungs- und Desinvestitionsphase.
3. ZIELE UND AUFGABEN DES BETEILIGUNGSCONTROLLINGS: Beschreibung der zukunftsorientierten Steuerungsziele und der komplexen Aufgaben, die sich aus der Koordination diverser Tochtergesellschaften ergeben.
4. INSTRUMENTE DES BETEILIGUNGSCONTROLLINGS: Vorstellung operativer Werkzeuge wie Kennzahlen und Berichtswesen sowie strategischer Ansätze wie die Portfolioanalyse zur Steuerung des Portfolios.
5. KRITISCHE WÜRDIGUNG: Kritische Reflexion der Möglichkeiten und Grenzen des Beteiligungscontrollings, illustriert am Negativbeispiel der BMW-Rover-Transaktion.
6. FAZIT: Zusammenfassung der Notwendigkeit einer effektiven Koordination durch ein standardisiertes Beteiligungscontrolling, um den Gesamtunternehmenserfolg angesichts wachsender Konzernkomplexität zu gewährleisten.
Schlüsselwörter
Beteiligungscontrolling, Unternehmensführung, Konzernsteuerung, Beteiligungszyklus, Akquisitionsphase, Desinvestition, Berichtswesen, Kennzahlensysteme, Portfolioanalyse, BCG-Matrix, Strategisches Management, Operatives Controlling, Unternehmenswert, Synergieeffekte, Diversifikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Beteiligungscontrolling als Instrument zur effektiven und effizienten Steuerung von Tochtergesellschaften innerhalb eines Konzerns.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Grundlagen des Beteiligungsmanagements, die Anforderungen an das Controlling im Lebenszyklus einer Beteiligung sowie die Anwendung operativer und strategischer Instrumente.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Management durch geeignete Instrumente des Beteiligungscontrollings bei der Steuerung zahlreicher Beteiligungen unterstützt werden kann, um den Konzernerfolg zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Seminararbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller betriebswirtschaftlicher Konzepte zum Thema Controlling basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Ziele und Aufgaben im Beteiligungszyklus sowie eine detaillierte Darstellung und kritische Würdigung der Instrumente, speziell des Berichtswesens und der Portfolioanalyse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Fachbegriffen zählen unter anderem Beteiligungszyklus, Portfolioanalyse, Kennzahlen, Shareholder-Value-Ansatz, Risikominimierung und Unternehmensstrategie.
Welche Bedeutung kommt dem Berichtswesen zu?
Das Berichtswesen dient als essenzielle Informationsquelle für das Management, um Transparenz über die Geschäftsvorfälle der Beteiligungsgesellschaften zu schaffen und Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
Was zeigt das Beispiel der Rover Group für das Beteiligungscontrolling?
Das Beispiel verdeutlicht, dass eine erfolgreiche Integration bei Akquisitionen entscheidend ist und Konzerne nicht vor Desinvestitionen zurückschrecken sollten, wenn eine Beteiligung dauerhaft defizitär bleibt.
- Quote paper
- Nadine Mind (Author), 2007, Ziele und Instrumente des Beteiligungscontrolling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82339