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Das Lotos-Sutra

Grundlegende Ideen und Entwicklungsgeschichte, die Theorie der inneren Offenheit und seine Adaption im mittelalterlichen Japan

Title: Das Lotos-Sutra

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Alexander Jentsch (Author)

Sociology - Religion
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Dem Lotos-Sutra kommt unter den großen Sutren des Mahayana-Buddhismus eine herausragende Stellung zu.
Unbetroffen von den Differenzen der verschiedenen buddhistischen Mahayana-Sekten untereinander wird ihm allseits große Anerkennung zuteil. Aus seiner Vielschichtigkeit und seiner Bildhaftigkeit resultiert eine unvergleichliche Anziehungskraft auf die Gläubigen.
Im Lotos-Sutra werden die drei Grundsätze des Mahayana-Buddhismus erstmalig aufgestellt und inhaltlich vereint: Die Existenz eines alles umfassenden Dharmas; die Ewigkeit Buddhas; die Doktrin des einen Heilswegs für alle Lebewesen.
Interessanterweise bleibt jedoch das Herzstück des Sutras – die Lotospredigt unausgesprochen. Im Effekt resultiert daraus die vereinende Wirkung auf die verschiedenen Sekten des Mahayana, bzw. auf die Gläubigen des Mahayana-Buddhismus, welche ein zentrales Thema der Predigt ist. Differierende Ansätze, verschieden Leitthesen können in diesen Freiraum hineininterpretiert werden und durch das historische Gewicht des Sutras legitimiert werden.
Formal gesehen, wird auch durch die Entstehungsgeschichte des Sutras eine generelle Offenheit des Sutras impliziert. Allein für sich ist es niemals vollständig, es verlangt geradezu nach Auslegung und Deutung. Diese Eigenschaften spiegeln sich in dem großen Einfluß des Lotos-Sutras auf die japanische Kunst und Politik des japanischen Mittelalters wieder, lassen jedoch auch Mißbrauch zu.
Alle diese Qualitäten und natürlich sein „Erfolg“ im asiatischen Raum, seine Symbolsprache und sein Parabelreichtum stellen es auf eine Ebene mit anderen großen heiligen Büchern, wie der Bibel und dem Koran und weisen das Lotos-Sutra als Weltliteratur aus.

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Inhaltsverzeichnis

1 Geschichtliche Einordnung

2 Entwicklung und Form des Lotos-Sutras

2.1 Entstehung der Sutren

2.2 Entstehung und Entwicklung des Lotos-Sutras

2.3 Das ursprüngliche Lotos-Sutra

2.4 Bedeutung der Struktur und Entwicklung des Lotos-Sutras

3 Inhalt des Lotos-Sutras

3.1 Hauptgedanken und Symbol des Lotos

3.2 Die Lehren des Lotos-Sutras

3.3 These des Fehlens des Lotos-Sutras im Lotos-Sutra

3.4 Die Gleichnisse

3.5 Das Gleichnis vom brennenden Haus

3.6 Gleichnis vom verlorenen Sohn

3.7 Das Gleichnis von den Kräutern

3.8 Gleichnis von der Zauberstadt

4 Das Lotos-Sutra im mittlelalterlichen Japan

4.1 Buddhaschaft in diesem Leben

4.2 Devatta

4.3 Saichos Interpretation des Kapitels

4.4 Das Lotos-Sutra als Thema japanischer Kunst

4.5 Das Lotos-Sutra in der japanischen Malerei

4.6 Das Lotos-Sutra in der mittelalterlichen Poesie Japans

4.7 Das Lotos-Sutra und die mittelalterliche Politik Japans

5 Zusammenfassende Abschlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Lotos-Sutra als eines der bedeutendsten Schriften des Mahayana-Buddhismus, wobei der Fokus auf seiner Entwicklungsgeschichte, seiner inhaltlichen Offenheit und seiner tiefgreifenden Adaption im mittelalterlichen Japan liegt, um zu klären, wie dieses "alles vereinende" Werk unterschiedliche religiöse, politische und künstlerische Strömungen beeinflussen konnte.

  • Historische Einordnung und Entstehungsgeschichte des Lotos-Sutras.
  • Die Thematik der Leere und das Konzept der "geschickten Mittel".
  • Analyse zentraler Gleichnisse als didaktische Werkzeuge.
  • Die Transformation der Buddhaschaftslehre im japanischen Mittelalter (sokushin jobutsu).
  • Die Rezeption in Kunst, Poesie und politischer Praxis (chingo kokka).

Auszug aus dem Buch

3.5 Das Gleichnis vom brennenden Haus

In einer Stadt lebt ein großer Ältester. Er ist schon sehr alt, und er ist sehr reich. Diesem Mann gehört ein großes Haus mit vielen Hallen und Räumen. Dieses Haus hat jedoch nur ein einziges Tor. Viele Menschen wohnen in diesem Haus. Trotzdem ist es sehr heruntergekommen. Alles ist im Verfall begriffen, und schon haben verschiedenste Dämonen und Geister dieses Haus bevölkert. Plötzlich bricht von allen Seiten her ein großes Feuer aus.

Der alte Mann weiß aber, daß alle seine Söhne, um die dreißig an der Zahl, sich zu dieser Zeit im Haus befinden und daß sie wahrscheinlich zu klein sind, um die Gefahr selbst zu begreifen und das Haus zu verlassen. Er eilt also zu ihnen und in vollendeter Gutmütigkeit warnt er seine Kinder vor dem Feuer und drängt sie das Haus zu verlassen. Sie aber, vertieft in ihr Spiel, verstehen nicht, was mit Feuer und Gefahr gemeint ist und spielen ungestört weiter in dem brennenden Haus.

Da wird dem Vater klar, daß, wenn er nicht sofort mit irgendeinem geschickten Mittel veranlaßt, daß seine Söhne fliehen, sie unausweichlich alle verbrennen werden, denn sie heraus zu tragen ist keine Zeit mehr. Da der Vater weiß, welche Dinge jedes seiner Kinder am liebsten mag, ruft er ihnen zu, daß genau diese teuren und schwer zu beschaffenen Geschenke, draußen vor dem Tor auf jedes einzelne Kind warten. Verschiedene Wagen sollen es sein und verschiedene Reit- oder Zugtiere. Als die Söhne dies hören, eilen sie schnell aus dem Haus und sind somit gerettet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Geschichtliche Einordnung: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge des Lotos-Sutras in Indien, seine Verbreitung nach China und die Etablierung durch bedeutende Schulen in Japan.

2 Entwicklung und Form des Lotos-Sutras: Hier wird die komplexe Entstehungsgeschichte als Konglomerat verschiedener Texte sowie die strukturgebende Dreiteilung des Sutras analysiert.

3 Inhalt des Lotos-Sutras: Dieses Kapitel behandelt die Kernlehren des Mahayana, wie die Universalität der Buddhaschaft, und interpretiert die zentralen Gleichnisse.

4 Das Lotos-Sutra im mittlelalterlichen Japan: Der Abschnitt beleuchtet die konkrete Anwendung und Interpretation des Sutras im japanischen Mittelalter in den Bereichen Religion, Kunst, Literatur und Politik.

5 Zusammenfassende Abschlußbetrachtung: Das Fazit fasst die zentrale Rolle des Lotos-Sutras als vereinende "Weltliteratur" zusammen, die trotz ihrer inhaltlichen Offenheit historisch wirksam wurde.

Schlüsselwörter

Lotos-Sutra, Mahayana-Buddhismus, Buddhaschaft, geschickte Mittel, Dharma, Japanisches Mittelalter, Tendai-Schule, Sokushin jobutsu, Gleichnisse, Chingo kokka, Saicho, Buddhismus, Leere, Erlösung, Religionsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Lotos-Sutra als zentrale buddhistische Schrift, insbesondere im Hinblick auf seine Entstehungsgeschichte und seine vielschichtige Adaption im mittelalterlichen Japan.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die buddhistische Lehre der Buddhaschaft, den Einsatz geschickter Mittel (Upaya), die Bedeutung von Symbolen und die politische sowie künstlerische Instrumentalisierung des Textes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Lotos-Sutra durch seine inhaltliche Offenheit und "Leere" unterschiedliche religiöse und gesellschaftliche Auslegungen ermöglichte und somit eine vereinende Rolle einnahm.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die philologische Einordnungen, historische Kontexte und interpretative Ansätze der Rezeptionsgeschichte verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die textliche Analyse des Lotos-Sutras, die Untersuchung seiner Gleichnisse und eine detaillierte Betrachtung seiner Wirkung auf die japanische Kultur, Kunst und Politik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mahayana-Buddhismus, Buddhaschaft, geschickte Mittel, japanisches Mittelalter und die interpretative Offenheit des Sutras charakterisiert.

Wie unterscheidet sich das Lotos-Sutra laut Autor von anderen Sutren?

Der Autor argumentiert, dass das Lotos-Sutra durch seinen "leeren" Kern einzigartig ist, da es nicht schlicht eine Lehre vorgibt, sondern nach einer Ergänzung durch den Anwender verlangt.

Warum spielt das Devatta-Kapitel für Saichos Lehre eine so wichtige Rolle?

Das Kapitel dient als textliche Basis für die Behauptung, dass selbst Wesen wie das Drachenmädchen in diesem Leben erleuchtet werden können, was Saicho zur Begründung seines Konzepts der Erleuchtung im gegenwärtigen Körper nutzte.

Inwiefern wurde das Lotos-Sutra politisch instrumentalisiert?

Durch Konzepte wie "chingo kokka" wurde das Sutra genutzt, um die Macht des Staates und der Aristokratie durch Rituale, die auf das Lotos-Sutra gründeten, religiös zu legitimieren.

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Details

Title
Das Lotos-Sutra
Subtitle
Grundlegende Ideen und Entwicklungsgeschichte, die Theorie der inneren Offenheit und seine Adaption im mittelalterlichen Japan
College
Free University of Berlin  (Japanologie)
Course
Buddhistische Literatur im japanischen Mittelalter
Grade
1,0
Author
M.A. Alexander Jentsch (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V82402
ISBN (eBook)
9783638893411
Language
German
Tags
Lotos-Sutra Buddhistische Literatur Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Alexander Jentsch (Author), 2005, Das Lotos-Sutra, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82402
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