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Gehetzte Kinder. ADHS als Konsequenz eines beschleunigten Umgangs mit der Zeit?

Ein Klärungsversuch

Title: Gehetzte Kinder. ADHS als Konsequenz eines beschleunigten Umgangs mit der Zeit?

Term Paper , 2004 , 56 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Andrea Warda (Author)

Social Work
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Im Dezember 1844 machte sich der Frankfurter Arzt Dr. Hoffmann auf die Suche nach einem Weihnachtsgeschenk
für seinen dreijährigen Sohn Carl. Am liebsten wollte er ihm ein Bilderbuch schenken.
Im Buchladen ärgerte er sich über die uninteressanten Abbildungen und die vielen nüchternen Belehrungen, Vorschriften und Ermahnungen in den Kinderbüchern. Er entschloss sich ein eigenes Kinderbuch zu verfassen. Dies war der Startschuss für den „Struwelpeter”.
Die Geschichten vom „Zappelphillip” und vom „Hans Guck – in – die – Luft” verdeutlichen, dass es sich bei dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom um ein schon lang bekanntes Störungsbild handelt. In der heutigen Zeit taucht der Begriff ADHS mehr und mehr im Zusammenhang mit unkonzentrierten, zappeligen und/ oder verträumten Kindern auf. Eltern, Lehrer und Erzieher stellen eine Zunahme der Anzahl der sogenannten „schwierigen“ Kinder fest, die nur mit sehr großem Aufwand an Zuwendung
und Verständnis im Kindergarten, in der Schule oder ihrem eigenen Zuhause „funktionieren”. Sowohl in Zeitschriften als auch in der Fachliteratur nehmen die Zappelphilippe und Tagträumer einen immer größer werdenden Raum ein. Themen wie z.B. „das unkonzentrierte und unruhige Kind” erscheinen fast in jeder Elternzeitschrift. Es gibt verschiedene Erklärungsmodelle und das Phänomen wird aus den verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet: Ist es ein Erziehungsproblem? Liegt es an den Genen? Stimmt irgend etwas mit unserer Gesellschaft nicht mehr, dass immer mehr dieser „Unruhegeister” aus dem Rahmen fallen? Liegt es am Fernsehen? Oder doch nur an der Ernährung? Warum sind Eltern und Lehrer häufig hilflos?
ADHS ist aber keine Katastrophe. Man kann ADHS erfolgreich behandeln, allerdings setzt dies voraus,
dass man gut darüber informiert ist. Das größte Problem für ADHS – Kinder ist, dass ihre
Umgebung noch viel zu wenig über ADHS aufgeklärt ist. Daher werden solche Kinder häufig missverstanden.
Die Menschen, die täglich mit ihnen zu tun haben, gehen nicht richtig auf sie ein. Während der Vorbereitung auf das Thema dieser Arbeit und auch schon bei der Themenfindung, wurde
mir schnell klar, wie vielschichtig dieses ist und wie viele verschiedene und konträre Theorien und
Erklärungsansätze es dazu gibt. ADHS scheint überall das Thema der Stunde zu sein. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gesellschaftliche Bedingungen und kindliche Entwicklung heute

2.1 Die beschleunigte Gesellschaft

2.2 Familie im Wandel

2.3 Bewegungsmangel

2.4 Kindheit im Wandel

3 Begriffsklärung ADHS

3.1 Beschreibung der Leitsymptome

3.2 Diagnosestellung

3.3 Entwicklung und Ausdehnung

3.4 Genese/Ursachen

3.4.1 Primäre Ursachen

3.4.2 Sekundäre Ursachen

3.4.3 Psychosoziale Verursachungsfaktoren der Hyperaktivität

3.4.4 Die ökonomisch-kulturellen Einflussfaktoren

3.4.5 Die Einflussfaktoren des sozialen Umfeldes

3.4.6 Die psychoemotionalen Einflussfaktoren

3.5 ADHS – ein multifaktorielles Geschehen

3.6 Erweiterte Perspektiven

4 Relevanz für die Soziale Arbeit

5 Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Diagnose ADHS bei Kindern eine tatsächliche neurobiologische Erkrankung darstellt oder vielmehr eine gesellschaftlich induzierte Konsequenz aus zunehmender Beschleunigung, Leistungsdruck und fehlenden entwicklungsfördernden Freiräumen ist. Die Autorin hinterfragt kritisch die medikamentöse Praxis und plädiert für einen systemisch-pädagogischen Ansatz.

  • Einfluss gesellschaftlicher Beschleunigung auf die kindliche Entwicklung
  • Kritische Analyse der ADHS-Diagnostik und Medikalisierung
  • Bedeutung von Bindung, Bewegung und Naturerfahrung für die kindliche Gehirnentwicklung
  • Die Rolle der Sozialen Arbeit als Unterstützerin in Erziehungs- und Lebenskontexten

Auszug aus dem Buch

2.1 Die beschleunigte Gesellschaft

Heute, so schreibt DeGrandpre in seinem schon mehrfach genannten Buch, ist das Leben „ein nicht endender Strom von Tagen, erfüllt mit Hast und Unruhe und Jetlag – Nächten... Entweder sind wir in Hetze oder erholen uns davon oder hetzen zu neuer Hetze.“

Die beschleunigte Gesellschaft ist nicht selbstbestimmt, sondern wie er sagt „eine seltsame und scheinbar chronische kulturelle Erkrankung.“ Wir sind zu einer Gesellschaft geworden, die süchtig nach Abwechslung und Erregung ist. Die >Freuden der Langsamkeit< sind verschwunden. Muße, Langsamkeit, Faulheit, Entspannung, Einfachheit... vieles davon gehört in der westlichen Kultur der Vergangenheit an und wurde ersetzt durch eine >Geschwindigkeitsmanie<.

DeGrandpre bringt ADHS und die >Ritalin - Lösung< ganz klar mit unserer Sucht nach Geschwindigkeit und unserer Beschleunigungsgesellschaft in Verbindung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des "Zappelphilipp"-Bildes und führt in die aktuelle Debatte um ADHS als Modediagnose ein.

2 Gesellschaftliche Bedingungen und kindliche Entwicklung heute: Dieses Kapitel analysiert die Faktoren, die das heutige Aufwachsen prägen, insbesondere den Zeitdruck, den Medienkonsum und die strukturellen Veränderungen in Familien.

3 Begriffsklärung ADHS: Hier werden die medizinischen Leitsymptome, die Diagnosemethoden sowie die diversen, teilweise kontroversen Ursachenhypothesen (biologisch, sozial, psychologisch) dargelegt.

4 Relevanz für die Soziale Arbeit: Dieses Kapitel definiert konkrete Handlungsfelder für die Soziale Arbeit, wie Elternberatung, Förderung der Bewegung und die Stärkung von Erziehungskompetenzen, um Etikettierungen entgegenzuwirken.

5 Schlussbetrachtungen: Die Autorin fasst zusammen, dass ADHS eher als Symptom einer kranken Gesellschaft zu werten ist und fordert ein Umdenken zugunsten einer kindgerechten Umwelt.

Schlüsselwörter

ADHS, Beschleunigte Gesellschaft, Kindheit im Wandel, Medikalisierung, Ritalin, Erziehungsdefizit, Sozialpädagogik, Gehirnentwicklung, Leistungsdruck, Reizüberflutung, Bindung, Bewegungsmangel, Systemkritik, Symptomträger, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob ADHS bei Kindern eine tatsächliche Erkrankung oder eine gesellschaftlich bedingte Reaktion auf eine zunehmend beschleunigte und reizüberflutete Umwelt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen der gesellschaftliche Wandel, die Auswirkungen moderner Lebensbedingungen auf die kindliche Entwicklung, die Hinterfragung der ADHS-Diagnostik und die Rolle der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein Klärungsversuch, der ADHS aus einer kritischen Perspektive beleuchtet und Wege für pädagogische Interventionen aufzeigt, statt allein auf eine medikamentöse Symptombekämpfung zu setzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Fachliteratur, Studien und soziologischen Theorien über die moderne Gesellschaft und deren Einfluss auf Kinder.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen von ADHS unter Einbeziehung von biopsychosozialen Modellen sowie die Kritik renommierter Autoren an der zunehmenden Medikalisierung kindlichen Verhaltens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen ADHS, Beschleunigte Gesellschaft, Medikalisierung, Ritalin, Sozialpädagogik und die systemische Betrachtung von Erziehung.

Inwieweit spielt die Hirnforschung eine Rolle?

Die Arbeit greift Erkenntnisse der Hirnforschung auf, um zu belegen, dass neuronale Verschaltungen durch Erfahrungen und psychosoziale Einflüsse strukturiert werden, was die Plastizität des Gehirns unterstreicht.

Warum wird der Begriff "Ritalingesellschaft" verwendet?

Der Begriff dient als Kritik an einer Tendenz, gesellschaftliche Probleme und Erziehungsschwierigkeiten durch die Verordnung von Medikamenten zu überdecken, anstatt die Ursachen im sozialen Umfeld anzugehen.

Wie definiert die Autorin die Rolle des Sozialarbeiters bei ADHS?

Der Sozialarbeiter soll nicht nur Hilfe und Beratung anbieten, sondern Eltern aufklären, den Druck auf Familien mindern und aktiv an der Gestaltung einer kinderfreundlicheren Umwelt mitwirken.

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Details

Title
Gehetzte Kinder. ADHS als Konsequenz eines beschleunigten Umgangs mit der Zeit?
Subtitle
Ein Klärungsversuch
College
University of Applied Sciences Hanover
Grade
2,5
Author
Andrea Warda (Author)
Publication Year
2004
Pages
56
Catalog Number
V82499
ISBN (eBook)
9783638898096
ISBN (Book)
9783638910323
Language
German
Tags
Gehetzte Kinder ADHS Konsequenz Umgangs Zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Warda (Author), 2004, Gehetzte Kinder. ADHS als Konsequenz eines beschleunigten Umgangs mit der Zeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82499
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