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Gertrud Grunows Harmonisierungsübungen

Title: Gertrud Grunows Harmonisierungsübungen

Seminar Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nora Weyer (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Synästhesie im weiten Sinne bezeichnet im Allgemeinen ein Phänomen, welches durch bestimmte Reize sinnesübergreifende Wahrnehmungen hervorruft. Wenn beispielsweise Personen bei der visuellen Aufnahme von Farben oder Formen bestimmte Klänge meinen zu hören oder wenn ihnen bei bestimmten Tönen eine Farbe vor dem inneren Auge erscheint, werden sie als Menschen mit synästhetischem Empfinden eingestuft. Das Gleiche gilt für die übrigen Sinnen, also auch Gerüche oder Geschmäcker. Nach diversen Studien lassen sich allerdings zwei Phänomene herausstellen, die nicht unbedingt identisch zu bewerten sind:
Die Synästhesie und die intermodale Analogie. Von einem Synästheten ist nur zu sprechen, wenn dieser sich den verschiedenen Sinneseindrücken, die ihm bei bestimmten Wahrnehmungen kommen, nicht entziehen kann. In der Musikpsychologie spielt die Synästhesie daher eine große Rolle, da sie sich mit außermusikalischen Elementen beschäftigt, die in die Musik mit hineinfließen. Intermodale Analogien übertragen hingegen lediglich eine akustische Ebene in eine visuelle, beispielsweise die personifizierte Zuordnung der Instrumente bei Sergej Prokofjews Peter und der Wolf.

Die Sängerin und Gesangslehrerin Gertrud Grunow beschäftigte sich zeit ihres Lebens mit elementar übergreifenden Sinnesreizen und wirkte in den 20er Jahren am Staatlichen Bauhaus zu Weimar als Musikpädagogin. Ihr pädagogisches Konzept baut auf den sogenannten Harmonisierungsübungen auf, um den Schülern am Bauhaus eine ganzheitliche Erziehung und Erweiterung der sinnlichen Wahrnehmung nahe zu bringen. In Remscheid hatte Grunow bereits die rhythmische Sportgymnastik am hiesigen Konservatorium eingeführt und führte dies nun unter Einbeziehung von Farbe, Form, Material und Klang am Bauhaus fort.
Grunows intuitiver Ansatz basierte auf meditativem und imaginativem Training, sowie rhythmischen Bewegungsübungen nach Klavierbegleitung, welche im Geiste des Lernenden eine bewusste Zuordnung von Farben, Klängen und Materialien hervorrufen sollte.
Die Schüler sollten im bewussten Umgang mit den einzelnen Arbeitsmaterialien nicht nur ihre verschiedenen Einsatzmöglichkeiten in den jeweiligen Bauhauswerkstätten kennen lernen, sondern jeder Einzelne sollte durch seine individuelle Erfahrung und Wahrnehmung sein inneres Gleichgewicht finden und somit in der Lage sein, den vollen Umfang an individueller Kreativität aus sich selbst heraus zu schöpfen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Weg zum Bauhaus

2. Gertrud Grunow am Bauhaus

2.1 Harmonisierungsübungen

2.1.1 die drei Ordnungen

a) 1. Ordnung

b) 2. Ordnung

c) 3. Ordnung

Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Lehrmethode von Gertrud Grunow am Staatlichen Bauhaus zu Weimar. Das primäre Ziel ist es, den Aufbau und die Durchführung ihrer Harmonisierungsübungen darzustellen sowie kritisch zu hinterfragen, inwiefern ein vorgegebenes, synästhetisch geprägtes Wahrnehmungssystem die individuelle Kreativität der Studierenden fördert oder einschränkt.

  • Biografischer Werdegang und pädagogische Einflüsse auf Gertrud Grunow
  • Die Implementierung der Harmonisierungslehre am Bauhaus
  • Struktur und Ablauf der dreigliedrigen Ordnungssystematik
  • Die Korrespondenz von Farbe, Klang, Form und menschlicher Bewegung
  • Kritische Analyse des intuitiven Wahrnehmungsansatzes

Auszug aus dem Buch

2.1.1 die drei Ordnungen

1. Ordnung: das Sein oder die Seele. Durch die Einwirkung von Licht und Ton werden die schöpferischen Kräfte geweckt. Es ist das Gebiet des Empfindens. Es wird ein seelisch-körperliches Gleichgewicht angestrebt.

2. Ordnung: das leib-seelische Werden oder der Körper. Die in der ersten Ordnung empfundenen „Kräfte“ werden körperlich wahrgenommen, die Willenstätigkeit gesteigert

3. Ordnung: das geistig-bewusste Wesen oder der Geist. Sehen und Hören, Geh- und Greifarten („Wandel und Tun“) treten ins geistige Bewusstsein

Die Ordnungen bauen aufeinander auf und steigern sich in ihrer Ausführungsart und in der daraus resultierenden Erkenntnis von Stufe zu Stufe.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Synästhesie und grenzt ihn von intermodalen Analogien ab, wobei die Bedeutung dieser Phänomene für die Musikpsychologie und das Verständnis der Künste erläutert wird.

1. Der Weg zum Bauhaus: Hier wird der Lebenslauf von Gertrud Grunow nachgezeichnet, mit besonderem Fokus auf ihre Ausbildung, ihre Lehrtätigkeit in Remscheid und ihre Begegnung mit den Ideen von Emile Jacques-Dalcroze und Mathis Lussy.

2. Gertrud Grunow am Bauhaus: Dieses Kapitel beschreibt Grunows Wirken am Bauhaus, eingebettet in das pädagogische Ziel der ganzheitlichen Erziehung zum "totalen Menschen" unter dem Einfluss der Reformpädagogik.

2.1 Harmonisierungsübungen: Der Abschnitt erläutert die methodische Arbeit Grunows, basierend auf ihrem Aufsatz und der Interpretation durch René Radrizzani, um die Stufenleiter der Erkenntnis und die Rolle des Gleichgewichts zu verdeutlichen.

2.1.1 die drei Ordnungen: Hier werden die drei Stufen der Lehre im Detail spezifiziert, wobei die Wechselwirkung von Licht, Ton und Körperwahrnehmung analysiert wird.

Schlussbemerkung: Der abschließende Teil reflektiert den Abgang Grunows vom Bauhaus und nimmt eine kritische Bewertung der Übertragbarkeit ihrer intuitiven Zuordnungssysteme auf unterschiedliche individuelle Wahrnehmungsstrukturen vor.

Schlüsselwörter

Synästhesie, Gertrud Grunow, Bauhaus, Harmonisierungslehre, Ganzheitslehre, Intermodale Analogie, Rhythmik, Wahrnehmung, Farbe-Ton-Korrespondenz, Reformpädagogik, Körperbewusstsein, Kreativitätsforschung, Ästhetik, Musikpädagogik, Gleichgewicht.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Harmonisierungslehre von Gertrud Grunow und deren Anwendung als pädagogisches Konzept am Staatlichen Bauhaus zwischen 1919 und 1924.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die synästhetische Wahrnehmung, die Korrespondenz zwischen Farbe, Form und Klang sowie die reformpädagogischen Ansätze zur ganzheitlichen Ausbildung des Menschen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie Grunows Methode am Bauhaus funktionierte und ob ein dogmatisch vorgegebenes synästhetisches System die individuelle Kreativität der Lernenden eher fördert oder durch die Auferlegung fremder Muster behindert.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Es handelt sich um eine musik- und kunstpädagogische Analyse, die auf der Auswertung historischer Quellen, zeitgenössischer Schriften und der Interpretation von Grunows Lehransätzen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den biografischen Werdegang Grunows, ihre Arbeit am Bauhaus, die detaillierte Darstellung der "drei Ordnungen" sowie die theoretische Verknüpfung von Klang, Farbe und Materialempfinden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Synästhesie, Harmonisierungslehre, ganzheitliche Erziehung, Bauhaus-Pädagogik und intuitive Wahrnehmung definiert.

Wie definiert Grunow die Rolle des Ohrs in ihrem System?

Grunow betrachtet das Ohr als das zentrale "Gleichgewichtsorgan", das den Status eines Richters über die verschiedenen Ordnungen einnimmt und somit eine starke physiologische Wirkung auf den Menschen ausübt.

Warum wird die Anwendung von Grunows Konzept heute kritisch gesehen?

Die Kritik entzündet sich an der Annahme, dass universelle, für alle Menschen identische synästhetische Gesetzmäßigkeiten existieren, was die individuelle, subjektive Wahrnehmung der Studierenden unterdrücken könnte.

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Details

Title
Gertrud Grunows Harmonisierungsübungen
College
University of Leipzig  (Institut für Musikwissenschaft)
Course
Das Phänomen Synästhesie in Musik, Malerei, Psychologie und Pädagogik
Grade
1,3
Author
Nora Weyer (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V82403
ISBN (eBook)
9783638887816
Language
German
Tags
Gertrud Grunows Harmonisierungsübungen Phänomen Synästhesie Musik Malerei Psychologie Pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nora Weyer (Author), 2007, Gertrud Grunows Harmonisierungsübungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82403
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