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Die politische Partizipation in der DDR - ein Maßtab für die Demokratie?

Title: Die politische Partizipation in der DDR - ein Maßtab für die Demokratie?

Term Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Elena Nikolova (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Mit dieser Hausarbeit möchte ich der Frage nachgehen, ob die Deutsche Demokratische Republik den Terminus „demokratisch“ wirklich zu Recht getragen hat. Dazu setzte ich zu Beginn der Arbeit eine allgemeine Klärung des Demokratiebegriffs voraus, um dann folgend und im speziellen über die sozialistische Auffassung von Demokratie in der DDR zu informieren. Der Grundsatz einer demokratischen Ordnung lautet: „Alle Macht geht vom Volke aus!“. Wenn aber die staatliche Macht vom Volke ausgehen soll, dann müssen die Bürger eines demokratischen Landes auch Möglichkeiten haben, ihren politischen Willen adäquat äußern zu können und mit diesem die politischen Geschehen eines Landes mitzugestalten. Diese abschließende Analyse zur politischen Partizipation in der DDR soll die zu erörternde Frage nach der demokratischen Situation helfen zu beantworten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

E i n l e i t u n g

1. Allgemeine Indikatoren für freiheitliche Demokratien

2 . Demokratischer Anspruch der Verfassung der DDR

3. Möglichkeiten der politischen Partizipation

3.1. Demokratische Wahlen

3.2. Die sozialistische Einheitspartei

3.3. Blockparteien

3.4. Die Nationale Front

3.5. Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB)

3.6. Die Freie Deutsche Jugend (FDJ)

4. Gesellschaftliche Opposition

5. Restriktive Maßnahmen des Staates

6. Reaktion der Bevölkerung

F a z i t

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, ob die Deutsche Demokratische Republik ihren eigenen demokratischen Anspruch in der Praxis einlösen konnte. Ziel ist es, anhand einer Analyse der Strukturen politischer Partizipation in der DDR zu bewerten, ob und inwieweit die Bürger tatsächlich an der politischen Willensbildung mitwirken konnten oder ob es sich um eine reine Machtausübung einer politischen Elite handelte.

  • Vergleich zwischen westlichem Demokratieverständnis und sozialistischer Auffassung.
  • Analyse der offiziellen Partizipationsmöglichkeiten wie Wahlen, Blockparteien und Massenorganisationen.
  • Untersuchung gesellschaftlicher Oppositionsbewegungen und der Rolle der Kirche.
  • Betrachtung der staatlichen Repressionsmechanismen und der Überwachungsstrukturen.
  • Analyse der Reaktionen der Bevölkerung auf das politische System.

Auszug aus dem Buch

3.3. Blockparteien

Eine vollkommene Assimilation einer gesamten Gesellschaft an ein sozialistisches System blieb aber in der DDR zunächst eine systemtheoretische Fiktion. In der Realität war es auch bei allem Singularismus der DDR-Regierung nicht zu erreichen, dass alle gesellschaftlichen Schichten in einem politischen Boot Platz nehmen würden. Zur Entspannung dieser Situation hat die SED weitere Parteien zugelassen, die diese politischen und gesellschaftlichen Strömungen aufnehmen sollten. Dort sollten zum Beispiel die alten liberalen und nationalen Kräfte organisiert und auf gemeinsamen Kurs gebracht werden.

Die Blockparteien bildeten eine Art symbiotische Beziehung zwischen Hauptpartei und Unterparteien aus. Die Hauptpartei hatte dabei bekanntlich „immer recht“ und die Unterparteien, hatten dies nach und nach zu lernen. Deshalb waren die „befreundeten Parteien“ der SED mit bestimmten Funktionen im Sinne der friedlich sozialistischen Sozialpädagogik belegt worden. So hatten die Blockparteien zum Beispiel eine Transmissionsfunktion gegenüber Anhänger zu erfüllen, sollten dabei die politischen Ziele des Staates vermitteln, um sozialistische Integrationsarbeiten zu leisten. Es gab also eine Volkserziehung gegenüber den Mitgliedern, diese politischideologisch an den realen Sozialismus heranzuführen. Jedes Blockparteimitglied sollte ein vorbildlicher sozialistischer Staatsbürger werden. Die Übergangszeit von einem bürgerlichen System und einem sozialistischen Staat ist somit für die Führung überbrückt und die Geführten haben noch das Gefühl von Sicherheit und politischer Teilnahme an der Meinungsbildung.

Zusammenfassung der Kapitel

E i n l e i t u n g: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung der beiden deutschen Staaten nach 1945 und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob der Begriff „demokratisch“ für die DDR gerechtfertigt war.

1. Allgemeine Indikatoren für freiheitliche Demokratien: Dieses Kapitel definiert die wesentlichen Bestandteile einer modernen Demokratie, wie etwa Gewaltenteilung und Volkssouveränität, als Maßstab für die weitere Analyse.

2 . Demokratischer Anspruch der Verfassung der DDR: Hier wird der Selbstanspruch der DDR-Verfassung dargestellt, die sich als Schützerin der Menschenrechte im sozialistischen Sinne verstand und die bürgerliche Demokratie ablehnte.

3. Möglichkeiten der politischen Partizipation: Das Kapitel analysiert verschiedene staatlich verordnete Beteiligungsformen wie Wahlen und Massenorganisationen im Hinblick auf deren tatsächlichen demokratischen Gehalt.

3.1. Demokratische Wahlen: Untersucht wird das Wahlsystem, das primär der Bestätigung der Einheitsliste und der Stärkung der SED diente, statt einer echten Wahlmöglichkeit.

3.2. Die sozialistische Einheitspartei: Beleuchtet wird die zentrale Führungsrolle der SED, die als Motor der gesellschaftlichen Entwicklung fungierte und den Weg zum Sozialismus vorgab.

3.3. Blockparteien: Dieses Kapitel beschreibt die Einbindung kleinerer Parteien als Transmissionsriemen der SED, um gesellschaftliche Gruppen in das System zu integrieren.

3.4. Die Nationale Front: Die Rolle der Nationalen Front als Bindeglied zwischen Staat und Gesellschaft zur Mobilisierung staatsbürgerlicher Aktivitäten wird hier erörtert.

3.5. Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB): Analyse der Gewerkschaften als staatlich gelenkte Organe, die zwar Interessen vertraten, aber primär den Aufbau des Sozialismus unterstützen sollten.

3.6. Die Freie Deutsche Jugend (FDJ): Untersucht die Rolle der Jugendorganisation bei der Erziehung der nächsten Generation im Sinne der SED-Ideologie.

4. Gesellschaftliche Opposition: Dieses Kapitel befasst sich mit oppositionellen Kräften, der Rolle der Medien und dem Einfluss der Kirchen als Gegenspieler zur SED-Führung.

5. Restriktive Maßnahmen des Staates: Thematisiert werden die Repressionsinstrumente der Stasi und staatliche Maßnahmen wie Ausbürgerungen gegen Kritiker des Systems.

6. Reaktion der Bevölkerung: Abschließende Betrachtung der verschiedenen Reaktionen der Bürger, von Anpassung über innere Emigration bis zum „politischen Witz“ als Ventil.

F a z i t: Das Fazit fasst zusammen, dass die DDR-Demokratie in der Praxis einen Weg zwischen theoretischem Ideal und restriktiver Herrschaft der SED-Elite einschlug, bei der Mitsprache kaum möglich war.

Schlüsselwörter

DDR, Sozialismus, Politische Partizipation, SED, Demokratie, Nationale Front, Blockparteien, Stasi, Repression, Opposition, Verfassung, Herrschaft des Volkes, Politische Bildung, Gesellschaftssystem, Volkskammer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob die DDR die Kriterien einer Demokratie erfüllte und wie die politischen Partizipationsmöglichkeiten für die Bürger im sozialistischen System tatsächlich gestaltet waren.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Verfassungsgrundsätze der DDR, die Rolle der SED und ihrer Blockparteien, die Bedeutung von Massenorganisationen sowie der Umgang des Staates mit Opposition und kritischen Bürgern.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die zentrale Frage ist, ob die Deutsche Demokratische Republik den Terminus „demokratisch“ zu Recht trug und ob die staatlichen Strukturen echte politische Mitgestaltung erlaubten.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Untersuchung und Analyse von verfassungsrechtlichen Dokumenten, ideologischen Schriften der DDR sowie historischer Fachliteratur.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Instrumente der sozialistischen Machtausübung, darunter Wahlen, die Rolle der Nationalen Front, den FDGB, die FDJ sowie staatliche Repressions- und Überwachungsstrukturen.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Die zentralen Begriffe sind politische Partizipation, Sozialistische Einheitspartei (SED), Demokratieverständnis, staatliche Überwachung und gesellschaftliche Opposition.

Wie wurde die Rolle der Blockparteien in der DDR definiert?

Die Blockparteien dienten als „Transmissionsriemen“ für die SED, um auch solche Bevölkerungsschichten zu integrieren, die nicht primär kommunistisch geprägt waren, und ihnen ein Gefühl von Teilhabe zu vermitteln.

Welche Bedeutung hatte das MfS für das politische System der DDR?

Das Ministerium für Staatssicherheit war ein zentraler Teil eines komplexen Sicherheits- und Überwachungssystems, das der Disziplinierung der Bürger und der Absicherung der Macht der politischen Elite diente.

Wie reagierte die Bevölkerung auf den Machtanspruch der SED?

Die Reaktionen reichten von systemkonformer Anpassung über Nischengesellschaft und innere Emigration bis hin zum humorvollen Protest durch „politische Witze“ als Form der verschlüsselten Kritik.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Demokratie in der DDR?

Das Fazit lautet, dass die DDR-Demokratie ein Konstrukt war, das zwar nominell auf dem Volkswillen basierte, in der Realität jedoch von einer kleinen Führungsschicht beherrscht wurde und politische Mitsprache nur im systemkonformen Rahmen zuließ.

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Details

Title
Die politische Partizipation in der DDR - ein Maßtab für die Demokratie?
College
Free University of Berlin
Grade
1,2
Author
Elena Nikolova (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V82446
ISBN (eBook)
9783638874595
Language
German
Tags
Partizipation Maßtab Demokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elena Nikolova (Author), 2006, Die politische Partizipation in der DDR - ein Maßtab für die Demokratie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82446
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