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Josef Derbolavs „Pädagogische Anthropologie“

Theorie der individuellen Selbstbestimmung

Title:  Josef Derbolavs „Pädagogische Anthropologie“

Seminar Paper , 2007 , 11 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katharina Kurzmann (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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In dieser Ausarbeitung des Referats, das ich im Zuge des Seminars „Pädagogische Anthropologie II“ gehalten habe, beschäftige ich mich mit dem 1980 veröffentlichten Aufsatz Josef Derbolavs „Pädagogische Anthropologie als Theorie der individuellen Selbstverwirklichung“.
Dort beschreibt er nach einigen einleitenden Worten, in denen er auf seine früheren Arbeiten hinweist, seine Auffassung einer Pädagogischen Anthropologie. Da das Thema der Pädagogischen Anthropologie „gegen den Trend der Zeit“ (S.55) aufgenommen wurde, stellt er die Frage inwieweit Pädagogische Anthropologie noch wissenschaftlichem Anliegen unterliegt (vgl. ebd) und ob es noch sinnvoll ist pädagogisch-anthropologischen Problemen nach zu gehen (vgl. S. 56). Um diese Frage zu beantworten, sieht er es als unerlässlich die „Ur¬sprungsmotive des pädagogisch-anthropologischen Denkens aufzudecken“ (ebd). Sie sollen in Kapitel 3.1 aufgezeigt werden.
Sein Verständnis einer Pädagogischen Anthropologie setzt die Kenntnis und das Wis¬sen der drei Aspektwissenschaften Pädagogische Psychologie, Biologie und Soziologie vor¬aus und sieht die Pädagogische Anthropologie als eine Integrationswissenschaft. Ihr Sein und Sinn bestimmen die Genese des Selbst (vgl Kapitel 3.2). Diese Personagenese vollzieht sich laut Derbolav in sechs Gewissensstufen und überhöhen jeweils den vorausgegangenen Zielhorizont. Diese werde ich in Kapitel 3.3 näher erläutern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographisches – Josef Derbolav (1912 – 1987)

3. Zentrale Aussagen: „Pädagogische Anthropologie als Theorie der individuellen Selbstverwirklichung

3.1 Ursprungsmotive und Voraussetzungen pädagogisch-anthropologischen Denkens

3.2 Die Regionalanthropologien

3.3 Die Genese des Selbst

3.4 Der heutige Stand der pädagogischen Anthropologie

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Josef Derbolavs Aufsatz „Pädagogische Anthropologie als Theorie der individuellen Selbstverwirklichung“ auseinander. Dabei wird untersucht, wie Derbolav pädagogisches Denken als Integrationswissenschaft konzipiert und durch die Verbindung von empirischen Aspektwissenschaften mit einem philosophischen Fundament eine Theorie der Personagenese entwickelt.

  • Grundlagen der Pädagogischen Anthropologie bei Josef Derbolav
  • Die Rolle der Aspektwissenschaften (Psychologie, Biologie, Soziologie)
  • Das Stufenmodell der Genese des Selbst
  • Verhältnis von philosophischer Reflexion und pädagogischer Empirie
  • Moralische Autonomie und individuelle Selbstverwirklichung

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Genese des Selbst

Die Genese des Selbst wird in sechs Verfassungshorizonte des Gewissens gegliedert. Sie entsteht, wenn das Selbst des Menschen „an die Bedürftigkeit der nicht festgestellten Leibesnatur des Menschen zurückgebunden erscheint und daher nicht spontan sondern reaktiv in Wirksamkeit tritt“ (S.63). Dem Selbst wird also eine Erfahrung aufgedrängt, die so lange Fehlhaltungen provoziert, so lange der Sinn dieser Erfahrung noch nicht durchschaut werden kann und das Kind nicht fähig ist, diese Aufgabe zu bewältigen (vgl. ebd). Derbolav beschreibt dies als eine „Vermittlungsbewegung“ (ebd), die mit dem Schrei des Neugeborenen beginnt und mit der Resignation des Alters endet (vgl. ebd). Diese ist nur mit der Weisheit des Entsagen-Könnens zu überwinden (vgl. ebd).

Die erste Stufe ist der „Schrei der Bedürftigkeit“ (ebd) des Kindes. Das Kind befindet sich in der Not elementarer Bedürfnisse, die gestillt werden sollen (vgl. ebd). Gleichzeitig wird aber schon nach dem Sinn dieser Not gefragt, denn diese Not lässt sich nur durch die menschliche Solidarität, zum Beispiel durch Zuwendung der Mutter, befriedigen (vgl. ebd). Um zu zeigen, dass das Kind diese Lektion gelernt hat und die solidarische „Verflochtenheit aller Menschen untereinander durchschaut und akzeptiert“ (ebd) hat lächelt das Kind die Mutter in Dankbarkeit an.

In der zweiten Stufe wird das Kind vor die Erfahrung des „Ordnungscharakters der Welt“ (ebd) gestellt und erfährt so neben der Liebe auch den Zwang. Die Reaktion des Kindes auf diese neue Erfahrung ist Trotz, der durch die erneute Sinnerschließung durch die Mutter in Gehorsam verwandelt (vgl. ebd). Dadurch hat das Kind die ihm noch nicht zugängliche Welt durchschaut und akzeptiert und wird so in sie eingegliedert (vgl. ebd).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Auseinandersetzung mit Derbolavs Aufsatz ein und stellt die zentrale Frage nach der wissenschaftlichen Notwendigkeit pädagogisch-anthropologischen Denkens.

2. Biographisches – Josef Derbolav (1912 – 1987): Dieser Abschnitt gibt einen kurzen Überblick über das Leben und das wissenschaftliche Wirken von Josef Derbolav als Wegbereiter einer dialektisch-reflexiven Erziehungswissenschaft.

3. Zentrale Aussagen: „Pädagogische Anthropologie als Theorie der individuellen Selbstverwirklichung: In diesem Kapitel wird Derbolavs Kernthese diskutiert, dass pädagogische Anthropologie als Integrationswissenschaft die Entwicklung des Kindes zum Erwachsenen fundiert.

3.1 Ursprungsmotive und Voraussetzungen pädagogisch-anthropologischen Denkens: Es wird erläutert, wie Derbolav den Menschen als Wesen der Reflexion begreift und die Notwendigkeit einer philosophischen Fundierung pädagogischer Prozesse herausarbeitet.

3.2 Die Regionalanthropologien: Hier wird das Zusammenspiel der Aspektwissenschaften Psychologie, Biologie und Soziologie im Rahmen einer umfassenden Anthropologie analysiert.

3.3 Die Genese des Selbst: Dieses Kapitel beschreibt das Modell der sechs Gewissensstufen, welche die moralische Entwicklung des Menschen bis hin zur autonomen Selbstverwirklichung darstellen.

3.4 Der heutige Stand der pädagogischen Anthropologie: Es wird der aktuelle Stellenwert der Disziplin zwischen empirischer Forschung und philosophischem Menschenbild reflektiert.

4. Resümee: Die Zusammenfassung bewertet kritisch die Übertragbarkeit des Derbolavschen Modells und unterstreicht die Bedeutung der moralischen Autonomie in der Erziehung.

Schlüsselwörter

Pädagogische Anthropologie, Josef Derbolav, Personagenese, Selbstverwirklichung, Gewissensgenese, Integrationswissenschaft, Aspektwissenschaften, Individuum, Erziehungswissenschaft, moralische Autonomie, philosophisches Fundament, Bildungstheorie, Sozialisation, Enkulturation, Humanität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der pädagogischen Anthropologie von Josef Derbolav, insbesondere mit seinem Aufsatz über die Theorie der individuellen Selbstverwirklichung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Verknüpfung von Empirie und Philosophie in der Pädagogik, das Stufenmodell der Gewissensentwicklung und die Rolle der Erziehung bei der Menschwerdung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Derbolavs Auffassung der Pädagogischen Anthropologie als Integrationswissenschaft darzustellen und kritisch zu hinterfragen, wie sich Selbstverwirklichung im pädagogischen Kontext vollzieht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer hermeneutischen Textanalyse und der Aufarbeitung der theoretischen Konzepte Josef Derbolavs unter Einbeziehung relevanter Fachdiskurse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Voraussetzungen, die Rolle der sogenannten Regionalanthropologien und das sechsstufige Modell der Genese des Selbst detailliert erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Pädagogische Anthropologie, Personagenese, Gewissensentwicklung, Selbstverwirklichung und philosophische Anthropologie charakterisieren.

Wie definiert Derbolav die „Regionalanthropologien“?

Sie bezeichnen den wissenschaftlichen Hintergrund durch Psychologie, Soziologie und Biologie, die jeweils spezifische Aspekte der Entwicklung („Sein“ und „Sinn“) beleuchten.

Warum ist das „Selbst“ bei Derbolav an ein philosophisches Fundament gebunden?

Weil die rein empirische Wissenschaft laut Derbolav nicht erklären kann, woher das Individuum die Kraft und das Maß für seine eigene Selbstgestaltung nimmt.

Kritisiert die Autorin die Anwendung des Stufenmodells?

Ja, es wird kritisch angemerkt, dass das Modell stark auf westliche Bildungsideale fokussiert ist und die Frage offen bleibt, ob alle Menschen diese Stufen gleichermaßen durchlaufen können.

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Details

Title
Josef Derbolavs „Pädagogische Anthropologie“
Subtitle
Theorie der individuellen Selbstbestimmung
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Pädagogisches Institut)
Course
Pädagogische Anthropologie II
Grade
1,3
Author
Katharina Kurzmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
11
Catalog Number
V82400
ISBN (eBook)
9783638891639
Language
German
Tags
Josef Derbolavs Anthropologie“ Pädagogische Anthropologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Kurzmann (Author), 2007, Josef Derbolavs „Pädagogische Anthropologie“ , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82400
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