Wahrnehmung von Stakeholderinteressen durch die Gründerperson

Zur Bedeutung subjektiver Erfahrung im Umgang mit Anspruchsgruppen


Seminararbeit, 2005
33 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhangsverzeichnis

1. Einleitende Problembetrachtung
1.1. Hinführung zur Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Aufbau der Seminararbeit

2. Einordnung der Thematik
2.1. Gründung
2.2. Gründerperson
2.2.1. Definitionen
2.2.2. Erfolgsfaktorenforschung
2.3. Stakeholder
2.3.1. Definitionen und Stakeholder Value-Ansatz
2.3.2. Interessen und Einflussnahme

3. Untersuchung der Wahrnehmung von Stakeholder-Interessen
3.1. Methodik
3.2. Interview-Leitfaden
3.3. Beschreibung der durchgeführten Interviews
3.4. Einzelanalyse der Interviews
3.4.1. Interview Nr.1
3.4.2. Interview Nr.2
3.4.3. Interview Nr.3
3.4.4. Interview Nr.4
3.4.5. Interview Nr.5

4. Auswertung der Interviews in Bezug auf die Gesamtheit der Interviews und im Vergleich zur theoretischen Grundlage
4.1. Besondere Auffälligkeiten
4.2. Gemeinsamkeiten und Unterschiede
4.3. Vergleich zur theoretischen Grundlage

5. Aufstellung von Hypothesen

6. Abschließende Betrachtung

Anhang

Literaturverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Graphik Nr.1: Erfolgsfaktoren nach Klandt

Graphik Nr.2: Anspruchsgruppen, Ansprüche und Beiträge

Graphik Nr.3: Interview-Überblick

Graphik Nr.4: Stakeholder-Theorie vs. Interview-Praxis

ANHANGSVERZEICHNIS

Anhang Nr.1: Krisenursachen für Insolvenzen

Anhang Nr.2: Einzel- vs. Teamgründungen

Anhang Nr.3: Gründung nach Branchen

1. Einleitende Problembetrachtung

1.1. Hinführung zur Problemstellung

Die Ausfallquote aller Gründungen in Deutschland liegt bei ca. 50 Prozent.[1] Auch wenn dieses Gründungsrisiko aufgrund von statistischen Fehlabbildungen oft überschätzt wird,[2] scheint eine Verbesserung der Quote von unbedingter Notwendigkeit, um ein günstiges Gründungsklima in Deutschland zu gewährleisten.

Die vielen Ausfälle der Gründungen sind auf verschiedene Merkmale zurückzuführen. An erster Stelle steht die Kapitalschwäche, welche mit 70prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Krisensituation bewirkt. Die anderen häufigsten Misserfolgsursachen sind in der Person des Gründers zu finden.[3]

Im Kontext der Erfolgsfaktorendiskussion einer Unternehmensgründung existieren über Persönlichkeitsmerkmale und Lebensumstände eines Gründers bereits Theorien, zur Verbesserung der Erfolgswahrscheinlichkeit einer Unternehmensgründung.[4]

Auf die Verbindung dieser beiden Ansätze beziehen sich hierbei jedoch kaum Theorien. Zwar existieren Forschungsergebnisse zu den Wechselwirkungen von Persönlichkeit und Umwelt und deren Auswirkungen auf den unternehmerischen Prozess,[5] allerdings fehlen Untersuchungen darüber, wie der Gründer eben diese Einflüsse aus der Umwelt wahrnimmt.

Die Wahrnehmung insbesondere der externen Einflüsse auf das Unternehmen ist aber besonders im Hinblick auf die daraus abzuleitenden Maßnahmen für die Unternehmensstrategie von besonderer Wichtigkeit.

Als externe Einflüsse gelten neben steuerlichen, wirtschaftlichen und politischen auch die direkten Einflüsse aus dem sozialen Umfeld. Hierzu gehört sowohl das private als auch das unternehmerische Umfeld des Unternehmens, sowohl die Shareholder als auch die Stakeholder.

Nach Jahren verstärkter Rücksichtnahme auf Shareholder-Interessen ist in der Wirtschaft eine Tendenz erkennbar, die auch die Stakeholder-Interessen wieder mehr in den Vordergrund rücken lässt – sei es nun durch die Integration von Nachhaltigkeitsberichten oder der sozialen gesellschaftlichen Verantwortung, von denen einige der großen deutschen Unternehmen in ihren Geschäftsberichten sprechen.[6] Da die alleinige Shareholder-Value-Beachtung zu gesellschaftlicher Missachtung geführt hat, haben die Entscheidungsträger der Unternehmen festgestellt, dass nur durch die zusätzliche Integration von Stakeholder-Interessen auch der Shareholder-Value-Ansatz gesellschaftlich akzeptiert wird.[7]

Ausgewogene Beziehungen zwischen dem Unternehmen und seinen Stakeholdern sind die Voraussetzung für nachhaltigen geschäftlichen Erfolg.[8] Auch eine verstärkte Beachtung durch große Unternehmen[9] scheint dies zu rechtfertigen.

Um ausgewogene Beziehungen zu schaffen, müssen Maßnahmen für den optimalen Umgang mit Stakeholdern entwickelt werden. Dabei ist entscheidend, wie die Interessen dieser Anspruchsgruppen wahrgenommen werden, d.h. dass die Art der Wahrnehmung den späteren Erfolg oder Misserfolg beeinflussen kann.

Es stellt sich nun die Frage, welche Arten von Wahrnehmung im Umgang mit Stakeholdern existieren und welche besonders erfolgsversprechend sind.

1.2. Zielsetzung und Aufbau der Seminararbeit

Diese Arbeit soll Hypothesen über das Erreichen einer größeren Erfolgswahrscheinlichkeit einer Unternehmensgründung aufzeigen. Als Teilbereich der bisherigen Forschung über Persönlichkeitsmerkmale und das soziale Umfeld[10] erfolgt nun die Untersuchung der Wahrnehmung von Stakeholder-Interessen durch den Gründer. Ziel ist die Definition wahrgenommener Stakeholder mit ihrem jeweiligem Beeinflussungsgrad und dem daraus entwickelten Umgang mit den Anspruchsgruppen. Darauf aufbauend sollen Hypothesen abgeleitet werden, die Aufschluss über die verschiedenen Arten der Wahrnehmung im Gründungsprozess und in den ersten Unternehmensphasen hinsichtlich der Erfolgswahrscheinlichkeit einer Gründung geben können.

Hierzu werden in Kapitel zwei die zur Untersuchung relevanten theoretischen Inhalte zur Unternehmensgründung, zur Gründerperson und zum aktuellen Stand der Erfolgsfaktorenforschung dargelegt; daran anschließend die Grundlagen zur Stakeholder-Theorie.

Da die Wahrnehmung der Unternehmensgründer in Bezug auf die Stakeholder untersucht werden soll, wird in Kapitel drei die Methodik der Untersuchung dargestellt. Die Beschreibung der Untersuchung folgt in Kapitel 3.3. und die darauf aufbauende Einzelanalyse in Kapitel 3.4.

Um Hypothesen aufstellen zu können, werden die Analysen in Kapitel vier nach Auffälligkeiten, Gemeinsamkeiten und Unterschieden beleuchtet. Daraus ergeben sich die Hypothesen in Kapitel fünf.

Die Arbeit endet mit einer abschließenden Betrachtung in Kapitel sechs.

2. Einordnung der Thematik

2.1. Gründung

Entrepreneurship gilt als Oberbegriff der Gründungsforschung, findet allerdings in der deutschen Sprache kein eindeutiges Synonym. Der Begriff bezeichnet eine Teildisziplin der Betriebswirtschaften und beschäftigt sich mit allen Teilbereichen des Realphänomens Unternehmensgründung.[11] Hierzu gehören sowohl originäre und derivative Gründungen als auch Einzel- und Teamgründungen, MBOs, Nachfolgeregelungen und Unternehmensübernahmen.[12] Die Theorie des Entrepreneurship beschäftigt sich dementsprechend mit der Analyse dieser wirtschaftlichen Ereignisse, umfasst Entdeckung, Bewertung und Ausschöpfung unternehmerischer Handlungsfelder durch Unternehmungsgründungen und junge Unternehmungen.[13]

2.2. Gründerperson

2.2.1. Definitionen

Bei einem Versuch der Definition eines Unternehmensgründers treten die aus der Begriffsdefinition von Entrepreneurship bekannten Probleme auf. Es existiert zwar ein allgemeines Verständnis in der Bevölkerung über den Begriff des Unternehmers oder des Unternehmensgründers, allerdings ist dies nicht explizit definiert.[14] Dies liegt zum Teil an der Vielzahl verschiedener Arten von Unternehmensgründern in Abhängigkeit von der Art des zu gründenden Unternehmens.[15] Es gibt aber auch in der wissenschaftlichen Literatur keine standardisierte, allgemein akzeptierte Definition.[16]

Die zwei kategorisierten Ansätze zur Herleitung des Begriffs des Unternehmensgründers oder Entrepreneurs begründen sich zum einen auf die personenbezogene Ebene, zum anderen auf die funktionale Ebene.

Bei der personenbezogenen Ebene liegen die Forschungsgebiete auf der Persönlichkeit, den Charakterzügen des Gründers.[17] Zu rechtfertigen ist dieser Ansatz aufgrund der Annahme einer weitestgehenden Identität zwischen Gründer und Gründungsunternehmen in der Anfangsphase der Unternehmenstätigkeit.[18]

Die funktionale Forschungsebene beruft sich auf Annahmen des Unternehmers als Entdecker, Innovator, der die wirtschaftliche Entwicklung vorantreibt.[19]

Für diese Arbeit steht die personenbezogene Ebene im Vordergrund, da davon ausgegangen wird, dass Interaktionen zwischen Gründer und Stakeholder stattfinden. Damit ist die Identität zwischen Gründer und Unternehmen gewährleistet.

Aufgrund der vorherrschenden Komplexität der Forschungsgebiete Entrepreneurship und Gründerperson erfolgt an dieser Stelle der Arbeit eine notwendige Eingrenzung, um die Übersichtlichkeit der Arbeit und die Möglichkeit zur späteren Ableitung von Hypothesen gewährleisten zu können. Es handelt sich hierbei um die in der Praxis am häufigsten vertretenen Bereiche: Einzelgründungen von Personen ohne Mitarbeiter (67 Prozent) und Gründungen im Dienstleistungsbereich (45 bis 50 Prozent).[20]

[...]


[1] Zur Terminologie von „Gründungen“ siehe S.3 dieser Arbeit. Die Ausfallquote bezieht sich auf Erhebungen, die jeweils fünf Jahre nach Institutionalisierung der Gründung durchgeführt wurden.; Vgl. Struck, J. (1999), S.10

[2] Problematik der Erfassung durch under- und overcoverage-Probleme bei der Umsatzstatistik, Selbständigenquote und bei Gewerbeanmeldungen; Vgl. Struck, J. (1999)

[3] Vgl. Creditreform (1998), S.2b, siehe auch Anhang Nr.1: Krisenursachen für Insolvenzen

[4] Näheres dazu siehe Kapitel 2.2.2.

[5] Vgl. Frese, Prof. Dr. Michael (1998), S.14 ff.

[6] Vgl. z.B. o.V. (Commerzbank Geschäftsbericht, 2004); o.V. (Allianz Nachhaltigkeitsbericht, 2004); o.V. (BMW Nachhaltigkeitsbericht, 2003)

[7] Vgl. Von der Eichen, S.A.Friedrich / Stahl, H.K. / Hinterhuber, H.H. (2005)

[8] Vgl. Raths, Dr. Ernst (2002)

[9] Vgl. z.B. o.V. (Commerzbank Geschäftsbericht, 2004); o.V. (BMW Nachhaltigkeitsbericht, 2003)

[10] Vgl. u.a. Klandt, Prof. Dr. Heinz (2000)

[11] Vgl. Fallgatter, Michael J. (2002), S.1ff.

[12] Vgl. Saßmannshausen, Sean Patrick (2001), S.129

[13] Vgl. Fallgatter, Michael J. (2002), S.1ff.

[14] Vgl. Casson, Mark (2003), S.1

[15] Vgl. Saßmannshausen, Sean Patrick (2001), S.129

[16] Vgl. Chell, Elizabeth / Haworth, Jean / Brearley, Sally (1991), S.1

[17] Vgl. McClelland, D.C. (1961), S.41

[18] Vgl. Szyperski N. / Nathusius, K. (1999), S.35

[19] Vgl. hierzu Schumpeter, J.A. (1934/1993/1997); Schumpeter, J.A. (1949/1998), Kirzner, I.M. (1978)

[20] siehe Anhang Nr.2: Einzel- vs. Teamgründungen und Anhang Nr.3: Gründung nach Branchen

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Wahrnehmung von Stakeholderinteressen durch die Gründerperson
Untertitel
Zur Bedeutung subjektiver Erfahrung im Umgang mit Anspruchsgruppen
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
33
Katalognummer
V82385
ISBN (eBook)
9783638873451
ISBN (Buch)
9783638873475
Dateigröße
663 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wahrnehmung, Stakeholderinteressen, Gründerperson
Arbeit zitieren
MBA / Dipl.-Betriebsw.(BA) Stefanie Schnütgen (Autor), 2005, Wahrnehmung von Stakeholderinteressen durch die Gründerperson, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82385

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