EINSTIEG
Arabisch ist für den deutschsprachigen Lerner eine Sprache mit fremden Schriftzeichen, Lauten und Wortstrukturen, die zunächst fremd und unzugänglich wirkt.
Doch bereits nach den ersten Schritten wird deutlich, dass Arabisch genau wie jede andere Fremdsprache erlernbar ist. Dennoch erschwert die völlig von bekannten und vertrauten Sprachstrukturen der Lerner abweichende Struktur des Arabischen den Lernprozess, wes-halb das Erlernen der arabischen Sprache eine hohe Lernbereitschaft, Fleiß und vor allem Durchhaltevermögen fordert.
Die Möglichkeiten Arabisch zu lernen sind vielfältig. Meist geschieht dies durch die Teilnahme an einem Kurs an der Volkshochschule oder einer privaten Institution, an der Universität oder im Zielsprachenland selbst. Dabei gibt es verschiedene Angebote, von Abendkursen über Intensivkurse bis hin zu speziellen Firmenkursen.
Für Lerner, die keine Möglichkeit sehen, an einem regulären Kurs teilzunehmen, weil in ihrer Umgebung kein Arabischkurs angeboten wird oder sie zu anderen Zeiten und in einem anderen Lerntempo lernen wollen bzw. andere Lernziele, als die im institutionellen Kurs angestrebten verfolgen, bietet sich das Selbststudium als eine Alternative an.
Eigens dafür aufbereitete Materialien können dieses Selbststudium erleichtern. Da Lerner völlig auf sich gestellt mit dem Material umgehen und ohne die Hilfe und Erklärungen eines Lehrers auskommen müssen, sind an Selbstlernkurse konkrete Forderungen zu stellen. Sie müssen zum einen alle Bereiche der Sprache umfassen und verständlich aufbereitet vermitteln und zum anderen die Rolle des Lehrers übernehmen, d.h. lenken, steuern, kontrollieren, Hilfestellung geben, ermutigen usw.
Inwieweit diese Forderungen in Selbstlernkursen für Arabisch als Fremdsprache umgesetzt werden, soll in dieser Arbeit festgestellt werden. Ausgehend von theoretischen Vorüberlegungen werden Analysekriterien entwickelt, nach denen Selbstlernkurse für Arabisch als Fremdsprache im Anschluss beschrieben und bewertet werden. Zu allererst ist es jedoch notwendig, sich näher mit dem Begriff Selbstlernen zu beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
EINSTIEG
THEORETISCHER TEIL
1.1. Selbstlernen
1.1.1. Selbst gesteuertes Lernen, Autonomes Lernen und Selbstlernen
1.1.2. Selbstlernmaterialien und Selbstlernkurse
1.2. Lehrwerkanalyse
1.2.1. Methode
1.3. Analysebereiche
1.3.1. Zielgruppen und Lernziele
1.3.2. Vermittlungsmethoden
1.3.3. Medienkonzeption
1.3.4. Visuelle Gestaltung
1.3.5. Anleitung und Steuerung
1.3.6. Schrift
1.3.7. Aussprache
1.3.8. Grammatik
1.3.9. Wortschatz
1.3.10. Authentizität
1.3.11. Landeskunde
1.3.12. Übungen
1.3.13. Feedback und Selbstkontrolle
1.3.14. Lernstrategien
1.4. Leitfragen der Analyse
PRAKTISCHER TEIL
2.1. Auswahl der Kurse
2.1.1. Praktischer Sprachlehrgang Arabisch
2.1.2. Arabisch ohne Mühe
2.1.3. Arabisch Grundkurs
2.1.4. Einstieg Arabisch
2.1.5. Arabisch 20
2.2. Zusammenfassung
2.2.1. Bewertung der Kurse
FAZIT
LITERATURANGABEN
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie Selbstlernkurse für Arabisch als Fremdsprache gestaltet sind und inwieweit sie den Anforderungen an ein eigenständiges Lernen ohne Lehrkraft gerecht werden. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Analyse der didaktischen Struktur, der Vermittlung von Sprachfertigkeiten sowie der Berücksichtigung spezifischer Lernschwierigkeiten des Arabischen.
- Grundlagen des Selbstlernens und der Lehrwerkanalyse
- Kriterien für die Beurteilung von Arabisch-Selbstlernmaterialien
- Empirische Untersuchung ausgewählter Sprachkurse
- Vergleichende Bewertung von Aufbau, Methodik und Medieneinsatz
- Ableitung von Gestaltungsempfehlungen für zukünftige Lernmaterialien
Auszug aus dem Buch
1.3.6. Schrift
Die arabische Schrift ist das erste Hindernis, das einem Lerner des Arabischen als Fremdsprache begegnet. Erwachsene Lerner fühlen sich meist befremdet, da sie sich völlig neue graphomotorische Fertigkeiten aneignen müssen, wobei die Schriftzeichen kaum Assoziationen zu bisher Bekanntem zulassen.
Die Linksläufigkeit der Schrift bildet dabei ein Problem, auf das sich der Lerner erst einstellen muss. Da die Buchstaben zum Teil nach beiden Seiten, zum Teil nur von rechts miteinander verbunden werden, weisen sie bis zu vier verschiedene Formen auf, je nachdem, an welcher Position des Wortes sie stehen. Zur Unterscheidung werden ein bis drei diakritische Punkte über oder unter den Buchstaben gesetzt.
Eine weitere Hürde besteht darin, dass die arabische Schrift nicht alle Phoneme wiedergibt, sondern nur Konsonanten und lange Vokale darstellt. Kurze Vokalphoneme können zwar durch Hilfszeichen gekennzeichnet werden, in der Regel werden sie jedoch unterdrückt. Durch dieses Nichterscheinen der Vokalzeichen entsteht eine Fülle von gleich geschriebenen, aber verschieden auszusprechenden Buchstabenkombinationen, die erst durch Kenntnis der morphologischen Regeln bzw. im Kontext richtig geklärt werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
EINSTIEG: Einführung in die Problematik des Erlernens einer fremden Sprache wie Arabisch und Begründung der Relevanz von Selbstlernmaterialien.
THEORETISCHER TEIL: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff Selbstlernen, den Prinzipien der Lehrwerkanalyse und der Entwicklung spezifischer Analysekriterien für den Arabischunterricht.
PRAKTISCHER TEIL: Detaillierte Analyse und Bewertung von fünf ausgewählten Selbstlernkursen für Arabisch auf Basis der zuvor entwickelten Kriterien sowie ein Vergleich ihrer Stärken und Schwächen.
FAZIT: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Ableitung konkreter Anforderungen an die Gestaltung künftiger Selbstlernkurse für das Fach Arabisch.
Schlüsselwörter
Selbstlernen, Arabisch, Fremdsprachendidaktik, Lehrwerkanalyse, Selbstlernkurse, Sprachdidaktik, Grammatikvermittlung, Schriftsystem, Autonomes Lernen, Medienkonzeption, Kommunikative Kompetenz, Interkulturelles Lernen, Arabisch als Fremdsprache, Lernstrategien, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die didaktische Qualität von Selbstlernkursen für Arabisch als Fremdsprache und prüft, ob diese Materialien den hohen Anforderungen an ein Lernen ohne Lehrer gerecht werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt Bereiche wie die Analyse der Zielgruppen, die gewählten Vermittlungsmethoden, die Konzeption der Medien, die visuelle Gestaltung, die Einführung in die arabische Schrift und Grammatik sowie die Förderung von Lernstrategien ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, herauszuarbeiten, welche Gestaltungsmöglichkeiten für Arabisch-Selbstlernkurse existieren und wie diese in bestehenden Marktprodukten umgesetzt wurden, um Verbesserungspotenziale aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine hermeneutische Lehrwerkanalyse angewandt, bei der Kriterienkataloge als Analyseinstrument dienen, um die verschiedenen Kurse vergleichbar zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil findet eine detaillierte Einzelanalyse von fünf spezifischen Arabisch-Kursen statt, gefolgt von einer zusammenfassenden Bewertung ihrer Qualität anhand der zuvor aufgestellten Kriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Selbstlernen, Arabisch als Fremdsprache, Lehrwerkanalyse, didaktische Progression und Lernstrategien charakterisiert.
Warum ist die arabische Schrift eine besondere Hürde im Selbststudium?
Sie erfordert das Erlernen völlig neuer graphomotorischer Fertigkeiten, die Linksläufigkeit sowie das Verständnis eines Wurzelsystems ohne konsequente Vokalisation, was im Alleingang ohne Korrekturmöglichkeiten schwer zu meistern ist.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der aktuellen Selbstlernkurse?
Die untersuchten Kurse setzen unterschiedliche Schwerpunkte und weisen individuelle Defizite auf; eine ansprechende Gestaltung und eine transparente Didaktik sind essenziell, werden jedoch nicht immer konsequent umgesetzt.
- Quote paper
- Kathrin Fietz (Author), 2006, Selbstlernkurse für Arabisch als Fremdsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82741