Inhalt
1. Literaturgeschichtliche Einordnung
2. Familienform
3. Funktion der Familie
4. Beziehungen
4.1 Die Beziehung zwischen Vater und Mutter
4.2 Die Beziehung zwischen den Kindern und dem Vater
4.3 Die Beziehung zwischen den Kindern und der Mutter
4.4 Die Beziehungen zwischen den Kindern
5. Rollenverteilung
6. Erziehung
1. Literaturgeschichtliche Einordnung
Das Kinderbuch „Die Kinder aus der Krachmacherstraße“ erschien im Jahr 1957.
In Deutschland verblassten nach 1945 bis ca. 1948 allmählich die nationalsozialistischen Einflüsse in der Kinderliteratur und es bestand zunächst einmal die Hoffnung, die junge Generation könne eine friedvollere und humanitäre Welt verwirklichen.
Allerdings entwickelte sich erst in der zweiten Hälfte der 50ger Jahre in Deutschland eine neue Richtung in der Kinderliteratur. Kinder sollten sich völlig ungestört und unbeeinträchtigt von den Problemen und Schwierigkeiten der Erwachsenenwelt entwickeln können.
„Durch Aktivierung und Förderung ihrer eigenen, unverdorbenen, schöpferischen Kräfte sollten sie aus sich selbst heraus genügend Stärke und Selbstvertrauen gewinnen können, um in der Wirklichkeit bestehen zu können.“
(www.fbi.fh-koeln.de/institut/personen/schikorsky/Material/ss03/KJL-Schnellkurs.doc; abgerufen am 26.06.2007)
Auch wenn die Kinderliteratur in Schweden in ihrer Entwicklung relativ unbeeinflusst von deutschen Geschehnissen blieb und Astrid Lindgrens Werke schon vom ersten Buch an („Pippi Langstrumpf“, 1944) als wenig normangepasst bezeichnet werden können, lassen sich dennoch Übereinstimmungen finden.
Auch „Die Kinder der Krachmacherstraße“, Jonas (6), Mia-Maria (5) und Lotta (3) befinden sich in einer Art Schonraum. Sie „spielen ganze Tage lang“, dürfen Krach machen und wachsen alles in allem in einer heilen Welt auf.
Interessant ist zu erwähnen, dass das Buch bereits typische Kennzeichen der Kinder- und Jugendliteratur der 60ger Jahre aufweist:
• die Geschichte wird aus der Perspektive eines Kindes erzählt
• sie enthält bereits Ansätze anti-autoritärer Erziehungsvorstellungen
• die Geschichte thematisiert Alltagsgeschehen
• sie bietet den kindlichen Lesern und Zuhörern (verschiedene) Identifikationsfiguren
Inhaltsverzeichnis
2. Familienform
3. Funktion der Familie
4. Beziehungen
4.1 Die Beziehung zwischen Vater und Mutter
4.2 Die Beziehung zwischen den Kindern und dem Vater
4.3 Die Beziehung zwischen den Kindern und der Mutter
4.4 Die Beziehungen zwischen den Kindern
5. Rollenverteilung
6. Erziehung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit untersucht das Familienbild in Astrid Lindgrens Werk „Die Kinder aus der Krachmacherstraße“ unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlichen Vorstellungen der 1950er Jahre. Dabei wird analysiert, wie Rollenverteilungen, Erziehungsmethoden und die Dynamiken zwischen den Familienmitgliedern dargestellt werden, um das Identifikationspotenzial des Buches für kindliche Leser zu beleuchten.
- Analyse der modernen Kleinfamilie als zentraler Bezugsrahmen
- Untersuchung der Rollenverteilung zwischen Vater, Mutter und Kindern
- Darstellung der Geschwisterbeziehungen und deren Hierarchien
- Bewertung erzieherischer Ansätze und deren anti-autoritäre Tendenzen
- Reflektion über die zweifache Adressiertheit des Textes
Auszug aus dem Buch
4.4 Die Beziehungen zwischen den Kindern
Schaut man sich die Beziehungen zwischen den Geschwistern an, wird klar, dass Zusammenhalt und einander helfen wichtige Werte ist in der Familie sind. So bringen die beiden älteren ihrer kleinen Schwester Bonbons mit, da Lotta noch nicht mit zum Markt gehen darf. Sie helfen ihr dabei, auf Bäume zu klettern, besorgen ihr ein Pflaster, trösten sie und haben Mitleid mit ihr, wenn sie bestraft wird. An Weihnachten kaufen sie ein Geschenk für Lotta und die ganze Familie hilft beim Suchen ihres verlorenen Teddies. Auch Lotta bemüht sich manchmal in solchen Tugenden. Sie kauft z.B. einen Windbeutel als Weihnachtsgeschenk, den sie leider direkt selber aufisst, nimmt ihren Cousin in Schutz, der nicht einschlafen kann und singt ihm etwas vor. Allerdings hat Lotta die meiste Zeit über damit zu tun, sich selbst zu behaupten, da sie als jüngste der Geschwister einen schwierigen Stand hat.
Jonas und Mia-Maria bemühen sich zwar meistens, Lotta mitspielen zu lassen, aber sie bestimmen, was wie gespielt wird und „manchmal … ist Lotta nur im Weg.“ (S. 14) Sie denken sich sogar kleine Tricks aus oder erpressen sie gar ein wenig, damit das Spiel nach ihren Vorstellungen verläuft.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Familienform: Das Kapitel definiert die Struktur der Familie im Buch als idealtypische ‚moderne Kleinfamilie‘ der westlichen Welt mit Fokus auf Ehe, leiblichen Kindern und traditioneller Rollenverteilung.
3. Funktion der Familie: Hier wird der Zweck des Familienlebens als sicherer Raum für die persönliche Entfaltung der Kinder sowie als Ort der Vermittlung von Werten und Normen dargestellt.
4. Beziehungen: Dieser Abschnitt analysiert differenziert die emotionalen Bindungen zwischen den Ehepartnern sowie die verschiedenen Interaktionsmuster zwischen Eltern und Kindern sowie unter den Geschwistern selbst.
5. Rollenverteilung: Das Kapitel beleuchtet die Arbeitsteilung im Haushalt und die Zuweisung von Aktivitäten, wobei der Vater oft als für den ‚Spaßfaktor‘ zuständig wahrgenommen wird, während die Mutter erzieherische Aufgaben übernimmt.
6. Erziehung: Diese Analyse arbeitet Astrid Lindgrens Vorliebe für eine weniger autoritäre Erziehung heraus, bei der Kinder aus eigenen Fehlern lernen dürfen und Erwachsene ihre Haltung reflektieren.
Schlüsselwörter
Astrid Lindgren, Kinderliteratur, Familienbild, Moderne Kleinfamilie, Rollenverteilung, Erziehung, Geschwisterbeziehung, Identifikationsfiguren, Anti-autoritäre Erziehung, Sozialisation, Literaturanalyse, Alltagsgeschehen, Familienstruktur, Kindheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Familienbild in Astrid Lindgrens Kinderbuch „Die Kinder aus der Krachmacherstraße“ und untersucht, wie dieses die gesellschaftlichen Normen und Erziehungsideale der 1950er Jahre widerspiegelt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Familienstruktur, der Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern, den Beziehungsdynamiken innerhalb der Familie sowie den pädagogischen Ansätzen der Mutter und des Vaters.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Astrid Lindgren eine liebevolle, aber realistische Familienwelt entwirft, die trotz zeitgenössischer Rollenbilder ein hohes Maß an Identifikationspotenzial für Kinder bietet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse des Textes unter Einbeziehung von Fachliteratur zur Kinder- und Jugendliteratur der damaligen Zeit.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig diskutiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Familienform, die verschiedenen Beziehungsgefüge, die Aufgabenteilung der Eltern und die Erziehungsmethoden innerhalb des Werks.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „moderne Kleinfamilie“, „Rollenverteilung“, „anti-autoritäre Erziehung“, „Sozialisation“ und „Identifikationsfiguren“ charakterisiert.
Warum wird die Perspektive der fünfjährigen Lotta in der Analyse so stark betont?
Die Perspektive der Kinder schränkt zwar den Einblick in das Gefühlsleben der Eltern ein, ist jedoch entscheidend für das Verständnis der kindlichen Wahrnehmung von Hierarchien und elterlicher Autorität.
Inwiefern zeigt das Buch eine „zweifache Adressiertheit“?
Das Buch spricht durch seine Thematisierung von Erziehungssituationen nicht nur die kindlichen Leser an, sondern bietet auch erwachsenen Vorlesern Reflexionsmöglichkeiten über eigene Erziehungsvorstellungen.
Wie gehen die Geschwister untereinander mit der Hierarchie um?
Es zeigt sich ein Wechselspiel zwischen Zusammenhalt, gegenseitiger Hilfe und dem Ausüben von Macht durch die älteren Geschwister, wobei die jüngste Lotta lernen muss, sich innerhalb dieses Gefüges zu behaupten.
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- Julia Littwin (Author), 2007, Das Familienbild in "Die Kinder aus der Krachmacherstraße" (Astrid Lindgren), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82522