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Zur Theorie und Praxis der Forderung nach einem Mindestlohn in Deutschland

Titel: Zur Theorie und Praxis der Forderung nach einem Mindestlohn in Deutschland

Diplomarbeit , 2006 , 93 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dipl. Sozialökonom , Dipl. Volkswirt Robert Krause (Autor:in)

VWL - Arbeitsmarktökonomik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit leitet umfassend die Forderung nach einem Mindestlohn in Deutschland her. Die Bewertung eines Mindestlohnes in Deutschland wird Abschließend an einem Vergleich der Arbeitsmarktmodelle der Neoklassik und des Keynesianismus vorgenommen.

Inhaltlich wird zuerst die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt hergeleitet und differenziert nach Geschlecht, Ausbildung, Herkunft und Sektor analysiert.
Die auf dem Arbeitsmarkt erzielten Lohnhöhen werden nach der Arbeitszeitdauer, Tarifbindung, Betriebsgröße, regionalen Differenzierung und ihrer Flexibilität untersucht.
Aus dem allgemeinen Arbeitsmarkt wird der Niedriglohnsektor abgegrenzt und der Begriff der Armutslöhne als relativer und absoluter Begriff definiert.
Es folgt eine Untersuchung der Legitimation des Niedriglohnsektors und der Aufstiegschancen aus diesem.
Dem Niedriglohnsektor werden die gesetzlichen Mindestlohnregelungen in England, Frankreich und Deutschland (Arbeitnehmerentsendegesetz) entgegengestellt. Aufbauend auf dem Arbeitnehmerentsendegesetz werden rechtliche Regelungen diskutiert, die in Deutschland einen Bezug zum Mindestlohn herstellen. Dabei wird u.a. auf den Artikel 9 Abs. 3 GG, die ILO Konvention Nr. 26, die Europäische Sozialcharta, und andere, zum Teil nicht ratifizierte Regelungen, zu Teil auf Länderebene angesiedelte Regelungen eingegangen.
Die Diskussion der rechtlichen Grundtatbestandteile eines Mindestlohnes schlägt sich in der Darstellung über welche Mechanismen und in welcher Höhe ein Mindestlohn festgelegt werden kann nieder.
Die Ökonomische Bewertung eines Mindestlohnes erfolgt anhand eines einfachen Neoklassischen Modells, eines 2-Sektoren Modells und in einer Keynesianischen Bewertung des Mindestlohnes.
Innerhalb der Keynesianischen Theorie wird eine vergleichende Berechnung des Arbeitsmarkteffektes vorgenommen. Ein möglicher Widerspruch bei der Berechnung wird in einem Exkurs zur Konsumfunktion erläutert.
Im Schlusswort wird zusammenfassend dargestellt, wozu ein Mindestlohn in der Lage und welche Bedeutung er in unserem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen System einnimmt.

Die neue Version ist um eine Einleitung des Bundestagsabgeordneten Werner Dreibus ergänzt. Hier wird auf die aktuelle Entwicklung der europäischen Mindestlöhne und auf die aktuelle Entwicklung beim Kampf um die Einführung eines Mindestlohnes in Deutschland Bezug genommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 DER ARBEITSMARKT

1.1 Entwicklung der Beschäftigung

1.1.1 Beschäftigung nach Personen, Volumen und Zeit

1.1.2 Beschäftigung nach Geschlecht, Ausbildung und Sektor

1.2 Entwicklung der Arbeitslosigkeit

2 LÖHNE UND GEHÄLTER

2.1 Tariflöhne und Ihre Bindung

2.2 Statistisch erfasste Löhne

2.3 Lohnflexibilität

3 DER NIEDRIGLOHNSEKTOR

3.1 Niedrig-, Prekär- und Armutslöhne

3.2 Aufstiegschancen aus dem Niedriglohnsektor

4 BESTEHENDE MINDESTLÖHNE

4.1 Frankreich

4.2 Großbritannien

4.3 Das Arbeitnehmerentsendegesetz

5 GRUNDLAGEN FÜR EINEN MINDESTLOHN

5.1 Festlegung der Form halber

5.2 Festlegung der Höhe halber

6 MINDESTLÖHNE IM SPIEGEL DER WIRTSCHAFTSTHEORIE

6.1 Der (Neo-) Klassische Arbeitsmarkt

6.2 Das 2-Sektoren Modell

6.3 Keynesianische Bewertung

6.3.1 Auswirkung des Mindestlohnes

6.3.1.1 Negative Sparquote

6.3.1.2 Restriktionen – Gegenläufige Tendenzen

6.3.1.2.1 Zinsen

6.3.1.2.2 Importe

6.3.1.2.3 Kapazitätsauslastung

6.3.2 Zwischenfazit

7 SCHLUSSWORT

8 ANHÄNGE

8.1 Verwendete Literatur

8.2 Tabellen

8.3 Exkurs autonomer Konsum

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Grundlagen sowie die ökonomischen Auswirkungen der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland. Dabei wird analysiert, ob ein Mindestlohn als Instrument zur Bekämpfung von Armut und zur Förderung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage dienen kann, unter Berücksichtigung von Erfahrungen aus anderen Ländern.

  • Analyse des Arbeitsmarktes, insbesondere der Entwicklung von Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Lohnstrukturen.
  • Untersuchung des Niedriglohnsektors und der damit verbundenen Aufstiegschancen.
  • Vergleichende Betrachtung bestehender Mindestlohnmodelle in anderen Ländern (Frankreich, Großbritannien).
  • Theoretische Fundierung des Mindestlohns aus neoklassischer und keynesianischer Perspektive.
  • Diskussion flankierender Maßnahmen wie steuerlicher Entlastungen oder Qualifizierungsmaßnahmen.

Auszug aus dem Buch

Die virulente Abwärtsspirale

Der individuelle Wunsch, eine Verbesserung der persönlichen Situation durch einen Nebenjob herbeizuführen, wird offensichtlich durch eine gesamtwirtschaftliche Reduzierung der Arbeitszeit und eine Erhöhung der Teilzeitarbeitsquote konterkariert. Durch die verkürzte Arbeitszeit ist mit Einkommenseinbußen zu rechnen, welche geeignet sind die Nachfrage nach Konsumgütern zu reduzieren um so wiederum die Produktion und die Nachfrage nach Arbeitskräften zu reduzieren. So ist eine, für die Gesamtheit der Beschäftigten, virulente Abwärtsspirale in Gang gesetzt.

Eine schlechte wirtschaftliche Situation bei gleichzeitig disponibler Zeit, führt zur Suche weiterer Nebenjobs.

Die virulente Abwärtsspirale wird nicht nur dadurch befeuert, dass Menschen mit einer Teilzeitbeschäftigung weniger verdienen, weil Sie weniger Stunden arbeiten, sie bekommen auch weniger pro Stunde bezahlt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 DER ARBEITSMARKT: Dieses Kapitel analysiert die negative Entwicklung der Beschäftigung, den Anstieg der Teilzeitquote und die Zunahme von Nebenjobs sowie die daraus resultierende Arbeitsmarktmisere.

2 LÖHNE UND GEHÄLTER: Hier werden die Kategorisierung von Löhnen und Gehältern, die Erosion der Tarifbindung sowie die statistische Lohnentwicklung und deren Flexibilität untersucht.

3 DER NIEDRIGLOHNSEKTOR: Das Kapitel befasst sich mit der Definition von Niedrig-, Prekär- und Armutslöhnen sowie der geringen Mobilität von Beschäftigten aus diesem Sektor.

4 BESTEHENDE MINDESTLÖHNE: Hier werden beispielhaft die Mindestlohnmodelle in Frankreich und Großbritannien sowie das deutsche Arbeitnehmerentsendegesetz dargestellt.

5 GRUNDLAGEN FÜR EINEN MINDESTLOHN: Dieses Kapitel erörtert die normativen Grundlagen und mögliche Prozeduren für die Festlegung und Anpassung eines Mindestlohns sowie Kriterien für dessen Höhe.

6 MINDESTLÖHNE IM SPIEGEL DER WIRTSCHAFTSTHEORIE: Es erfolgt eine theoretische Analyse durch den neoklassischen und keynesianischen Ansatz, wobei insbesondere die Auswirkungen auf Konsumnachfrage und gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht beleuchtet werden.

7 SCHLUSSWORT: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Notwendigkeit flankierender Maßnahmen für einen ökonomisch und sozial positiven Effekt eines Mindestlohns unterstrichen.

8 ANHÄNGE: Dieses Kapitel enthält das Literaturverzeichnis, diverse Tabellen zu Lohn- und Beschäftigungsdaten sowie einen Exkurs zum autonomen Konsum.

Schlüsselwörter

Mindestlohn, Arbeitsmarkt, Niedriglohnsektor, Tarifautonomie, Lohnflexibilität, Beschäftigung, Teilzeit, Keynesianismus, Kaufkraft, Umverteilung, Existenzminimum, Arbeitnehmerentsendegesetz, Armut, Soziale Gerechtigkeit, Wirtschaftsaufschwung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit und die ökonomischen Auswirkungen der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland vor dem Hintergrund des wachsenden Niedriglohnsektors.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Arbeitsmarktes, die Lohnspreizung, der Niedriglohnsektor, internationale Mindestlohnbeispiele sowie wirtschaftstheoretische Betrachtungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob ein gesetzlicher Mindestlohn die ökonomische Lage verbessern kann und welche strukturellen Voraussetzungen sowie flankierenden Maßnahmen dafür notwendig sind.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus statistischer Datenanalyse, empirischen Befunden aus der Fachliteratur sowie wirtschaftstheoretischen Modellen (insbesondere neoklassische und keynesianische Ansätze).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des deutschen Arbeitsmarktes, eine Analyse von Mindestlohnmodellen im Ausland, die Erörterung theoretischer Grundlagen für einen Mindestlohn und eine keynesianische Bewertung seiner Auswirkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mindestlohn, Niedriglohnsektor, Beschäftigungspolitik, Tarifautonomie und ökonomische Umverteilung charakterisieren.

Welche Rolle spielt die Tarifautonomie bei der Debatte um den Mindestlohn?

Die Tarifautonomie wird oft als Argument gegen einen gesetzlichen Mindestlohn angeführt. Der Autor argumentiert jedoch, dass diese in ihrer jetzigen Form erodiere und ein Mindestlohn ihr sogar wieder zu mehr Schlagkraft verhelfen könnte.

Warum schneiden Kinder aus Arbeiterfamilien laut der Arbeit schlechter ab?

Der Autor zeigt auf, dass soziale Herkunft und Bildungschancen in Deutschland stark korrelieren, was die Flucht aus dem Niedriglohnsektor für Kinder aus Arbeiterfamilien im Vergleich zu privilegierten Haushalten massiv erschwert.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Wirkung von Mindestlöhnen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein Mindestlohn ein wichtiges Signal für soziale Gerechtigkeit ist, aber nur in Verbindung mit flankierenden Maßnahmen (z. B. steuerliche Entlastungen, Nachqualifizierung) sein volles ökonomisches Potenzial entfalten kann.

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Details

Titel
Zur Theorie und Praxis der Forderung nach einem Mindestlohn in Deutschland
Hochschule
Universität Hamburg  (Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Department Wirtschaft und Politik )
Note
1,0
Autor
Dipl. Sozialökonom , Dipl. Volkswirt Robert Krause (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
93
Katalognummer
V82570
ISBN (eBook)
9783638859257
ISBN (Buch)
9783638911924
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theorie Praxis Forderung Mindestlohn Deutschland Thema Mindestlohn
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Sozialökonom , Dipl. Volkswirt Robert Krause (Autor:in), 2006, Zur Theorie und Praxis der Forderung nach einem Mindestlohn in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82570
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Leseprobe aus  93  Seiten
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