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Kritik und Ideal in Thomas Morus’ „Utopia“

Title: Kritik und Ideal in Thomas Morus’ „Utopia“

Seminar Paper , 2005 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Johannes Linsenmeier (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Thomas Morus spielte mit seiner Schrift „Utopia“ ein große Rolle unter den Utopisten der frühen Neuzeit. Sein Werk stand am Anfang eines neuzeitlichen Bewusstseins. Durch seine Schrift prägte er auch den Begriff der Utopie, “ein konstruierter Idealzustand irdischer Verhältnisse und menschlicher Beziehungen.” [Schweikle, Günther und Irmgard (Hrsg.): Metzler-Literatur-Lexikon: Begriffe und Definitionen, Stuttgart ²1990, S. 482.] Als Vorbild diente ihm dafür Platons „Politeia“, das erste utopische Werk der Geschichte, genauso wie die Aufzeichnungen des Florentiner Seefahrers Amerigo Vespucci über seine Brasilienreise. Beide Einflüsse lassen sich in der „Utopia“ erkennen. [Vgl. Süssmuth, Hans: Studien zur Utopia des Thomas Morus. Ein Beitrag zur Geistesgeschichte des 16. Jahrhunderts, Münster 1967, S. 36-52.] Sie besteht aus zwei Büchern, in welchen sich Kritik am status quo des 16. Jahrhunderts und Ideal in Utopia gegenüberstehen. Auf diese Gegenüberstellung und das Verhältnis zur Realität der Verbesserungsvorschläge soll in dieser Arbeit anhand des Strafrechts, der Agrarpolitik, der Außenpolitik, der Finanz- und Rechtspolitik und des Privateigentums genauer eingegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Der Aufbau des ersten Buches der „Utopia“

3.) Das zweite Buch der „Utopia“ - optimus status rei publicae

4.) Gegenüberstellung von Kritik und Ideal

4.1 Strafrecht

4.2 Agrarpolitik

4.3 Außenpolitik

4.4 Finanzpolitik

4.5 Privateigentum

5.) Die Auffassung des Morus

6.) Schluss

Zielsetzung und zentrale Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von gesellschaftlicher Kritik am status quo des 16. Jahrhunderts und dem Idealentwurf in Thomas Morus’ „Utopia“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Morus durch die Gegenüberstellung von realen Missständen und utopischen Lösungsansätzen eine Reformdiskussion anstößt und welche Rolle die Vernunft sowie institutionelle Ordnungen dabei spielen.

  • Analyse der strukturellen und inhaltlichen Differenzen zwischen dem ersten und zweiten Buch.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem englischen Strafrecht und der Agrarpolitik der damaligen Zeit.
  • Untersuchung der Rolle von Außenpolitik, Finanzwesen und der Bedeutung des Gemeineigentums.
  • Evaluation der Absichten des Autors hinsichtlich der Umsetzbarkeit utopischer Ideale.

Auszug aus dem Buch

4.1 Strafrecht

Der erste Kritikpunkt, den Raphael anbringt, ist das englische Strafrecht. Er berichtet von einem Jurist am Hof des Kardinals John Morton, der sich fragt, warum immer noch soviel Räuber ihr Unwesen trieben, obwohl fast jeder erwischt und, auch wenn er nur ein Dieb sei, gehenkt werde. Raphael erwidert seine Meinung zur Todesstrafe:

Um einen Diebstahl zu ahnden, ist sie nämlich zu scharf, und um diesem Treiben Einhalt zu tun, reicht sie nicht aus; denn weder ist das einfache Stehlen ein so ungeheuerliches Verbrechen, daß es den Kopf kosten muß, noch gibt es irgendeine Strafe, die schwer genug wäre, um einen Menschen vom Rauben abzuschrecken, wenn er kein anderes Gewerbe hat mit dem er sein Leben fristen kann.

Für Raphael ist das englische Rechtssystem zu grausam und unwirksam. Er prangert das Verhalten der Engländer an, lieber immer härtere Strafen zu verhängen, als das Übel an der Wurzel zu bekämpfen, nämlich für das Auskommen der Menschen zu sorgen, dass sie nicht in die Situation geraten, stehlen zu müssen. Als Ursache führt er invalide Kriegsheimkehrer, Änderungen in der Landwirtschaft und die Landsknechtsplage an. Landknechte, deren Herr gestorben sei und vom Erben nicht übernommen werden, hätten keinen Beruf erlernt und müssten daher auf illegale Weise für ihr täglich Brot sorgen, bis sie im Krieg gebraucht würden.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Einführung in das Werk „Utopia“ und die Forschungsfrage, wie Kritik und Ideal in Morus' Schrift anhand spezifischer Politikbereiche gegenübergestellt werden.

2.) Der Aufbau des ersten Buches der „Utopia“: Analyse der narrativen Struktur, in der die Figur Raphael Hythlodaeus als Kritiker der englischen Verhältnisse eingeführt wird.

3.) Das zweite Buch der „Utopia“ - optimus status rei publicae: Betrachtung des Hauptteils, der den utopischen Idealstaat und seine sechs Hauptbereiche beschreibt.

4.) Gegenüberstellung von Kritik und Ideal: Systematische Untersuchung von Strafrecht, Agrarpolitik, Außenpolitik, Finanzpolitik und Privateigentum im Vergleich zwischen England und Utopia.

5.) Die Auffassung des Morus: Diskussion der Autorensicht und der Frage, ob Morus ein naiver Utopist war oder die Schwierigkeiten menschlicher Unzulänglichkeit erkannte.

6.) Schluss: Fazit, dass „Utopia“ als ernstzunehmendes Werk zur Zeitkritik fungiert, das innerhalb des historischen Möglichkeitshorizonts verbleibt.

Schlüsselwörter

Thomas Morus, Utopia, Idealstaat, Gesellschaftskritik, Strafrecht, Agrarpolitik, Außenpolitik, Finanzpolitik, Gemeineigentum, Humanismus, Raphael Hythlodaeus, 16. Jahrhundert, Institutionen, Vernunft, Sozialprobleme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Thomas Morus’ Werk „Utopia“ hinsichtlich der dialektischen Beziehung zwischen der Kritik an realen sozialen Missständen seiner Zeit und dem Entwurf eines idealen Staatszustandes.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Strafrecht, der Agrarpolitik, der Außenpolitik, der Finanzpolitik und der Frage des Privateigentums.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll verdeutlicht werden, wie Morus durch die Kontrastierung von England und dem utopischen Staat Verbesserungsvorschläge für das 16. Jahrhundert formuliert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine strukturelle Textanalyse und vergleicht das erste und zweite Buch der „Utopia“ sowie die Einflüsse von Zeitgenossen und historischen Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung von Kritikpunkten (wie der harten Todesstrafe in England) und den utopischen Gegenmodellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Utopie, Gemeineigentum, Gesellschaftskritik, Institutionen und die Rolle der Vernunft bei Morus.

Warum spielt das erste Buch eine so wichtige Rolle für das Verständnis?

Das erste Buch dient als notwendiger Rahmen, um die Kritik an den sozialen und politischen Verhältnissen Englands zu etablieren, bevor der Idealstaat geschildert wird.

Wie bewertet der Autor die Frage nach dem Privateigentum?

Der Autor arbeitet heraus, dass die Abschaffung des Privateigentums laut Morus/Hythlodaeus zentral für den Erfolg des utopischen Modells ist, stellt aber auch die kritische Gegenposition der „Faulheit bei Versorgtheit“ dar.

Was bedeutet der Name „Hythlodaeus“ im Kontext der utopischen Ironie?

Der Name bedeutet „Leeres-Redender“, was als Ironie von Morus gedeutet wird, um Distanz zu seiner eigenen Staatstheorie zu wahren.

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Details

Title
Kritik und Ideal in Thomas Morus’ „Utopia“
College
University of Freiburg
Grade
2,0
Author
Johannes Linsenmeier (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V82702
ISBN (eBook)
9783638018647
ISBN (Book)
9783638919944
Language
German
Tags
Kritik Ideal Thomas Morus’
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Linsenmeier (Author), 2005, Kritik und Ideal in Thomas Morus’ „Utopia“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82702
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