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Arno Esch - Widerstand gegen die ideologische Gleichschaltung an den Universitäten der SBZ/DDR

Title: Arno Esch - Widerstand gegen die ideologische Gleichschaltung an den Universitäten der SBZ/DDR

Term Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: B.A. Christian Pauer (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Die Errichtung der zweiten Diktatur auf deutschem Boden begann schon kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges. Wie sich die ideologische Gleichschaltung nach kommunistischem Muster in einem gesellschaftlichen Teilbereich, den Hochschulen, vollzog, soll folgende Arbeit darstellen. Das Aufbegehren gegen die erneute Entstehung eines Unterdrückungssystems brachte an den Universitäten der sowjetischen Besatzungszone vielen, teilweise erhebliche, bis zur Todesstrafe gehende Verurteilungen ein. Einer der hervorragenden Vertreter des studentischen Widerstandes war der Rostocker Jurastudent Arno Esch, dessen Todestag sich im Sommer 2006 zum fünfundfünfzigsten Mal jährte. Stellvertretend für alle Opfer des Stalinismus an der Universität Rostock ehrt Esch seit 1990 eine Gedenktafel im Hauptgebäude.
Eschs Vision war eine demokratische Gesellschaft, wie sie nach zwölf Jahren Diktatur erstmals wieder möglich schien. Ein stark sozial orientierter Liberalismus war für ihn einer der Grundpfeiler einer künftigen Gesellschaft, dafür setzte sich Esch, der trotz seiner jungen Jahre viel politisches Talent entwickelt hatte, unermüdlich ein. Der SED sollte es schließlich gelingen, eine Gesellschaftsordnung zu installieren, in der Meinungsfreiheit und Grundrechte nur auf Papier standen, dass sie nicht wert waren. Auch die Hochschulen nahmen bald den Platz ein, der ihnen zugewiesen worden war. Denken wurde hier nur nach Einheitsmuster erlaubt, sie wurden zu einem Instrument kommunistischer Bildungs- und Wissenschaftspolitik umgestaltet.
Ausgehend von der politischen Situation und der Lage der Hochschulen direkt nach Kriegsende, wird der Widerstand gegen die Gleichschaltung an den Universitäten der SBZ/DDR dargestellt. Nach einer kurzen Abhandlung über Arno Eschs Leben bis zu seinem Eintritt in die Universität Rostock folgt eine Darstellung seiner politischen und publizistischen Tätigkeit. Anschließend sollen die Gegenmaßnahmen der Obrigkeit, die auf Eschs Aktivitäten folgten, sowie ihre Ergebnisse beschrieben werden.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Nachkriegssituation in Deutschland

3. Die Lage der Universitäten

3.1 Probleme der unmittelbaren Nachkriegszeit

3.2 Wiedereröffnung der Hochschulen

4. Widerstand gegen die „antifaschistisch-demokratische Umwälzung“ an den Hochschulen

5. Arno Esch

5.1 Kurzbiographie

5.2 Politische Aktivitäten

5.3 In Konflikt mit den Herrschenden

5.4 Verhaftung und Prozess

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die ideologische Gleichschaltung an den Universitäten in der sowjetischen Besatzungszone sowie den studentischen Widerstand gegen die Etablierung eines stalinistischen Unterdrückungssystems, exemplarisch dargestellt am Schicksal des Rostocker Studenten Arno Esch.

  • Nachkriegssituation und politische Neuordnung in der sowjetischen Besatzungszone.
  • Die Umgestaltung der Hochschulen zu Instrumenten kommunistischer Bildungs- und Wissenschaftspolitik.
  • Entwicklung und Unterdrückung der studentischen Opposition gegen die SED-Herrschaft.
  • Politische Biografie und Aktivitäten von Arno Esch als Vertreter des liberalen Widerstands.
  • Die Willkürjustiz der sowjetischen Militärtribunale am Beispiel des Prozesses gegen die LDP-Mitglieder.

Auszug aus dem Buch

5.4 Verhaftung und Prozess

Das Jahr 1949 bedeutete für mindestens 17 Rostocker Studenten und Lehrende die Inhaftierung aufgrund oppositionellen Verhaltens und damit auch den Höhepunkt der Verhaftungen an der Universität Rostock.

Arno Esch, der kaum konspirativ arbeitete, war den Behörden schon früher aufgefallen, zumal die LDP-Aktivitäten in Mecklenburg zunahmen, während sie in den anderen Ländern eher im Rückgang waren. Der Entschluss seinen Aktivitäten ein Ende zu machen, fiel dann wohl endgültig im Sommer 1949. Zuerst verweigerte Esch die Teilnahme am III. Volkskongress, der am 30.05.1949 die spätere DDR-Verfassung annahm, später verließ er aus Protest die Sitzung des Zentralvorstandes seiner Partei, auf der die Gründung der DDR akzeptiert wurde. Zur Zielscheibe der Herrschenden war Eschs Partei spätestens im Juni 1948 geworden, als sie mit dem Ende ihrer Mitarbeit im „demokratischen Block“ drohte. Die sowjetische Besatzungsmacht beantwortete dies mit einer groß angelegten Verhaftungswelle.

In der Nacht vom 18. zum 19. Oktober 1949 wurde Arno Esch selbst von sowjetischen Sicherheitsbeamten verhaftet. Insgesamt 14 LDP-Mitglieder wurden innerhalb weniger Tage in Mecklenburg und Vorpommern festgenommen. Esch brachte man zunächst in einem Kellergefängnis in Rostock unter, kurz darauf wurde er, wie auch die Anderen, in das NKWD-Gefängnis in Schwerin verbracht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Entstehung der Diktatur an Hochschulen der SBZ und würdigt Arno Esch als herausragenden Vertreter des studentischen Widerstands.

2. Nachkriegssituation in Deutschland: Dieses Kapitel skizziert die Teilung Deutschlands und die zweigleisige Taktik der sowjetischen Besatzungsmacht zwischen demokratischer Fassade und ideologischer Umgestaltung.

3. Die Lage der Universitäten: Die Untersuchung beleuchtet die schwierigen Bedingungen der Nachkriegszeit sowie die systemische Verdrängung des bürgerlichen Lehrkörpers und die Einführung linientreuer Studienzugangsregeln.

4. Widerstand gegen die „antifaschistisch-demokratische Umwälzung“ an den Hochschulen: Es wird dargelegt, wie die Einschränkung akademischer Freiheit und die ideologische Kontrolle zu Widerstand unter den Studenten führten, der durch zunehmende Repressionen unterdrückt wurde.

5. Arno Esch: Dieser Hauptteil beschreibt das Leben, die politische Karriere und den Konflikt des Studenten Arno Esch, bis hin zu seiner Verhaftung und seinem Prozess.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung des stalinistischen Herrschaftssystems in der SBZ/DDR und ordnet den Fall Esch als ein Exempel der Unterdrückung politischer Opposition ein.

Schlüsselwörter

Arno Esch, SBZ, DDR, SED, studentischer Widerstand, Universität Rostock, Stalinismus, LDP, Repression, politische Verfolgung, ideologische Gleichschaltung, sowjetische Militärtribunale, akademische Freiheit, Liberalismus, Totalitarismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die schrittweise ideologische Gleichschaltung der Universitäten in der sowjetischen Besatzungszone nach 1945 und den daraus resultierenden studentischen Widerstand gegen die SED-Herrschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Nachkriegssituation, die politische Einflussnahme auf das Hochschulwesen, das Wirken der LDP-Hochschulgruppen und die Mechanismen politischer Verfolgung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Widerstand gegen die kommunistische Diktatur an den Universitäten anhand der Biografie des Rostocker Studenten Arno Esch darzustellen und zu dokumentieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Arbeit, die auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Dokumentationen und Berichten zur politischen Verfolgung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich Arno Esch: seinem Werdegang, seinem Eintritt in die LDP, seinen politischen Aktivitäten gegen die SED-Ideologie sowie seinem Schicksal in der sowjetischen Willkürjustiz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Widerstand, Repression, Stalinismus, politische Freiheit und das Schicksal von Arno Esch charakterisiert.

Welche Rolle spielte die Universität Rostock im Kontext der Arbeit?

Die Universität Rostock dient als konkretes Fallbeispiel für die Umgestaltung von Hochschulen in der SBZ, an der sowohl der Widerstand als auch die daraus resultierenden massiven Verhaftungswellen durch die sowjetischen Besatzer stattfanden.

Warum wurde Arno Esch verhaftet und zum Tode verurteilt?

Esch wurde als einflussreicher Wortführer der liberalen Opposition identifiziert, dessen politisches Engagement gegen den Totalitarismus der SED und die sowjetische Hegemonie ein Exempel durch die Besatzungsmacht erzwang.

Wie wurde das Urteil gegen Arno Esch nachträglich bewertet?

Nach dem Zusammenbruch der UdSSR wurde der Fall erneut geprüft, das Urteil wurde aufgehoben und Arno Esch wurde 1990 mangels Tatbestandes vollständig rehabilitiert.

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Details

Title
Arno Esch - Widerstand gegen die ideologische Gleichschaltung an den Universitäten der SBZ/DDR
College
University of Rostock  (Historisches Institut)
Course
Dissidenten und Renegaten im deutschen Kommunismus
Grade
1,3
Author
B.A. Christian Pauer (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V82463
ISBN (eBook)
9783638878395
Language
German
Tags
Arno Esch Widerstand Gleichschaltung Universitäten SBZ/DDR Dissidenten Renegaten Kommunismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Christian Pauer (Author), 2006, Arno Esch - Widerstand gegen die ideologische Gleichschaltung an den Universitäten der SBZ/DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82463
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