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Der Umgang mit Althergebrachtem - eine Geschichte von Stadtsanierung und -erneuerung in Westdeutschland

Title: Der Umgang mit Althergebrachtem - eine Geschichte von Stadtsanierung und -erneuerung in Westdeutschland

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Thorsten Klaus (Author)

Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning
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Summary Excerpt Details

Ziel dieses ersten Teils der vorliegenden Arbeit ist es, das Konzept der Stadtsanierung darzustellen und kritisch zu hinterfragen. Städte sind immer Produkte der Gesellschaft. Wie im Titel angedeutet, liegt daher ein besonderer Schwerpunkt auf der Frage des Umganges der Gesellschaft mit ihren Stadträumen. Welche Bedeutung wird ihnen zugeschrieben und welche Ansprüche hat die Gesellschaft an ihre Städte?

Der zweite Teil der Arbeit befasst sich überwiegend mit dem Thema der Stadterneuerung. Zu Beginn werden die Begrifflichkeiten von Stadterneuerung und Stadtsanierung unterschieden, die in der Literatur des Öfteren nebeneinander verwand werden.
Die Geschichte der Stadterneuerung mit besonderem Augenmerk auf die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg soll einen tieferen Einblick in die über die Jahre entwickelten Sichtweisen zu Stadterneuerung geben. Die heutige Sichtweise bezogen auf Stadterneuerung ist viel differenzierter und „sanfter“, als zu Zeiten der Nachkriegsjahre.
An zwei Beispielen werden die verschiedenen Herangehensweisen von Stadterneuerung verdeutlicht. Da die beiden Konzepte von Stadtsanierung und -erneuerung z. T. große Ähnlichkeiten aufweisen und die beiden Begriffe in der Literatur oft synonym verwendet werden, soll hier eine genauere Differenzierung vorgenommen werden, um Unklarheiten auszuschließen.
„Die Stadterneuerung ist als komplexe Aufgabe zu betrachten, deren Lösungsmöglichkeiten zwischen der Flächensanierung und Neubebauung einerseits und der Modernisierung andererseits liegen.“ (DER BUNDESMINISTER FÜR RAUMORDNUNG, BAUWESEN UND STÄDTEBAU 1976: 15). Somit findet sich in der Stadterneuerung die Stadtsanierung wieder, die einen Großteil dessen ausmacht. Sanierungsmaßnahmen tragen dazu bei, dass Stadterneuerung geschehen kann. Die Sanierung ist somit als Werkzeug der Stadterneuerung zu verstehen. Die Stadterneuerung ist damit beauftragt alle Aspekte einer Stadt, wie Wohnbevölkerung, Einkaufsmöglichkeiten, Verkehr, Industrie, sowie bestehende Bausubstanz mit einem stetigen Wandel der Modernisierung, Erhaltung und Erneuerung in Einklang zu bringen. Diese hohen Anforderungen an die Stadterneuerung haben sich im Laufe der letzten 60-70 Jahre herauskristallisiert und nicht immer wurde auf alle oben genannten Aspekte Rücksicht genommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A) Der Umgang mit Althergebrachtem: Eine Geschichte von Stadtsanierung in Westdeutschland

1. Vorbemerkungen

2. Stadtsanierung im Wandel der Zeit

3. Gesetzliche Rahmenbedingungen

4. Ablauf einer Sanierung

5. Sanierung – für wen?

6. Fallstudie Sanierung Essen-Steele

7. Fazit

B) Der Umgang mit Althergebrachtem: eine Geschichte von Stadterneuerung in Westdeutschland

8. Einleitung

9. Aufgaben der Stadterneuerung

10. Geschichte der Stadterneuerung

11. Public-Private-Partnership und die „sanfte“ Stadterneuerung am Beispiel Wiens

12. Stadterneuerung in Klein- und Mittelstädten am Beispiel Straelens

13. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die gesellschaftlichen Auswirkungen von Stadtsanierung und Stadterneuerung in Westdeutschland. Das zentrale Forschungsziel besteht darin, kritisch zu hinterfragen, wessen Interessen bei städtebaulichen Maßnahmen dominieren und wie sich der Fokus von einer flächendeckenden Sanierung hin zu einer behutsamen, sozialverträglichen Stadterneuerung gewandelt hat.

  • Historische Entwicklung der Stadtsanierung und ihrer gesetzlichen Rahmenbedingungen.
  • Analyse der ökonomischen Interessen hinter städtebaulichen Großprojekten.
  • Untersuchung sozialer Folgen wie Verdrängung und Gentrifizierung.
  • Evaluation von Fallbeispielen wie Essen-Steele, Wien und Straelen.
  • Gegenüberstellung von "Kahlschlagsanierung" und "sanfter" Stadterneuerung.

Auszug aus dem Buch

3. Gesetzliche Rahmenbedingungen

Nachdem der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschlossen war, wurden vor allem zwei große Aufgaben der Stadtplanung gesehen: a) die „Sanierung“ älterer Quartiere mit städtebaulichen „Missständen“ und b) der Bau von Großwohnsiedlungen, insbes. als Satelliten- bzw. Trabantenstädte (vgl. BLOTEVOGEL 2002).

Zur Verwirklichung dieser beiden Ziele, wurden von Bund und Ländern in den 1960er und 1970er Jahren erhebliche finanzielle Mittel eingesetzt. Um sowohl die Planungen als auch die Durchführung der Maßnahmen zu erleichtern, wurde 1971 das Städtebauförderungsgesetz beschlossen, welches 1986 zusammen mit dem Bundesbaugesetz in das Baugesetzbuch eingearbeitet wurde (ebd.).

In den 1950er und 1960er Jahren hat die starke Expansion der Städte in ihr Umland dazu geführt, dass die Innenstädte „in den Planungsschatten gerückt“ (REINBORN 1996: 287) sind. Zudem ließ die steuerliche Begünstigung von Neubauten die Erneuerung der alten Bausubstanz unrentabel werden. Die inneren und älteren Stadtgebiete wurden so zu „rückständigen Vierteln“ (ebd.), die charakterisiert waren durch „schlechte bauliche Bedingungen und soziale Segregation“ (ebd.). Mit dem Städtebauförderungsgesetz kam dann 1971 eine „rechtliche, finanzielle und soziale Regelung“ (REINBORN 1996: 287) zustande.

ANDRITZKY et al. sehen das Gesetz in erster Linie konzipiert, um die „wirtschaftliche Ertragssituation“ (ANDRITZKY et al. 1986: 131) der Städte zu verbessern. Die bis dahin schon gängige Praxis der Flächen- bzw. Totalsanierung bekam somit eine rechtliche Grundlage, der Vorrang moderner gegenüber historischer Bebauung wurde dadurch auch rechtlich abgesichert.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorbemerkungen: Definition des Begriffs Stadtsanierung als Teilbereich der Stadtentwicklungsplanung und Darlegung der kritischen Fragestellung zur Rolle der Gesellschaft.

Stadtsanierung im Wandel der Zeit: Historischer Rückblick auf Sanierungspraktiken von der Antike bis zum 20. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der "Kahlschlagsanierung".

Gesetzliche Rahmenbedingungen: Erläuterung der rechtlichen Grundlagen, insbesondere des Städtebauförderungsgesetzes und dessen Rolle bei der Flächensanierung.

Ablauf einer Sanierung: Darstellung der fünf Phasen eines Sanierungsverfahrens, von der vorbereitenden Untersuchung bis zum formalen Abschluss.

Sanierung – für wen?: Kritische Analyse der Akteure und Motive, wobei ökonomische Interessen der Bauwirtschaft oft über sozialen Belangen der Bewohner stehen.

Fallstudie Sanierung Essen-Steele: Anwendung der theoretischen Konzepte auf das Beispiel Essen-Steele, wo Modernisierungsdruck zum Verlust historischer Bausubstanz führte.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Sanierungspraxis und Ausblick auf die Bedeutung des gesellschaftlichen Umdenkens in den 1970er Jahren.

Einleitung: Differenzierung zwischen Stadtsanierung und Stadterneuerung sowie Hinführung zur heutigen „sanfteren“ Sichtweise.

Aufgaben der Stadterneuerung: Beschreibung der Ziele wie Revitalisierung und Erhaltung städtischer Strukturen in definierten Gebieten und durch objektbezogene Modernisierung.

Geschichte der Stadterneuerung: Analyse der Phasen der Stadtentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg und der Reaktion auf Verfallserscheinungen in den Altbauquartieren.

Public-Private-Partnership und die „sanfte“ Stadterneuerung am Beispiel Wiens: Untersuchung eines kooperativen Modells, das private Investitionen mit staatlicher Steuerung zur sozialen Verträglichkeit kombiniert.

Stadterneuerung in Klein- und Mittelstädten am Beispiel Straelens: Darstellung einer gelungenen, behutsamen Erneuerung unter Einbeziehung eines Gestaltungsbeirates.

Fazit: Schlussfolgerung, dass Stadterneuerung ein ständiger, dynamischer Prozess ist, der eine harmonische Balance zwischen Erhalt und Modernisierung anstrebt.

Schlüsselwörter

Stadtsanierung, Stadterneuerung, Stadtplanung, Flächensanierung, Modernisierung, Gentrifizierung, Public-Private-Partnership, Städtebauförderungsgesetz, Wohnraum, Sozialstruktur, Stadtentwicklung, Altbau, Denkmalschutz, Strukturwandel, Flächenrecycling.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Geschichte und Praxis der Stadtsanierung und Stadterneuerung in Westdeutschland seit dem Zweiten Weltkrieg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel von der großflächigen "Kahlschlagsanierung" hin zur "sanften" Stadterneuerung sowie die Rolle ökonomischer und sozialer Interessen bei diesen Prozessen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob städtebauliche Maßnahmen primär der Aufwertung der Stadt für ihre Bewohner oder ökonomischen Interessen der Bauwirtschaft dienen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, ergänzt durch die Untersuchung spezifischer Fallstudien wie Essen-Steele, Wien und Straelen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen Sanierungsteil (Gesetze, Ablauf, Akteure) und einen Erneuerungsteil (Modelle der behutsamen Erneuerung, ökologische Planung, Best-Practice-Beispiele).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Stadtsanierung, Stadterneuerung, soziale Verträglichkeit, Modernisierung, Gentrifizierung und Public-Private-Partnership.

Warum wurde das Beispiel Wien gewählt?

Wien dient als Modell für ein "sanftes" Public-Private-Partnership-Konzept, das den Erhalt von Altbausubstanz ermöglicht, ohne eine vollständige soziale Verdrängung der Mieter zu forcieren.

Was bedeutet "sanfte" Stadterneuerung konkret?

Es bezeichnet einen Prozess, der die Erhaltung der baulichen Individualität und die Belange der Bewohner in den Mittelpunkt stellt, statt durch radikale Abrisse Fakten zu schaffen.

Was lehrt das Beispiel Straelen?

Das Beispiel zeigt, dass durch die Einsetzung eines Gestaltungsbeirates und bürgernahe Planung ein harmonisches Gleichgewicht zwischen moderner Infrastruktur und historischem Stadtbild möglich ist.

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Details

Title
Der Umgang mit Althergebrachtem - eine Geschichte von Stadtsanierung und -erneuerung in Westdeutschland
College
University of Cologne  (Geographisches Institut)
Course
Hauptseminar
Grade
2,0
Author
Thorsten Klaus (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V82381
ISBN (eBook)
9783638873239
ISBN (Book)
9783640127573
Language
German
Tags
Umgang Althergebrachtem Geschichte Stadtsanierung Westdeutschland Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thorsten Klaus (Author), 2007, Der Umgang mit Althergebrachtem - eine Geschichte von Stadtsanierung und -erneuerung in Westdeutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82381
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