In der folgenden Abhandlung soll untersucht werden, für welche Form der Staatsorgani-sation HAMILTON, JAY und MADISON plädierten und warum diese deren Vorstel-lung von „good government“ am besten erfüllt. Da hier offensichtlich ein Entschei-dungsvorgang vorgelegen hat, soll die damalige Situation entscheidungstheoretisch ana-lysiert werden.
Für dieses Unterfangen wurde ein entscheidungstheoretisches Modell ausgewählt und an die Fragestellung angepasst (Ziffer 2).
Sodann werden die Möglichkeiten, die Idee des „good government“ umzusetzen disku-tiert (Ziffer 3) und bewertet (Ziffer 4).
Dabei zeigt sich, dass die Autoren des Federalist für eine „Union“ plädieren.
Gliederung des Textes
1 Einleitung
2 Die Betrachtung der Suche nach einer Organisationsform des „good government“ als Entscheidungsvorgang
2.1 Die Wahl eines Modells zur Betrachtung der Entscheidung
2.2 Die Anpassung des gewählten Modells an die Fragestellung
3 Die Möglichkeiten der Umsetzung der Idee des „good government“
3.1 Zweck- und Zielsetzungsphase
3.2 Phase der Festlegung von Prioritäten
3.3 Definition der Situation
3.4 Die Suche nach alternativen Maßnahmen
3.5 Die Bewertung der alternativen Maßnahmen
4 Die „Union“ als Umsetzung der Idee des „good government“
4.1 Die Vorteilhaftigkeit der „Union“ in Bezug auf das Zusammengehörigkeitsgefühl der Amerikaner
4.2 Die Vorteilhaftigkeit der „Union“ in Bezug auf Politik und Verwaltung
4.3 Die ökonomische Vorteilhaftigkeit der „Union“
4.4 Die Vorteilhaftigkeit der „Union“ in Bezug auf die Sicherheit der Bürger
4.4.1 Die Vorteilhaftigkeit der „Union“ in Bezug auf äußere Sicherheit
4.4.2 Die Vorteilhaftigkeit der „Union“ in Bezug auf innere Sicherheit
5 Resumee: Der Federalist - ein Plädoyer für die „Union“
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die entscheidungstheoretische Analyse der Federalist Papers, um zu untersuchen, für welche Form der Staatsorganisation die Autoren HAMILTON, JAY und MADISON plädierten und weshalb diese ihrer Vorstellung von „good government“ am ehesten entspricht.
- Entscheidungstheoretische Analyse der Staatsorganisation
- Die Idee des „good government“ bei den Autoren der Federalist Papers
- Vorteilhaftigkeit der „Union“ gegenüber alternativen Modellen
- Aspekte von Zusammengehörigkeitsgefühl, Politik, Wirtschaft und Sicherheit
- Rationale Begründung der „Union“ als bestmögliche Regierungsform
Auszug aus dem Buch
4.4.1 Die Vorteilhaftigkeit der „Union“ in Bezug auf äußere Sicherheit
Aussagen über die Vorteilhaftigkeit der „Union“ in Bezug auf äußere Gefahren finden sich vor allem in den von John JAY geschriebenen „Federalist Papers“ mit der Nummerierung II bis V (No. II ist mit „CONCERNING DANGERS FROM FOREIGN FORCE AND INFLUENCE“ tituliert, die anderen mit „THE SAME SUBJECT CONTINUED“). JAY beginnt mit einer Unterscheidung der Ursachen von möglichen Kriegen, die von außerhalb gegen Amerika herangetragen werden. Er unterscheidet dabei wahre und vorgetäuschte Kriegsgründe. In „Federalist Paper“ No. III werden von JAY die wahren, in Federalist Papers No. IV die vorgetäuschten Kriegsgründe behandelt. Nach seiner Ansicht ist es nützlich
“to inquire whether so many just causes are likely to be given by United America as by disunited America; for if it should turn out that United America will probably give the fewest, then it will follow that in this respect the Union tends most to preserve the people in a state of peace with other nations.”
Die wahren Kriegsgründe unterscheidet JAY wiederum in solche, die aus dem Bruch von Verträgen resultieren und solche, die aufgrund von direkter Gewaltanwendung entstehen.
Er führt dazu weiter aus, dass Amerika zu seiner Zeit mit sechs ausländischen Mächten Verträge geschlossen habe und fünf von ihnen Seemächte seien, die Amerika angreifen könnten und deshalb eine potentielle Bedrohung darstellten. Deshalb sei es von besonderer Wichtigkeit, die genannten Verträge einzuhalten. Da eine Regierung, die mit den besten Repräsentanten aller Landesteile besetzt ist, höher qualifiziert ist und Verträge genauer einhalten kann, als dreizehn Regierungen der „States“ und deshalb ein Krieg aufgrund von Vertragsbruch der amerikanischen Seite unwahrscheinlicher ist, ist die „Union“ die Regierungsform, die den Bürgern in diesem Punkt die höchste Sicherheit bieten kann. Diese Behauptung wird von JAY noch durch den Hinweis darauf gestützt, dass eine nationale Regierung sich weniger leicht einzelnen Interessengruppen beugt oder Verträge wegen der Aussicht auf einen kurzfristigen Vorteil bricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung, die Staatsorganisation im Kontext von „good government“ entscheidungstheoretisch zu analysieren.
2 Die Betrachtung der Suche nach einer Organisationsform des „good government“ als Entscheidungsvorgang: Dieses Kapitel etabliert ein entscheidungstheoretisches Modell, um den Prozess der Staatsfindung der Autoren zu gliedern.
3 Die Möglichkeiten der Umsetzung der Idee des „good government“: Hier werden die methodischen Schritte von der Zielsetzung über die Definition der Situation bis hin zur Bewertung von Alternativen diskutiert.
4 Die „Union“ als Umsetzung der Idee des „good government“: In diesem Hauptteil werden die Vorteile der Union bezüglich Zusammengehörigkeitsgefühl, Politik, Wirtschaft und Sicherheit detailliert dargelegt.
5 Resumee: Der Federalist - ein Plädoyer für die „Union“: Das Resümee schlussfolgert, dass die Union für die Autoren die einzig rationale und beste Wahl zur Erfüllung ihrer Regierungsziele darstellt.
Schlüsselwörter
Good Government, Federalist Papers, Union, Entscheidungstheorie, Staatsorganisation, Hamilton, Jay, Madison, Zusammengehörigkeitsgefühl, Außenpolitik, Sicherheit, Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Rationalität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die staatsrechtlichen Argumente der Federalist Papers unter Anwendung eines entscheidungstheoretischen Modells.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Suche nach einer optimalen Regierungsform für Amerika, unterteilt in die Aspekte Zusammenhalt, Politik, Wirtschaft und Sicherheit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu belegen, warum die Autoren der Federalist Papers die „Union“ als diejenige Form ansahen, die ihre Vorstellung von „good government“ am besten erfüllt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen entscheidungstheoretischen Ansatz, um den historischen Findungsprozess des amerikanischen Staatsmodells in verschiedene logische Phasen zu gliedern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil evaluiert die Vorteile der Union gegenüber dem Zerfall in Einzelstaaten, insbesondere unter den Gesichtspunkten von Außen- und Innensicherheit sowie ökonomischer Stabilität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Good Government, Union, Federalist Papers, Entscheidungstheorie und Staatsorganisation.
Warum betrachten die Autoren die „Union“ als „gottgegeben“?
Die Autoren nutzen religiöse und emotionale Metaphern wie „Providence“ oder „kindred blood“, um die Union nicht nur als politisches Projekt, sondern als natürliche und notwendige Einheit darzustellen.
Wie bewerten die Autoren die Gefahr von „factions“?
Madison sieht in „factions“ eine Bedrohung für das Gemeinwohl; die Union wird als Mittel betrachtet, deren Einfluss durch die Größe des Territoriums zu begrenzen.
- Arbeit zitieren
- Markus Andreas Mayer (Autor:in), 2007, Was bedeutet „good government“ bei den Autoren der Federalist Papers?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82729