Was in der Altenarbeit schon seit längerer Zeit etabliert ist – der Einsatz von Tieren, um Lebensqualität zu heben und die therapeutische Wirkung von ihnen zu nutzen – führt in der Behindertenpädagogik noch immer ein Schattendasein. Die in der Altenarbeit gemachten positiven Erfahrungen mit Tieren sollten meiner Ansicht nach auch in der Behindertenpädagogik genutzt werden. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung von Tierhaltung in Heimen für Menschen mit einer geistigen Behinderung, ihrem Nutzen und den damit verknüpften Problemen. Sie soll Mitarbeiter entsprechender Institutionen über die mit Tieren verbundene Arbeit auch in Bezug auf tierschutzgerechte Haltungsbedingungen informieren und pädagogische Begleitung der Bewohner solcher Heime bei der Haltung von Tieren erläutern.
Mein persönliches Interesse an dieser Thematik liegt zum Einen in Erfahrungen, die ich während meiner jahrelangen Tätigkeit als Betreuer in einer Wohnstätte für Menschen mit einer geistigen Behinderung machen konnte. Zum Anderen liegt die Wahl dieser Thematik auch in meiner Vergangenheit begründet. Vor dem Studium des Sozialwesens habe ich das Studium der Tiermedizin erfolgreich abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Definitionen
1.2 erkenntnisleitende Fragestellung
1.3 Ist-Analyse
1.4 These
2 MENSCH-TIER BEZIEHUNG
2.1 Erläuterungen zu tiergestützter Therapie
2.2 Menschen mit einer geistigen Behinderung und Tiere
3 TIERHALTUNGEN IN WOHNHEIMEN AUS TIERSCHUTZSICHT ALS AUSGANGSPUNKT ZU SOLLKONZEPTIONELLEN ÜBERLEGUNGEN
3.1 Grundsätze der Tierhaltung
3.2 Exkurs Ethik der Tierhaltung
3.3 Heimtierhaltung
3.3.1 Katzen
3.3.2 Nagetiere
3.3.2.1 Kaninchen
3.3.2.2 Meerschweinchen
3.3.3 Ziervögel
3.3.4 Fische
3.4 Nutztierhaltung
3.4.1 Esel
3.4.2 Schafe
3.4.3 Ziegen
3.4.4 Geflügel
3.4.4.1 Hühner
3.4.4.2 Gänse
3.4.4.3 Pfauen
4 VORBEREITUNG DER TIERHALTUNG
4.1 rechtliche Vorschriften
4.2 Bedenken der Institution und ihrer Angestellten
5 PÄDAGOGISCHE BEGLEITUNG – SOLLKONZEPTIONELLE ÜBERLEGUNGEN
5.1 Begriffsbestimmungen und Erläuterungen
5.2 Grundeinstellungen gegenüber Menschen mit einer geistigen Behinderung
5.2.1 Modelle
5.2.2 Betreuer
5.3 Grundlagen – vor der Anschaffung der Tiere
5.4 Pädagogische Begleitung während der Tierhaltung
5.4.1 Verhalten von Tieren und dessen pädagogische Verwertbarkeit
5.4.2 Schulung der Bewohner
6 SCHLUSSBEMERKUNGEN
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und den Nutzen der Einführung von Tierhaltung in Wohnheimen für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie eine tierschutzgerechte Tierhaltung gestaltet werden kann, um sowohl den Bewohnern Lebensqualität und therapeutische Effekte zu ermöglichen, als auch pädagogisch sinnvoll durch das Personal begleitet zu werden.
- Therapeutische und soziale Wirkungen der Mensch-Tier-Interaktion
- Tierschutzrechtliche Rahmenbedingungen und tierartspezifische Haltungsanforderungen
- Bedenken der Institution und ethische Aspekte der Tierhaltung
- Pädagogische Konzepte und Methoden zur Einbindung der Bewohner
- Schulungsmodelle für Mitarbeiter und Bewohner
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Was in der Altenarbeit schon seit längerer Zeit etabliert ist – der Einsatz von Tieren, um Lebensqualität zu heben und die therapeutische Wirkung von ihnen zu nutzen – führt in der Behindertenpädagogik noch immer ein Schattendasein. Die in der Altenarbeit gemachten positiven Erfahrungen mit Tieren sollten meiner Ansicht nach auch in der Behindertenpädagogik genutzt werden. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung von Tierhaltung in Heimen für Menschen mit einer geistigen Behinderung, ihrem Nutzen und den damit verknüpften Problemen. Sie soll Mitarbeiter entsprechender Institutionen über die mit Tieren verbundene Arbeit auch in Bezug auf tierschutzgerechte Haltungsbedingungen informieren und pädagogische Begleitung der Bewohner solcher Heime bei der Haltung von Tieren erläutern.
Zunächst werde ich die therapeutischen Wirkungen von Tieren auf Menschen skizzieren um dann spezifischer auf die Interaktion zwischen Tieren und Menschen mit einer geistigen Behinderung einzugehen. Mehr Raum wird dann die Beschreibung der meiner Ansicht nach zur Haltung geeigneten Tierarten, deren artgerechter Haltung und ein Exkurs zur Ethik der Tierhaltung einnehmen. In letzterem wird dieses Thema selbstverständlich nicht ausführlich behandelt. Es handelt sich dabei eher um einen kurzen Abriss ethischer Positionen zum Umgang mit Tieren. Nachdem rechtliche Vorschriften ihre Erwähnung finden und Vorbehalte der Mitarbeiter in Heimen für Menschen mit einer geistigen Behinderung diskutiert werden, werde ich näher auf die pädagogische Begleitung und einige Grundlagen dazu eingehen und Beispiele zur praktischen Anwendung pädagogischer Konzepte geben. Abschließend finden sich Abbildungen vorbildlicher Arten der Tierhaltung.
Mein persönliches Interesse an dieser Thematik liegt zum Einen in Erfahrungen, die ich während meiner jahrelangen Tätigkeit als Betreuer in einer Wohnstätte für Menschen mit einer geistigen Behinderung machen konnte. Dort traf ich durchgängig bei allen Bewohnern auf eine stark ausgeprägte Zuneigung zu Tieren, welche bei Kontakt mit ihnen oft zu einer freundlicheren Grundstimmung führte. Zum Anderen liegt die Wahl dieser Thematik auch in meiner Vergangenheit begründet. Vor dem Studium des Sozialwesens habe ich das Studium der Tiermedizin erfolgreich abgeschlossen. Durch die Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Mensch-Tier-Interaktion und speziell der Haltung von Tieren in Heimen für Menschen mit einer geistigen Behinderung wird es mir möglich beide Interessen zu verbinden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage, der erkenntnisleitenden Fragestellung und der persönlichen Motivation zur Untersuchung der Tierhaltung in Wohnheimen.
2 MENSCH-TIER BEZIEHUNG: Erläuterung der therapeutischen Wirkungen von Tieren auf den Menschen und die spezifische Bedeutung für Menschen mit geistiger Behinderung.
3 TIERHALTUNGEN IN WOHNHEIMEN AUS TIERSCHUTZSICHT ALS AUSGANGSPUNKT ZU SOLLKONZEPTIONELLEN ÜBERLEGUNGEN: Analyse artgerechter Haltungsbedingungen für verschiedene Heim- und Nutztiere unter Berücksichtigung ethischer und tierschutzrelevanter Standards.
4 VORBEREITUNG DER TIERHALTUNG: Diskussion rechtlicher Vorschriften sowie notwendiger Auseinandersetzungen mit Bedenken seitens der Institutionen und der Belegschaft.
5 PÄDAGOGISCHE BEGLEITUNG – SOLLKONZEPTIONELLE ÜBERLEGUNGEN: Darstellung pädagogischer Konzepte wie Normalisierung und Emanzipation sowie methodische Ansätze zur Schulung von Bewohnern und Personal.
6 SCHLUSSBEMERKUNGEN: Zusammenfassende Bewertung der Vorteile einer Tierhaltung für Bewohner, Mitarbeiter und Institutionen sowie ein Ausblick auf deren praktischen Implementierung.
Schlüsselwörter
Tierhaltung, Behindertenpädagogik, Wohnheim, Mensch-Tier-Interaktion, Tierschutz, Therapiebegleitung, Normalisierung, Emanzipation, artgerechte Haltung, pädagogische Begleitung, Behindertenhilfe, Lebensqualität, tiergestützte Therapie, Inklusion, Wohngruppe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung und pädagogischen Begleitung von Tierhaltung in Wohnheimen für Menschen mit einer geistigen Behinderung, um Lebensqualität und therapeutische Effekte zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die therapeutische Wirkung von Tieren, tierschutzgerechte Haltungspraktiken für diverse Tierarten sowie die pädagogischen Konzepte zur Einbindung der Bewohner.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Mitarbeitern von Institutionen eine fundierte Entscheidungshilfe und praktische Leitlinien an die Hand zu geben, um Tierhaltung in einem institutionellen Rahmen verantwortungsvoll zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu Mensch-Tier-Interaktionen, tierschutzrechtlichen Bestimmungen und pädagogischen Modellen zur Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung, ergänzt durch persönliche Praxiserfahrungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden spezifische Tierarten (wie Katzen, Kaninchen, Schafe, Esel etc.) hinsichtlich ihrer Eignung für Wohnheime analysiert sowie pädagogische Konzepte (Normalisierung, Emanzipation) vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mensch-Tier-Beziehung, Tierschutz, Behindertenpädagogik, pädagogische Begleitung und Lebensqualität geprägt.
Warum werden bestimmte Tierarten wie Hunde von der Haltung ausgeschlossen?
Aufgrund der hohen zeitlichen Anforderungen an Spaziergänge und Erziehung sowie der in Wohnheimen oft fehlenden personellen Kapazitäten während der Werkstattzeiten werden Hunde als ungeeignet für die Haltung in der Wohngruppe eingestuft.
Welche Rolle spielt die Normalisierung im Kontext der Tierhaltung?
Normalisierung bedeutet, Bewohnern Lebensumstände zu ermöglichen, die dem gesellschaftlichen Standard entsprechen. Tierhaltung fungiert hierbei als Mittel, um diese Lebensgewohnheiten im Wohnheim zu etablieren.
- Quote paper
- Johannes Meixner (Author), 2004, Tierhaltung in Heimen für Menschen mit einer geistigen Behinderung - Planungsüberlegungen aus sozialpädagogischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82454