Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - General

Durch 100 Fragen zum besseren Deutschen? Eine Analyse des Einbürgerungstests im Bundesland Hessen

Title: Durch 100 Fragen zum besseren Deutschen? Eine Analyse des Einbürgerungstests im  Bundesland Hessen

Term Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Norman Hanisch (Author)

Pedagogy - General
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, den hessischen Einbürgerungstest, der als erstes Modell für eine möglichen gesamtdeutschen Entwurf angesehen werden kann, daraufhin zu prüfen, ob er auch eine sinnvolle und durchdachte Ergänzung zum bisherigen Einbürgerungsverfahren darstellt. Dazu werden zuerst die bisherigen Bedingungen kurz dargelegt. Anschließend soll der Test daraufhin analysiert werden, inwiefern er eine nützliche Erweiterung ist, man also zusätzliche Anhaltspunkte gewinnen kann, die eine Einbürgerung befürworten, bzw. er dem Ausländer eine bessere Integration in Deutschland ermöglicht. Dazu werden seine einzelnen Teile durchleuchtet, eine Gesamteffizienz erörtert und ein Vergleich mit dem Vorbildtest der USA unternommen. Endzweck soll letztlich ein Fazit über die Aussagekraft eines solchen Testes und darüber sein, wie er die an ihn zu stellenden Ansprüche erfüllt.

„Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr!
Nachdem Sie seit mehreren Jahren in der Bundesrepublik Deutschland leben, haben Sie sich entschlossen, die deutsche Staatsbürgerschaft anzustreben. Sie haben diesen Entschluss nach reiflicher Überlegung getroffen, Vor- und Nachteile abgewogen und sind letztlich zu der Entscheidung gelangt: Ich möchte deutscher Staatsbürger werden.“
So begrüßt der hessische Minister des Inneren und für Sport, Volker Bouffier, die Interessenten für die deutsche Staatsbürgerschaft im Leitfaden Wissen und Werte in Deutschland und Europa, der in den Medien auch gern als „Hessentest“ bezeichnet wird. Anschließend erfolgt eine Einführung in Rechte und Pflichten des deutschen Staatsbürgers, die Darstellung: wie werde ich Deutscher sowie ein anschließender Katalog von 100 Fragen, die eine Art von Grundwissen des normalen Staatsbürgers darstellen sollen und in dieser Form auch im Laufe des späteren Einbürgerungsverfahrens abgefragt werden.
Mit diesem Einbürgerungstest startete Hessen Anfang 2006 als erstes deutsches Bundesland einen umfassenderen Versuch zur zeitgemäßeren Integration von Zuwanderern; das bisherige Einbürgerungsverfahren soll dadurch sinnvoll erweitert werden. Auch andere Bundesländer wie Baden Württemberg unternahmen zur selben Zeit ähnliche Anstrengungen. Ein Trend, der nicht nur in Deutschland das Bemühen um sinnvolle Integration zeigt, sondern so u.a. auch in den Niederlanden zu beobachten ist und bei dem man sich am amerikanischen Vorbild des schon lange bestehenden „Naturalization Exam“ orientiert.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die bisherigen Einbürgerungsbedingungen

3. Der hessische Einbürgerungstest

3.1. Deutschland und die Deutschen (8 Fragen)

3.2. Grundlinien deutscher Geschichte (22 Fragen)

3.3. Verfassung und Grundrechte (17 Fragen)

3.4. Wahlen, Parteien und Interessenverbände (7 Fragen)

3.5. Parlament, Regierung und Streitkräfte (11 Fragen)

3.6. Bundesstaat, Rechtsstaat, Sozialstaat (9 Fragen)

3.7. Die Bundesrepublik Deutschland in Europa (5 Fragen)

3.8. Kultur und Wissenschaft (18 Fragen)

3.9. Deutsche Nationalsymbole (3 Fragen)

4. Versuch einer Gesamteffizienzermittlung des Hessentestes

5. Analogien

6. Fazit

7. Anmerkung zur Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert den hessischen Einbürgerungstest als Pionierprojekt für ein mögliches gesamtdeutsches Einbürgerungsmodell. Dabei wird kritisch untersucht, ob der Fragenkatalog eine sinnvolle und durchdachte Ergänzung zu den bestehenden Integrationsbemühungen darstellt oder ob er in seiner faktengesteuerten und teilweise diskriminierenden Ausgestaltung den Anforderungen an eine moderne Integrationspolitik nicht gerecht wird.

  • Analyse der Struktur und Effizienz des hessischen Einbürgerungstests
  • Kritische Reflexion der faktengesteuerten Fragestellungen
  • Diskussion über die Integration von Zuwanderern und deren Identifikation mit Deutschland
  • Vergleich mit internationalen Modellen (z.B. USA)
  • Untersuchung von Vorurteilen und religiösen Diskriminierungspotenzialen im Test

Auszug aus dem Buch

3.3. Verfassung und Grundrechte (17 Fragen)

Aufbauend auf diesen ersten beiden, eher faktisch orientierten Teilen kommt nun ein Abschnitt, der mit der unmittelbaren Lebenssituation der Deutschen zu tun hat.

Es muss Grundwissen vorhanden sein über wesentliche Inhalte der Grundrechte. Die Bürgerinnen und Bürger sollen diese Verfassung, die sie tragenden Grundsätze und damit auch diesen Staat innerlich bejahen und sich ihnen verpflichtet fühlen.

Erneut problematisch, weil erneut faktenorientiert, dabei die Art der Fragen 32/33: „Wie heißt die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und wann ist sie in Kraft getreten“. Reines Abfragen von Daten soll überprüfen, wie jemand unser Grundgesetz beurteilt. Wäre es nicht sinnvoller zu fragen, was es beinhaltet, oder problematische Aspekte anzusprechen, bzw. den Aspiranten eine alltägliche Situation schildern zu lassen, in der interkulturelle Reibungspunkte entstehen können. Bisweilen ist dies sehr wohl der Fall, etwa bei (Frage 39) „Einer Frau soll es nicht erlaubt sein, sich ohne Begleitung eines nahen männlichen Verwandten allein in der Öffentlichkeit aufzuhalten oder auf Reisen gehen zu dürfen: Wie ist Ihre Meinung dazu?“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Vorstellung des Themas und Hinführung zum hessischen Einbürgerungstest als mögliches Modell für Deutschland.

2. Die bisherigen Einbürgerungsbedingungen: Überblick über die bestehenden formalen Voraussetzungen für eine Einbürgerung vor Einführung des Tests.

3. Der hessische Einbürgerungstest: Detaillierte Analyse der neun inhaltlichen Teilbereiche des Testkatalogs hinsichtlich ihrer Relevanz und Fragestellung.

4. Versuch einer Gesamteffizienzermittlung des Hessentestes: Subjektive mathematische Auswertung, die die Wirksamkeit des Tests in Bezug auf Identifikation und Integration bewertet.

5. Analogien: Vergleichende Betrachtung ähnlicher Tests in anderen Bundesländern, den Niederlanden und den USA.

6. Fazit: Kritische Zusammenfassung, die dem Test ein Versagen in Struktur und Konzeption bescheinigt und eine menschenfreundlichere Ausgestaltung fordert.

7. Anmerkung zur Literatur: Erläuterung der verwendeten Quellenlage aufgrund mangelnder empirischer Studien.

Schlüsselwörter

Einbürgerungstest, Hessen, Integration, Staatsbürgerschaft, Grundrechte, Wissenskanon, politische Partizipation, Identifikation, Migration, Diskriminierung, Verfassung, USA, Werte, Einwanderer, Bürokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem 2006 eingeführten hessischen Einbürgerungstest und untersucht, ob dieser als sinnvolles Instrument zur Integration von Zuwanderern dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Struktur des Testkatalogs, die Auswahl der Fragen sowie die Frage, ob der Test tatsächlich eine tiefere Identifikation mit Deutschland und seinen Werten fördern kann.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Prüfung, ob der hessische Test eine durchdachte Ergänzung zu den bisherigen Einbürgerungsverfahren darstellt oder ob er in seiner faktengesteuerten Form Defizite aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine qualitative Analyse der verschiedenen Themenbereiche des Tests durch und ergänzt diese durch eine subjektive mathematische Gesamteffizienzermittlung sowie einen Vergleich mit internationalen Modellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der einzelnen Testkategorien (wie Geschichte, Verfassung, Kultur), eine Effizienzprüfung sowie den Vergleich mit dem US-amerikanischen Einbürgerungssystem.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Einbürgerungspolitik, Integrationsbemühungen, Wissens- und Wertekanon, interkulturelle Kompetenz und staatliches Selbstverständnis.

Warum übt der Autor Kritik an der Fragestellung zur Rolle der Frau?

Der Autor kritisiert, dass der Test durch die Art der Fragestellung einseitige Vorurteile gegenüber Zuwanderern aus islamisch geprägten Kulturen schürt und dabei eine gesellschaftliche "Erziehungsdiktatur" statt einer demokratischen Diskussionskultur widerspiegelt.

Wie schneidet der hessische Test im Vergleich zum US-Modell ab?

Im Gegensatz zum amerikanischen Modell, das verstärkt auf Verständnis und landesprägende Komplexe setzt, kritisiert der Autor den hessischen Test für seinen zusammenhangslosen Fokus auf rein abfragbare Fakten und Daten.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit?

Das Fazit lautet, dass der hessische Einbürgerungstest als Instrument zur Integrationsförderung an seinen entscheidenden Punkten versagt, da er bürokratisch, formal und teilweise diskriminierend wirkt.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Durch 100 Fragen zum besseren Deutschen? Eine Analyse des Einbürgerungstests im Bundesland Hessen
College
University of Mannheim
Grade
1,0
Author
Norman Hanisch (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V82596
ISBN (eBook)
9783656953616
Language
German
Tags
Einbürgerungstest Bundeslandes Hessen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Norman Hanisch (Author), 2007, Durch 100 Fragen zum besseren Deutschen? Eine Analyse des Einbürgerungstests im Bundesland Hessen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82596
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint