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Ist Gewissen die Stimme Gottes in mir?

Título: Ist Gewissen die Stimme Gottes in mir?

Trabajo de Seminario , 2002 , 17 Páginas , Calificación: sehr gut (1,0)

Autor:in: Patrick Müller (Autor)

Teología - Teología sistemática
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Bei allen Entscheidungsprozessen, selbst bei den unbedeutsamsten, meldet sich eine Stimme in unserem Innern zu Wort, die uns dazu anhält, auf eine ganz bestimmte Weise zu handeln. Selbst bei intuitiven, unbewussten Reaktionen ruft sie uns gewissermaßen retrospektiv die Handlung in unser Bewusstsein zurück, um bewertende Maßstäbe an ihr anzulegen.

Diese Stimme unseres Selbst bezeichnet man gemeinhin als Gewissen. Was ist aber nun dieses Gewissen? Ist es wirklich nur ein persönlicher Moral-Guide, oder versteckt sich hinter seiner Wirklichkeit eine ganz andere Wirklichkeit? Alle reden von Gewissen und keiner scheint so genau zu wissen, was es ist. Zumindest gibt es äußerst vielfältige Anschauungen, die zum einen aus der nicht ganz einfachen Wortgeschichte, zum andern aber auch es den verschiedenen Perspektiven der Wissenschaften resultieren.

Theologische Ethik muss fragen, inwieweit sich das Gewissen als Instrument eines verantwortungsvollen Lebens und Handelns begreifen lässt, und zwar auf dem Hintergrund der jüdisch-christlichen Gotteserfahrung und Anthropologie. Aus diesen Aspekten und Anfragen ergibt sich ein methodischer Dreischritt für diese Arbeit. Am Anfang richtet sich deshalb eine sprach- und kulturhistorische Betrachtung auf die Semantik des Gewissensbegriffs und seine Verwendung in der Sprache. Nachdem verschiedenste Erklärungsmodelle zur Entstehung des Gewissens kurz dargestellt worden sind, wird der Frage nachgegangen, ob und wie angesichts der vielfältigen Abhängigkeiten und anthropologischen Determinanten ein freies Gewissensurteil und damit autonome moralische Entscheidungskompetenz überhaupt möglich sein kann. Den Abschluss bildet ein Kapitel, dass für die theologische Ethik zentral sein muss, gleichzeitig aber den schwierigsten Zugang zur Thematik eröffnet. Es stellt sich nämlich die Frage, wie man das Phänomen des Gewissens theologisch deuten kann, ohne dabei aber zu sehr die Bodenhaftung zu verlieren, und den Gegenstand zu sehr zu spiritualisieren.
[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Historische und linguistische Annäherung an den Gewissensbegriff

1. Etymologie und Wortgeschichte

2. Sprachgebrauch

II. Gewissen als anthropologisches Grundphänomen

1. Phänomenologie und Funktionen des Gewissens

2. Erklärungsmodelle zur Entstehung des Gewissens

2.1 Biblisch: der Sündenfall

2.2 Christlich: Thomas von Aquin, Martin Luther, Johannes Paul II.

2.3 Philosophisch: Kant, Nietzsche

2.4 Soziologisch: Spencer, Durkheim

2.5 Psychologisch: Freud, Piaget, Kohlberg

3. Moralisches Handeln zwischen Determination und Autonomie

III. Theologische Deutung des Gewissens

1. Der Gott mit dem Mikrofon – Probleme und Gefahren einer banalen Gewissensauffassung

2. Gewissen als Anspruch und Zuspruch Gottes

3. Die Wirklichkeit des Gewissens und die jüdisch-christliche Gottesidee

Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Gewissens aus der Perspektive der theologischen Ethik unter Berücksichtigung anthropologischer, soziologischer und psychologischer Erklärungsmodelle. Das primäre Ziel ist es, den Status des Gewissens als Instrument eines verantwortungsvollen Handelns zu hinterfragen und eine theologische Deutung zu entwickeln, die dem Menschen als autonomes Wesen gerecht wird, ohne den Bezug zur Transzendenz zu verlieren.

  • Historische und linguistische Semantik des Gewissensbegriffs
  • Interdisziplinäre Analyse der Entstehung des Gewissens (Soziologie, Psychologie, Philosophie)
  • Spannungsfeld zwischen Determination durch Umwelteinflüsse und moralischer Autonomie
  • Theologische Interpretation des Gewissens als Ort der Gottesbegegnung

Auszug aus dem Buch

1. Phänomenologie und Funktionen des Gewissens

Das Gewissen ist eine von Grund auf vorhandene Anlage, ein Potential im Menschen, unbedingt das als gut Erkannte im Leben zu verwirklichen. Das reicht vom konkreten Handlungsanstoß bis zur Handlungsorientierung an allgemeinen Werten und Maximen.

In diesem konkreten Handlungsanstoß erfährt der Mensch sein Gewissen als eine lebendige Stimme, eine unmittelbare höchst persönliche Anrede, die er nicht als eine absolute Instanz wahrnimmt, sondern als ein persönliches Du, das ständig sein Selbst reflektiert. Die zeitliche Dimension verliert dabei ihre Bedeutung; das Gewissen kennt keine „[...] Paragraphen, die Verjährung garantieren [...]“.

Es erweist sich als unbestechlich, denn es ist der Wächter der personalen Integrität des Menschen. Es beurteilt mich nach meinem Verhalten, ja nach meinen Einstellungen, und dabei fällt es ein ganzheitliches Urteil, das mich als ganze Person trifft. Dieses Urteil kann mich richten und vernichten, es kann mir das Leben zur Hölle machen, und in letzter Konsequenz bis zur Selbstdestruktion führen. Vor diesem Hintergrund sprach auch Luther von den „terrores conscientiae“.

Das ist nur möglich, weil das Gewissen unbedingten Anspruch erhebt, und nur indem es diesen Absolutheitsanspruch vertritt, kann es auch glaubwürdig die personale Würde des Subjekts vertreten. Wenn ich nicht das Gute tue, also das, was ich als gut erkannt habe, dann handle ich gegen mich selbst, gegen mich als Person. Die Stimme des Gewissens erfährt der Mensch so als Stimme seines Selbst, deren Autorität er nicht zu hinterfragen wagt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik des Gewissens und Darlegung des methodischen Dreischritts der Untersuchung.

I. Historische und linguistische Annäherung an den Gewissensbegriff: Untersuchung der Wortgeschichte und des alltäglichen Sprachgebrauchs zur Semantik des Gewissens.

II. Gewissen als anthropologisches Grundphänomen: Darstellung verschiedener Erklärungsmodelle zur Entstehung des Gewissens und Analyse des Spannungsfeldes zwischen Autonomie und Fremdbestimmung.

III. Theologische Deutung des Gewissens: Versuch einer theologischen Einordnung des Gewissens als Ort des Zuspruchs und Anspruchs Gottes.

Schlusswort: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich des Gewissens als Reflex göttlicher Freiheit und Zugang zur Transzendenz.

Schlüsselwörter

Gewissen, theologische Ethik, Anthropologie, Autonomie, Gottesbegegnung, Sündenfall, moralische Entscheidungskompetenz, Schuld, Selbstreflexion, christliche Gottesidee, Freiheit, Verantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Phänomen des Gewissens und untersucht kritisch, wie sich dieses theologisch deuten lässt, ohne dabei die menschliche Eigenverantwortung oder wissenschaftliche Erkenntnisse über menschliche Determinanten auszublenden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die Wortgeschichte des Begriffs, die Vielfalt der Erklärungsmodelle (psychologisch, soziologisch, philosophisch), das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Determination sowie der christliche Gottesbezug.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, ob und inwieweit autonomes moralisches Handeln unter Berücksichtigung anthropologischer Rahmenbedingungen möglich ist und wie das Gewissen als Ort der Gottesbegegnung verstanden werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die sprach- und kulturhistorische Betrachtungen mit interdisziplinären Ansätzen aus der Philosophie, Soziologie und Psychologie verknüpft, um zu einer theologischen Synthese zu gelangen.

Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Semantik, eine umfassende Diskussion anthropologischer Erklärungsmodelle für das Gewissen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der theologischen Deutung des Gewissens als Anspruch und Zuspruch Gottes.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Text charakterisieren?

Die zentralen Schlagworte sind Gewissen, Autonomie, theologische Ethik, anthropologische Determinanten, Freiheit und Gottesbegegnung.

Wie bewertet die Arbeit die Gefahr einer „banalen Gewissensauffassung“?

Die Arbeit warnt davor, das Gewissen lediglich als passives Empfangsorgan für eine „Stimme Gottes“ zu missverstehen, da dies zu einer Instrumentalisierung durch religiöse Institutionen führen und die Eigenverantwortung des Menschen schwächen kann.

Inwiefern spielt der „Sündenfall“ eine Rolle für die Argumentation?

Die Geschichte vom Sündenfall dient als biblischer Rückgriff, um die menschliche Erkenntnisfähigkeit von Gut und Böse sowie die damit verbundene existenzielle Zerbrechlichkeit und notwendige Rückbindung an Gott zu illustrieren.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Ist Gewissen die Stimme Gottes in mir?
Universidad
University of Bamberg  (Fakultät Katholische Theologie - Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaften)
Curso
S: Grundlagen und Grundfragen der Theologischen Ethik
Calificación
sehr gut (1,0)
Autor
Patrick Müller (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
17
No. de catálogo
V8254
ISBN (Ebook)
9783638152730
ISBN (Libro)
9783656112488
Idioma
Alemán
Etiqueta
anthropologisches Grundphänomen Erklärungsmodelle zur Entstehung Sündenfall Kant Nietzsche Spencer Freud Autonomie vs. Determination Probleme einer banalen Gewissensauffassung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Patrick Müller (Autor), 2002, Ist Gewissen die Stimme Gottes in mir?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8254
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