Die vorliegende Arbeit untersucht die regionalökonomischen Effekte von Logistikzentren anhand des Güterverkehrszentrums (GVZ) Regensburg. Sie beleuchtet dabei die Systematik der Güterverkehrszentren vor dem Hintergrund des zunehmenden Güterverkehrs und aktueller politischer Implikationen. Ferner werden die Struktur und der Charakter des GVZ vorgestellt, das als ein Transport- und Logistikcluster im stark exportorientierten und durch den Produktionssektor geprägten Wirtschaftsstandort Regensburg agiert.
Die regionalökonomischen Effekte ergeben sich aus der direkten und indirekten Wertschöpfung der Transport- und Logistikbranche sowie aus weiteren Verflechtungen des GVZ mit lokalen Unternehmen. Desweiteren stellt das GVZ eine große Anzahl von Arbeitsplätzen zur Verfügung, wobei sich die Frage stellt, inwiefern das generierte Einkommen tatsächlich in die lokale Ökonomie zurückgeführt wird und dort zu Multiplikatoreffekten führt.
Neben der Auswertung bereits vorhandener Daten, wurden für diese Arbeit eigene Erhebungen durchgeführt. Das Forschungsdesign fußt einerseits auf Vorüberlegungen zu den Funktionen und den Zielen eines GVZ sowie seiner Struktur und Einbettung in den Wirtschaftsstandort, andererseits auf einer Kombination von wirtschaftsgeographischen Ansätzen, welche die beobachteten Zusammenhänge theoretisch untermauern und zum Erklärungsgehalt des Gesamtkonzeptes beitragen.
Im Ergebnis können intensive und vielschichtige Verflechtungen und Abhängigkeiten der Logistik- und Transportbranche sowohl untereinander, als auch mit der lokalen Wirtschaft, identifiziert werden. Es wird deutlich, dass die GVZ-internen Unternehmen stark von den Eigenschaften des Standorts profitieren, aber auch, dass sie ebenso stark von der Entwicklung des Exportsektors außerhalb ihres Standorts abhängig sind. Daneben wird aufgezeigt, welche Funktionen das GVZ für den gesamten Wirtschaftsstandort Regensburg und auch für die einzelnen Betriebe übernimmt. Das Forschungsdesign orientiert sich konzeptionell an mehreren Ebenen bzw. Gruppen, um die regionalökonomischen Effekte jeweils aus einer anderen Perspektive zu hinterfragen und eine möglichst ganzheitliche Sicht auf das heterogene Gebilde GVZ zu erreichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Güterverkehr in Deutschland
2.1 Entwicklung und gegenwärtige Situation
2.2 Integrierte Verkehrspolitik und kombinierter Verkehr
2.3 Das Konzept der Güterverkehrszentren (GVZ)
3 GVZ Regensburg – Entwicklung, Struktur, Eigenschaften und Wertschöpfung
3.1 Verkehrsknotenpunkt und Wirtschaftsstandort Regensburg
3.2 Entwicklung und aktuelle Struktur des GVZ
3.3 Transportcluster GVZ
3.4 Ansässige Unternehmen und ihre Wertschöpfung
4 Regionalökonomische Effekte des GVZ Regensburg
4.1 Theoretischer und methodischer Hintergrund
4.1.1 Übersicht
4.1.2 Handelseffekte
4.1.3 Produktivitätseffekte
4.1.4 Beschäftigungs- und Einkommenseffekte
4.1.5 Standorteffekte
4.2 Fragestellung und Forschungsdesign
4.3 Ergebnisse der Untersuchung
4.3.1 Ergebnisse der schriftlichen Erhebung
4.3.2 Ergebnisse der Leitfadeninterviews
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, die regionalökonomischen Effekte eines Güterverkehrszentrums (GVZ) anhand des Beispiels Regensburg zu erfassen und zu interpretieren, wobei insbesondere die Wertschöpfung, Einkommenseffekte und die Bedeutung für ansässige Unternehmen untersucht werden.
- Entwicklung und Situation des Güterverkehrs in Deutschland.
- Systematik und Funktionen von Güterverkehrszentren (GVZ).
- Analyse des Wirtschaftsstandorts Regensburg und des GVZ-Clusters.
- Untersuchung regionalökonomischer Wirkungsmechanismen und Theorien.
- Empirische Erhebung zu Standortfaktoren und Unternehmensverflechtungen.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Untersuchungen zu den ökonomischen Wirkungen des Transports gab es bereits in der agrarisch geprägten Gesellschaft in der Zeit vor der Industrialisierung. Einen neuen Aufschwung erfuhren derartige Forschungen mit der Transformation der Gesellschaft zu einer Industriegesellschaft. Insbesondere mit dem Aufkommen der industriellen Massenproduktion, der Massenmotorisierung und der Konsumgesellschaft entstand weiterer Forschungsbedarf. Der Wandel der Wirtschaft und Gesellschaft in den Industrieländern zu einer postindustriellen und hochgradig vernetzten Struktur ist im Kontext der weltweiten Spezialisierung und Arbeitsteilung eingebettet. Vor diesem Hintergrund ist der Güteraustausch ein grundlegendes Element des Wirtschaftens.
Dieser Güteraustausch basiert auf Transport, wobei diesem wiederum die infrastrukturelle Ausstattung des Wirtschaftsraums zugrunde liegt. Der Transportsektor trägt in einem hohen Maße zur Gesamtwertschöpfung einer Volkswirtschaft bei und ermöglicht erst das Wirtschaften in seiner heutigen Form. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Logistikzentren, speziell mit Güterverkehrszentren (GVZ). Diese sind in ihrer heutigen Ausprägung in Deutschland erst seit Anfang der 1990er Jahre existent und übernehmen mittlerweile eine wichtige Funktion für die Abwicklung transport- und logistikbezogener Aktivitäten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Transports, die Bedeutung von Logistikzentren in einer vernetzten Wirtschaft und definiert die Zielsetzung der Untersuchung am Beispiel des GVZ Regensburg.
2 Güterverkehr in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die Strukturen und Entwicklungsphasen des deutschen Güterverkehrs sowie das Konzept und die verkehrspolitische Bedeutung von Güterverkehrszentren.
3 GVZ Regensburg – Entwicklung, Struktur, Eigenschaften und Wertschöpfung: Hier werden der Wirtschaftsstandort Regensburg sowie die spezifische Entwicklung, das Cluster-Konzept und die Unternehmensstruktur des dortigen GVZ detailliert vorgestellt.
4 Regionalökonomische Effekte des GVZ Regensburg: Dieser Hauptteil widmet sich den theoretischen Grundlagen der Regionalökonomie, beschreibt das Forschungsdesign der Arbeit und präsentiert die Ergebnisse der durchgeführten quantitativen und qualitativen Erhebungen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Untersuchungsergebnisse zusammen, bewertet die Rolle des GVZ als Transport- und Logistikcluster und gibt Handlungsempfehlungen für die zukünftige Standortentwicklung.
Schlüsselwörter
Güterverkehrszentrum, GVZ, Regensburg, Regionalökonomie, Logistik, Transportcluster, Wertschöpfung, Infrastruktur, Standortfaktoren, Kombinierter Verkehr, Wirtschaftsstandort, Unternehmensverflechtung, Gütertransport, Beschäftigungseffekte, Wirtschaftsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen von Logistikzentren, konkret am Beispiel des Güterverkehrszentrums in Regensburg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zentrale Themen sind die Entwicklung des Güterverkehrs, die Bedeutung der Logistikbranche, die Struktur des Standorts Regensburg und die regionalen Effekte des GVZ.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die regionalökonomischen Effekte eines GVZ zu erfassen, zu interpretieren und die Verflechtungen zwischen dem Logistikzentrum und der lokalen Wirtschaft aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein methodischer Mix aus einer quantitativen Auswertung von Statistiken (Sekundärquellen) und einer qualitativen Befragung (Leitfadeninterviews sowie schriftliche Fragebögen) angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Hintergründe (z.B. Export-Basis-Ansatz, Agglomerationseffekte), das Forschungsdesign und die Ergebnisse der empirischen Datenerhebung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Güterverkehrszentrum, Logistik, Wertschöpfung, regionalökonomische Effekte und Transportcluster.
Wie ist das GVZ Regensburg strukturell aufgebaut?
Das GVZ unterteilt sich in die Bereiche Nord (Hafen), Mitte und Süd, wobei der Hafen und das DUSS-Terminal zentrale Umschlagpunkte bilden.
Welche Rolle spielt das BMW-Werk für die Logistik am Standort?
BMW tritt als einer der größten Nachfrager von Logistikdienstleistungen auf, was zu einer hohen logistischen Komplexität und Verflechtung im GVZ-Umfeld führt.
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- Martin Doskoczynski (Author), 2007, Regionalökonomische Effekte von Logistikzentren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82445